Andreas Altmann Das Scheißleben meines Vaters, das Scheißleben meiner Mutter und meine eigene Scheißjugend

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Inhaltsangabe zu „Das Scheißleben meines Vaters, das Scheißleben meiner Mutter und meine eigene Scheißjugend“ von Andreas Altmann

Eine Kindheit der Nachkriegszeit im idyllischen Wallfahrtsort Altötting. Doch die Geschichte, die Andreas Altmann erzählt, handelt weder von Gnade noch von Wundern, sondern von brutaler Gewalt und Schrecken ohne Ende. Schonungslos blickt Altmann zurück: auf einen Vater, der als psychisches Wrack aus dem Krieg kommt und den Sohn bis zur Bewusstlosigkeit prügelt, auf eine Mutter, die zu schwach ist, um den Sohn zu schützen, und auf ein Kind, das um sein Überleben kämpft. Erst als Jugendlichem gelingt Altmann die Flucht. Die schreckliche Erfahrung aber kann ihn nicht brechen. Sie wird vielmehr der Schlüssel für ein Leben jenseits des Opferstatus. Ein Leben, indem er seine Bestimmung als Reporter findet: »Hätte ich eine liebliche Kindheit verbracht, ich hätte nie zu schreiben begonnen, nie die Welt umrundet …«

Sowohl inhaltlich als auch sprachlich beeindruckend!

— Second993

Aufwühlend, schonungslos, großartig!

— Himmelfarb

(Schein-)Heiligkeit ohne Gnade und ohne Wunder

— Alira

Aufrüttelnd

— Golondrina

Hier ein sehr interessantes Interview mit dem Autor in der ZEIT: http://www.zeit.de/2011/37/Rezension-Interview-Altmann

— Saari

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    Das Scheißleben meines Vaters, das Scheißleben meiner Mutter und meine eigene Scheißjugend

    Eonaramar

    20. February 2017 um 17:15

    Das es so bejubelt wurde und man angeblich "geschockt" zurück bleibt, ist mir bei dem Buch nicht vorgekommen. An sich war es nett zu lesen, einige Geschichten sogar mega interessant aber es hat sich leider, viele Punkte dauernd wiederholt.
    Ich war froh, wie ich es zu Ende.

  • (Schein-)Heiligkeit ohne Gnade und ohne Wunder

    Das Scheißleben meines Vaters, das Scheißleben meiner Mutter und meine eigene Scheißjugend

    Alira

    09. February 2015 um 20:37

    Der Bericht über eine Kindheit und Jugend voll seelischer und körperlicher Gewalt. Der sadistische Vater – ein Rosenkranzhändler - prügelt seinen Sohn bis zu dessen Bewusstlosigkeit, und die schwache Mutter lässt ihre Kinder im Stich. Ein Buch über die Folgen fehlender Mutterliebe und eine Abrechnung mit dem erzkatholischen, bigotten Altötting "AÖ". Andreas Altmann ist aber kein Opfer. Nach vielen Jahren der Orientierungslosigkeit entdeckt er das Schreiben und wird 1991 jüngster Kisch-Preisträger. - Das Buch über seine Scheißjugend kommt erst 2011 heraus, und im Nachwort (sowie im Buchtitel) bemüht sich der Autor sogar um Verständnis für die Umstände, unter denen er aufwachsen musste.

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  • Hartes Schicksal

    Das Scheißleben meines Vaters, das Scheißleben meiner Mutter und meine eigene Scheißjugend

    Golondrina

    Dieses Buch lässt den Leser erschüttert zurück. Geht gar nicht anders. Eine Jugend in den 60er/70er Jahren, wie sie oft vorgekommen ist, wenn ich vorsichtige Bemerkungen von Bekannten richtig deute.

    Ich habe große Hochachtung vor dem Autor, der seine Kindheit und Jugend schonungslos an die Öffentlichkeit bringt. Und damit Hoffnung für ähnliche Schicksale.

    • 2
  • direkt, ehrlich, berührend...

    Das Scheißleben meines Vaters, das Scheißleben meiner Mutter und meine eigene Scheißjugend

    liyah40

    andreas altmann erzählt hier die geschichte seiner kindheit und jugend. eine geschichte, die einen von anfang an in den bann zieht, in der man mit jeder seite, jedem satz mit dem autor mitfühlt, es einen auch hilflos, wütend und betroffen macht. das buch ist sehr direkt, was aber bei solch einem thema auch nicht anders sein sollte. das buch hat mir sehr gefallen und hat mich sehr berührt und es flossen auch ein paar tränen. vielleicht auch, weil mein vater eine ähnliche kindheit/jugend hinter sich hat, direkt nach dem krieg geboren, mit einem tyrannischen vater, ein leben als ältester von insgesamt 11 kindern und ein leben voller demütigungen, gewalt und entbehrungen... ich wünschte, mein vater hätte auch den mut, endlich darüber zu sprechen, so wie es herr altmann hier getan hat. RESPEKT!

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    • 3

    BrittaRoeder

    25. March 2014 um 21:20
  • Rezension zu "Das Scheißleben meines Vaters, das Scheißleben meiner Mutter und meine eigene Scheißjugend" von Andreas Altmann

    Das Scheißleben meines Vaters, das Scheißleben meiner Mutter und meine eigene Scheißjugend

    Saari

    24. February 2013 um 11:07

    „Zur körperlichen Sühne kam die seelische Vergewaltigung. Statt einem Kind die Kraft fürs Leben einzutrichtern, es zu initiieren für die nächsten sechzig, siebzig Jahre Zukunft, schlug er das Kinderherz in Stücke, demolierte es. Vielleicht trieb ihn die Wahnvorstellung, dass einer zuerst ruiniert werden musste, um in der Wirklichkeit bestehen zu können.“ Ein Buch, das mir den Atem raubte. Das mir die Lektüre schwer machte, weil es weh tat und mich vor Wut innerlich kochen ließ – und zugleich so sehr fesselte, dass ich noch weitere 250 S. hätte verschlingen mögen. Andreas Altmann erzählt die Geschichte seiner „Scheißjugend“. Und wahrlich alles an seiner Kindheit und Jugend war scheiße. Schonungslos, direkt und unbarmherzig nimmt er kein Blatt vor den Mund und beschreibt all die Gewalt, Schmerzen, Demütigungen, Qualen – physisch und psychisch – die er zu erleiden hat und an denen er dennoch nicht zugrunde geht. Ein Lebensweg, der so beginnt, scheint vorgezeichnet und auch wenn Altmann begreiflicherweise die eine oder andere falsche Abzweigung nimmt, findet er irgendwann seinen Weg. Und das ist sehr bewundernswert, dass ein Mensch mit solchen Erfahrungen an den körperlichen Konsequenzen und auch den seelischen („Wie Blei hing die Welt an mir. Undenkbar, es mit ihr aufzunehmen.“) nicht zerbricht, sondern von irgendwoher – und Gott hat in diesem Falle herzlich wenig damit zu tun – die Kraft nimmt, aufzustehen, weiterzumachen bzw. überhaupt erst ein Leben, das es wert ist so genannt zu werden, zu beginnen. Volle Punktzahl für ein aufrüttelndes, ehrliches, hartes Buch, dem man viel abgewinnen kann, wenn man sich darauf einlässt.

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  • Rezension zu "Das Scheißleben meines Vaters, das Scheißleben meiner Mutter und meine eigene Scheißjugend" von Andreas Altmann

    Das Scheißleben meines Vaters, das Scheißleben meiner Mutter und meine eigene Scheißjugend

    Duffy

    06. February 2013 um 17:09

    Ein zwiespältiges Buch. Eigentlich alles daran kommt einem zwiespältig vor. Das Lesen, das Reflektieren, das Rezensieren. Es ist das Buch einer Scheisskindheit und einer Scheissjugend mit viel brutaler Gewalt, Unterdrückung, Ausbeutung, psychologischem Druck. Dazu kommt der Ort dieser Jahre, Altötting, der Ort, der wie kein zweiter für die scheinheilige Kommerzialisierung des Katholizismus steht. Hier findet die Scheisse statt. Altmann schreibt in der Ich-Form, logisch, es ist seine Jugend. Das macht es aber so schwer, einzelne Kritikpunkte zu formulieren, denn das würde heißen, den Autoren persönlich anzugreifen. Der nach den hier geschilderten Ereignissen unangreifbar ist. So sollen nur ein paar halbwegs objektive Punkte erwähnt werden, die dem Rezensenten durch den Kopf gingen. Eine Scheißjugend haben viele. Vielen Kindern wurde auch durch die Kirche Böses angetan. Die Frage ist, ob man bei diesen individuellen und schmerzhaften Eingriffen in junges Leben unbedingt ein Buch machen muss, oder ob es nicht vielleicht besser für die Betroffenen ist, eine andere Art der Bewältigung zu finden, denn journalistische Beiträge zu diesem Thema gibt es - Gott sei Dank - genug. Natürlich werden die Befürworter dieses Buches sagen: Es ist für die in der gleichen Situation, damit sie dieser besser begegnen können. Die Frage ist nur: Können und wollen diese Leute das Buch lesen? Und für wen dann? Für die interessierten Leser, wie der Rezensent, der dem Ganzen ein etwas aufmerksameres und strafferes Lektorat gewünscht hätte, dem noch einiges unklar geblieben ist, der "Verschüttetes" suchte und nicht fand, dem das Thema Schule/Kirche nicht eng genug mit dem Rest verflochten war und der sich dann immer wieder fragte, ob das alles veröffentlicht werden muss? Keine leichte Sache, wenn man sich vorbehaltlos darauf einlässt. Interessant ist daher das Nachwort, denn obwohl sich Altmann auf 200 Seiten so manches Mal in seinem "Versagertum" suhlt (Verzeihung, es wurde ein paar Mal zu oft erwähnt), ist aus ihm ja etwas geworden und - wie er zugibt - durch viel Glück. Und gerade das werden 99% seiner Leidensgenossen nicht haben. Fazit: es gibt keins. Ist das Buch empfehlenswert? Jein. Man kann, man muss nicht. Persönlich würde ich es nicht empfehlen, mir war es manchmal, rein vom Astrakten, weil ich die Situation selbst nicht kenne, nicht fassbar genug, denn Altmann kann natürlich grossartig schreiben und diese Fähigkeit hat einiges an Schliff und Dramaturgie eingebracht, die mir nicht schlüssig sein will. Womit man denn schon wieder bei der Frage wäre, ob es notwendig ist, diese Art von Memoiren in dieser Form zu veröffentlichen. Da dreht sich auch der Rezensent im Kreis und wird dieses Mal auch keine Kommentare beantworten, denn selten war er über ein Buch so zwiegespalten.

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  • Rezension zu "Das Scheißleben meines Vaters, das Scheißleben meiner Mutter und meine eigene Scheißjugend" von Andreas Altmann

    Das Scheißleben meines Vaters, das Scheißleben meiner Mutter und meine eigene Scheißjugend

    Lesemaus62

    20. November 2012 um 12:25

    Eine wahre Geschichte aus der Bayrischen provinz Altötting.Die Kindheit eines Menschen voller Demütigungen,Prügel uns Mishandlungen.Ein Vater der gerne zuhaut wenn mal was nicht passt(und gründe dazu gab es täglich);eine Mutter die sich in ihr Schneckenhaus verzieht,und für sich und ihre Kinder nicht stark genug ist.Lehrer die nicht zweimal überlegen,sondern gleich zuhauen.Ein Leben voller Brutalität und Verbitterung das ein Kind auszuhalten hat bis es sich selbst befreien kann,nach vielen Jahren.So will und so soll kein Mensch leben,und trotzdem ist es so gewesen. Hut ab,der Autor hat es geschaft sich aus diesem Leben zu befreien,und ein eigenes Leben ohne Gewalt zu führen. Das Buch ist sehr hart ,aber die Wahrheit,wer in dieser Zeit gelebt hat hatte es nicht so schön wie wir alle heute.Mir hat das Buch sehr gut gefallen.

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  • Rezension zu "Das Scheißleben meines Vaters, das Scheißleben meiner Mutter und meine eigene Scheißjugend" von Andreas Altmann

    Das Scheißleben meines Vaters, das Scheißleben meiner Mutter und meine eigene Scheißjugend

    luckytom1970

    12. April 2012 um 10:03

    Inhalt: Eine Geschichte aus der beschaulichen Provinz voller Misshandlungen, Demütigungen, rabiater Pfarrer und verkappter Nazis. Andreas Altmann erzählt von seiner KIndheit und Jugend und davon, wie am Ende aus einem Opfer ein freier Mensch wird. Tolles Buch über eine traurige und schwere Kindheit mit einem vom 2. Weltkrieg traumatisierten Vater. Das Buch ist flüssig zu lesen und einer manchmal sehr derben und sexistischen Wortwahl. Was aber nur die Grausamkeiten der Kindheit des Autors leztlich rüber bringt.

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  • Rezension zu "Das Scheißleben meines Vaters, das Scheißleben meiner Mutter und meine eigene Scheißjugend" von Andreas Altmann

    Das Scheißleben meines Vaters, das Scheißleben meiner Mutter und meine eigene Scheißjugend

    Lucretia

    06. April 2012 um 14:49

    Der Inhalt: Andreas Altmann schreibt in ” Das Scheißleben meines Vaters, das Scheißleben meiner Mutter und meine eigene Scheißjugend” , wie der Titel schon aussagt, über seine überaus brutal und voller Gewalt erlebte Kindheit und Jugend in seinem Elternhaus in Altötting. Altötting gilt als “heiliger” Walfahrtsort, die Stadt selber wirbt mit dem Slogan ” Grüß Gott” in Altötting, doch hinter der “heiligen” Fassade im Altmann -Haus herrscht eine eisige ,von Gewalt beherrschende Tagesordnung. Andreas Altmann schildert in seinem Buch die brutalen Gewalttaten seines Vaters,der ehemalige SS- Mann, der nun wie ein Herrscher und Diktator seine Familie im Griff hat. Von außen der brave fast heilige Rosenkranzverkäufer, prügelt er zuhause seine Frau und seine Kinder ohne Kompromisse um den Verstand. Meine persönliche Meinung: Letztes Jahr habe ich Andreas Altmann “live” auf einer Lesung zu ” Triffst du Buddha, töte ihn! ” gesehen, auf dieser Lesung hat er auch aus seinem aktuellen Buch ” Das Scheißleben meines Vaters, das Scheißleben meiner Mutter und meine eigene Scheißjugend” vorgelesen. Damals stockte mir der Atem, denn was er dort vorlas, war so hart , so grausam und so ungeheuerlich, dass ich erst gar nicht zuhören wollte. Ich konnte gar nicht fassen, dass dieser Mann, der vor mir saß, dieser toughe, erfahrene Weltenbummler so eine schrecklich brutale Kindheit und Jugend erlebt hatte. Diese Brutalität kann man nicht in Worte fassen und wenn man das Buch liest, wird einem auch schnell klar, dass man so ,ohne einen bleibenden Schaden zu bekommen ,nicht davon kommen kann. Ich habe etwas länger zum lesen gebraucht, denn ich konnte das Buch nicht in einem Stück zuende lesen, ich musste zwischendurch immer mal Pause machen, um das gelesene zu verarbeiten. Dies ist kein Buch, dass man mal eben an einem schönen Sonntagnachmittag lesen kann, dies war mir aber vorab bewusst und trotzdem wollte ich es lesen !!! Altmanns Schreibstil ist durchaus schonungslos, nie jammerig aber voller Wahrheit. ich glaube ihm jedes einzelne Wort. Auch das Nachwort, wo er darüber berichtet, dass seine Mutter ihn als Baby ersticken wollte, dies aber nicht geschafft hat, da die Wöchnerin schnell eingriff und das ganze Hintergrundinformationen, wie Er seine “Scheißjugend” psychisch und physisch verarbeitet hat und von einer Psychotherapie in die nächste gerit, dann nach weiteren ” Fehlschlägen” doch noch zu sich selber fand und nun um die ganze Welt reist und seine Berufung als Reisereporter , Schriftsteller und Reporter gefunden hat, fand ich sehr beeindruckend und schonungslos berichtet. Kaum kann man sich vorstellen, dass dieser Mensch, der so viel grauenhaftes, schreckliches und gewaltvolles erlebt hat, doch noch sein Glück finden konnte. Ich finde es bemerkenswert, dass er sich auch getraut hat, über diese Ungeheuerlichkeit in seinem Leben zu schreiben und auch finde ich es bemerkenswert, dass er schonungslos über Altötting, Pfarrer die Kinder missbrauchen, Prügel und Gewalt schreibt, die man an diesem “heiligen” Ort nicht vermutet. Fazit: Ein schonungslos, nie jammerig aber voller Wahrheit geschriebenes Buch , welches einem einen gewaltigen Schauer über den Rücken laufen lässt, denn es erzählt die Lebensgeschichte eines Mannes und seiner Familie, die von Gewalt, Unterdrückung und Scheinheiligkeit geprägt wurde, es erzählt aber auch die Geschichte eines Mannes, der es geschafft hat, darüber zu berichten , was ich persönlich ziemlich mutig finde, und der dadurch zu sich selber gefunden hat.

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  • Rezension zu "Das Scheißleben meines Vaters, das Scheißleben meiner Mutter und meine eigene Scheißjugend" von Andreas Altmann

    Das Scheißleben meines Vaters, das Scheißleben meiner Mutter und meine eigene Scheißjugend

    Monsignore

    18. March 2012 um 17:44

    Der Gnadenort Altötting aus der Perspektive eines dort aufgewachsenen Kindes, also eines Opfers. Denn Gnade ist ein Willkürakt. Und wenn der eigene Vater auch noch der "Rosenkranz-König" ist, also der führende Devotionalienhändler mit SS-Vergangenheit und Hang zu Prügelorgien, dann ist für das Kind Mattäii am Letzten! Meine abtrünnige altkatholische Seele jubelte beim Lesen dieser grandios-bitteren Vaterabrechnung, mit dieser abgrundtiefen Abrechnung mit dem Katholizismus. Er hat ja so recht, wenn er z.B. über den Religionsunterricht schreibt: "Unsäglich der toxische Müll, der in unsere Kinderhirne abgeladen wurde." Seine wütende Generalabrechnung ist keine Opferliteratur. "Ich kann Opfer nicht ausstehen. Ich war selbst zu lange eins." schreibt er. Ein freier Mensch ist er geworden, schon vor dem Schreiben. Das Buch wirkt wir ein Schlußpunkt, wie der letzte große Wutanfall. Meine Güte, wenn das der Bischof liest!!!

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  • Rezension zu "Das Scheißleben meines Vaters, das Scheißleben meiner Mutter und meine eigene Scheißjugend" von Andreas Altmann

    Das Scheißleben meines Vaters, das Scheißleben meiner Mutter und meine eigene Scheißjugend

    einMalTee

    Vor einiger Zeit habe ich in der ZEIT ein Interview mit Andreas Altmann gelesen in der Rubrik "Glauben und Zweifeln". Nach Lesen dieses Buches, weiß ich selbst allerdings nicht mehr, woran ich glauben und zweifeln soll/darf. Das Buch ist ein Schlag ins Gesicht. Und der tut weh, er soll es sogar. Denn der Hass vom jungen Andreas Altmann gegenüber seinem Vater ist grenzenlos und das schreibt er sich in diesem kleinen Meisterwerk von der Seele. Mit einer schonungslosen Schilderung seiner Kindheit und der im wahrsten Sinne der wörter Scheißleben seiner Eltern und seine daraus resultierende eigene Scheißjugend. Das, was er erlebt hat, will keiner durchmachen. Psychische und körperliche Misshandlungen hinterlassen Spuren, die in seinen gegenwärtigen Büchern und Reiseberichten immer noch nachzuempfinden sind und geben viel Aufschluss über den Autor und seine Wortwahl. Die Art und Weise seines Schreibens erinnert mich extrem stark an die Josef Winklers, als ob er sich stark hat inspirieren lassen. Bis zum endgültigen Befreiungsschlag aus der häuslichen Gefangenschaft und dem Psychoterror durch Isolation und Dienstpflichten, packt das Buch den Leser sofort und das ist auch gut so. Da ist jemand, der seine Geschichte erzählen will und er verschafft sich lautstark Gehör. Ich bin sehr begeistert von diesem Buch, da seine Weise mitreißend ist. Zudem freue ich mich sehr, ihn auf der lit.Cologne live erleben zu dürfen!

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  • Rezension zu "Das Scheißleben meines Vaters, das Scheißleben meiner Mutter und meine eigene Scheißjugend" von Andreas Altmann

    Das Scheißleben meines Vaters, das Scheißleben meiner Mutter und meine eigene Scheißjugend

    Babscha

    15. March 2012 um 20:22

    Als jüngster Sohn des führenden Devotionalienhändlers im bayerischen Altötting erlebt Andreas Altmann in seinem Elternhaus die wahrhaftige Hölle auf Erden. Aus dem zweiten Weltkrieg als seelischer und emotionaler Krüppel zurückgekehrt, unterdrückt der Vater in einer krankhaften, psychopathischen Mixtur aus Brutalität, Verbitterung und Menschenhass die gesamte Familie, die seinen permanenten Wutattacken, Launen und Kontrollzwängen hilflos ausgeliefert ist. Das gesamte Haus mutiert zum Kasernenhof, in dem geringste, auch eingebildete Vergehen, mit verschärftem „Arbeitsdienst“ und massiven körperlichen Strafaktionen vergolten werden. Hauptzielscheibe des Terrors wird hierbei der Autor, insbesondere nachdem seine schwache, sich vollständig ihrem Glauben ausliefernde Mutter vom Vater des Hauses verwiesen wird. Erst als Altmann nach einer finalen Eskalation mit dem Vater als Achtzehnjähriger endlich seine Sachen packt und den Tyrannen verlässt, beginnen sich die Dinge in seinem Leben ganz, ganz langsam zum Besseren zu wenden. Die schonungslose Abrechnung mit einem Unmenschen in Buchform, die man sich in keiner anderen als in der vom Autor verwendeten bedingungslos harten, emotionalen und gerade deshalb ehrlichen Sprache vorstellen könnte. Man merkt als Leser intensiv, wie hier einem Menschen sein ganzes beschissenes Leben „hochkommt“ in dessen eindringlicher Aufarbeitung mittels messerscharf und funkensprühend hervorgeschleuderter Worte. Und nebenbei verkörpert das Werk ein echtes Zeitzeugnis, nämlich den damals sehr häufigen, typischen Nachkriegshaushalt, in dem unter der bedingungslosen Fassade von Frömmigkeit und Gutbürgerlichkeit sich durch das „kriegsgeschädigte“ Oberhaupt verursachte Familiendramen abspielten, die -beim Autor nicht anders- sich für die Betroffenen oftmals zu einer das ganze weitere Leben überschattenden seelischen wie körperlichen Belastung auswuchsen. Ein hervorragendes, ein wichtiges Buch.

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  • Rezension zu "Das Scheißleben meines Vaters, das Scheißleben meiner Mutter und meine eigene Scheißjugend" von Andreas Altmann

    Das Scheißleben meines Vaters, das Scheißleben meiner Mutter und meine eigene Scheißjugend

    Eselsohren-Werner

    14. March 2012 um 21:30

    Eine Bekannte war entsetzt über einen Buchtitel, in dem drei Mal das Wort Scheiß vorkommt. „Muss man das so schreiben?”, hat sie gefragt und ich habe geantwortet, „der schon“. „Der“ heißt Andreas Altmann und hat unser aller Kindheit und Jugend anscheinend exemplarisch erlebt. Stichwort: „Verbrechen“ und Strafe (wobei die Strafe das Verbrechen darstellt). Anfangs dachte ich: warum muss man das nochmal aufschreiben? – Andererseits konnte ich nur schwer mit dem Lesen aufhören. Allmählich konnte ich mir vorstellen, warum Altmann das nochmal aufschreiben musste. Seine persönliche Geschichte hat etwas Mythisches – ich fand so viel, das ich so ähnlich (allerdings in abgeschwächter Form) ebenfalls erlebt habe, und sei es „nur“ ein psychotisch-despotischer Chef. Bei Altmann war es der Vater, der daheim ein (bayerisch-)katholisch-strenges, zusätzlich noch vom „1000jährigen“ Reich inspiriertes Regiment führte. Kinderarbeit, Prügel, alles da. Und da war da noch die Mutter, die weder ihre Kinder schützen noch sich selbst verteidigen konnte (und deren Verzweiflung so tief war, dass sie versuchte, ihren vierten Sohn Andreas nach der Geburt zu ersticken). Von den meisten AutorInnen würde man so ein Erinnerungsbuch wohl als zu intim ansehen, aber Altmann schafft es, ins Allgemeine zu weisen, obwohl er durchwegs persönlich bleibt. In diesem Buch geht es jedenfalls nicht darum, sich (als LeserIn) zu trösten, weil es jemand anderem noch schlimmer ergangen ist. Viel eher wird man sich unweigerlich an seine Vergangenheit erinnern und vielleicht sogar einen produktiv(er)en Umgang damit (zu) finden (versuchen). Wie ihn Altmann gefunden hat. Was nicht bedeutet, dass er diese „bewältigt“ hat, sondern dass er mit ihr zu leben versucht. Oder dass man sich von ihm Tipps und Tricks erwarten dürfte. Es sind seine Erinnerungen, es ist sein Leben, es sind seine „Methoden“. Aber sie gehen uns alle an. Und um auf meine Bekannte zurückzukommen: dieses Buch ist gewiss „unangenehmer“ als so mancher gut erfundene Psychothriller. Wer sich schon am Wort „Scheiße“ stört, bei denen ist es vielleicht eh ganz gut, dass sie von der Lektüre abgehalten werden.

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  • Rezension zu "Das Scheißleben meines Vaters, das Scheißleben meiner Mutter und meine eigene Scheißjugend" von Andreas Altmann

    Das Scheißleben meines Vaters, das Scheißleben meiner Mutter und meine eigene Scheißjugend

    Sarah_O

    Auf Andreas Altmanns "Das Scheißleben meines Vaters, das Scheißleben meiner Mutter und meine eigene Scheißjugend" wurde ich zuerst einfach nur durch den sehr provokant klingenden Titel aufmerksam und habe es ganz sppontan gekauft - und absolut nicht bereut. Altmann schildert in diesem Buch seine Kindheit und Jugend im beschaulichen oberbayrischen Wallfahrtsort Altötting, wo sein Vater als Rosenkranzhändler ein respektables Unternehmen leitete. Doch die Wirklichkeit der Nachkriegsjahre im Hause Altmann waren alles andere als beschaulich: Gewalt und Demütigung waren für den jüngsten von drei Söhnen an der Tagesordnung. Altmann beschreibt seinen Vater als Tyrann: jähzornig, unzufrieden und gewalttätig ließ er, der wahrscheinlich selbst durch seinen Einsatz im zweiten Weltkrieg psychisch schwer belastet war, seine ganze Wut an Frau und Kindern aus. Die Mutter, einst schön und gebildet, war längst an den täglichen Demütigungen durch ihren Ehemann zerbrochen und zu schwach ihre Kinder zu schützen. Doch Altmanns erschütternde Erzählungen seiner Jugend enden nicht im Elternhaus, sondern gehen weiter: Gewalt in der Schule durch prügelnde Lehrer und ebenso prügelnde Kirchenvertreter, die den Religionsschülern die katholischen Lehren inklusive der Verachtung des eignen und des weiblichen Körpers mit Schlägen einprägten. Altmann schreibt seine Erinnerungen in einer sehr direkten Sprache nieder. Er beschönigt nichts, lässt nichts aus. Über die gesamten rund 250 Seiten bleiben die Erzählungen fesselnd, erschütternd und verstörend zugleich und dabei doch gar nicht jammernd oder Mitleid heischend, wie man es bei solch einem Thema vielleicht abschreckender Weise erwarten könnte. Fazit: Ein starkes, mutiges Buch über eine wirklich richtige "Scheißjugend" - Klare Leseempfehlung!

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  • Rezension zu "Das Scheißleben meines Vaters, das Scheißleben meiner Mutter und meine eigene Scheißjugend" von Andreas Altmann

    Das Scheißleben meines Vaters, das Scheißleben meiner Mutter und meine eigene Scheißjugend

    dirki_1974

    Ein krasses, mutiges Buch, virtuos und brillant geschrieben, ein fulminantes Feuerwerk, nein, kein Feuerwerk, eher die Explosion einer Bombe. Andreas Altmann rechnet ab, mit seiner Vergangenheit, mit Franz-Xaver Altmann seinem Vater, dem Arschloch, dem Schwein, dem Devotionalienhändler, dem Rosenkranzkönig von Altötting („katholischer Altweiber Voodoo“), mit seiner feigen und hilflosen Mutter, mit seiner Vergangenheit im "Altmann-Haus" im konservativen Altötting ("dieser Oase bigotter Inzucht"), mit seinen Lehrern und Pfaffen die geschützt durch den Deckmantel der katholischen Kirche ihre perversen Spielchen treiben konnten. Ein einzigartiges, explosives Buch, mit nichts vergleichbar.

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    dirki_1974

    06. January 2012 um 18:15
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