Rezension zu "Paula in Paris. Paula Modersohn-Becker in der Welthauptstadt der Kunst" von Andrea Reidt
Frau_Stern_liestZusammenfassung:
Dieses Buch handelt von vier Aufenthalten Paula Modersohn-Beckers in Paris sowie von den dazwischenliegenden Zeiten in Worpswede. Es enthält s/w Fotografien.
Persönliche Meinung:
"Ihr scheint's mir zwar nicht zuzutrauen, aber ich."
Andrea Reidt gelingt mit diesem Buch eine wunderbare Annäherung an Paula Modersohn-Becker.
Mit einer perfekten Mischung aus Sachlichkeit und Nähe begleitet sie nicht nur Paulas Aufenthalte in Paris, sondern vor allem den Weg dorthin, der sich größtenteils in Worpswede vollzog.
Anhand zahlreicher Zitate aus Briefen sowie Aussagen von Familienmitgliedern und Freunden wird deutlich, wie sehr Paula um Anerkennung ringen musste. Als Künstlerin wurde sie nicht ernst genommen, selbst von Menschen aus ihrem engsten Umfeld kritisch betrachtet und aufgrund ihrer eigenwilligen Persönlichkeit häufig abgelehnt. Dabei wird deutlich, dass Frauen zu dieser Zeit generell kaum zugetraut wurde, ernstzunehmende Kunst zu schaffen. Insbesondere dann nicht, wenn sie mit bestehenden Stilmitteln brachen.
Paris wirkte für Paula als künstlerischer und persönlicher Befreiungsraum. Dort konnte sie ihre freigeistige Haltung weiterentwickeln und neue Eindrücke gewinnen. Gleichzeitig führte gerade dieser Drang nach Unabhängigkeit immer wieder zu Spannungen, vor allem in ihrer Beziehung zu Otto Modersohn-Becker.
Das Buch ist mehr als eine reine Betrachtung der Aufenthalte in Paris. Es erzählt von Freundschaft, Liebe, Selbstbehauptung und dem Ringen um Freiheit.
Tragisch ist Paulas früher Tod: Sie starb 1907 im Alter von nur 31 Jahren. Also zu einem Zeitpunkt, an dem ihre künstlerische Entwicklung noch lange nicht abgeschlossen war. Dazu wiederhole ich ihre letzten Worte: "Wie schade!




















