Andrea Newerla

 3,6 Sterne bei 5 Bewertungen
Autor*in von Das Ende des Romantikdiktats, Wie Familie, nur besser und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Andrea Newerla ist promovierte Soziologin, Beziehungsberaterin, Trainerin und Autorin. Sie hat an verschiedenen Universitäten zu Intimitäten, Onlinedating und Beziehungen jenseits heteronormativer Standards geforscht, bevor 2023 ihr Buch »Das Ende des Romantikdiktats« erschien. Als Expertin zu neuen Formen des Zusammenlebens ist sie regelmäßig in den Medien präsent.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Andrea Newerla

Cover des Buches Das Ende des Romantikdiktats (ISBN: 9783466373000)

Das Ende des Romantikdiktats

(3)
Erschienen am 28.06.2023
Cover des Buches Wie Familie, nur besser (ISBN: 9783466373512)

Wie Familie, nur besser

(2)
Erschienen am 01.10.2025
Cover des Buches Das Ende des Romantikdiktats (ISBN: 9783963841156)

Das Ende des Romantikdiktats

(0)
Erschienen am 28.06.2023

Neue Rezensionen zu Andrea Newerla

Cover des Buches Wie Familie, nur besser (ISBN: 9783466373512)
Nora3112s avatar

Rezension zu "Wie Familie, nur besser" von Andrea Newerla

Nora3112
Wie Familie, nur besser

„Wie Familie, nur besser“ von Andrea Lewerla

Inhaltsangabe:

Andrea Newerla lädt uns in ihrem neuen Buch »Wie Familie, nur besser« dazu ein, die vertrauten, doch häufig auch dysfunktionalen Familienmodelle zu hinterfragen und alternative Wege des Miteinanders zu entdecken. Auf Basis ihrer langjährigen Forschung und Beratungspraxis, beleuchtet sie, wie wir Verbindlichkeit, Sicherheit und Geborgenheit außerhalb traditioneller Strukturen finden. Mit Best Practices und persönlichen Geschichten zeigt Newerla, wie gemeinsames wohnen, arbeiten, lieben und sorgen in neuen Konstellationen nicht nur funktionieren kann, sondern, wie wir es selbst aktiv und besser gestalten. Ein inspirierendes Buch für alle, die jenseits konventioneller Normen authentische und erfüllende Beziehungsmodelle suchen, die uns im Alltag Halt und Verlässlichkeit versprechen. 

Eigene Meinung: 

In „Wie Familie, nur besser“ lädt Andrea Lewerla dazu ein, tradierte Vorstellungen von Familie und Zusammenleben bewusst zu hinterfragen. Im Zentrum steht die These, dass Verbindlichkeit, emotionale Sicherheit und soziale Geborgenheit nicht zwangsläufig an klassische Kernfamilien gebunden sind, sondern auch in alternativen Beziehungs- und Wohnmodellen entstehen können. Das Buch versteht sich dabei weniger als theoretisches Manifest, sondern als praxisnaher Impulsgeber für neue Formen des Miteinanders. 

Auf Basis ihrer langjährigen Forschungs- und Beratungspraxis beleuchtet Lewerla unterschiedliche Modelle gemeinschaftlichen Lebens in Deutschland. Dazu zählen unter anderem gemeinschaftliche Wohnprojekte, Wahlfamilien oder sorgende Netzwerke jenseits romantischer Paarbeziehungen.

Zentral ist der Begriff der sozialen Verbindlichkeit, also das bewusste Eingehen von Verantwortung füreinander, unabhängig von biologischer Verwandtschaft.

Überzeugend war der Einsatz von „Best Practices“ und Fallbeispielen aus real existierenden Familiensystemen. Diese machen abstrakte Konzepte greifbar und zeigen sowohl Chancen als auch strukturelle und emotionale Herausforderungen alternativer Lebensformen auf, etwa in Bezug auf Konfliktmanagement, Verantwortungsverteilung oder rechtliche Rahmenbedingungen. 

Das Buch ist angenehm und zugänglich geschrieben. Die Kapitel und Unterkapitel sind klar strukturiert, nicht überladen und thematisch sinnvoll gegliedert. Dadurch eignet sich das Werk auch für Leser, die sich dem Thema zunächst annähern möchten, ohne sich durch lange theoretische Abhandlungen arbeiten zu müssen.

Die Sprache bleibt sachlich, wertschätzend und motivierend, ohne missionarisch zu wirken. 

Aus persönlicher Perspektive war das Buch nicht in allen Punkten passgenau für die eigene Lebenskonstellation. Dennoch liegt seine Stärke gerade darin, den Blick zu weiten: Es vermittelt einen fundierten Überblick darüber, welche Formen des Zusammenlebens in Deutschland bereits existieren und welche Möglichkeiten, aber auch Grenzen, diese mit sich bringen. 

Besonders positiv hervorzuheben ist, dass alternative Modelle nicht idealisiert werden. Lewerla verschweigt weder organisatorische noch emotionale Herausforderungen und trägt so zu einer realistischen Erwartungshaltung bei. Genau diese Ausgewogenheit verleiht dem Buch Glaubwürdigkeit.

Fazit:

„Wie Familie, nur besser“ ist ein informatives, gut strukturiertes und inspirierendes Sachbuch für Leser, die offen sind, über klassische Familienmodelle hinauszudenken. Auch wenn nicht jede dargestellte Lebensform für jede persönliche Situation geeignet ist, bietet das Buch wertvolle Impulse, Denkanstöße und konkrete Beispiele für vielfältige Formen des Zusammenlebens.

Insgesamt ergibt sich daraus eine klare Bewertung von 4 von 5 Sternen.

Cover des Buches Das Ende des Romantikdiktats (ISBN: 9783466373000)
Tanja_Radis avatar

Rezension zu "Das Ende des Romantikdiktats" von Andrea Newerla

Tanja_Radi
Okay

"Das Ende des Romantikdiktats" ist das erste Sachbuch von Andrea Newerla und bereits 2023 erschienen. Ich hatte im letzten Jahr ihr neues Sachbuch "Wie Familie nur besser" gelesen. Das hat mich so begeistert, dass ich sehr neugierig und mit hohen Erwartungen an dieses Buch herangegangen bin.

Das Sachbuch setzt sich zunächst mit der Entwicklung der romantischen Liebe, danach mit aktuellen Beziehungsformen und schließlich mit dem modernen, insbesondere dem Online-, Dating auseinander.

Ich fand den Einstieg sehr solide. Wenn man sich noch nie mit der Geschichte der romantischen Liebe beschäftigt hat, kann man bestimmt viel mitnehmen. Für mich war nicht so viel Neues dabei.

Auch die Darstellung heutiger Datingformen empfand ich als sehr realistisch, allerdings konnte ich hier keinen neuen Erkenntnisse gewinnen. 

Als es um die Beziehungsformen ging, fiel mir auf, dass diese sich in den letzten Jahren anscheinend rapide entwickelt haben. Der Begriff "Situationship" wurde 2023 noch nicht verwendet. Auch das damals in Aussicht stehende Gesetz zur Verantwortungsgemeinschaft steht mittlerweile wohl nicht mehr zur Debatte.

Ich hatte mir außerdem konkrete Vorschläge zur Überwindung patriarchaler Normen beim Dating erwartet. Konkrete Ideen fand ich in diesem Buch allerdings nicht. Da habe ich beispielsweise aus dem Sachbuch "Das Ende der Ehe" von Emilia Roig mehr mitnehmen können.

Insgesamt ist dieses Sachbuch deutlich weniger gehaltvoll als ich erwartet hatte. Auch wenn es gut recherchiert und absolut faktenbasiert ist. Ein Ende des "Romantikdiktats" erscheint mir nach dieser Lektüre nicht in Sicht. Wer aber Inspirationen zu neuen Wegen außerhalb der heteronormativen Paarbeziehung sucht, dem empfehle ich Newerlas neues Sachbuch "Wie Familie nur besser".

Cover des Buches Wie Familie, nur besser (ISBN: 9783466373512)
Tanja_Radis avatar

Rezension zu "Wie Familie, nur besser" von Andrea Newerla

Tanja_Radi
Inspirierend

Bei diesem Buch handelt es sich um ein Sachbuch über verschiedene Wege außerhalb der klassischen Familie füreinander Verantwortung zu übernehmen und zu sorgen.

Andrea Newerla ist hier ein richtig spannendes Sachbuch gelungen. Sie hat Personen in den verschiedensten Care Konstellationen interviewt und bietet damit einen vielfältigen Strauß an Möglichkeiten. Dabei scheut sie sich nicht, auch von gescheiterten Experimenten zu berichten, was ich für eine herausragende Fehlerkultur halte.

Mich haben tatsächlich alle Geschichten und Ideen inspiriert. Auch wenn ich mir nicht vorstellen kann, in polyamorösen Beziehungen zu leben oder alles Geld mit einer Freundesgruppe zu teilen, lassen sich viele der Ideen auch in meiner Patchwork Familie umsetzen. Auch wenn im Buch - durch bewusste Entscheidung der Autorin, denke ich - Patchwork Familie nicht explizit betrachtet werden. Gerade die fehlende Möglichkeit Bonuselternteilen, die in die Sorge von Kindern hineinwachsen, auch gesetzlich verankerte Rechte zuzusprechen, beschäftigten mich vorab. Das Buch hat bei mir nun einige Denkprozesse angestoßen, wie hier individuelle Lösungen getroffen werden könnten. Ich habe mir vieles markiert und meine Wunschliste durch viele Hinweise auf weiterführende Literatur deutlich erweitert.

Aufgrund meiner persönlichen Erfahrungen in der Arbeit mit Senior*innen empfehle ich dieses Buch ALLEN. Vor allem denen, die in heteronormativen Beziehungen leben und vor haben, eine klassische Kleinfamilie zu gründen. Denn tatsächlich gibt es meiner Erfahrung nach wenig Menschen, die wirklich zusammen alt werden. Alterseinsamkeit kann nur vorgebeugt werden, wenn wir uns schon in jungen Jahren damit auseinandersetzen, wie wir auch außerhalb von Paarbeziehungen füreinander sorgen können. Außerdem glaube ich daran, dass die Auseinandersetzung mit dem Thema hilft, der unbewussten Übernahme patriarchaler Muster vorzubeugen.

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