Andreas Brandhorst Das Kosmotop

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Inhaltsangabe zu „Das Kosmotop“ von Andreas Brandhorst

Nur der letzte Mensch kann das Geheimnis lüften Die ferne Zukunft: Die Galaxis wird von intelligenten außerirdischen Zivilisationen regiert – und die Menschheit steht kurz vor dem Aussterben. Einer der letzten Menschen, ein Mann, der sich schon seit Jahrhunderten selbst immer wieder geklont hat, ist inzwischen zum Berater der galaktischen Regierung aufgestiegen. Als auf der alten Erde ein seltsames Artefakt gefunden wird, soll er ermitteln, was es damit auf sich hat. Es birgt, das wird bald klar, das Geheimnis der Zukunft des Universums …

Eigentlich ein guter Sci-Fi Roman, Leider oft überladen, zu abgedreht und voller pseudo-technischer Begriffe.

— Ein LovelyBooks-Nutzer

Das Kosmotop ist ein gigantisches Weltenschiff, das eines Tages in der Galaxie auftaucht. Es verschlingt gnadenlos ganze Sternen und ...

— Splashbooks

Gute Unterhaltung, mit ein paar Anleihen bei Asimov

— gorgophol

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    Das Kosmotop

    rallus

    03. July 2015 um 12:17

    "Hier ist ein Tropfen im Ozean der Zeit, und er enthält 14.721 Leben. Aber es werden immer weniger." Weit in der Zukunft. Die Menschheit ist bis auf 14721 Leben ausgestorben. Nach drei Kriegen gegen die Incera, eine kriegerische Alienrasse, ist die Erde zu einem unbewohnbaren Mausoleum geworden, in dem die Menschen in Grüften beigesetzt werden. Diese haben zwar die Unsterblichkeit, durch Übertragung der Persönlichkeit in Klone, entdeckt, dadurch wurden sie aber auch unfruchtbar. Die Unsterblichkeit lastet schwer auf den Überlebenden, was Corwain Tallmaster, ein Pazifikator beim Besuch der Erde feststellen muss. "'Warum wollen Sie sterben?' 'Weil....' Der von leise summenden Adjus gestützte Greis zögerte und starrte in die leere Stasiskammer. 'Weil.....' Er blickte auf seine leeren, zitternden Hände, als enthielten sie die Antwort. 'Weil ich zu viel gesehen, zu viel gehört, zu viel gefühlt und zu viel gesprochen habe. Die Erinnerungen, sie erdrücken mich. Es ist kein Platz mehr in meinem Kopf. Jeder einzelne Gedanke muss sich mühsam einen Weg suchen, er muss sich vorbeiquetschen an all dem jahrtausendalten Gerümpel, er muss in dunkle Ecken kriechen, denn nur dort kann er hoffen, noch ein wenig Bewegungsfreiheit zu finden. Sie verstehen das nicht, sie sind jung, kaum zweitausend Jahre Tallmaster, und jetzt lassen sie mich in Ruhe.'" Die Galaxis ist in Bereiche der Maschinenintelligenzen, sogenannte Koryphäen, und biologische Rassen, die sogenannte Kompetenz, die ein Zusammenschluss von 29 hochentwickelten Zivilisationen ist, aufgeteilt. Alle anderen Rassen werden von der Kompetenz und den Koryphäen beraten und bei dem Aufstieg der Zivilisationsstufen begleitet. Die kriegerischen Rassen möchten diese 'Entwicklungsrassen' auf ihre Seite ziehen um bei ihrem versteckten Krieg gegen die Kompetenz und die Koryphäen Verbündete zu haben. Es ist kein offener Konflikt, aber die Gesandten sind bei den Treffen und Verhandlungen gefährdet und bewegen sich auf einem schmalen Grat. So auch bei einem Treffen auf einem neutralen Planeten, auf dem der Berater Corwain Tallmaster und seine Freundin Solace in einen Hinterhalt der Mahé geraten. Corwain wird des Mordes an der Sängerin verdächtigt, dem religiösen Oberhaupt dieses Planeten, und aus seiner Funktion als Pazifikator entlassen. Alleine auf sich gestellt, gibt es für ihn nur einen Weg um seine Unschuld zu beweisen: die Veritas, eine der letzten überlebenden Menschen, die die Fäden und Muster der Gegenwart so liest, dass sie Jahrzehnte voraus sehen und planen kann. Ihre wichtigste Eigenschaft ist aber Wahrheit und Lüge voneinander zu unterscheiden. Doch die Veritas ist im Kosmotop, welcher ein riesiges, ja unmöglich großes Raumschiff ist (2 Lichtsekunden lang), ein riesiger Sammler einer anderen Zivilisation, von einer anderen Galaxie, der durch die Milchstraße zieht und wie ein Schmetterlingssammler, Proben der Zivilisationen einzieht. Der Auftritt dieses Kosmotops zeigt eine der großen Stärken des Autors, solche unmöglichen Bilder dem Leser vor Augen zu führen: "Draußen entschied der Juwelier endlich, seine Prachtstücke auf dem schwarzen Samt auszubreiten. Ein Riss zog sich durchs All, rot und violett, wie eine Wunde in Raum und Zeit, und Objekte in allen Formen und Größen schoben sich daraus hervor. [...] ...was dort zum Vorschein kam, sah zunächst nicht nach unterschiedlichen geometrischen Strukturen aus - Pyramiden, Kugeln, Zylinder, Oktaeder und andere -, sondern nach Ansammlungen von Kristallen, die das Licht der beiden nahen Sonnen einfingen und es millionenfach verstärkt wieder abstrahlten. Was dort aus dem Raum-Zeit-Riss kam, der noch immer länger und breiter wurde, waren Diademe, Stirnbänder, Haarreife und gewaltige Ketten und Bänder, eine strahlende, gleißende Pracht, die Solace einen begeisternden Ausruf entlockten." In der Folgezeit wird der Leser von verwirrenden und spannenden Eindrücken überrollt, die bis zu einem atemlosen Finale führen. Brandhorst hat hier aber nicht nur einen SF - Thriller verfasst, er hat die beiden Hauptfiguren Solace und Corwain sehr deutlich in ihrer Liebe wie auch in ihren unterschiedlichen Charakteren dargestellt. Er einer der letzten, etwas lebensmüden Menschen, sie sterblich, halb Frau, halb Vogel. Und auch die Nebenfiguren gerieten ihm sehr plastisch, soweit dass bei diesen verschiedenen Rassen und auch Maschinenintelligenzen möglich ist. Sehr schön war das Bild der nahe beieinander liegenden vielen Steine, repräsentativ für die Personen in einem Spiel des Lebens, die als Vergleich herhielten, dass wenn sich einer unten bewegt, eine Kette in Gang gesetzt wird, die den oben weit entfernten Stein bewegt; man muss nur den richtigen Ansatz finden und das Muster sehen. Manche Autoren hätten aus dem Stoff eine ganze Serie gemacht, Brandhorst hat leider nur 560 prall gefüllte Seiten parat, die aber jeden SF-Fan verzücken lassen. Zu Recht auf der Auswahlliste für den deutschen SF Preis! Passende Musik zu dem Buch: Arcane, Album: Known-Learned. Lunatic Soul, Album: Walking on a flashlight Beam.  

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  • Das Kosmotop, rezensiert von Götz Piesbergen

    Das Kosmotop

    Splashbooks

    13. December 2014 um 09:57

    Andreas Brandhorst ist einer der aktivsten, deutschen Science Fiction-Autoren. Seit 1978 erschienen über 20 Bücher von ihm. Sein neustes Werk ist "Das Kosmotop". Von ihm stammt auch der "Perry Rhodan"-Roman "PAN-THAU-RA 2: Die Trümmersphäre", der der beste des damaligen dreiteiligen Taschenbuchzyklusses war. In der Zukunft ist die Menschheit im Aussterben begriffen. Sie haben die Unsterblichkeit durch Klonen und Bewusstseinsübertragung der natürlichen Fortpflanzung vorgezogen und sind darüber hinaus unfruchtbar geworden. Und seitdem leben sie zurückgezogen in ihren eigenen Enklaven. Doch einige wenige ziehen es vor, im Auftrag der Kompetenz, einer interstellaren Regierung, aktiv zu sein. Zu diesen gehört auch Corwain Tallmaster. Er dient der Kompetenz als sogenannter Pazifikator. Er reist durchs All und versucht in Konfliktherden Frieden zu vermitteln. Eine ehrenvolle Aufgabe. Eines Tages gerät der Kosmos in Aufregung, als das Kosmotop auftaucht. Dabei handelt es sich um ein gigantisches Weltenschiff, das ganze Sterne und Planeten verschlingt. Was einmal hineingelangt ist, kommt nie wieder hinaus. Und schon bald ist dieses Objekt zentraler Gegenstand einer riesigen Verschwörung, die vor allem zwei Ziele verfolgt: Die gezielte Schwächung der Kompetenz und die Vernichtung aller Terraner. Zugegeben: Einige Teile der Geschichte dürfte Andreas Brandhorst von anderen SciFi-Autoren übernommen haben. So ist die Idee, dass es in Zukunft eine galaktische Zivilisation gibt, die von hochentwickelten Maschinen geleitet wird, nicht so neu. Ian Banks "Kultur"-Zyklus hat diese Idee bereits verwendet. Rest lesen unter: http://www.splashbooks.de/php/rezensionen/rezension/20722

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  • Das Kosmotop

    Das Kosmotop

    Splashbooks

    03. October 2014 um 19:48

    Andreas Brandhorst ist einer der aktivsten, deutschen Science Fiction-Autoren. Seit 1978 erschienen über 20 Bücher von ihm. Sein neustes Werk ist "Das Kosmotop". Von ihm stammt auch der "Perry Rhodan"-Roman "PAN-THAU-RA 2: Die Trümmersphäre", der der beste des damaligen dreiteiligen Taschenbuchzyklusses war. In der Zukunft ist die Menschheit im Aussterben begriffen. Sie haben die Unsterblichkeit durch Klonen und Bewusstseinsübertragung der natürlichen Fortpflanzung vorgezogen und sind darüber hinaus unfruchtbar geworden. Und seitdem leben sie zurückgezogen in ihren eigenen Enklaven. Doch einige wenige ziehen es vor, im Auftrag der Kompetenz, einer interstellaren Regierung, aktiv zu sein. Zu diesen gehört auch Corwain Tallmaster. Er dient der Kompetenz als sogenannter Pazifikator. Er reist durchs All und versucht in Konfliktherden Frieden zu vermitteln. Eine ehrenvolle Aufgabe. Eines Tages gerät der Kosmos in Aufregung, als das Kosmotop auftaucht. Dabei handelt es sich um ein gigantisches Weltenschiff, das ganze Sterne und Planeten verschlingt. Was einmal hineingelangt ist, kommt nie wieder hinaus. Und schon bald ist dieses Objekt zentraler Gegenstand einer riesigen Verschwörung, die vor allem zwei Ziele verfolgt: Die gezielte Schwächung der Kompetenz und die Vernichtung aller Terraner. Zugegeben: Einige Teile der Geschichte dürfte Andreas Brandhorst von anderen SciFi-Autoren übernommen haben. So ist die Idee, dass es in Zukunft eine galaktische Zivilisation gibt, die von hochentwickelten Maschinen geleitet wird, nicht so neu. Ian Banks "Kultur"-Zyklus hat diese Idee bereits verwendet. Doch das heißt noch lange nicht, dass man dem Autoren Ideenlosigkeit vorwerfen könnte. Im Gegenteil: Er mixt aus diesen und seinen eigenen Einfällen eine Geschichte, die den Leser von der ersten bis zur letzten Seite in ihren Bann zieht. Es gibt unheimlich viele Konzepte und Einfälle, die er zu Papier bringt. Und daraus entsteht ein großes Universum, das unverwechselbar wirkt. Rest lesen unter: http://splashbooks.de/php/rezensionen/rezension/20722/das_kosmotop

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  • Abenteuer im Space

    Das Kosmotop

    Piranhapudel

    22. August 2014 um 18:49

    Die Welt in der fernen Zukunft - ein paar Letzte Menschen, die unsterblich sein wollten und nun doch vor ihrer Ausrottung zu stehen scheinen; eine gemeinsame Regierung, die Kompetenz, die den Frieden wahren will und es doch nicht mehr schafft, die Galaxie von Kämpfereien frei zu halten; einst von Menschen geschaffene Maschinenintelligenzen, die Koryphäen, die die Menschheit allerdings längst überholt haben. Und mittendrin unser Pazifikator Corwain Tallmaster, der zusammen mit seiner Gefährtin Solace, ein Hybrid aus Mensch und Vogel, seine siebzehnten Klon zu Grabe trägt. Mit seinem achtzehnten Körper ist er weiterhin dabei, den Frieden zusammen mit der Kompetenz zu wahren. Diese Aufgabe scheint gar nicht mehr so einfach zu sein, denn zum einen ist das Kosmotop aufgetaucht, von dem niemand so richtig weiß, was es ist, was es vorhat und warum es sammelt und niemanden mehr freilässt. Zum anderen scheint das Volk der Incera die restlichen doch nicht so unsterblichen 14.722 Letzten Menschen vollständig ausrotten zu wollen. Dieses Buch war mein erster “richtiger” Science Fiction-Roman. Meine erste richtige Space Opera. Um es vorwegzunehmen: Nach dieser Lektüre bin ich mehr als gewillt, noch mehr aus diesem Genre zu lesen. Der Einstieg in die Geschichte war für mich nicht ganz so einfach, aber das könnte natürlich sein, weil die Dimensionen und der Hintergrund so riesig sind. Trotzdem wird die Atmosphäre anschaulich und glaubwürdig beschrieben und Andreas Brandhorst hat es hier echt geschafft, das Unmögliche so gut darzustellen, dass ich mir vorstellen kann, dass es möglich wäre. Die Geschichte bleibt von vorne bis hinten spannend. Schnell stellt sich heraus, dass der Konflikt noch viel weiter geht als es ursprünglich schien, alles verzwickt und verzweigt sich immer mehr. Als Leser konnte ich teilweise den Überblick über all die politischen Machenschaften kaum behalten. Dazu kamen natürlich auch noch die bereits erwähnten riesigen Dimensionen. Zum einen fand ich die Beschreibungen immer noch so toll, dass ich mir alles vorstellen konnte, zum anderen schritt die Handlung so rasant voran, dass ich manchmal geradezu hinterherhecheln musste. Action-Fans kommen hier also voll auf ihre Kosten. Die ganzen Verwicklungen, die wir ja nur aus Corwains Sicht sehen, wirken zunächst natürlich verwirrend, weil weder wir noch Corwain sie zur Gänze verstehen können und das Abenteuer so lange bestreiten müssen, bis wir das Rätsel zusammengesetzt haben. Ich habe es schnell wie in einem Abenteuerbuch empfunden: Technische Begriffe, neue Welten, Völker, politische Verwicklungen machen es ein wenig kompliziert, aber das liegt natürlich daran, dass unser "Abenteurer" Corwain mit seinem eigenen Blickwinkel durch die Welt stolpert, selbst so wenig weiß und im Verlauf der Reise sich sein Fokus immer wieder verschiebt. Je nachdem, was zum Beispiel durch seine Emotionen gerade in den Vordergrund gerückt wird. Erreicht er eine neue Station des "Abenteuers", lernt er neue Dinge kennen und sammelt so nach und nach den Gesamtzusammenhang. Der größte Teil der Geschichte ist aus der Sicht von Corwain geschrieben. Einzelne Kapitel zwischendurch zeigen auch noch andere Perspektiven, zum Beispiel aus dem Kosmotop, die natürlich zunächst dazu beitragen, alles noch mehr zu verwursteln, bis dann irgendwann Teile eine Auflösung aufzutauchen scheinen. Corwain ist ein sehr angenehmer Protagonist. Er fängt als Pazifikator, als Friedensbringer, an und macht insgesamt eine rasante Entwicklung durch. Den Umständen entsprechend war diese Entwicklung auch immer glaubwürdig und nachvollziehbar. Ein weiterer sehr angenehmer Charakter war Corwains Gefährtin Solace. Von Anfang bis Ende hat sie sich immer mehr in mein Herz geschlichen, weil sie ein besonderer und sehr liebenswerter Halb-Vogel-Halb-Mensch ist. Ein Wiedersehen mit ihr war immer ein kleines Highlight. Insgesamt war diese Geschichte wohl nicht die einfachste für einen SF-Neuling und vor allem kein Buch, das man mal liest, wenn man mal 10 Minuten Zeit hat. Aber es hat es verdient, dass man ihm ein Stück seiner Zeit schenkt und sich reinfallen lässt. Ich habe das Buch auf leserunden.de zusammen mit anderen Lesern und mit dem Autor selbst gelesen. War eine sehr tolle Erfahrung, da wir uns bei Verwirrung gegenseitig super helfen konnten, Andreas Brandhorst viele weitere interessante Gedanken beigesteuert hat und sowieso immer zur Stelle war. Danke dafür!

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  • Wenn dem Friedensstifter der Kragen platzt ...

    Das Kosmotop

    Heimfinderin

    21. August 2014 um 20:06

    Inhalt In der Zukunft haben sich 29 hochentwickelte unterschiedliche Zivilisationen zu einem gemeinsamen Bund, der Kompetenz, zusammengeschlossen und versuchen den Frieden in der Galaxis durch den Einsatz von sogenannten Pazifikatoren auf diplomatische Weise aufrecht zu erhalten. Unterstützung finden sie durch die einst von den Menschen erschaffenen Maschinenintelligenzen, Koryphäen genannt, die besonderes Wissen und die neueste Technik besitzen, allerdings nicht alle dem organischen Leben wohlgensonnen gegenüberstehen. Die Menschen selbst spielen zahlenmäßig nur noch eine kleine Rolle und existieren nur noch durch regelmäßige Bewusstseinsübertragungen auf neue Klone und leben in abgeschotteten Residenzen. Gefahr droht ihnen durch das Volk der Incera, die einst von den Menschen in einem großen Krieg besiegt wurden und seitdem auf Rache aus sind. Mit diesen zusammengeschlossen hat sich das Volk der Mahé, die sich von der Kompetenz abgespalten haben und eigene Ziele verfolgen. Eines Tages erscheint ein gewaltiges Weltenschiff, das aus riesigen Habitaten und Raumstationen besteht und Proben von allen Zivilisationen der Milchstraße sammelt. Dabei hinterlässt es eine Spur der Verwüstung und weckt gleichzeitig Begehrlichkeiten bei den Völkern der Galaxie. Einer der Pazifikatoren der Kompetenz ist Corwain, er ist ein Mensch und bereits sein 18. Klon. Er wird zur Konfliktbekämpfung auf einen Planeten geschickt und gerät dort in eine Intrige, die seine bisherigen Wertvorstellungen und damit sein ganzes Leben auf den Kopf stellt. Um seine Unschuld zu beweisen und die Bedrohung für die ganze Galaxis abzuwenden, muss er neue Wege gehen – und einer führt genau ins Kosmotop ... Meine Meinung Andreas Brandhorst hat wieder eine spannende und komplexe Geschichte erschaffen, die, wie auch seine anderen Bücher, nicht einfach so nebenher gelesen werden sollte. Es empfiehlt sich auch hier, langsam zu lesen, um die vielen Details, Gedanken und Gespräche aufzunehmen und auf sich wirken zu lassen. Nach und nach hat sich so bei mir alles erschlossen und am Ende führten alle Fäden zusammen. Ich bin immer wieder fasziniert von den Welten, die der Autor schafft und den Bildern und Filmen, die bei den Beschreibungen in meinem Kopf entstehen, so z. B. hier der spektakuläre Raub einer ganzen Stadt. Das sind Bilder, die mir immer noch lange nachhängen und dazu Entfernungen und Geschwindigkeiten, die ich kaum noch greifen kann. Hier in der Geschichte beeindruckt natürlich ganz besonders das Kosmotop, ein riesiges System aus Habitaten, Raumstationen und vielem mehr, das von einer Energiebarriere umschlossen wird und bis zum Ende eine mysteriöse Erscheinung bleibt, von der man nicht weiß, ob sie gute oder böse Absichten hat. Aber Gut und Böse, Richtig und Falsch sowie Wahrheit und Lüge sind in den Büchern des Autors sowieso nie eindeutig definiert, sondern es gibt viele Graustufen. Die Vielschichtigkeit der Figuren gefällt mir sehr gut und bietet viel Raum für Spekulationen. Ich habe bis zum Ende eigentlich keiner Seite wirklich getraut, nur dem Menschen Corwain und seiner Freundin Solace, einem liebevollen Geschöpf halb Frau halb Vogel. Dies war auch vom Autor geschickt gemacht, denn als Leser folgt man emotional diesen beiden am meisten, da man die Geschehnisse und die Informationen überwiegend auch aus deren Perspektive erlebt. Ihre Emotionen, Gedanken und Gespräche waren dem Leser besonders nah. Entsprechend wurde ich auch oft überrascht und erlebte einige unerwartete Wendungen, gleichzeitig konnte ich aber immer besonders gut mit Corwain und Solace mitfühlen und ihre Handlungen verstehen, auch wenn sie manchmal extrem und unerwartet waren. Aber wie würde man sich selbst verhalten, wenn man fallengelassen und das Liebste bedroht wird? Im Gegensatz zu anderen Science-Fiction-Romanen des Autors, die langsamer und noch bildgewaltiger daher kommen, sind hier ein paar Thriller-Elemente eingebaut, die mehr Tempo und Action bringen. Ich persönlich liebe ja die „gemächlicheren“, atmosphärisch noch dichteren Romane besonders, die Mischung aus Science-Fiction und Thriller hat mir aber auch sehr gut gefallen. Und es gibt zwischendurch immer wieder ruhige Szenen, in denen Gespräche und Gedanken zum Nachdenken anregen. Zudem findet sich eine erschreckende Ähnlichkeit zu einigen der momentan in unserer realen Welt stattfindenden Auseinandersetzungen. So unglaublich und fern die beschriebenen Welten in den Romanen meist wirken, so erschreckend gut vorstellbar sind mir oft die Entwicklungen der Menschheit und die beschriebenen Konsequenzen für deren Existenz. Warum sollte es z. B. nicht möglich sein, das Bewusstsein per Datenspeicher immer wieder zu kopieren und in neue Körper einzupflanzen? Irgendwann bestimmt. Nur ob man sich dabei immer sicher sein, kann, dass niemand dieses Bewusstsein manipuliert oder Emotionen steuert? Wenn es mich erst mal zwanzig Mal gegeben hat, bin ich dann noch dieselbe? Diese Frage stellt sich auch Corwain hier im Roman. Es wirkt zudem mittlerweile fast normal auf mich, dass Maschinenintelligenzen mir so real erscheinen und es wirkt auch normal auf mich, wenn ich das Gefühl habe, dass diese Maschinenintelligenzen den besten oder gar einzigen Überblick über das Geschehen haben und die richtigen Pläne, um sich um ein Häufchen Menschen zu kümmern. Irgendwie auch völlig normal für mich, wenn ich dahinter nicht nur Datenströme, sondern auch eigene Interessen vermute ... Für mich haben die Romane von Andreas Brandhorst immer etwas ganz Besonderes. Sie bieten mir ein ganz besonderes Kopfkino, eine besondere Atmosphäre , eine besondere Spannung und einen besonderen Anreiz fürs Nachdenken und Spekulieren. :)

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  • Science-Fiction mit Thriller-Qualitäten

    Das Kosmotop

    odenwaldcollies

    08. August 2014 um 15:01

    In der fernen Zukunft haben sich die Völker der höheren Entwicklungsstufen zur Kompetenz zusammengetan, die sich dem Frieden verpflichtet hat. Mit sogenannten Pazifikatoren versucht sie, mögliche Konflikte auf diplomatischem Weg zu lösen. Eines Tages erscheint ein riesiges Schiff, das Kosmotop, das sich ganze Städte und Planeten einverleibt. Kompetenz und Maschinenintelligenz versuchen mit Hilfe von Gesandten eine Einigung mit der Führung des Kosmotops zu erzielen. 17 Jahre später: der Pazifikator und Mensch Corwain Tallmaster wird nach Harvinga geschickt, um dort einen Konflikt zwischen den Einheimischen und den Mahé beizulegen. Der Auftrag läuft nicht wie gewünscht und die Situation eskaliert – dabei wird eine Welle an Ereignissen losgetreten, die sich Corwain niemals hätte träumen lassen. Wie von dem Autor gewohnt, läßt er auch bei diesem Roman gigantische Universen, Lebensräume und komplexe Technologien entstehen. Zusätzlich werden mehrere Handlungsstränge eröffnet, deren Zusammenhänge sich anfangs noch nicht erschließen, aber schlußendlich raffiniert miteinander verknüpft werden. Auf den ersten Seiten war ich – mal wieder – etwas verwirrt wegen der Komplexität und der vielen fremdartigen Begriffe, aber man muß die Lektüre einfach auf sich wirken lassen, vieles wird im Laufe des Buches geklärt; zusätzlich kann der Leser aber auch das umfangreiche Glossar am Ende des Buches zurate ziehen. Aufmerksames und konzentriertes Lesen ist aber in jedem Fall angebracht. Was mir sehr gut gefallen hat, ist die Vermischung von Science-Fiction mit Thrillerelementen, die die Handlung immer spannender werden und die Seiten nur so dahin fliegen läßt. Wie von Andreas Brandhorst gewohnt, nimmt die Handlung einige sehr überraschende Wendungen und auch das Ende, das für mich alle offenen Fragen beantwortet, konnte mich wieder voll überzeugen, da es eine gelungene Mischung aus actionreichem Showdown mit ruhiger und nachdenklicher Komponente ist. Eine aus meiner Sicht weitere Stärke des Autors sind seine Charaktere, egal, ob organischer Natur oder Maschinenintelligenzen, die niemals eindimensional beschrieben und damit schwer einzuordnen sind. Überhaupt gefällt es mir sehr gut, daß es keine eindeutige Einteilung in Gut und Böse gibt, es ist immer eine Frage der Perspektive und der Notwendigkeit. Corwain Tallmaster als Pazifikator und einer der wenigen Letzten Menschen ist ein Mann des Friedens und überzeugt von seiner Arbeit, der durch die Geschehnisse auf Harvinga zwischen die Fronten gerät. Auf der Flucht vor der Rache der Mahé und von seinem Arbeitgeber fallen gelassen, wird er gezwungen, sich mit Waffengewalt seinem eigenen Schicksal zu stellen. Begleitet wird er von der Sirmionerin Solace, die ein Hybrid aus Mensch und Vogel ist und über ausgeprägte kognitive Fähigkeiten verfügt. Dennoch ist „Das Kosmotop“ kein reines Weltraumspektakel, es verbirgt sich auch hier eine Botschaft hinter dem Buch, dich mich wieder hat nachdenken lassen. Außerdem lassen sich einige Parallelen zu unserer heutigen Zeit und Welt ziehen.

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  • - Hypochrisy -

    Das Kosmotop

    Hypochrisy

    Nur der letzte Mensch kann das Geheimnis lüften. Die ferne Zukunft: Die Galaxis wird von intelligenten außerirdischen Zivilisationen regiert – und die Menschheit steht kurz vor dem Aussterben. Einer der letzten Menschen, ein Mann, der sich schon seit Jahrhunderten selbst immer wieder geklont hat, ist inzwischen zum Berater der galaktischen Regierung aufgestiegen. Als auf der alten Erde ein seltsames Artefakt gefunden wird, soll er ermitteln, was es damit auf sich hat. Es birgt, das wird bald klar, das Geheimnis der Zukunft des Universums …

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    • 2

    Floh

    23. July 2014 um 04:57
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