Entkommen aus dem Netz des Jägers

von Andrea Wegener 
4,8 Sterne bei8 Bewertungen
Entkommen aus dem Netz des Jägers
Bestellen bei:

Neue Kurzmeinungen

cho-ices avatar

Ich habe so viel gelernt über den Irak und den IS - ein echter Augenöffner. Und berührend noch dazu. Fünf Sterne!

Gelsches avatar

Interessant, beklemmend, ergreifend..... Und es macht wütend das Menschen sich sowas antun.

Alle 8 Bewertungen lesen

Auf der Suche nach deinem neuen Lieblingsbuch? Melde dich bei LovelyBooks an, entdecke neuen Lesestoff und aufregende Buchaktionen.

Inhaltsangabe zu "Entkommen aus dem Netz des Jägers"

»Man hat uns alles genommen«, hört Andrea Wegener bei ihrem Hilfseinsatz im Irak 2014 immer wieder. »Erzählt unsere Geschichten weiter. Vergesst uns nicht!«

Die Mitarbeiterin des Katastrophenteams von GAiN (Global Aid Network) ist im Land, als der IS den Christen in Mossul ein Ultimatum stellt und sie Hals über Kopf die Stadt verlassen müssen. Viele flüchten sich nach Erbil, einige sogar in die Wohnung, in der auch Andrea Wegener und ihre Kollegen untergebracht sind. Die Katastrophenhelferin erlebt hautnah mit, wie sich die Lage der Flüchtlinge mit der Ausbreitung des IS und der Vertreibung Zehntausender Christen und anderer Minderheiten von Tag zu Tag verschärft. Sie ist vielen der Verfolgten begegnet, zuletzt im Herbst 2015, und hat ihre Geschichten aufgeschrieben. Diese nehmen uns unmittelbar mit hinein in das Erleben von Terror, Vertreibung und Flucht, aber auch Gottvertrauen, das die Christen im Nordirak nicht erst seit dem Vordringen des IS prägt.

Mit einem Vorwort von Emanuel Youkhana, Archimandrit der Assyrischen Kirche des Ostens und Direktor der einheimischen Hilfsorganisation CAPNI, und einem Nachwort von Klaus Dewald, Direktor von GAiN e.V. in Gießen.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783868275636
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:158 Seiten
Verlag:Francke-Buchhandlung
Erscheinungsdatum:01.03.2016

Rezensionen und Bewertungen

Neu
4,8 Sterne
Filtern:
  • 5 Sterne6
  • 4 Sterne2
  • 3 Sterne0
  • 2 Sterne0
  • 1 Stern0
  • Sortieren:
    cho-ices avatar
    cho-icevor 8 Monaten
    Kurzmeinung: Ich habe so viel gelernt über den Irak und den IS - ein echter Augenöffner. Und berührend noch dazu. Fünf Sterne!
    Auch 2018 noch hochaktuell!

    Auch knapp 2 Jahre nach seinem Erscheinen hat „Entkommen aus dem Netz des Jägers“ kaum etwas seiner Brisanz und Aktualität verloren. Die Fronten der Kriegsführung durch den IS haben sich teilweise aus dem Irak heraus-verlagert, aber die Erlebnisse und Geschichten der Flüchtlinge brachten mir die Situation vor Ort so greifbar nahe, wie das zuvor keine Nachrichtensendung oder Reportage im Fernsehen vermochte.

    Das ist vor allem auch der bestechenden Erzählweise der deutschen Autorin Andrea Wegener geschuldet. Sie hat als Katastrophenhelferin mit vielen Flüchtlingen und Zeugen des Geschehens persönlich gesprochen. Im Sommer 2014, als der IS die Großstadt Mossul einnahm, flohen tausende Christen und andere Verfolgte vor der Invasion in die kurdischen Gebiete. Wenig später begann der Katastropheneinsatz der international tätigen Organisation GAiN, der Wegener angehört. Im Juli reist sie erstmals in den Irak, um zu helfen, und bleibt zunächst drei Wochen. Kurz darauf muss aus Sicherheitsgründen das gesamte Team evakuiert werden, kehrt jedoch nach wenigen Wochen zurück, um die Arbeit fortzusetzen.

    Zwischen August 2014 und Oktober 2015 reist die Autorin noch zwei weitere Male in den Irak, um die Arbeit zu unterstützen und weitere Recherchen für das Buch zu unternehmen. Eine ihrer Begleiterinnen dokumentiert die Arbeit und Begegnungen mit Fotos, von denen ein Teil auch im Buch abgedruckt ist.

    Ein Teil des Buches besteht aus Tagebuchnotizen, die den Leser hautnah in das Erlebte eintauchen lassen. Den größten Teil bilden jedoch die Geschichten einzelner Flüchtlinge. Vieles ist erschütternd, aber es wird auch die innere Stärke der Menschen deutlich, mit der sie ihre großen Verluste überwinden. Es ist kein Buch, das den Schrecken, den der IS verbreiten möchte, in den Mittelpunkt stellt. Vielmehr zeigen diese Geschichten, dass Gott es ist, der ihren Opfern die Kraft gibt, weiterzumachen.

    Was mich besonders berührt hat: Wegener beschreibt, wie die Flüchtlinge vor ihrer Flucht lebten – viele in ähnlich guten Lebensumständen wie wir in Deutschland. Sie waren nicht arm, sondern übten Berufe aus, gingen zur Uni, etc. Was es da bedeutet, alles zu verlieren, wurde mir so zum ersten Mal richtig bewusst. Ich habe so viel gelernt beim Lesen, auch über den Irak und den IS an sich.

    Interessant sind auch die Eindrücke, die Wegener über die deutsche Berichterstattung teilt: Nach ihrem ersten Einsatz waren der IS und der Irak eher eine Randnotiz, im Herbst 2015 jedoch war aufgrund der Flüchtlingswellen, die Deutschland erreichten, ein ganz anderes Bewusstsein vorhanden. Was sie und der Direktor von GAiN im Nachwort über den Umgang mit Flüchtlingen schreiben, hat aufgrund ihrer Erfahrungen viel Gewicht.

    „Entkommen aus dem Netz des Jägers“ ist ein beeindruckendes Buch, das Spuren beim Leser hinterlässt. Es ist perfekt für alle, die sich näher mit den Folgen des IS-Kriegszugs beschäftigen möchten und sich für die Situation der verfolgten Christen oder Flüchtlingen allgemein interessieren. Auch 2018 noch sehr empfehlenswert!

    Kommentieren0
    4
    Teilen
    LEXIs avatar
    LEXIvor 2 Jahren
    „N“ für Nasrani, Christen

    „Ihr seid dagewesen und ihr seid wiedergekommen. Das bedeutet uns viel. Sag das auch den Leuten in deinem Land. Es bedeutet uns sehr viel zu sehen, dass wir nicht vergessen sind!“

    „Entkommen aus dem Netz des Jägers“ – der Buchtitel wurde in Anlehnung an Psalm 124 gewählt, in welchem David Gott als Helfer in der Not anruft. Gleich zu Beginn des Buches wird dem Leser ein Einblick in die Situation der Christen im Irak gewährt und man erfährt über die aktuellen Ereignisse und deren Hintergründe. Vater Emanuel Youkhana, der Gründer der einheimischen Hilfsorganisation CAPNI, erzählt beginnend vom Völkermord der Osmanen im Jahre 1915, über das Massaker im irakischen Staat 1933 bis hin zur aktuellen Bedrohung durch den IS. Es werden Fakten über die Situation der Menschen im Irak in Form von Schicksalsberichten Betroffener oder Tagebucheinträgen der der Helfer präsentiert.

    Die Autorin Andrea Wegener arbeitet seit 2007 bei „Campus für Christus“ und ist auch bei Auslandseinsätzen dabei. In diesem Buch hat sie eine Menge persönlicher Erfahrungen eingebracht und eng mit „GAiN (Global Aid Network)“ zusammen gearbeitet. Die humanitäre Arbeit, den Flüchtlingen materiell, seelsorgerlich und geistlich beistehen zu können, ist ein großes Anliegen beider Hilfsorganisationen.

    Es wird vom Islam und der Scharia in ihrer extremen Ausrichtung in Form des IS berichtet, eine Schreckensherrschaft, die es zu bekämpfen gilt. Es folgen Berichte von der Entführung von Menschen, um Lösegeld zu erpressen, vom plötzlichen Verschwinden von Kindern, und der Todesangst seines Glaubens wegen. Viele von ihnen wünschen sich nur eines: im Irak mit allen Religionen in Frieden zusammen zu leben. Für viele traumatisierte Flüchtlinge ist der einzige Weg aus ihrem Leid heraus der Weg nach Europa.

    Im vorliegenden Buch kommen verschiedene Menschen zu Wort – meist Christen, vereinzelt auch Muslime und Jesiden, die von ihren Erlebnissen berichten. Ein Mann, der mit seiner Familie mit knapper Not dem IS entkam, ist der Meinung, „dass Gott wie eine Kerze ist, die Wärme und Licht bereitet, der IS jedoch nur Dunkelheit und Angst.“ Die Autorin bezeichnet die Geschichten im Buch daher auch als „Rettungsgeschichte“, weil man ihrer Meinung nach Gottes Liebe und Bewahrung darin erkennen kann.

    Andrea Wegener beschreibt die Not und das Elend der Christen, die aus ihren Häusern und aus ihrer Heimat vertrieben wurden und unter drastischen Umständen als Flüchtlinge leben müssen, zum Teil auch hoch intelligente Menschen, die zur Elite des Landes gehört hatten und nun zu Bettlern und Hilfesuchenden wurden. Sie berichtet aber auch vom großartigen Einsatz verschiedener Helfer angesichts der Gewalt, der Willkür und des wahnsinnigen Wütens und Mordens des IS. Die Helfer leisten oft Unmenschliches und viele von ihnen sind zudem bereits mehrmals dem Tode entronnen. Sie führt die Beweggründe für den ehrenamtlichen Einsatz im Irak an und schreibt unumwunden, dass es für sie in ihrer Nachfolge des gekreuzigten Christus in Ordnung ist, beim Einsatz für einen Bruder das Leben zu riskieren. Sie erwartet dafür keine Bewunderung, möchte sich dafür aber auch nicht rechtfertigen müssen. Die Autorin ist der Ansicht, dass der christliche Glaube und das Evangelium in Regionen, in denen Gewalt, Hass und Mord herrschen, eine völlig neue Dimension bekommt und dass „dieses Leben und alles, was wir haben und ja auch genießen dürfen, endlich und nur vorläufig“ ist. Andrea Wegener möchte ihr Leben an dem ausrichten, was wirklich zählt.

    Einige Passagen dieses Buches haben mich ganz besonders berührt, einige zum Nachdenken gebracht, einige machten mir Angst:

    Einem Mann namens Kemal war es sehr wichtig, dass seine Worte weitergegeben wurden, die lauten: „Ihr liegt uns am Herzen, und deswegen sage ich es so deutlich, wie ich kann: „Nehmt euch vor dem Islam in Acht. Ich sage euch das als Christ, der jahrelang von Muslimen umgeben gelebt hat: Der Islam ist nicht das, als was er sich bei euch darstellt. Er ist eine Gefahr für euer Land und für Europa. Der IS zeigt das wahre Gesicht des Islam, und wenn es nach denen ginge, würden sie euch genauso erobern wie uns. Wenn ein normaler Muslim zu einem radikalen Muslim wird, verändert er sich. Da ist keine Liebe mehr, nur noch Hass und Zerstörung. Eure Kirchen sind zu schwach, euer Glaube hat kein festes Fundament mehr und ihr seid viel zu gleichgültig: ihr erzählt den Muslimen nicht von Jesus, obwohl ihr die Freiheit hättet. Und ihr setzt dem Islam nicht entgegen. Wer weiß, vielleicht passiert euch in zehn oder zwanzig Jahren, was uns in diesem Jahr passiert ist. Ich wünsche es euch nicht.“

    Dem entgegen heißt es an einer anderen Stelle: „Die meisten Muslime sind einfach nur Menschen; sie nehmen ihre Religion nicht besonders wichtig und wollen nur eins: in Frieden leben. Das Leben ist wirklich nicht mehr einfach in Mossul, auch nicht für Muslime.“

    „Wo ihr gleichzeitig viele Muslime aufnehmt, achtet darauf, dass sich die Probleme und die Gewalt, die wir hier hatten, nicht bei euch fortsetzen! Und gebt den Flüchtlingen nicht nur, was sie materiell brauchen, sondern habt ihr ganzes Wohl im Blick!“

    Nach Beendigung der Lektüre dieser sachlich vorgebrachten, und dennoch zutiefst erschütternden Berichte verspürte ich als Leser tiefe Dankbarkeit für das Privileg, in einem freien Land leben zu dürfen, den christlichen Glauben frei und offen leben zu dürfen, Zugang zu ausreichend Nahrung und Grundversorgung zu haben und in Anbetracht der Umstände im Irak wirklich im Luxus zu leben.

    „Entkommen aus dem Netz des Jägers“ ist ein Buch, das ich jedem ans Herz legen möchte. Durch die im Inhalt dargelegten Fakten öffnet es die Augen für das Leben der verfolgten Menschen im Irak und verändert vielleicht auch ein klein wenig die Sicht auf die aktuelle Flüchtlingsproblematik, in dem es uns dazu anregt, vermehrt die Einzelschicksale hinter den Vertriebenen zu sehen.

    Kommentieren0
    29
    Teilen
    connelings avatar
    connelingvor 2 Jahren
    Erfahrungsbericht einer Katastrophenhelferin

    Andrea Wegener ist bei einem Hilfseinsatz im Irak 2014 und 2015 als  Teil eines Katastrophenteams von GaiN, Global Aid Network unterwegs um dort zu helfen, wo Hilfe und Unterstützung gebraucht wird. Die Flüchtlinge sind nur mit dem was sie am Körper tragen geflohen vor der IS, dem islamischen Staat. Vor Krieg, Hunger und Tod in der Hoffnung ihre Familie und sich selbst retten zu können. Andrea Wegener ist dort im Irak als den Christen in Mossul ein Ultimatum von der IS gestellt wird, alle Hals über Kopf die Stadt verlassen müssen. Sie und ihre Kollegen erleben mit, wie sich die Lage, die Situation dort mit der IS ständig verschärft, sie erlebt Verfolgung, Vertreibung und die damit verbundene Angst, die Panik und den Terror , der verbreitet wird. 

    Die verfolgten Christen dort haben Angst, doch sie halten an ihrem Glauben fest, wollen nicht  in den Islam konvertieren, auch wenn dies für sie bedeutet dass sie ihre Stadt, ihr Land verlassen müssen.Eine Mischung aus selbst erlebten Ereignissen und Erlebnissen von Flüchtlingen, die sich Andrea Wegener aufgeschrieben hat während ihrer Zeit dort, mit vielen Bildern im Mittelteil des Buches um alles anschaulicher zu machen. 

    Bilder, eine Karte, Erklärungen zu Städten, Ländern und auch Begriffen machen das Buch sehr verständlich.Eine sehr aktuelle Thematik, ich habe das Buch bereits vor ein paar Wochen beendet, weiss allerdings noch immer nicht, wie ich darüber schreiben soll. 

    Ich fand es sehr hilfreich, dass die Autorin sachlich, unemotional berichtet hat in meinen Augen, denn jeder sollte sich selber seine Meinung dazu bilden. 

    Ein Bericht, der die andere Seite aufzeigt, der mich darüber zum nachdenken gebracht hat wieviel wir doch haben und trotzdem wollen, was andere haben und was sie erstreben. Eine für mich aufreibende und aufwühlende Lektüre, die ich gerne jedem empfehlen möchte, der auch etwas von dem anderen Teil der Geschichte erfahren möchte.






    Kommentieren0
    19
    Teilen
    heaven4us avatar
    heaven4uvor 2 Jahren
    Wie geht es den Flüchtlingen wirklich?

    Flüchtlinge sind seit letztem Jahr DAS Thema in Deutschland. Es gibt viele Gegner, viele Spekulationen und Vorurteile. Doch woher kommen viele der Flüchtlinge und warum sind sie geflohen? Sind sie wirklich alle nur darauf aus, Geld zu bekommen ohne was dafür tun zu müssen? Andrea Wegener ist 2014 und 2015 mit dem Katastrophenteam von GaiN (Global Aid Network) im Irak unterwegs um denen zu helfen, die mit nichts als ihrer Kleidung geflohen sind vor dem Islamischen Staat (IS). Dabei geht es in dem Buch vor allem um Christen im Irak, dennoch ist die Situation in Syrien ähnlich.


    Wir lesen von Menschen, die auf der Straße schlafen, die Meilenweit laufen um dem IS zu entkommen und die alles hinter sich lassen mussten um ihr Leben zu retten und das ihrer Familien. Trotz all des Terrors den sie erlebt haben, halten sie fest an ihrem Glauben an Gott, nicht einer wollte in den Islam konvertieren, nicht mal diejenigen, die vorher ihren Glauben weniger ernst genommen hatten. Der IS hatte 3 Bedingungen: Entweder die Stadt verlassen, konvertieren oder sterben. Ein Satz,der mir besonders hängen geblieben ist: „Ich sage euch das als Christ, der jahrelang von Muslimen umgeben gelebt hat: Der Islam ist nicht das, als was er sich bei euch darstellt. Er ist eine Gefahr für euer Land und für Europa. Der IS zeigt das wahre Gesicht des Islam, und wenn es nach denen ginge, würden sie euch genauso erobern wie uns. (S. 104). Dabei geht es nicht um die einzelnen Muslime, sondern um den Glauben an sich. Viele Kritiker würden jetzt aufschreien, aber das sagt einer, der mehrmals flüchten musste und immer noch bedroht wird.


    Das Buch ist eine Mischung aus Tagebucheinträgen und aufgeschriebenen Erlebnissen von Flüchtlingen. Um dem ganzen ein Gesicht zu geben und sich vieles genauer vorstellen zu können, gibt es im Mittelteil viele Bilder von den Camps und provisorischen Lagern der Menschen. Manche Begriffe und Infos zu Städten und Ländern werden in Kästen erklärt, wer sich dort nicht so gut auskennt. Das fand ich sehr hilfreich.


    Obwohl in einigen Rezensionen bemängelt wurde, dass die Autorin zu unemotional schreibt, kamen mir an einigen Stellen die Tränen. Ich finde ihre Art zu schreiben genau richtig für so einen Bericht. Große Emotionen wären hier fehl am Platz, es geht nicht um das Befinden der Autorin sondern um die Flüchtlinge.


    Dieses Buch hat mich nachhaltig beeindruckt und das ein oder andere Vorurteil gerade gerückt. Jeder Christ sollte dieses Buch lesen und sich eine eigene Meinung bilden und schauen wo er selbst helfen kann – wir mit unseren warmen Häusern im Winter und Klimaanlagen im Sommer, die nicht wissen wie es sich in einem Camp anfühlt bei 59 Grad im Schatten und 89 Grad in der Sonne, die jeden Tag viel zu viel zu essen haben und rumjammern, wenn wir von dem vielen was wir haben einen kleinen Teil abgeben soll. Wir wissen nicht, wie lange wir noch in Frieden leben können. Deshalb sollten wir jetzt denen helfen, die nichts haben.

    Kommentieren0
    4
    Teilen
    lesebiene27s avatar
    lesebiene27vor 2 Jahren
    Die Erinnerung daran, dass hinter den Flüchtlingen Menschen in Not stecken

    Inhalt:

    Die Autorin Andrea Wegener befindet sich im Rahmen eines Hilfseinsatzes im Irak, während der IS das Land mit Tod, Angst und Terror beherrscht. Sie berichtet von den Zuständen, Gefühlen und den einzelnen Geschichten der Menschen vor Ort und begegnet dabei vielen verfolgten Christen, die auf der Flucht sind. Wie die Flüchtenden es dennoch schaffen, nicht den Glauben an Gott und die Zuversicht zu verlieren, möchte die Autorin mit ihrem Buch „Entkommen aus dem Netz des Jägers“ auf rund 160 Seiten näher bringen.


    Meine Meinung:

    Was mir gut gefallen hat, war die Karte gleich zu Beginn des Buches sowie die Zeittafel am Ende. Sie haben mir beim Lesen immer wieder geholfen, die geografische und historische Situation nachvollziehen zu können.

    Ein bisschen schwierig hat sich für mich dagegen der Einstieg in das Buch gestaltet, sodass ich beim Lesen nur sehr langsam vorangekommen bin. Ich fand es zwar hilfreich, dass die Hintergründe zur Irak-Krise erläutert wurden und auch sehr interessant die Umstände zu begreifen, aber auf mich wirkte der Text so trocken, dass es mir ein wenig schwer viel mich darauf zu konzentrieren.

    Allgemein konnte mich der Schreibstil des gesamten Buches nicht vollends überzeugen, da er mir ein wenig zu sachlich war und die Emotionen nicht so gut ausgedrückt hat, die die Autorin sicherlich gefühlt haben mag.

    Zum Glück ging es dann aber wieder weniger trocken weiter und mich hat gleich einer der ersten Sätze wieder fesseln können: 
    „Es war schlimm genug, was diese zutiefst erschöpften Flüchtlinge erlebt hatten, aber die Vorstellung, dass sich überdies niemand für ihr Leid interessierte, machte alles für sie noch unerträglicher.“ (S. 24)

    Was mir ebenfalls gut gefallen hat, waren die Hintergrundinformationen, die im Buch durchgängig hinterlegt waren und das tiefere Verständnis der Situationen ermöglicht und den Umgang mit dem Text vereinfacht haben.

    Ebenfalls gut fand ich die Tagebucheinträge der Autorin, weil sie noch einmal die Begebenheiten näher gebracht haben. Aber auch hier konnte mich der Text nicht sonderlich berühren.

    Etwas Besonderes waren für mich die Fotos der Autorin auf 16 Seiten. Sie waren in Farbe und in einer guten Qualität und haben gezeigt, wie die Menschen in den Flüchtlingsunterkünften leben. Dadurch habe ich mich als Leser den Menschen vor Ort näher gefühlt.


    Fazit:

    Alles in allem hat mich das Buch noch einmal auf eine eindringliche Art auf die Zustände der Flüchtlinge im Irak aufmerksam gemacht und daran erinnert, dass sich hinter den Geschichten Menschen verbergen. Besonders die Fotos der Menschen in den „Containerstädten“ fand ich bewegend. Der Schreibstil war mir ein wenig zu trocken und emotionslos. Von mir gibt es daher für das ansonsten bemerkenswerte Werk „Entkommen aus dem Netz des Jägers“ von Andrea Wegener 4 von 5 Sternen.

    Kommentare: 3
    16
    Teilen
    Gelsches avatar
    Gelschevor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Interessant, beklemmend, ergreifend..... Und es macht wütend das Menschen sich sowas antun.
    Erfahrungsbericht über Hilfseinsätze im Irak

    Andrea Wegener, Mitarbeiterin des Katastrophenteams von GAiN (GlobalAid Network) berichtet hautnah von Ihrem Einsatz im Irak, Mossul 2014 und 2015.


    Dies sind verschiedene Erlebnisberichte, von ihr und Ihren Kolleginnen aus den umkämpften Gebieten, von der Verfolgung von Christen und anderen Minderheiten. 
    Die Not dieser Menschen wird sehr deutlich. Nicht nur dass sie in den Gebieten leben, in denen ihn in dieser Zeit oft dass nötigste zum Leben fehlt, sie sind auch besonders verfolgt wegen ihres Glaubens. 
    Andrea Wegener lässt die Menschen zu Wort kommen, gibt durch das Buch deren Not eine Stimme. 

    Mir wurde zunehmend klar, wie wenig ich weiß über die Christenverfolgung, wo ich doch selbst Christ bin und wir hier in unserem Land vielen eine Zuflucht ermöglichen. 
    Ich kenne mich  besser aus mit dem Schicksal der vielen muslimischen Flüchtlinge in unserem Land, die genauso unsere Hilfe brauchen, als mit dem der Christen. Das fand ich erschreckend und hat mich auch aufgerüttelt. 

    Berührt hat mich die Lebendigkeit ihres Glaubens und der Zusammenhalt, die er mit sich bringt. 
    Wir hier in unserer sicheren Welt, können kaum nachvollziehen, wie es diesen Menschen ergeht. Wir kennen es höchstens aus Geschichtsbüchern, dass Thema Christenverfolgung. 
    Umso wichtiger finde ich diesen Erfahrungsbericht. Es ist nicht, dass wir damit nichts zu tun haben. Wir sind aufgefordert zu helfen, uns unserer christlichen Wurzeln (damit meine ich nicht dogmatisch) zu besinnen, die meiner Ansicht nach auch Ursprung unserer demokratischen Gesellschaft sind. 

    Kommentieren0
    4
    Teilen
    Windflugs avatar
    Windflugvor 2 Jahren
    Arwen10s avatar
    Arwen10vor 3 Jahren

    Gespräche aus der Community zum Buch

    Neu
    Arwen10s avatar
    Ich möchte euch heute auch dieses Sachbuch aus dem francke Verlag vorstellen. Ich danke dem francke Verlag für die Unterstützung der Leserunde.

    Entkommen aus dem Netz des Jägers von Andrea Wegener







    Zum Inhalt:





    Begegnungen mit verfolgten Christen im Irak

    »Man hat uns alles genommen«, hört Andrea Wegener bei ihrem Hilfseinsatz im Irak 2014 immer wieder. »Erzählt unsere Geschichten weiter. Vergesst uns nicht!«

    Die Mitarbeiterin des Katastrophenteams von GAiN (Global Aid Network) ist im Land, als der IS den Christen in Mossul ein Ultimatum stellt und sie Hals über Kopf die Stadt verlassen müssen. Viele flüchten sich nach Erbil, einige sogar in die Wohnung, in der auch Andrea Wegener und ihre Kollegen untergebracht sind. Die Katastrophenhelferin erlebt hautnah mit, wie sich die Lage der Flüchtlinge mit der Ausbreitung des IS und der Vertreibung Zehntausender Christen und anderer Minderheiten von Tag zu Tag verschärft. Sie ist vielen der Verfolgten begegnet, zuletzt im Herbst 2015, und hat ihre Geschichten aufgeschrieben. Diese nehmen uns unmittelbar mit hinein in das Erleben von Terror, Vertreibung und Flucht, aber auch Gottvertrauen, das die Christen im Nordirak nicht erst seit dem Vordringen des IS prägt.

    Mit einem Vorwort von Emanuel Youkhana, Archimandrit der Assyrischen Kirche des Ostens und Direktor der einheimischen Hilfsorganisation CAPNI, und einem Nachwort von Klaus Dewald, Direktor von GAiN e.V. in Gießen.



    Link zur Leseprobe:


    http://www.francke-buch.de/buecher/0/2366/0/andrea-wegener-entkommen-aus-dem-netz-des-jaegers/



    Infos zur Autorin:











    Andrea Wegener, aufgewachsen im Westerwald, studierte in Leipzig Germanistik, Amerikanistik und Geschichte, anschließend führte ein Auslandsjahr sie in die USA und nach Kenia. Seit 2007 arbeitet sie bei Campus für Christus, zunächst als Assistentin des Missionsleiters, seit Sommer 2012 als Leiterin der Öffentlichkeitsarbeit.




    Falls ihr eines der 3 Exemplare gewinnen wollt, bewerbt euch bis zum 09. März 2016, 24 Uhr hier im Thread mit der Antwort auf die Frage: Warum möchtet ihr mitlesen ?






    Wichtige Hinweise zu eurer Bewerbung:



    Ein Gewinn verpflichtet innerhalb von ca 4 Wochen nach Erhalt des Buches zum Austausch in der LR mit den anderen Teilnehmern über alle Leseabschnitte sowie zur Veröffentlichung einer Rezension, die möglichst breit gestreut werden soll.
    Bewerber mit privatem Profil , erwiesene Nichtleser , sowie jene ohne Rezensionen werden nicht berücksichtigt.


    Bitte beachtet, dass es sich hierbei um eine CHRISTLICHE LESERUNDE handelt, das Buch ist in einem christlichen Verlag erschienen und so spielen christliche Werte eine wichtige Rolle.

    Ich freue mich auf eure Bewerbungen.

    Wer mit einem eigenen Exemplar bei dieser Leserunde mitlesen möchte, ist natürlich herzlich willkommen.


    ACHTUNG : ES GIBT EIN NEUES BEWERBUNGSVERFAHREN VON LOVELYBOOKS. NUR WER SICH UNTER BEWERBUNG EINTRÄGT KANN NACHHER AUSGEWÄHLT WERDEN !!! BEI MIR FUNKTIONIERT DAS MIT DEN ADRESSEN NICHT: ICH BRAUCHE VON DAHER DIE ADRESSEN NACH DER AUSLOSUNG !!



    LEXIs avatar
    Letzter Beitrag von  LEXIvor 2 Jahren
    Zur Leserunde

    Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

    Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach

    Hol dir mehr von LovelyBooks