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kalliopepaperbacks

vor 2 Monaten

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"Meine Gitarre. Ich schloss sie in die Arme, spürte das Holz, glatt und unverbraucht, spürte, wie groß sie war. So groß, wie ich werden würde. Mit ihr."

Anne, ein Kind der Nachkriegsgeneration in den 60er und 70er Jahren, lebt in einer spießbürgerlichen Familie: mit der großen Schwester, dem vier Jahre jüngeren Bruder, der Leid geplagten, widerstandslosen Mutter und dem cholerischen Vater, der die ganze Familie in Atem hält. Als sie zur Kommunion eine Gitarre geschenkt bekommt, ist es die Musik, die für sie zum Refugium und Rettungsanker wird. Mit ihrer Hilfe gelingt es ihr, kleine, immer wieder von Konflikten geprägte Schritte zu wagen, in der Hoffnung, der Gewalt und emotionalen Kälte ihrer Kindheit und Jugend entfliehen zu können.

Als junge Frau lernt sie Jan kennen, und schon bald beschließen die beiden, zu heiraten. Annes Wunsch, in einer neuen Familie Sicherheit und Geborgenheit zu finden, scheint sich nun zu erfüllen. Doch als sie ihr Kind verliert, überstürzen sich die Ereignisse.

Autor: Andrea van Bebber
Buch: Töne durch die Wand
1 Foto

engelslocke

vor 2 Monaten

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Wenn es ein Print Exemplar ist, springe ich direkt in den Lostopf rein. Das Cover hat mich direkt neugierig gemacht. Ich liebe solche Geschichten und würde mich freuen dabei sein zu dürfen.

tinstamp

vor 2 Monaten

Plauderecke

Handelt es sich hier um ein Print oder ein eBook?

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Aischa

vor 2 Wochen

Plauderecke

kalliopepaperbacks schreibt:
Liebe Aischa, ich habe mich dazu entschlossen, keine feste Struktur vorzugeben. Es soll den Leserinnen überlassen werden, welche Aspekte sie besonders ansprechen und - idealerweise - entwickelt sich daraus eine anregende Leserunde.

Hast du ein Beispiel für mich, das ohne Leseabschnitte oder Diskussionsunterpunkte (Cover, Protagonisten, Sprache, Story etc.) zu einer anregenden Leserunde geführt hat?
Denn mir ist es ehrlich gesagt schleierhaft, wie das in der Praxis funktionieren soll. Wie tinstamp ja schon richtig angemerkt hat, läuft man so immer Gefahr, dass man über einen Spoiler stolpert, und zwar egal, ob der Beitrag eingeklappt ist oder nicht.
Denn um mit den anderen Lesern diskutieren zu können muss ich ja deren Beiträge kennen, und dann gehe ich ohne Einteilung immer das Risiko ein, dass ich hier in der Runde Inhalte des Romans erfahre, die ich im Buch noch gar nicht selbst gelesen habe.
Darum meine große Bitte: Wie kann das funktionieren, erkläre es mir bitte.
Ansonsten kann man doch gleich einfach eine Buchverlosung machen, bei der alle Teilnehmer am Ende ihre Rezension posten, ohne vorherige Diskussion.

Aischa

vor 2 Wochen

Plauderecke

Ich versuche jetzt mal wie folgt, dass eine Leserunde ohne Spoiler zustande kommen kann:
Ich werde zu Beginn meiner (eimgeklappten) Beiträge immer schreiben, auf welche Seiten sie sich beziehen. Wer noch nicht so weit gelesen hat, klappt dann einfach wieder zu.

Aischa

vor 2 Wochen

Plauderecke
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Anfang bis Seite 56:

Mir gefällt der Roman bisher sehr gut, van Bebber verwendet eine schöne, interessante Sprache. Ich mag Neologismen wie die "Hörst-du-mir-auch-zu-Schläge" auf den Oberarm (S. 22)
Die Seitenzahlen sind leider etwas klein geraten, sie sind nur schwer lesbar.
Die Geschichte ist gut verständlich, die verschiedenen Erzählstränge sind durch den Wechsel von kursiver und normaler Schrift gut erkennbar.
Der Inhalt ist sehr heftig, die Mutter wurde also vom Großvater missbraucht, wie schrecklich. Und sie musste sich auch noch sorgen, nicht als Jungfrau in die Ehe gehen zu können, vermutlich ohne ihrem Mann gestehen zu können, dass sie vom eigenen Vater vergewaltigt worden war. (S. 21: "Sie fürchtete, ihm eines Tages dafür etwas geben zu müssen, und sie ahnte, dass sie es nicht haben würde.")
Überhaupt sind es sehr schwierige Familienverhältnisse: Der Vater fühlt sich schuldig, weil er - gegen den Willen seines Vaters - freiwillig für die Nazis in den Krieg zog.
An meine eigene Kindheit hat mich die Beschreibung erinnert, wie der Ölofen mit einer Kanne befüllt und dann angezündet wird. (Den cholerischen Vater gab es bei uns Gott sei Dank nicht.)

Aischa

vor 2 Wochen

Plauderecke
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S. 57 - 131:

Wie schrecklich, nachdem der Großvater sich schon früh an seiner Tochter/Annes Mutter vergangen hatte, missbraucht er nun regelmäßig seine erst fünfjährige Enkelin. Wieso schützt ihre Mutter sie nicht besser, hat sie den eigenen Missbrauch so völlig verdrängt? Ich glaube ja, dass der Vater etwas geahnt hat und er deswegen seine Schwiegereltern so ablehnt und auch nicht zur Beerdigung des Großvaters geht.
Als Schulkind findet Anne eine Möglichkeit, die Anerkennung des Vaters zu gewinnen: mit guten Noten. Dafür fällt die ältere Schwester Elisabeth in Ungnade und wird vom Vater nun regelmäßig verprügelt.
Annes Traum im Krankenhaus mit der Skifahrerin ist vielleicht ein Hinweis auf ihre Fehlgeburt. Wann sie sich wohl endlich erlaubt, sich zu erinnern?
Das Gitarrespielen wird zu einer neuen, sehr beglückenden Leidenschaft für die junge Anne, doch auch das führt zu einem cholerischen Anfall des Vaters.

Aischa

vor 2 Wochen

Plauderecke
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S. 131- 213:
Anne hat ihren ersten Freund, Gunther. Ja, so ist es leider manchmal: Anne wollte eigentlich weniger ihn als vielmehr das triumphierende Gefühl über ihre Freundin.
Auch in diesem Abschnitt habe ich mich wieder sehr über starke Formulierungen gefreut, wie z.B. "Elisabeth litt wie ein ausgekühltes Baby." (S. 142) Wie kommt man nur auf solche Vergleiche? Für mich ist das eine Kunst, große Literatur.
Schön fand ich auch, wie Fredericos Liebe Elisabeth wieder aus ihrer Zurückgezogenheit geholt hat, auch wenn diese Liebe leider keine Zukunft hatte.
Anne leider darunter, dass sie nicht zum Geschlechtsverkehr in der Lage ist. Ich vermute, dass sie sich aufgrund des Missbrauchs durch den Großvater so verkrampft. Aber was ist mit dem kleinen Bruder, mit Matthias, was wird da angedeutet? Hat jemand eine Idee?
Dann die Nacht im Zelt, besser gesagt: Peters Verhalten in dieser Nacht finde ich extrem übergriffig! Für Anne herrscht aber anscheinend die Erleichterung vor, nach der Penetration nun eine "normale" Frau zu sein.

Aischa

vor 2 Wochen

Plauderecke
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S. 214 - Ende:

Auch hier muss ich wieder eine Formulierung herausgreifen, die mir wahnsinnig gut gefällt: "Vielleicht sogar ein Plätzchen unter der weichen, warmen Wir-Decke ergattern ..." (S. 219)
Anne hat Liebeskummer pur: Auch Peter verlässt sie, wie zuvor schon Gunther. Dafür nabelt sie sich immer mehr vom Einfluss des Vaters ab.
Sehr schade fand ich hingegen, dass sich Anne ihren Traumberuf Sozialpädagogin hat ausreden lassen.
Immer mehr Erinnerungsfetzen: Wollte sie sich umbringen, als sie mit dem Auto auf den Efeubaum zu fuhr, weil sie den Schmerz über ihre Fehlgeburt nicht mehr aushielt?
Dann die Hochzeit mit Jan. Elisabeth hat also ihren Arzt bekommen, aber wieso ist Matthias so einsam? Ich finde, über ihn erfährt man so wenig, immer nur Bruchstücke.
Jan und Anne entfernen sich leider sehr schnell voneinander. "Eine Wüste aus Harmlos-Getue lag zwischen uns." (S. 260)
Jan nimmt Annes psychische Probleme nicht ernst, er möchte nicht, dass sie sich professionelle Hilfe bei einem Psychologen holt.
Der Selbstmordversuch des Bruders: Statt sich ehrlich über die katastrophale familiäre Situation auszutauschen und einander zu helfen, flüchten sich Anne und Matthias in ironische Bemerkungen.
Im Gespräch mit der Psychologin im Krankenhaus findet Anne endlich Klarheit. Der ach so sanfte und liebenswürdige Jan ist krankhaft eifersüchtig. Vielleicht kommt ja daher seine Ablehnung Psychologen gegenüber, er hat Angst, durchschaut zu werden, sich damit auseinander setzen zu müssen, was er in der Beziehung mit Anne falsch gemacht hat. Zum Beispiel sie vom Musizieren abzuhalten. Aber Anne hat nun verstanden und begibt sich auf den richtigen Weg.
Ein schöner Roman, hat mir sehr gut gefallen, sowohl sprachlich als auch inhaltlich.

Aischa

vor 2 Wochen

Plauderecke

Das Autorinnenfoto erinnert mich stark an die verstorbene Grünen-Politikerin Petra Kelly.

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