Töne durch die Wand

von Andrea van Bebber 
4,3 Sterne bei3 Bewertungen
Töne durch die Wand
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Bin sehr froh über diese Neuentdeckung, van Bebber kann schreiben!

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Sprachlich von großer suggestiver Kraft

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Inhaltsangabe zu "Töne durch die Wand"

'Meine Gitarre. Ich schloss sie in die Arme, spürte das Holz, glatt und unverbraucht, spürte, wie groß sie war. So groß, wie ich werden würde. Mit ihr.'

Anne, ein Kind der Nachkriegsgeneration in den 60er und 70er Jahren, lebt in einer spießbürgerlichen Familie: mit der großen Schwester, dem vier Jahre jüngeren Bruder, der Leid geplagten, widerstandslosen Mutter und dem cholerischen Vater, der die ganze Familie in Atem hält. Als sie zur Kommunion eine Gitarre geschenkt bekommt, ist es die Musik, die für sie zum Refugium und Rettungsanker wird. Mit ihrer Hilfe gelingt es ihr, kleine, immer wieder von Konflikten geprägte Schritte zu wagen, in der Hoffnung, der Gewalt und emotionalen Kälte ihrer Kindheit und Jugend entfliehen zu können.

Als junge Frau lernt sie Jan kennen, und schon bald beschließen die beiden, zu heiraten. Annes Wunsch, in einer neuen Familie Sicherheit und Geborgenheit zu finden, scheint sich nun zu erfüllen. Doch als sie ihr Kind verliert, überstürzen sich die Ereignisse.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783981079876
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Buch
Umfang:275 Seiten
Verlag:kalliope paperbacks
Erscheinungsdatum:01.02.2012

Rezensionen und Bewertungen

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    Aischavor 25 Tagen
    Kurzmeinung: Bin sehr froh über diese Neuentdeckung, van Bebber kann schreiben!
    Töne, die lange nachhallen!

    Eigentlich ist es eine Geschichte, die schon tausendfach erzählt wurde: 
    Der Großvater, als Veteran des zweiten Weltkrieges ein psychisches Wrack, tyrannisiert seine Familie, auch die Enkelin hat noch darunter zu leiden.
    (Auf Details muss an dieser Stelle verzichtet werden, um nicht zu spoilern.) Das Mädchen ist - auch durch den autoritären Vater - extremem Druck ausgesetzt. Trost findet sie im Gitarrenspiel. Die Story begleitet die junge Anne durch ihre Kindheit und Jugend bis in ihre junge Ehe, die von einem weiteren Trauma überschattet ist.
    Wie gesagt, inhaltlich ist hier wenig Neues zu finden. Und dennoch hat mich dieser Roman durchgehend gefesselt, er hat mich auf eine ganz besondere Art und Weise berührt.
    Dies liegt auch nicht am Aufbau der Erzählung, die in zwei Zeitebenen stattfindet - der Gegenwart, in der ein nebulöser Schleier über Annes Erinnerung liegt, der sich nur allmählich lichtet, und Rückblicken in Kindheit und Jugend. Nein, wirklich innovativ ist der Wechsel zweier Erzählebenen nicht, auch wenn er der Autorin handwerklich gut gelungen ist.
    Was mich aber durchgehend begeistert hat, ist die Sprache van Bebbers. Mit pointierten Neologismen amüsiert sie mich einerseits und erzeugt beim Lesen andererseits eine Nähe, die mich völlig in die Handlung eintauchen lässt: "Hörst-du-mir-auch-zu-Schläge" auf den Oberarm - eine großartige Beschreibung der penetranten Mutter am Krankenbett. Überhaupt ist der Roman gefüllt mit großartigen Formulierungen, z.B. "Elisabeth litt wie ein ausgekühltes Baby." Auf derartige Vergleiche zu kommen ist für mich große Literatur.
    Der ein oder andere Nebenschauplatz hätte für meinen Geschmack noch etwas mehr Beachtung verdient. So etwa die Probleme des Bruders, da habe ich nicht alles verstanden.
    Insgesamt aber ein vor allem sprachlich großartiger Roman, der wichtige Themen behandelt und unter die Haut geht.

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    Mirja103vor 2 Monaten
    Schwieriger Weg durchs Leben

    In dem Buch wird Anne durch die Kindheit bis zu den  ersten Schritten ins selbständige begleitet. Im Wechsel werden die aktuelle Situation und Szenen aus der Vergangenheit beschrieben (durch das Schriftbild klar abgegrenzt). Die Szenen aus der Gegenwart sind meist nur kurzund geben Hinweise auf Annes aktuelle Lage. Aus der Kindheit werden erschütternde Erlebnisse mit dem cholerischen, schlagenden Vater geschildert. Immer wieder gibt es positive Erlebnisse, die jedoch auch häufig durch den Vater wieder zunichte gemacht werden. Musik spielt in der Jugend eine wichtige Rolle und zum Ende wird Anne dies wieder bewusst. Innerhalb der Familie fühlt Anne sich oft allein und im Stich gelassen. Im Laufe des Buches erkennt sie, dass sieUnterstützung bei der Aufarbeitung traumatischer Erlebnisse braucht.

    Die Erlebnisse von Anne sindsehr eindrücklich geschildert, so dass man ihre Gefühle gut nachvollziehen kann -die positiven und die negativen. 

    Kommentare: 1
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    kalliopepaperbacksvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Sprachlich von großer suggestiver Kraft
    Heilende Kraft der Musik

    »Der Autorin gelingt die Evokation von Kindheitsträumen, in denen Bilder entstehen, die erzählerisch und sprachlich von großer suggestiver Kraft sind.«
    Rhein-Neckar-Zeitung

    »Andrea van Bebber spielt mit den Worten und präsentiert ein fein geschnürtes Paket intensiver Sprachelemente.«
    Mannheimer Morgen

    »Eine „coming of age”-Geschichte, manchmal erbarmungslos hässlich, manchmal zart und süß – aber immer mit einem äußerst ehrlichen literarischen Ton. Larmoyanz und Selbstmitleid ist der Autorin fremd, mit treffsicheren und sprachlich starken Bildern bannt sie die Vergangenheit zu einem bezwingenden Lebensportait von großer literarischer Meisterschaft. Beeindruckend und berührend!«
    Markus Schneider, Bücherland Sinsheim

    »Andrea van Bebber schafft es mit ihrer feinfühligen Schreibweise und ihrem genauen Gespür für Worte und Situationen, dass die Leser/innen sofort Teil an Annes (Seelen-)Leben haben [...] Der tiefgehende Debütroman ist unbedingt lesenswert.«
    an.schläge, Wien

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    kalliopepaperbackss avatar
    "Meine Gitarre. Ich schloss sie in die Arme, spürte das Holz, glatt und unverbraucht, spürte, wie groß sie war. So groß, wie ich werden würde. Mit ihr."

    Anne, ein Kind der Nachkriegsgeneration in den 60er und 70er Jahren, lebt in einer spießbürgerlichen Familie: mit der großen Schwester, dem vier Jahre jüngeren Bruder, der Leid geplagten, widerstandslosen Mutter und dem cholerischen Vater, der die ganze Familie in Atem hält. Als sie zur Kommunion eine Gitarre geschenkt bekommt, ist es die Musik, die für sie zum Refugium und Rettungsanker wird. Mit ihrer Hilfe gelingt es ihr, kleine, immer wieder von Konflikten geprägte Schritte zu wagen, in der Hoffnung, der Gewalt und emotionalen Kälte ihrer Kindheit und Jugend entfliehen zu können.

    Als junge Frau lernt sie Jan kennen, und schon bald beschließen die beiden, zu heiraten. Annes Wunsch, in einer neuen Familie Sicherheit und Geborgenheit zu finden, scheint sich nun zu erfüllen. Doch als sie ihr Kind verliert, überstürzen sich die Ereignisse.

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