Dass die Geschichte in Siebenbürgen spielt, ist nicht ersichtlich, zumindest nicht auf den ersten 146 Seiten von 676 (eBook). Man erfährt wohl, dass es irgendwo im Grenzgebiet zwischen Ungarn und Rumänien ist, in einer fast archaisch anmutenden Gesellschaft, in ländlichem Umfeld.
Das Buch ist in 'vier Bücher' aufgeteilt. Das erste wird von Kali erzählt, einer Bäuerin, die ihren gewalttätigen 'schlechten Mann' nach zwanzig Jahren verlassen hat und sich als Magd verdingen will. 'Dienen', anders hat sie es nicht gelernt. Aber sie hat Glück und landet bei einem Rosenzüchter, der sie anständig behandelt und wo man meint, dass sich zarte Bande anspinnen. Doch dann verliert sich die Geschichte für mich im allzu Distanzierten.
Das Ganze ist in einer einfachen, sehr gewöhnungsbedürftigen Sprache erzählt; der Duktus der einfachen Frau soll authentisch rüberkommen und die Übersetzerin wird dafür sehr gelobt. Anfangs glaubte ich, ich würde die ständige falsche Satzstellung ertragen, weil sie spricht ja vielleicht so. Doch weil ich alle zwei bis fünf Zeilen darüber stolperte, konnte ich es irgendwann kaum noch ertragen.
Ich habe mir Besserung vom 'zweiten Buch' erhofft, in dem Vilmos, der Rosenzüchter, zu Wort kommt. Doch er breitet seine Experimente, seine Erfahrungen und Verfahren derart aus, dass ich leider nicht weiter lesen kann ohne vor Langeweile ohnmächtig zu werden. Dabei liebe ich Rosen und habe selbst einige im Garten. Klar, im Hintergrund wird hier und da ein Satz über die aufkommende Kollektivierung fallen gelassen, die Securitate, die politischen Zustände, aber so sehr am Rande, dass man kaum etwas daraus entnehmen kann.
Da ich meine Lebenszeit als kostbar empfinde, breche ich also wieder mal ein Buch ab. Ich kann überhaupt nicht verstehen, in welch' höchsten Tönen dieses Buch gelobt wird. Empfehlen kann ich es nicht!


