Andreas Altmann 34 Tage, 33 Nächte

(20)

Lovelybooks Bewertung

  • 21 Bibliotheken
  • 1 Follower
  • 0 Leser
  • 3 Rezensionen
(11)
(9)
(0)
(0)
(0)

Inhaltsangabe zu „34 Tage, 33 Nächte“ von Andreas Altmann

Altmann sagt: "Ich muss an Männern und Frauen vorbei, nicht an Flora und Fauna. Mit Gesichtern Körpern und Stimmen kenne ich mich aus. Dazu weiß ich Assoziationen, für sie habe ich ein Koordinatensystem." Der Weg ist das Ziel und sein tatsächliches Reiseziel kein geographischer Ort. Altmann ist in erster Linie Geschichtensammler, ein Reporter der Menschen zum Reden bringt, der hinsieht und zuhören kann. Auf seiner über 1000 km langen Wanderung quer durch 5 Länder möchte er manches Mal vor Erschöpfung aufgeben. Seine wunden Füße schmerzen, "schreien", und der Magen knurrt vor Hunger. Gäbe es nicht immer wieder Menschen, die sich nicht abfällig abwenden, sondern ihn anlächeln, bewirten oder mit Geschichten nähren, wäre ihm die Reise unmöglich. Sein Tagebuch hält sie fest, die Episoden des Alltags, gibt Einblicke in das Leben anderer, erzählt von Ängsten und Träumen. Berichtet wird auch von den Freuden des Verzichts, von der Wanderlust, vom Wanderblues, von der anschwellenden Freude als sein Ziel immer näher rückt.§Altmanns Text beschönigt nicht, ist unverblümt, das Beschriebene scharf beobachtet und pointiert zu Papier gebracht. Das Buch ist ein Tagebuch einer Reise, die nur mit Hilfe anderer gelingen konnte und zugleich eine fesselnde Bestandsaufnahme unserer Gesellschaft.

Interessante Erfahrungen. Zum Teil aber unmoralisches Vorgehen.

— arosa74
arosa74

Ein unglaublich gutes Buch, das einem aufzeigt, dass Geld nicht alles ist.

— spacemonk
spacemonk
  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Holzmann, Büscher, Altmann

    34 Tage, 33 Nächte
    ausgeschrieben

    ausgeschrieben

    26. July 2015 um 23:09

    Nach Holzmann und Büscher nun also auch der Altmann. Der eitle Pfau ist klug genug, in seinem Buch von seinen "Vor-Gängern" Michael Holzmann und Wolfgang Büscher zu erzählen und aus seiner Reise einen "Altmann" zu machen. Wehleidig, aber mit Stil. Mit viel Arroganz und einer grenzenlosen Neugier auf die Menschen. Wieviele Leute muss der getriebene Mann unterwegs ausgequetscht haben? Wieiviel Energie muss es gekostet haben, die Erlebnisse und Gespräche des Tages nach schier mörderisch langen Geh-Etappen ins Notizbuch zu übertragen? Ein kurzweiliges, manchmal nachdenkliches Buch, das sich der Autor da erwandert hat; sicher auch eines, das neben Holzmann und Büscher Bestand hat. Das Wasser reichen kann es für mich aber weder der entwaffnenden Naivität von Michael Holzmann noch der Poesie von Wolfgang Büscher. Vielleicht sind die 34 Tage nicht der beste Altmann, den es zu Lesen gibt - lesenswert sind sie auf alle Fälle.

    Mehr
  • Rezension zu "34 Tage, 33 Nächte" von Andreas Altmann

    34 Tage, 33 Nächte
    Kossi

    Kossi

    01. July 2008 um 18:56

    Chapeau!! Ich ziehe den Hut vor soviel Mut, Lebensfreude, Wissensdurst und Neugier an den Menschen und der Welt in der sie leben. Am 11. Juni 2003 begann Andreas Altmann seine Reise von Paris nach Berlin, zu Fuß und ohne Geld. Das sind über 1000 km Straßen, Wege, Wiesen, Felder. Aber vor allem sind es die Menschen, die ihm begegnet sind und aus denen er deren Lebensgeschichten saugt wie ein trockener Schwamm das Wasser. Und so sind es auch über 1000 km Hilfe, Arroganz, Mitleid, Zuversicht, Hoffnung, Überheblichkeit, Nutzen, Voreingenommenheit und Sprachlosigkeit, die nicht nur Altmann, sondern auch den Leser in diesem Buch begleiten. Gegen diese Reise erscheint der Gang über den doch recht sicheren Jakobsweg fast wie eine Farce. Wie eine Fahrradtour auf Stützrädern und ein Bungeesprung am sicheren Gummiband. Altmann braucht diese Stützräder nicht, sondern er geht seinen Weg ohne doppelten Boden. Jungfräulich. Ungehemmt. Angstlos. Wir erleben einen Andreas Altmann, der an seine Grenzen stößt, aber nie aufgibt. Deren Füße ihn bitten, in ein Auto zu steigen um weiterzufahren, aber dessen Herz und Kopf ihm sagen, er soll seinen Weg gehen und zwar zu Fuß. Andreas Altmann mußte betteln und ab und zu auch lügen um zu überleben. Und er hat es geschafft. Wir lernen Menschen kennen, die ihm weder Geld noch Nahrung geben und andererseits lernen wir Menschen kennen, die selber wenig haben und ihm dennoch geben, was sie entbehren können. Und wir erfahren die Geschichten der Menschen, denen er auf seinem Weg begegnet. Andreas Altmann schafft es, diese aus ihnen herauszulocken und jedesmal war ich gespannt drauf, was die Person zu erzählen hat. Der Autor hat einen so grandiosen, fesselnden Schreibstil, dass es mir leicht gefallen ist, das Buch in zwei halben Nächten zu verschlingen. Ich habe mit ihm zusammen geschmunzelt, gelacht, geweint und mitgefiebert. Ich bin jeden einzelnen Schritt mit ihm gemeinsam gegangen. Konnte nachempfinden, wie er sich fühlt, auch wenn ich persönlich bisher nichts vergleichbares erlebt habe. Bekam er von einem Mitmenschen weder etwas Geld noch Lebensmittel, so hätte ich ihm am liebsten ein riesiges Care-Paket geschickt und jeden Menschen, der ihm etwas gab hätte ich am liebsten umarmt. Man hat nicht das Gefühl, man würde sein Buch lesen, sondern man hat immer mehr den Gedanken, mit ihm dieses Buch zu leben. Ich habe Zeit und Raum um mich vergessen, nur damit meine Augen den wunderschönen Schreibstil von ihm aufsaugen können. Ich übertreibe nicht! Ich bin einfach nur euphorisch, weil ich so angetan von dieser Reise, von diesem Menschen Altmann und von seinen Erlebnissen bin. Kann man sich in ein Buch verlieben? Wenn ja, dann gestehe ich, dass der Autor es mit seiner Hingabe und seiner Begeisterung geschafft hat. Zumindest hat es in meinem Körper eine Menge Endorphine ausgeschüttet. Ich werde sicher noch ganz lange an diese 34 Tage und 33 Nächte denken. Vielleicht werde ich sogar mit offeneren Augen durch die Welt gehen und bei obdachlosen Menschen mal genauer hinschauen. Welche Geschichten stecken hinter diesen Schicksalen? Sehr klasse fand ich auch die Fotos in der Mitte des Buches. So konnte man seine eigenen Phantasiebilder direkt mit den realen übereinanderlegen. Ich habe sie mir mehrfach während des Lesens angeschaut und mich auf eine bestimmte Art und Weise mit ihnen verbunden gefühlt. Summasummarum: Ein tolles Buch, welches mich schier überwältigt hat! "Getrieben" von dem Autor fand ich ja auch schon klasse, aber dieses hier übertrifft meine Erwartungen vollkommen!

    Mehr
  • Rezension zu "34 Tage - 33 Nächte"

    34 Tage, 33 Nächte
    Liisa

    Liisa

    05. May 2007 um 08:20

    Ich bin begeistert von diesem "Reisebericht", war es fast vom ersten Satz an. Klar, da ist einer, der genau das getan hat, wovon andere (auch ich) nur träumen. Einfach losziehen und schauen, wohin es einen treibt, bzw. wie man vorankommt. Altmann versteht es Geschichten zu erzählen und auch aus scheinbar unbedeutenden Erlebnissen noch eine Essenz herauszuholen. Kein falscher Heroismus, sondern ein ehrlicher und unverstellter Blick auf die Menschen, denen er auf seiner Tour zu Fuß von Paris nach Berlin begegnet ist. Auch seine Gedankengänge, die er bereitwillig mit dem Leser teilt, seine Triumphe und Niederlagen während dieser Zeit, sind kein leeres Schwadronieren, sondern äußerst anregend. Erschreckend war für mich, dass mir während des Lesens auch bewusst wurde, wie wenig Raum die schlichte menschliche Hilfe für einen, der Hilfe braucht bzw. um eine kleine Hilfestellung bittet, im Alltag vorhanden ist. Wie egozentrisch und eingeengt viele denken und handeln. Doch es gibt auch die positiven Beispiele von denen Altmann ebenfalls berichtet und die machen Mut und spornen an. Noch ist nicht alles verloren, so scheint es. Ebenfalls interessant fand ich, dass ich mich mehr als einmal dabei "ertappt" habe, mich zu fragen: Wie würde ich reagieren, wenn mich jemand so anbetteln würde. Würde ich geben, teilen, helfen oder auch zu einer ziemlich durchsichtigen Ausrede oder absurden Begründung greifen? Gerade die Schilderung der Reaktionen der Menschen auf sein Betteln, lässt dem Leser dämmern, wo der Hase im Pfeffer liegt. Wir sind reich und scheinen uns doch für arm zu halten, wir haben vieles und behaupten doch "nichts" zu haben, nicht einmal einen Euro, um ihn dem zu geben, der uns darum bittet. Ich glaube, das ist ein Buch, das ich mit Sicherheit noch mehrfach lesen werde.

    Mehr