Andreas Brandhorst Das Artefakt

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Inhaltsangabe zu „Das Artefakt“ von Andreas Brandhorst

Dies ist die letzte Chance der Menschheit: Nachdem sie eine interstellare Katastrophe verursacht haben, die nur durch das Eingreifen der Hohen Mächte eingedämmt werden konnte, müssen die Menschen innerhalb von 600 Jahren beweisen, dass sie zu dauerhaftem Frieden fähig sind. Und das Vorhaben scheint unter einem guten Stern zu stehen: Der Planet Heraklon wird zum Zentrum des Friedens und der Diplomatie. Doch dann taucht ein uraltes Artefakt auf, so mächtig, dass es den Technologien der Hohen Mächte ebenbürtig ist – und der Krieg beginnt aufs Neue ...

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    Das Artefakt

    ralf_boldt

    17. October 2014 um 09:08

    Wie so oft wird der Klappentext dieses Buches mit seinen wenigen Sätzen dem Roman nicht gerecht. Denn der Autor Andreas Brandhorst greift sich den Leser bereits auf der ersten Seite und wirft ihn in eine ferne Zukunft: Vor viertausend Jahren sind die Menschen aufgebrochen, um den Weltraum zu besiedeln und damit auch zu erobern. Die Technologie unterscheidet sich deutlich von den Gerätschaften, die wir in der heutigen Zeit kennen. Überlichtschnelle Raumfahrt ist eine alltägliche Realität. Doch auch die Menschen selbst haben sich verändert. Genetische Anpassungen haben vielfältige Auswirkungen auf Gestalt und Psyche gehabt. Wir treffen auf optimierte Menschen mit Nano-Maschinen im Körper, die nach einem Tod in einer Retorte wieder auferstehen können. Diese Menschheit stand einst vor dem nächsten großen Schritt ihrer Entwicklung: Der Aufnahme in den Kreis der Hohen Mächte und damit Zugriff auf weitere ungeahnte technologische Möglichkeiten. Doch die Hybris des Menschen verursachte eine Zerstörung ungeahnten Ausmaßes. Sie begannen einen Krieg und konnten sich und viele Planeten nicht retten. Nur durch den Einsatz der Hohen Mächte selbst wurde eine völlige Katastrophe verhindert. Die Menschen bekamen daraufhin 600 Jahre Zeit, um zu beweisen, dass sie dennoch das Privileg der nächsten Stufe verdienen. Kurz vor Ablauf dieser Frist aktiviert sich auf dem Planeten Heraklon ein Artefakt, das diese Welt zu verschlingen droht. Heraklon wird zum Mittelpunkt kosmischer Ereignisse und der Mensch Rahil ist als diplomatischer Beauftragter mittendrin. Er ist ein wiedererweckter Klon, dem jedoch die Erinnerungen unmittelbar vor seinem letzten Tod auf Heraklon fehlen. Er ist zwar mit allen erdenklichen Vollmachten ausgestattet, aber eigentlich nur der Spielball anderer. Andreas Brandhorst schreibt eine große Space-Opera. Mit diesem Roman erschafft er schon auf den ersten wenigen Seiten ein eigenes schillerndes Universum, das den Leser einfach nur in den Bann ziehen kann. Und in diesem Universum spielt dazu noch eine spannende Geschichte mit vielen unterschiedlichen Facetten. Der Roman bleibt dabei aber immer sehr gute Science Fiction, die nie Gefahr läuft, in das Metaphysische abzugleiten. Andreas Brandhorst hat damit ein Werk geschaffen, das es zu Recht verdient hat, den Deutschen Science Fiction Preis 2013 in der Kategorie Bester Roman" zu erhalten.

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  • Lüge oder Wahrheit, Sein oder Schein?

    Das Artefakt

    Heimfinderin

    31. August 2013 um 20:18

    Vor 600 Jahren hat die Menschheit eine Katastrophe verursacht, die viele Welten verwüstet oder zerstört hat. Die Ägide, eine kurz nach diesem Ereignis gegründete Organisation, leistet für diese Gefallenen Welten Entwicklungshilfe und versorgt sie in begrenztem Umfang mit technischer Ausrüstung und wacht durch Entsendung von Missionaren darüber, dass der Frieden bewahrt wird. Diese Bevormundung erzeugt zwar Missgunst und Neid, aber die Ägide ist von der Notwendigkeit dieser speziellen Kontrolle überzeugt, denn die Menschheit ist kurz davor, in den Kreis der Hohen Mächte, eine hochentwickelte Zivilisation, aufgenommen zu werden und somit Zugang zum universalen Wissen der Kosmischen Enzyklopädie zu erhalten. Kurz vor Ablauf der Bewährungsfrist erwacht nun aber ein mysteriöses Artefakt auf dem Planeten Heraklon, das Begehrlichkeiten unter den verschiedenen Gruppierungen weckt, scheint es doch eine besondere Schmiede zu sein, die dem Besitzer unermessliche Macht verspricht. Die bisher klein gehaltenen Welten sehen ihre Chance gekommen, endlich auch Zugriff auf hochentwickelte Technik zu bekommen und das Ziel, den Frieden zu bewahren, drängt sich in den Hintergrund. Zu diesem Zeitpunkt wird auch Rahil, ein Missionar der Ägide, zur Untersuchung des Artefakts ausgesandt, kommt aber dabei ums Leben. Die technischen Voraussetzungen der Ägide machen aber mithilfe seines gespeicherten Bewusstseins die Wiedergeburt eines neuen Rahils möglich. Allerdings fehlen in diesem Image die Erinnerungen des letzten Jahres, was Rahils Aufgabe nun erschwert. Zusammen mit seinem neuen Assistenten macht er sich noch einmal auf den Weg nach Heraklon, um seine fehlenden Erinnerungen dort zu finden und den Krieg um das Artefakt, das auf keinen Fall in falsche Hände geraten darf, zu verhindern. Unterwegs holt ihn seine eigene Vergangenheit ein und zerrissen zwischen Pflicht und Zweifeln, Wahrheit und Lüge, fällt es ihm und dem Leser immer schwerer, zwischen Sein und Schein zu unterscheiden. Die von Andreas Brandhorst dargestellten Welten waren für mich bisher immer etwas Besonderes und so war es auch diesmal wieder. Mit seinen bildhaften Beschreibungen erzeugte er bei mir wieder sehr schnell intensives Kopfkino und ließ mich oft staunend die dargestellte Umgebung betrachten oder innehalten, wenn die Zeit stillstand oder auch die so toll spürbar gewordenen Empfindungen miterleben. Sein so besonderer Schreibstil hat mich gleich von den ersten Seiten an wieder voll in seinen Bann gezogen. Und auch die beschriebenen Charaktere sind wieder gewohnt vielschichtig und weckten gleich wieder mein Interesse. Gerade, weil die Figuren nicht einfach nur schwarz oder weiß sind, bieten sie viel Raum für Spekulationen und überraschen einen immer mal wieder. Dabei entwickeln sie natürlich auch viel Tiefe und lassen mich als Leser sehr viel über sie und ihre persönlichen Beweggründe nachdenken und mit ihnen mitfiebern. Und das ist ein weiterer Punkt, der mir bei den Büchern des Autors sehr gut gefällt und der auch hier wieder großes Gewicht hatte: man wird zum Nachdenken angeregt. Die Frage nach Lüge und Wahrheit, Sein und Schein zieht sich spürbar durch die Geschichte und verunsichert nicht nur die Protagonisten. Als Leser wird man hineingezogen in diese Welt, deren scheinbar feste Säulen auf wackeligem Boden zu stehen scheinen und in der man irgendwann nicht mehr sicher sein kann, wem man noch trauen kann und wem nicht, wer die Wahrheit sagt und wer lügt. Was ist überhaut die Wahrheit? Wer bestimmt über Wahrheit und Lüge? Wie viel wurde von wem manipuliert oder verdreht? Wer ist Opfer, wer Täter? Was ist richtig, was ist falsch? Kann Rahil sich selbst überhaupt noch trauen? Kann ich Rahil trauen? Wer und was ist Sein, was nur Schein? Dabei entstand bei mir ein seltsam verunsichertes, aber sehr spannendes Lesegefühl, das mich bis zum Ende unter Anspannung hielt und mich dann zur Auflösung regelrecht aufatmen ließ. Mit den weiteren, ebenfalls zum Nachdenken anregenden Themen wie Entwicklungshilfe und ein konfliktreiches Vater-Sohn-Verhältnis ist dies für mich wieder eine intensive, gehaltvolle und dabei sehr spannende Geschichte gewesen, die mich mit ihren bildgewaltigen Beschreibungen und ihren aussagekräftigen Sätzen tief hat einsinken und mitfiebern lassen. Ich freue mich schon auf das nächste Werk von Andreas Brandhorst!

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  • Eine Space-Opera, wie man sie sich wünscht.

    Das Artefakt

    PrinzessinMurks

    03. June 2013 um 11:44

    Die Menschheit steht nach 600 Jahren Bewährungsprobe kurz vor der Aufnahme in einen Kreis von Völkern, die Zugang zum Quell von sehr viel Wissen haben. Doch Korruption, Intrigen und von langer Hand geplante Schachzüge setzen alles aufs Spiel. Großes Kino, weite Galaxien, lange Zeiträume und ein vernünftiger Protagonist, der scheinbar die letzte Hoffnung ist. Doch Hoffnung für wen? Was ist Wahrheit? Was Lüge? Wer ist Werkzeug und wer ist Handelnder?  *** Brandhorst schreibt zwar eher verkopft, das aber so konsequent, dass ich als Leser schnell in seine Denkweise hineingezogen wurde. Anfangs erschienen mir manche Reihenfolgen in einem Satz unlogisch oder zu detailliert beschrieben (- wenn zum Beispiel erwähnt wird, dass der Protagonist einen Gedanken hat, sich aber bewusst dagegen entscheidet ihn weiterzudenken... naja.)  Doch im Laufe der Geschichte erkennt man, dass diese "Kleinkrämer-Beschreibungen" relevant sind und ich habe mich dabei ertappt, in der Zeit der Lektüre selbst in diese zerlegende Art der Grübelei zu versinken. *** Das schöne am Setting: der Leser wird von Anfang an darauf hingewiesen, dass die Realität relativ ist, alles eine Täuschung sein kann und alles hinterfragt werden muss.  *** Sehr unterhaltsam.

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  • Rezension zu "Das Artefakt" von Andreas Brandhorst

    Das Artefakt

    Simkin

    22. March 2012 um 19:53

    Andreas Brandhorst hat mit „Das Artefakt“ eine klassische Space-Opera unter das Leservolk gebracht. Eine interessante Handlung, glaubwürdige Charaktere und ein angemessen epischer Hintergrund machen das Werk für alle Fans von Science-Fiction empfehlenswert. Kritikpunkte kann man an einer Hand abzählen, der einzig größere behandelt den Drang, klassischen Elementen des Genres neue Namen zu geben. Aber auch damit kann man sehr gut leben und das Buch trotzdem genießen. Ganze Rezension unter: http://www.janetts-meinung.de/index.php?option=com_content&view=article&id=1823

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  • Rezension zu "Das Artefakt" von Andreas Brandhorst

    Das Artefakt

    Angelcurse

    11. February 2012 um 14:27

    Nur was für Hardcore-SciFi-Fans! Der Klappentext hörte sich interessant an und zwischendurch lese ich ganz gerne mal Science Fiction. Von Andreas Brandhorst hatte ich bisher noch nichts gelesen und mich auch nicht groß um die Rezensionen und Bewertungen seiner Vorgängerwerke geschert. Allerdings bin ich leider sehr enttäuscht von „Das Artefakt“. Die Story, die dem Buch zugrunde liegt, ist eigentlich interessant, aber – aus meiner Sicht – nicht gut ausgearbeitet (oder eigentlich zu gut, siehe weiter unten). Das Schlimme ist, dass ich einige Passagen wirklich genossen habe und auch denke, dass Andreas Brandhorst Potenzial zu einem richtig, richtig tollen Roman hat – in „Das Artefakt“ konnte er dieses Potenzial jedoch meiner Ansicht nach nicht umsetzen. Zum Einen hat mir völlig die Identifikation mit dem Helden der Geschichte, mit Rahil, gefehlt. Ich stand ihm völlig gleichgültig gegenüber und das ist wirklich schon ein schlechter Startpunkt. Dadurch, dass seine „Femtomaschinen“ seine Gefühle ständig unterdrücken, um ihn effektiver zu machen, und ihm dabei zu helfen, seine Mission zu erfüllen, kam ich an sein Gefühlsleben überhaupt nicht heran, hatte eher den Eindruck, er hätte gar keins. Da hat dann die Geschichte um seine Schwester Yazmine, an deren Tod er sich schuldig glaubt, auch nicht viel geholfen. Überhaupt blieben eigentlich sämtliche Charaktere im Buch farblos und blass, bis auf Rahils Ex-Freundin, die jedoch nur einen kurzen Gastauftritt hat. Ein anderer und wichtiger Punkt, der mich total gestört hat, war die Überladenheit. Im Laufe des Buches fallen immer wieder Namen von irgendwelchen Spezies, Planeten, Maschinen usw., auf die aber im Grunde meistens gar nicht näher eingegangen wird. Einige Ansätze fand ich total gelungen und fand es schade, dass diese nicht ausgebaut wurden, aber im Großen und Ganzen hatte ich beim Lesen die ganze Zeit über das Gefühl: „way to much!“ Zu viele Aliens, zu viele Maschinen oder technische Gerätschaften, zu viele SciFi-Begriffe allgemein (als wäre ein SciFi-Roman nur gut, wenn möglichst viele unbekannte Begriffe darin vorkommen), zu viele Mythen und kleine Geschichten, die noch nebenbei eingestreut wurden, obwohl der Haupt-Handlungsstrang an sich dem Leser schon einiges abverlangt. Hier wäre wirklich weniger mehr gewesen. Das merkt man schon daran, dass das Buch ein 16-seitiges Glossar hat … Aber ich hatte auch keine Lust, beim Lesen alle zwei Sätze ins Glossar zu schauen. Durch diese Überladenheit kam auch die Story nicht recht in Gang und keine richtige Spannung auf. Im Grunde hätte ich das Buch auch beiseitelegen können und es hätte mir keine schlaflosen Nächte bereitet ;-) Ich möchte nicht nur einen Stern vergeben, weil ich, wie gesagt, nicht alles an dem Buch schlecht fand und auch glaube, dass eingefleischte SciFi-Fans mehr Spaß an diesem Roman haben, als ich ihn hatte. Für Einsteiger in das Genre ist er definitiv nicht geeignet, man sollte schon etwas SciFi-Vorerfahrung haben, sozusagen. Wären die oben beschriebenen „Probleme“ nicht gewesen und hätte das Buch ein paar Seiten weniger gehabt, hätte vielleicht ein top Roman draus werden können – aber so bleibt noch Luft nach oben, oder?

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