Leserpreis 2018
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kalliopepaperbacks

vor 4 Monaten

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"Meine Gitarre. Ich schloss sie in die Arme, spürte das Holz, glatt und unverbraucht, spürte, wie groß sie war. So groß, wie ich werden würde. Mit ihr."

Anne, ein Kind der Nachkriegsgeneration in den 60er und 70er Jahren, lebt in einer spießbürgerlichen Familie: mit der großen Schwester, dem vier Jahre jüngeren Bruder, der Leid geplagten, widerstandslosen Mutter und dem cholerischen Vater, der die ganze Familie in Atem hält. Als sie zur Kommunion eine Gitarre geschenkt bekommt, ist es die Musik, die für sie zum Refugium und Rettungsanker wird. Mit ihrer Hilfe gelingt es ihr, kleine, immer wieder von Konflikten geprägte Schritte zu wagen, in der Hoffnung, der Gewalt und emotionalen Kälte ihrer Kindheit und Jugend entfliehen zu können.

Als junge Frau lernt sie Jan kennen, und schon bald beschließen die beiden, zu heiraten. Annes Wunsch, in einer neuen Familie Sicherheit und Geborgenheit zu finden, scheint sich nun zu erfüllen. Doch als sie ihr Kind verliert, überstürzen sich die Ereignisse.

Autor: Andrea van Bebber
Buch: Töne durch die Wand
1 Foto

engelslocke

vor 4 Monaten

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Wenn es ein Print Exemplar ist, springe ich direkt in den Lostopf rein. Das Cover hat mich direkt neugierig gemacht. Ich liebe solche Geschichten und würde mich freuen dabei sein zu dürfen.

tinstamp

vor 4 Monaten

Plauderecke

Handelt es sich hier um ein Print oder ein eBook?

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Aischa

vor 2 Monaten

Plauderecke
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S. 57 - 131:

Wie schrecklich, nachdem der Großvater sich schon früh an seiner Tochter/Annes Mutter vergangen hatte, missbraucht er nun regelmäßig seine erst fünfjährige Enkelin. Wieso schützt ihre Mutter sie nicht besser, hat sie den eigenen Missbrauch so völlig verdrängt? Ich glaube ja, dass der Vater etwas geahnt hat und er deswegen seine Schwiegereltern so ablehnt und auch nicht zur Beerdigung des Großvaters geht.
Als Schulkind findet Anne eine Möglichkeit, die Anerkennung des Vaters zu gewinnen: mit guten Noten. Dafür fällt die ältere Schwester Elisabeth in Ungnade und wird vom Vater nun regelmäßig verprügelt.
Annes Traum im Krankenhaus mit der Skifahrerin ist vielleicht ein Hinweis auf ihre Fehlgeburt. Wann sie sich wohl endlich erlaubt, sich zu erinnern?
Das Gitarrespielen wird zu einer neuen, sehr beglückenden Leidenschaft für die junge Anne, doch auch das führt zu einem cholerischen Anfall des Vaters.

Aischa

vor 2 Monaten

Plauderecke
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S. 131- 213:
Anne hat ihren ersten Freund, Gunther. Ja, so ist es leider manchmal: Anne wollte eigentlich weniger ihn als vielmehr das triumphierende Gefühl über ihre Freundin.
Auch in diesem Abschnitt habe ich mich wieder sehr über starke Formulierungen gefreut, wie z.B. "Elisabeth litt wie ein ausgekühltes Baby." (S. 142) Wie kommt man nur auf solche Vergleiche? Für mich ist das eine Kunst, große Literatur.
Schön fand ich auch, wie Fredericos Liebe Elisabeth wieder aus ihrer Zurückgezogenheit geholt hat, auch wenn diese Liebe leider keine Zukunft hatte.
Anne leidet darunter, dass sie nicht zum Geschlechtsverkehr in der Lage ist. Ich vermute, dass sie sich aufgrund des Missbrauchs durch den Großvater so verkrampft. Aber was ist mit dem kleinen Bruder, mit Matthias, was wird da angedeutet? Hat jemand eine Idee?
Dann die Nacht im Zelt, besser gesagt: Peters Verhalten in dieser Nacht finde ich extrem übergriffig! Für Anne herrscht aber anscheinend die Erleichterung vor, nach der Penetration nun eine "normale" Frau zu sein.

Aischa

vor 2 Monaten

Plauderecke
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S. 214 - Ende:

Auch hier muss ich wieder eine Formulierung herausgreifen, die mir wahnsinnig gut gefällt: "Vielleicht sogar ein Plätzchen unter der weichen, warmen Wir-Decke ergattern ..." (S. 219)
Anne hat Liebeskummer pur: Auch Peter verlässt sie, wie zuvor schon Gunther. Dafür nabelt sie sich immer mehr vom Einfluss des Vaters ab.
Sehr schade fand ich hingegen, dass sich Anne ihren Traumberuf Sozialpädagogin hat ausreden lassen.
Immer mehr Erinnerungsfetzen: Wollte sie sich umbringen, als sie mit dem Auto auf den Efeubaum zu fuhr, weil sie den Schmerz über ihre Fehlgeburt nicht mehr aushielt?
Dann die Hochzeit mit Jan. Elisabeth hat also ihren Arzt bekommen, aber wieso ist Matthias so einsam? Ich finde, über ihn erfährt man so wenig, immer nur Bruchstücke.
Jan und Anne entfernen sich leider sehr schnell voneinander. "Eine Wüste aus Harmlos-Getue lag zwischen uns." (S. 260)
Jan nimmt Annes psychische Probleme nicht ernst, er möchte nicht, dass sie sich professionelle Hilfe bei einem Psychologen holt.
Der Selbstmordversuch des Bruders: Statt sich ehrlich über die katastrophale familiäre Situation auszutauschen und einander zu helfen, flüchten sich Anne und Matthias in ironische Bemerkungen.
Im Gespräch mit der Psychologin im Krankenhaus findet Anne endlich Klarheit. Der ach so sanfte und liebenswürdige Jan ist krankhaft eifersüchtig. Vielleicht kommt ja daher seine Ablehnung Psychologen gegenüber, er hat Angst, durchschaut zu werden, sich damit auseinander setzen zu müssen, was er in der Beziehung mit Anne falsch gemacht hat. Zum Beispiel sie vom Musizieren abzuhalten. Aber Anne hat nun verstanden und begibt sich auf den richtigen Weg.
Ein schöner Roman, hat mir sehr gut gefallen, sowohl sprachlich als auch inhaltlich.

Aischa

vor 2 Monaten

Plauderecke

Das Autorinnenfoto erinnert mich stark an die verstorbene Grünen-Politikerin Petra Kelly.

Aischa

vor 2 Monaten

Plauderecke

Hier gibt es meine Rezension: https://www.lovelybooks.de/autor/Andrea-van-Bebber/Töne-durch-die-Wand-1336044400-w/rezension/1754361517/
Ich habe sie außerdem auf Amazon und buecher.de gestellt. Auf Thalia und Hugendubel ist das Buch leider nicht gelistet.

Der Roman hat mir wirklich außerordentlich gut gefallen. Das kann ich von der Runde hier leider nicht sagen, es kam ja quasi keine Diskussion zustande.
Wie ich (und auch tinstamp) ja bereits erörtert habe, ist ein intensiver Austausch der Leser ohne Vorgabe verschiedener Leseabschnitte extrem schwierig, da man immer Gefahr läuft, einen Spoiler zu lesen.
Es ist mehr als schade, dass kalliopepaperbacks/der Verlag hierauf gar nicht eingegangen ist. Ich frage mich wirklich, wofür man überhaupt eine Leserunde veranstaltet, wenn auf die einzelnen Beiträge gar kein Wert gelegt wird. Liest der Verlag überhaupt noch mit?

kalliopepaperbacks

vor 2 Monaten

Plauderecke
@Aischa

Liebe Aischa, selbstverständlich liest der Verlag mit. Wünschenswert ist, dass die Leserunde flexibel, ohne feste Vorgaben durch den Verlag, von den Leserinnen und Lesern selbst gestalten wird. So wie du das gemacht hast, ist das ja eine gute Option. Ob es am Buch, an der Zeit oder an der Motivation der Leserinnen und Lesern lag, dass nichts in Gang kam, kann ich nicht beurteilen. Sehr schade! Danke, dass du dabei warst und eine Rezension geschrieben hast. Für das nächste Mal, wird der Verlag das Buch in Kapitel für die Leserunde einteilen.

Aischa

vor 2 Monaten

Plauderecke
@kalliopepaperbacks

Danke für die Rückmeldung. Ich wünsche dem Buch noch viele interessierte Leser, das hat der Roman nämlich verdient! Grüße an die talentierte Autorin!

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