Andrea Stift-Laube

 4.7 Sterne bei 15 Bewertungen
Andrea Stift-Laube

Lebenslauf von Andrea Stift-Laube

Lebt mit ihrer Familie in Graz und ist MItherausgeberin der Literaturzeitschrift LICHTUNGEN.

Alle Bücher von Andrea Stift-Laube

Andrea Stift-LaubeDie Stierin
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Die Stierin
Die Stierin
 (15)
Erschienen am 08.02.2017
Andrea Stift-LaubeRoh wie romantisch
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Roh wie romantisch
Roh wie romantisch
 (0)
Erschienen am 15.06.2016

Neue Rezensionen zu Andrea Stift-Laube

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elane_eodains avatar

Rezension zu "Die Stierin" von Andrea Stift-Laube

Lesermeinung zu "Die Stierin" von Andrea Stift-Laube
elane_eodainvor einem Jahr

»Ich gehe nach Hause, an meinem Berg vorbei. Vielleicht gehen wir einen kleinen Moment lang nebeneinander her, der Berg und ich, wer weiß das schon in Zeiten wie diesen.«

INHALT: Maeve, die Besitzerin eines kleinen Käseladens, führt ein zurückgezogenes und fremdbestimmtes Leben durch einen Mann, der viel verlangt, aber wenig gibt. Bis eines Tages eine schwarzgekleidete Frau ihren Laden betritt und mit sich einen Mythos in die Gegenwart bringt.

GEDANKEN: Ein wenig verwirrend wirkt die Geschichte anfangs, da man die immer wiederkehrenden Passagen des Chors noch nicht einzuschätzen vermag. Seite für Seite wird das Bild klarer, dabei zwar nicht weniger kurios, aber ich tauchte tief ein in Maeves Geschichte und  auch in die irischen Mythologie, der ich persönlich schon zuvor sehr zugeneigt war. In einer solchen Art habe ich aber noch nicht darüber gelesen. Umso begeisterter bin ich.

»Ich habe heute ein kleines Tier geschnitzt, aus übrig gebliebenem, hart gewordenem Käse. Es sieht aus wie ein Stier. Ein kleiner, kräftiger Stier. Er hat zwei Hörner und ein markantes Antlitz.«

Immer näher kommt Maeve, die Käsehändlerin, der irischen Königin Maeve.

»Die irische Königin provozierte also einen langen Krieg, und das nur, weil sie einen Stier besitzen musste, der so prächtig war wie der Stier ihres Mannes.

Und immer ähnlicher werden auch ihre Erfahrungen mit von Männern verursachter Gewalt. Doch wird ihre Reaktion darauf die selbe sein?

Die vielen Andeutungen im Buch auf die Mythologie regen an, neben dem Lesen des Buches noch auf die Suche nach mehr Geschichten zu gehen, in der Mythologie zu stöbern, zu interpretieren und immer neue Verbindungen zu suchen.

Andrea Stift-Laube ist eine absolut besondere Geschichte gelungen, die mit keiner vergleichbar ist, zwischen Realität und Mythologie, wunderschön und brutal zugleich. Dieses Buch ist so viel größer als seine realen Ausmaße, es wächst weit darüber hinaus und bringt viele Themen mit sich, über die sich das Nachdenken und Weiterdenken lohnt.

FAZIT: Eine Käsehändlerin im jetzt und eine keltische Königin der Vergangenheit verschmelzen durch ihre Gewalterfahrungen miteinander. Eine berauschende Geschichte über Veränderung. Ein Leseereignis!

(Zitate aus "Die Stierin" von A. Stift-Laube)

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miro76s avatar

Rezension zu "Die Stierin" von Andrea Stift-Laube

gefangen zwischen Mythologie und harter Realität
miro76vor einem Jahr

Maeve hat von ihrem gewalttätigen Ehemann einen Käseladen geerbt. Das Schicksal hat sie von ihrem besitzergreifenden Gatten befreit und nun lebt sie zurückgezogen, aber selbstbestimmt ein beschauliches Leben. Bis wieder ein Mann in ihre Leben tritt und die Geschichte sich zu wiederholen droht.

Aber Maeve hat diesmal Unterstützung. Drei Schwestern stehen ihr bei. Drei Figuren aus der irischen Mythologie. Der Chor.
Maeve, eine misshandelte Frau und eine irische Halbgöttin. Gefangen zwischen ihrer Vergangenheit und der Welt der Mythologie.

Andrea Stift-Laube hat mit diesem Buch einen ganz besonderen Roman vorgelegt. Das Buch spannt sich fast bis zum Zerreißen zwischen alter Mythologie und harter Realität. Einerseits liest es sich sagenhaft schön, andererseits brutal bis zur Gänsehaut.

Es ist ein Buch, auf das man sich einlassen muss. Man kann es nicht einfach in einem Stück runterlesen. Es verlangt meine Zeit und es verlangt meine volle Aufmerksamkeit. Wenn man diesem kleinen Buch genügend Raum einräumt, dann spürt man das Besondere daran. Die Verknüpfung der Mythologie mit der Existenz einer fast gebrochenen Frau ist hier sehr gut gelungen und lässt eine Kraft auferstehen, die wir nicht geahnt hätten. Ein alter Konflikt, der wohl seit Bestehen der Menschheit schwelt.

 

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Buchraettins avatar

Rezension zu "Die Stierin" von Andrea Stift-Laube

Ein besonderes Leseerlebnis- durchwoben von einer Art mystischer Geschichte
Buchraettinvor 2 Jahren

Maeve besitzt einen Käseladen. Sie ist um die 50 Jahre. Sie lebt in einer Stadt mit einem Berg. Der Chor, auch dieser erhält in der Geschichte eine Erzählstimme, anfangs war mir unklar, wen er darstellt. Ali, Maeves Freund. Anfangs ein netter Mann, zeigt er bald sein wahres Gesicht. Ein Geschichte voller Mystik, Geheimnisse, aber auch Brutalität, die viel Interpretationsraum bietet.

Die Autorin arbeitet im Buch sehr viel mit Beschreibungen. Diese erzeugen Bilder im Kopf des Lesers. Mir war es manchmal zu brutal. Einige Szenen sind heftig und da dieses bildhafte Erzählen wirklich sehr gelungen ist, steigen diese Bilder in den Kopf des Lesers. Da musste ich schon eine Lesepause einlegen und tief durchatmen.

Es ist eine Mischung aus einer fast märchenhaften anmutenden Erzählung, das aber nichts romantisches an sich hat, sondern auch hier brutale Szenen beinhaltet mit dieser Erzählung über die Käseverkäuferin.  Frauen stehen hier im Mittelpunkt in beiden Perspektiven. Starke Frauen, denen dennoch Gewalt angetan wird. Frauen, die sich rächen.  Für mich verweben sich diese Perspektiven im Laufe des Buches immer mehr. Es gibt viele Bilder, viele Beschreibungen, die mich als Leser manchmal etwas ratlos zurücklassen. Die mich interpretieren lassen, die nachdenklich machen- und es ist dennoch fesselnd.

Ein Buch, das viel Raum zum Interpretieren bietet.  Es ist keine Geschichte, die sich so weglesen lässt. Die Geschichte will Aufmerksamkeit, will Zeit und die Muße darüber nachzudenken, Interpretieren, Entdecken und Deuten. Für mich machte hier der Klappentext einmal neugierig, da hier beschrieben wird, dass die Autorin irische Mythen in die Geschichte verwoben hat. Das sind so Details für mich, die mich inspirieren darüber nach zu recherchieren, mich weiter zu informieren und zu schauen, wieviel Mythos steckt in der Geschichte. Ungewöhnlich der Stil, die wörtliche Rede wird nur mit kleinen Trennstrichen gekennzeichnet. Aber auch Einschübe des Chors, einer  Erzählperspektive, die im Buch immer wiederauftaucht und durch eine Feder gekennzeichnet ist.

Ein wunderschönes kleines Detail, das ich sehr liebe, ist das Lesebändchen, das muss ich noch erwähnen.

Ein besonderes Leseerlebnis- durchwoben von einer Art mystischer Geschichte - will Aufmerksamkeit- bietet viel Raum zum Interpretieren und voller Bilder.

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Gespräche aus der Community

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Verlag_Kremayr-Scheriaus avatar

Worum geht's?

Maeve arbeitet in einem Käseladen. In den Pausen schnitzt sie Figuren aus einer mythischen Vorzeit: ein Streitheer und zwei Stiere. Abends geht sie zu ihrem Mann Alli, der mit jedem Tag bestimmender wird. In einer anderen Zeit wird die Halbgöttin Maeve mit einem Messer am Hals von einem fremden König vergewaltigt. Aus Scham erzählt sie niemandem davon. Ihre Rache aber stürzt zwei Völker in einen blutigen Krieg, aus dem kein Sieger hervorgehen kann. Ein Chor – drei Frauen aus einer anderen Welt – trägt den Mythos in die Gegenwart. Der alte Konflikt bricht wieder auf.

Andrea Stift-Laube webt den alten irischen Mythos zu einer makabren Geschichte um Macht und Gerechtigkeit. So düster ihre Figuren auch sein mögen, sie sind auf eigentümliche Weise vertraut und zutiefst sympathisch.


"Es war alles voller Blut, der Fußboden, die Ladentheke, die Arbeitsplatte. Ich konnte nur einen Gedanken fassen: Etwas war mir aus der Hand genommen worden."

Andrea Stift-Laube

wurde 1976 in der Südsteiermark geboren. Sie studierte Sprachwissenschaft und Germanistik, ist Redaktionsmitglied der Literaturzeitschrift Lichtungen und lebt als Schriftstellerin und Publizistin in Graz. Sie schreibt u.a. für manuskripte, schreibkraft, Der Standard, Wiener Zeitung, Die Presse (Spectrum). Sie veröffentlichte mehrere Romane sowie Prosa, Lyrik und Essays, zuletzt erschien „Auf Watte“. Zahlreiche Preise und Stipendien, u.a.: Manuskripte-Literaturförderpreis, Staatsstipendium des BKA, Theodor-Körner-Preis, Rotahorn-Literaturpreis

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