Andrea Stift-Laube

 4.4 Sterne bei 34 Bewertungen
Autorin von Schiff oder Schornstein, Die Stierin und weiteren Büchern.
Autorenbild von Andrea Stift-Laube (©www.detailsinn.at)

Lebenslauf von Andrea Stift-Laube

Lebt mit ihrer Familie in Graz und ist MItherausgeberin der Literaturzeitschrift LICHTUNGEN.

Alle Bücher von Andrea Stift-Laube

Cover des Buches Schiff oder Schornstein (ISBN:9783218011549)

Schiff oder Schornstein

 (18)
Erschienen am 04.02.2019
Cover des Buches Die Stierin (ISBN:9783218010689)

Die Stierin

 (16)
Erschienen am 08.02.2017
Cover des Buches Roh wie romantisch (ISBN:9783955660567)

Roh wie romantisch

 (0)
Erschienen am 15.06.2016

Neue Rezensionen zu Andrea Stift-Laube

Neu

Rezension zu "Schiff oder Schornstein" von Andrea Stift-Laube

Spurloses Verschwinden einer Aufrechten
EmiliAnavor 6 Monaten

Das Cover eines Buches ist sicher eines der Kriterien, nach denen man ein Buch - auch - aussucht. Ist es nichtssagend, übersieht man es gerne; ist es aber ein Blickfang, wie das Buch, um das es hier geht, verleitet es zum Geöffnetwerden, zum Hineinlesen, am Ende vielleicht auch dazu, es zu kaufen.
Ja, das Cover mit der schwarzen Katze, die einen da direkt anschaut, spricht an - und es gibt auch einen Hinweis auf die Geschichte, wenn man sich dann den Klappentext durchliest.
Um ein Kunstprojekt soll es da gehen, um "ein Statement gegen die Massentierhaltung und Fleischkonsum", das da zwei junge Leute machen, die scheinbar einen Online-Versand für Katzenfleisch gründen.
Ja, das kann man wohl lesen in diesem Roman - Hauptthema jedoch ist es nicht! Hauptsächlich geht es hier um die Umweltaktivistin Franziska, die verschwunden ist und deren Verbleib unbekannt bleibt. Zurück bleiben ihre Schwester Ila und ein gewisser Konstantin, Franziskas Mitstreiter oder treffender Mitläufer und heimlicher Verehrer.
Durch beider Sichtweisen wird zum einen die Geschichte der beiden Schwestern aufgerollt, zum anderen das Verschwinden Franziskas verarbeitet in einem Wust von Informationen, mit denen der recht unbedarft wirkende Konstantin über sie, ihre Aktivitäten und seine eigene Rolle dabei in naiv-blauäugigen Sätzen den Leser speist.
Die Handlung spielt sich ab vor der weiten Kulisse von Klimawandel, Umweltzerstörung, gnaden- und rücksichtsloser Verschwendung der Ressourcen, ungebremst weiter wachsender Bevölkerung, krassester Tierquälerei, von Massentierhaltung bis hin zum Töten und Verspeisen von nahezu allem, was da kreucht und fleucht, und einer scheinbar unsensiblen Menschheit, die all dem tatenlos zusieht oder gar ihr Übriges dazu beiträgt, um dem blauen Planeten endgültig den Garaus zu machen.
Ila und Franziska haben sich rückhaltlos der Rettung und Bewahrung der Umwelt und ihrer Geschöpfe verschrieben, wobei vor allem Franziska mit äußerster Konsequenz und völlig kompromisslos handelt - was letztlich auch zu ihrem Verschwinden führen wird...
Man muss sie bewundern, diese Unerschrockene, die zu dem kleinen Häuflein der Aufrechten gehört, die ihre Überzeugungen tatsächlich leben, anstatt sie wie ein Banner vor sich herzutragen und bei passender Gelegenheit sinken zu lassen.
Mögen sie auch gegen Windmühlenflügel kämpfen, mögen sie schier verzweifeln an der Ignoranz der Gesellschaft - sie verzagen dennoch nicht und kämpfen weiter!
Auf der anderen Seite stehen diejenigen, die sich passiv verhalten oder die gar ihre hehren Ideale verraten, wenn jener Faktor ins Spiel kommt, von dem man sagt, dass er die Welt regiert: Geld nämlich!
Einen Vertreter letzterer Gruppe finden wir auch wieder in diesem Buch! Um Konstantin handelt es sich, wie man vielleicht schon ahnen konnte; er konnte letztendlich den Verlockungen des Geldes nicht widerstehen und - sehr realistisch, denn Typen wie ihn gibt es zuhauf - und zieht das "gute Leben", das also, das seine Gier befriedigt, dem anständigen und aufrichtigen vor...

"Schiff oder Schornstein" ist, obwohl der Klappentext anderer Meinung ist, ein ernster Roman, in dem das Lachen nicht einmal bis zur Kehle vordringt, um darin stecken zu bleiben. Er macht traurig und wütend und verzagt zugleich. Man fühlt sich ohnmächtig angesichts des Zugrunderichtens der Erde und seiner unschuldigen Kreaturen, wofür immer wieder erschreckende Beispiele herhalten müssen.
Gleichzeitig erkennt man, dass man allein mit dem - wenn auch unbändigen - Willen, die Welt zu retten, nicht weiterkommt.
Angesichts des Scheiterns oder des Umkippens und Aufgebens so vieler mutigen Kämpfer wird langsam klar, dass der sinnvollste Weg, den Wahnwitz, dem sich die Gesellschaft hingegeben hat, zu stoppen der der kleinen Schritte ist, nämlich das Realistische, das Machbare zu tun anstatt das Unrealistische, das von Beginn an zum Scheitern verurteilt ist, zu versuchen.
Doch frage ich mich am Ende des Romans etwas unsicher, ob es das ist, was die Autorin dem Leser mitteilen wollte, oder ob es ihr nicht vielmehr um Aufklärung, um die Bloßlegung himmelschreiender Missstände geht. Oder vielleicht um etwas ganz anderes?
So bleibe ich in der Tat einigermaßen ratlos und auch ein wenig unbefriedigt zurück...

Kommentare: 1
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Rezension zu "Schiff oder Schornstein" von Andrea Stift-Laube

Tierschutz als Lebensinhalt?
skiaddict7vor 7 Monaten

Ila und Franzi sind Schwestern. Dennoch wachsen sie sehr unterschiedlich auf: durch eine Verkettung mehrerer Ereignisse lebt Ila mehrere Jahre am Bauernhof ihrer Großmutter, getrennt vom Rest der Familie. Dort beginnt sie auch, Tiere über alles zu lieben und hört auf, sie zu essen. Später finden die Schwestern wieder zueinander – und jede beginnt auf ihre Art und Weise, die Umwelt und die Tiere zu schützen. Während Ila eher einen ruhigen Weg als Vegetarierin und Verkäuferin in einem Bioladen wählt und nebenbei im Tierheim aushilft, engagiert Franzi sich sehr aktiv als Umweltaktivistin und befreit unter anderem Tiere aus Fabriken. Eines Tages ist Franzi verschwunden – und Ila macht sich auf die Suche nach ihr. So lernt sie Konstantin kennen, einen Kollegen von ihr, der sich Hals über Kopf in Franzi verliebt hat.  


Mit dem skurrilen Schreibstil führt Stift-Laube uns ganz natürlich an die Thematik Umwelt und Klimawandel heran. Jeder ihrer Figuren verkörpert eine etwas andere Art von Aktivismus. Die Themen sind hochaktuell, werden aber mehr nebenbei tangiert. Vieles bleibt ungesagt oder dem Leser überlassen, und vieles regt zum Nachdenken an. Mir gefallen die vielen österreichischen Ausdrücke, die mich an Heimat denken lassen. Insgesamt fand ich das Buch wunderbar spannend zu lesen, und ich wurde sehr zum nachdenken angeregt. Noch Tage nach dem Beenden der Lektüre grüble ich über manche Szenen nach. Ich glaube, dass jeder Leser seine eigenen, unterschiedlichen Schlüsse zu dem Buch zieht, weshalb ich sehr gespannt bin, andere Rezensionen zu lesen.

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Rezension zu "Schiff oder Schornstein" von Andrea Stift-Laube

Aktuell, frech, skurril
Claddyvor 7 Monaten

Als die Umweltaktivistin Franziska plötzlich wie vom Erdboden verschwunden ist, begeben sich ihr Mitbewohner und ihre Schwester auf die Suche nach Erklärungen. Zwischen Verzweiflung und Hoffnung hecken sie ein Projekt aus, mit dem sie provozieren und polarisieren wollen: einen Katzenfleisch-Onlineversand.
Andrea Stift-Laube setzt einen Funken in Hirn und Herz, der eine schwelende Lunte entfacht. Ob die unterwegs erlischt oder zu einer Erkenntnis und Überzeugung explodiert, legt sie allerdings außerhalb ihrer Verantwortung in die Hände des Lesenden.
Die grundsätzlichen Fragen der aktuellen Umweltproblematik werden im Buch durch einige wenige Personen thematisiert und verkörpert. Da ist einmal die Erzählerin, Ila, die sich schon in Kindertagen sehr für sämtliche Tiere ihrer Umgebung interessiert, durchaus nicht immer zum Wohl derselben. Ohne Verklärung wird so viel Tierliebe geschildert, ohne dass diese Benennung fällt, dass die eminente Wichtigkeit, die sie im Leben der Heranwachsenden einnimmt, sich notwendigerweise nach und nach zu einer fundamentalen Einstellung verdichtet. Dann gibt es noch ihre Schwester Franziska, die als junge Erwachsene kein Risiko scheut, auf Probleme aufmerksam zu machen, und in die Konstantin, auch er teilweise aus eigener Perspektive berichtend, bis über beide Ohren verliebt ist. 
Je nach Alter, nach Entwicklungsstand, nach Gemütslage passt sich der Schreibstil an. Isa beobachtend, kritisch, nachdenklich, Konstantin zwischen wehleidig und rechtfertigend. Das gelingt trotz aller Skurrilität sehr authentisch. 
Immer wieder findet man sich beim Lesen kurzzeitig in behaglichen Zonen, um im nächsten Moment umso drastischer auf die Absurdität des ökonomisch dominierten Weltgefüges gestoßen zu werden, das sich im Kleinen, im Alltag spiegelt. Aus allem, was großes Potenzial zum Niedlichen und Seichten hat, wird etwas Knallhartes und Besonderes gemacht. Um dann ganz überraschend doch noch mal eine kleine Sentimentalität zuzulassen. 
Ein hinreißendes Lesevergnügen: frech, provokant, aufrüttelnd, hinterfragend. Und unverschämt gut geschrieben.

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Gespräche aus der Community

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Cover des Buches Schiff oder Schornstein (ISBN:undefined)
Autoren oder Titel-Cover „Seit Franziska weg ist, habe ich die Verpflichtung, die Welt zu retten. Weil es ja sein könnte, dass sie eines Tages wiederkommt. Und mich fragt, was ich inzwischen so gemacht habe."


Worum gehts?

Franziska ist verschwunden. Das ist sie schon öfter. Dann sagt man, sie ist wohl wieder irgendwo Tiere befreien, im Wald, am Nordpol, irgendwo auf einem Schiff. Aber dieses Mal kommt sie nicht mehr zurück. Sie ist spurlos verschwunden und niemand weiß, was passiert ist. Ihre Schwester Ila begibt sich auf die Suche, wühlt in ihrer beiden Vergangenheit und trifft den Umweltaktivisten Konstantin, der unglücklich in Franzi verliebt ist. Ila und Konstantin werden Freunde und bewältigen ihre Trauer in einem schrägen Kunstprojekt, das ein Statement gegen Massentierhaltung und Fleischkonsum sein soll einem Online-Versand für Katzenfleisch.

Andrea Stift-Laube gelingt es, trotz psychologischer Detailaufnahmen und liebevoll gezeichneter Charaktere ins Makabre zu kippen, und das gänzlich unaufgeregt. Dabei zeigt sie auf erschreckende Weise den kaum hinterfragten Wahnwitz unseres Gesellschaftssystems angesichts Klimawandels und Ressourcenknappheit.


"Das Mysterium, wie wir Menschen mit Tieren zusammenleben, ist das größte – ich kann mir keine Dichterin denken, der ich dieses Rätsel lieber überlassen würde, als Andrea Stift-Laube."

(Clemens J. Setz)


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Andrea Stift-Laube,
1976 in der Südsteiermark geboren. Sie studierte Sprachwissenschaft und Germanistik, ist Redaktionsmitglied der Literaturzeitschrift Lichtungen und lebt als Schriftstellerin und Publizistin in Graz. Sie schreibt für Tageszeitungen wie Der Standard, Wiener Zeitung, Die Presse und die Kleine Zeitung. Sie veröffentlichte mehrere Romane sowie Prosa, Lyrik und Essays, zuletzt erschien „Die Stierin“ (Kremayr & Scheriau 2017). Zahlreiche Preise und Stipendien, u.a.: manuskripte-Förderungspreis, Theodor-Körner-Preis, Projektstipendium des Bundeskanzleramts Österreich, Rotahorn-Literaturpreis und Jubiläumsstipendium der Literar Mechana.


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Letzter Beitrag von  EmiliAnavor 6 Monaten
Cover des Buches Die Stierin (ISBN:undefined)

Worum geht's?

Maeve arbeitet in einem Käseladen. In den Pausen schnitzt sie Figuren aus einer mythischen Vorzeit: ein Streitheer und zwei Stiere. Abends geht sie zu ihrem Mann Alli, der mit jedem Tag bestimmender wird. In einer anderen Zeit wird die Halbgöttin Maeve mit einem Messer am Hals von einem fremden König vergewaltigt. Aus Scham erzählt sie niemandem davon. Ihre Rache aber stürzt zwei Völker in einen blutigen Krieg, aus dem kein Sieger hervorgehen kann. Ein Chor – drei Frauen aus einer anderen Welt – trägt den Mythos in die Gegenwart. Der alte Konflikt bricht wieder auf.

Andrea Stift-Laube webt den alten irischen Mythos zu einer makabren Geschichte um Macht und Gerechtigkeit. So düster ihre Figuren auch sein mögen, sie sind auf eigentümliche Weise vertraut und zutiefst sympathisch.


"Es war alles voller Blut, der Fußboden, die Ladentheke, die Arbeitsplatte. Ich konnte nur einen Gedanken fassen: Etwas war mir aus der Hand genommen worden."

Andrea Stift-Laube

wurde 1976 in der Südsteiermark geboren. Sie studierte Sprachwissenschaft und Germanistik, ist Redaktionsmitglied der Literaturzeitschrift Lichtungen und lebt als Schriftstellerin und Publizistin in Graz. Sie schreibt u.a. für manuskripte, schreibkraft, Der Standard, Wiener Zeitung, Die Presse (Spectrum). Sie veröffentlichte mehrere Romane sowie Prosa, Lyrik und Essays, zuletzt erschien „Auf Watte“. Zahlreiche Preise und Stipendien, u.a.: Manuskripte-Literaturförderpreis, Staatsstipendium des BKA, Theodor-Körner-Preis, Rotahorn-Literaturpreis

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