Das Schiff

von Andreas Brandhorst 
4,2 Sterne bei28 Bewertungen
Das Schiff
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gorgophols avatar

Pures Lesevergnügen :-)

A

Eine SF-Story der besonderen Art. Hintergründig geschrieben und regt zum Nachdenken an. Der ewige Konflikt zw. KI und biologischen Wesen.

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Inhaltsangabe zu "Das Schiff"

NEU mit exklusiver Bonus-Erzählung »All die Jahrtausende«! Der mehrfach preisgekrönte Erfolgsroman erstmals im Taschenbuch: Seit tausend Jahren schicken die intelligenten Maschinen der Erde lichtschnelle Sonden zu den Sternen. Sie sind auf der Suche nach den Hinterlassenschaften der Muriah, der einzigen bekannten und längst untergegangenen Hochkultur in der Milchstraße. Bei der Suche helfen die Mindtalker, die letzten sterblichen Menschen auf der Erde. Doch sie finden nicht nur das technologische Vermächtnis der Muriah, sondern auch einen alten Feind, der seit einer Million Jahren schlief und jetzt wieder erwacht ...

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783492281683
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:592 Seiten
Verlag:Piper
Erscheinungsdatum:01.06.2018
Das aktuelle Hörbuch ist am 09.10.2015 bei TIDE exklusiv erschienen.

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Rezensionen und Bewertungen

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    wsnheliosvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Auch dieser Roman von Herrn Brandhorst enttäuscht nicht.
    Auch dieser Roman von Herrn Brandhorst enttäuscht nicht.

    Inhalt: Viele Tausend Jahre in der Zukunft regieren Maschinen die Erde und die restlichen unsterblichen Menschen genießen ein sorgloses Leben. Niemand ahnt, was die Maschinen in den Weiten des Alls entdeckt haben und dort machen. Einige Menschen haben ein spezielles Gen und werden als Mindtalker verwendet, die auf weit entfernten Planeten in Roboter schlüpfen und Aufgaben erledigen können, sind dafür aber sterblich, doch sie erinnern sich an nichts.
    Viele Sci-Fi-Autoren entwickeln einmal ein ausgefeiltes Universum und verfassen dann unzählige Bücher, die dort angesiedelt sind. Das ist auch gar nicht negativ, möchte man doch manche Universen immer wieder besuchen. Brandhorst hingegen erschafft für jedes Buch ein neues, raffiniertes, einzigartiges Universum. Das hat natürlich für mich zwei positive Punkte: Erstens kann ich somit immer neue Welten kennenlernen, was mir sehr gefällt, und zweitens sind das alles abgeschlossene Bücher, was mir noch mehr gefällt.
    Das Schiff bietet nicht nur ein interessantes Universum, sondern auch einen spannenden Plot. Adam etwa erlebt viele Dinge auf den verschiedenen Planeten, doch vergisst alles wieder, während der Leser eine durchgehende Geschichte erlebt. Und Evelyn muss sich selbst hinterfragen, ob ihre Ideen gegenüber den Maschinen real oder nur eingebildete Verschwörungstheorien sind. Das ist wirklich sehr interessant zu lesen, teilweise fast schon zu schwere Sci-Fi-Kost. Aber natürlich ist die größte Spannung darin gegeben, dass man als Leser wissen möchte, was es mit diesem Schiff auf sich hat.
    Was gute Science-Fiction normalerweise ausmacht und auch hier gut ausgeführt wird, sind philosophisch-ethische Fragestellungen, Zukunftsvisionen mit warnendem Gegenwartsbezug. Man liest hier nicht nur eine spannende Story, entdeckt nicht nur ein faszinierendes Universum, sondern denkt auch über den Zustand unserer realen Welt nach, unserer Probleme und Technologie.
    Fazit: Ich mutiere langsam zu einem Brandhorst-Fan und kann auch dieses Werk nur empfehlen.

    >>Hier<< geht es zum Originaltext und weiteren Rezensionen.

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    RawQs avatar
    RawQvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Am Ende eines sich geistlos selbst optimierenden Paradigmas steht immer die Apokalypse.
    Nur die Sterblichen können Unsterblichkeit erlangen.


    Brandhorst erschafft in diesem Roman, mit dem so unspektakulären Titel, eine dichte, faszinierende Welt. Allerdings musste ich mich, angesichts der vielen Begriffe, erst etwas orientieren. Mit einer gewissen Zuversicht wirft Brandhorst diese Begriffe dem Leser entgegen, sicher mit der Absicht, dass sie Fragen aufwerfen, die einen noch tiefer in die Geschichte ziehen.

    Und der Plan geht auf. Seine Sprache vermeidet geschickt verbrauchte SciFi Wörter und öffnet neue Horizonte. Es ist ein Genuss, wie Brandhorst hier die deutschen Sprache einsetzt: Aktuatorweiche, Brüter, Edukatoren, Konnektoren, Weltenbrand.

    Der Weltenbrand markiert eine Katastrophe die vor eine Millionen Jahren alle Zivilisationen in unserer Galaxie auslöschte. Hier bedient sich Brandhorst der gleichen Idee wie in Mass Effect (VG) und obwohl es sogar weitere Überschneidungen gibt, handelt es sich doch um eine ganz andere Geschichte. Sie ist tiefsinnig, ja, literarisch und eine bohrende Spannung lässt die letzte Seite viel zu schnell zum Vorschein kommen – voll Wehmut blieben meine Tage nach dem Beenden.

    Dennoch würde ich vor allem gegen Ende die zunehmenden Logikfehler (oder Verwirrungen?) kritisieren – Plotholes, die ich auch nach eingehender Überlegung nicht aufzulösen vermochte. Jedoch ist die Bugwelle der Geschichte so gewaltig, dass diese darin schlicht untergehen und für mich letztlich zu keiner Abwertung führen.

    Andreas Brandhorst, deutsche SciFi vom feinsten.

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    Brivulets avatar
    Brivuletvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Nachdenkliche Science-Fiction
    Maschinen für oder gegen die Menschen?

    Eine Maschinenintelligenz hat die Herrschaft übernommen. Es gibt nur noch sehr wenige Menschen auf der Erde. Die meisten von ihnen sind quasi unsterblich und leben ohne Sorgen in luxuriöser Umgebung. Doch einige wenige Menschen leiden unter dem Omega-Faktor und sind deshalb sterblich. Aber diese Sterblichkeit befähigt sie dazu, im Dienst der Maschinenintelligenz als »Mindtalker« in der Milchstraße nach den Artefakten einer mysteriösen Rasse namens Muriah zu suchen. Die Geschichte wird aus der Sicht mehrer Personen erzählt, was zunächst etwas verwirrend ist. Dazu kommt, dass mehrere Wiederholungen den Lesefluss bremsen. Z.Bsp. der Omega Faktor wird zu oft erklärt. Erst ab der Mitte nimmt der Roman Fahrt auf, die Spannung steigt und der Schluss ist meiner Ansicht nach sehr gut gelungen. Fazit: Leseempfehlung 

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    derMichis avatar
    derMichivor 3 Jahren
    Kurzmeinung: sprachgewaltig, mit der Zeit auch packend
    sprachgewaltig, mit der Zeit auch packend

    Zwei klassische Hauptmotive sind erkennbar: Raumfahrt und künstliche Intelligenz. Doch Brandhorst tut weit mehr, als sich einfach nur an längst bekannten Themen abzuarbeiten. Seine Charaktere sind vielschichtig und verfolgen darüber hinaus nicht immer ganz durchsichtige Pläne. Das gilt neben den Menschen auch für die Maschinenwesen, deren einheitliches und doch teilweise eigenständiges Denken und Wirken eine geradezu unheimliche Komplexität erreicht hat. Am Ende sind und bleiben sie natürlich das, was man von Maschinen erwartet, bei manchen Konfliktpunkten werden Erinnerungen an andere Mensch-versus-Roboter-Geschichten wach. Aber insgesamt erreicht der Roman als einzelnes Werk genug Eigenständigkeit und Geschlossenheit. Es müssen nicht immer ellenlange Buchreihen sein.
    Adam taugt bestens als Identifikationsfigur, da sein Verhältnis zu den Maschinen alles andere als einfach ist. Klare Fronten? Fehlanzeige, zumindest am Anfang. Als dann eine Frau namens Evelyn in die Handlung tritt und eine mögliche Verschwörung im Raum steht, nimmt die Geschichte noch mehr Fahrt auf und taugt damit sowohl zum Krimi als auch zum ausgewachsenen Techno-Thriller.
    Die Sprache ist literarisch durchdacht und erfordert eventuell etwas Zeit zum Einlesen. In jedem Fall beweist der Autor, dass Science Fiction das Zeug hat, auch im eindundzwanzigsten Jahrhundert noch hochwertige Genrebeiträge zu liefern. Angenehm auffallend ist der weitgehende Verzicht auf Anglizismen. Der vorhandene Wortschatz wird umfassend erforscht, neue Kreationen gefunden und bekannte in neue Zusammenhänge gesetzt. Ein praktisches Glossar am Ende des Buches ergänzt das Gesamtbild, da man bei der Masse der neuen Begriff womöglich manches nachschlagen muss.

    Seitenzahl: 544
    Format: 13,6 x 21,5 cm, Klappenbroschur
    Verlag: Piper

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    Solara300s avatar
    Solara300vor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Eine fantastische Welt erschaffen um sich entführen zu lassen in die weiten der Galaxie und ihrer Gehimnisse...
    Wenn der Schein und das Sein die Suche nach Antworten bereit hält...

    Kurzbeschreibung

    In der Zukunft senden intelligente Maschinen lichtschnelle Sonden zu den Sternen. Denn sie sind auf der Suche nach etwas sehr wertvollem für sie und zwar nach der untergegangenen Hochkultur der Muriah. Die ein System entwickelten und zwar das der Kaskade. Ein System aus Tunneln das die Raum Zeit Reisen durch die ganze Galaxie ermöglicht.

    Auf deren Suche brauchen die Maschinen die Hilfe der Mindtalker die zwar nur eine begrenzte Zeit auf Erden haben, aber durch ihre Fähigkeit ihren Geist und ihren Körper zu trennen und somit an sehr weit entfernte Plätze der Galaxie zu reisen besonders wertvoll sind.

    Adam ist einer dieser besonderen Mindtalker und diese Reise wird ihn verändern....


     

    Cover

    Das Cover ist sehr interessant gestaltet mit den weiten der Galaxie und dem Mond der sehr viel technologisches Wissen sein eigen nennt und doch Defizite zu haben scheint.
    Was mit gefällt ist das es mit dem Schiff nicht nur optisch eine Frage aufwirft was genau das Schiff da macht oder wohin seine Reise führt, sondern es passt hervorragend zum Inhalt.


    Schreibstil

    Der Autor  Andreas Brandhorst
    hat einen sehr bildhaften Schreibstil der mich mitgenommen hat in eine Welt in der man nicht sagen kann der ist schwarz oder weiß, sondern wo man herausfindet was hinter manchen Dingen steckt. Oder welchen Sinn manches hat. Ist es zum Wohle oder wirft es neuerliche Fragen auf und ich kann nur schreiben der Autor dessen erstes Werk ich genießen durfte zu lesen hat mich begeistert.
    Denn die Charaktere faszinieren und ich war gespannt wie sie sich entwickeln und welche Entscheidung folgen.
    Für mich eine Weltenerschaffung die ich begeistert bis zum Schluss inhaliert habe und nur schreiben kann.
    Klasse und ich freu mich schon auf mehr!

     

    Meinung

    Wenn der Schein und das Sein die Suche nach Antworten bereit hält...

    Dann sind wir bei Adam angekommen.
    Adam ist ein Mindtalker. Was ein Mindtalker ist? Ein Mindtalker kann mit kontrolliertem Bewusstseins Transfer über sehr weite Strecken reisen.
    Denn genau diese Strecken sind sehr wichtig. Denn in einer Welt wo intelligente Maschinen sich um alles kümmern und versuchen technisch immer weiter auf einem höheren Stand zu sein, kommen ihnen die Hilfeleistungen der Mindtalker gerade recht. Denn genau das können sie nicht. Denn die Maschinen wie zum Beispiel Bartholomäus suchen die untergegange Hochkultur Muriah.

    Was mir hier sehr gut gefällt ist, das man die Beschreibung erhält wie die ganze Zivilisation aufgebaut ist, inklusive der Rückblicke die Adam mit seinen zweiundneunzig Jahren hat und die passenden Erinnerungen dazu.

    Und Adam erinnert sich des Öfteren sehr gerne an die Zeit wo er noch bei seinen Eltern war und nicht nur das, auch wie sie gehofft hatten das er Unsterblichkeit erlangt mit dreißig Jahren und in Adams Fall dies einfach nicht möglich war.
    Aber auch an Rebecca kann sich Adam erinnern, vor allem als ihm Bartholomäus eröffnet das sie etwas sehr wichtiges gefunden haben das eine Anreise zweier Mindtalker unverzichtbar macht.
    Da Rebecca für diese wichtige Mission mit dabei ist, ist Adam nach vielen Jahren des nicht sehens gespannt.
    Allerdings erstaunt es ihn als er endlich auf besagten Ziel Territorium eintrifft. Denn es scheint den Maschinen nicht schnell genug zu gehen oder wären sie sogar bereit zu lügen.
    Genau diese Fragen stellt sich Adam und dann muss er feststellen dass es vielleicht doch mehr Fragen gibt als er in seinem Alter jemals angenommen hat.
    Ein Gravitationsbebens ungeahnten Ausmasses bestärkt Adams Verdacht das etwas nicht stimmen kann und ein mysteriöses Schiff das mit seinen Ausmassen nicht von denn Muriah stammen soll macht das ganze zu einem Rätsel.
    Aber noch bevor die nötigen Fragen dazu gestellt werden können, tauchen immer mehr Erinnerungslücken auf. Adam erfährt Fakten die ihm Bartholomäus verschwiegen hat und dann taucht auch noch eine Frau namens Evelyn auf die ihn darin bestärkt nachzuhaken.

    Dieses Szenario die Geschichte hinter den Maschinen verwoben mit den Erinnerungen und dem was passiert macht es für mich zu einer besonderen Geschichte.
    Ich habe mir mehr als einmal die Frage gestellt wer ist gut und wer ist böse. Ist es so einfach zu umschreiben. Denn die Fragen und die Hintergründe zu erforschen ist für mich voll und ganz nachvollziehbar und nicht allem und vor allem jedem zu glauben.

    Das Glossar am schluss ist auch sehr hilfreich und man kann verschiedenen Begriffe wie z.b. die Mindtalker nachschlagen.



    Fazit 

    Absolut empfehlenswert und Klasse umgesetzt!

     

    5 von 5 Sternen

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    odenwaldcolliess avatar
    odenwaldcolliesvor 3 Jahren
    Auf der Suche nach einer untergegangenen Hochkultur

    Auf der Erde leben nur noch wenige Millionen Menschen – in Koexistenz mit dem Cluster, einer Gemeinschaft von intelligenten Maschinen, die sich um ihre Schöpfer, die Menschen kümmert. Die Maschinen suchen schon lange mit Hilfe von menschlichen Mindtalkern in den Weiten der Galaxie nach den Artefakten der Muriah, einer Hochkultur, die vor einer Million Jahren spurlos verschwunden ist. Als sie ein altes Schiff finden, erwecken sie jedoch auch eine alte Gefahr.

    Der neue Roman von Andreas Brandhorst beginnt ziemlich überschaubar, nicht nur mir der Zahl der Protagonisten. Wir befinden uns auf der Erde in ca. 6000 Jahren, die Folgen der Klimaerwärmung sind deutlich zu spüren und es leben nur noch etwa 4 Millionen Menschen auf der Erde. Nachkommen gibt es kaum, jedoch erlangen die Menschen an ihrem dreißigsten Geburtstag durch eine spezielle Behandlung durch die Maschinen die Unsterblichkeit. Bis auf eine Handvoll Menschen, bei denen diese Behandlung nicht anschlägt. Dafür sind sie aufgrund ihrer Sterblichkeit in der Lage, ihr Bewusstsein kontrolliert über interstellare Entfernungen zu transferieren - eine Gabe, die sich die Maschinen bei ihrer Suche nach den Muriah zu Nutze machen.

    Ich hatte öfters das Gefühl, dass in der Zukunft die Rollen von Menschen und Maschinen vertauscht sind, auch wenn Maschinen und Menschen friedlich nebeneinander leben.

    Der sterbliche Mindtalker Adam, über 90 Jahre alt, leidet aufgrund seiner Tätigkeit an einer Art Alzheimer, Erinnerungen kommen und gehen, er kann sie nicht festhalten. So erscheinen auch seine Aufträge als Mindtalker wie Fragmente, die weder er noch der Leser anfangs zuordnen kann. Betreut wird er dabei von der Maschinenintelligenz Bartholomäus. Bis er Evelyn begegnet, einer Unsterblichen, die einer Organisation angehört, die der Herrschaft der intelligenten Maschinen kritisch gegenübersteht. Sie will ihm helfen, seine Erinnerungen aufzuzeichnen.

    Auch wenn der Roman in weiten Zügen ruhiger als andere Romane des Autors ist, ist er nicht weniger interessant und spannend. Er befasst sich mit Fragen der Evolution und deren mögliche Entwicklung bei Mensch und Maschine und ob immer wieder die gleichen Fehler gemacht werden.

    Und was zählt mehr: die Freiheit des Einzelnen und seiner Gedanken oder das Wohl der Gemeinschaft? Und wie wichtig ist das Gleichgewicht zwischen den Lebensformen?

    Das sind Fragen, denen Adam zunehmend begegnet und deren Antworten er auf eigene Faust herausfinden will. Spannend in diesem Zusammenhang ist auch, dass die Maschinen diese Fragen unterschiedlich beantworten.

    Mich konnte auch dieser Roman wieder voll überzeugen, auch weil er zum Nachdenken anregt.


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    Heimfinderins avatar
    Heimfinderinvor 3 Jahren
    Auslaufmodell Mensch?

    Inhalt
    Vor 6000 Jahren ist beim Krieg zwischen Menschen und Maschinen die Menschheit fast zerstört worden. Seitdem sorgen die Maschinen für die restlichen Menschen, indem sie ihnen am 30. Geburtstag mit einer besonderen Behandlung Unsterblichkeit geben und dann mit allem versorgen, was sie für ein sorgenfreies Leben benötigen. So können sie ganz ihren Interessen und Vergnügungen nachgehen. Sie werden nie krank, bleiben immer körperlich und geistig jung und müssen sich nur vor tödlichen Unfällen in Acht nehmen.

    Doch manchmal funktioniert die Umwandlung in die Unsterblichkeit nicht und man gehört zu den Unglücklichen, die sterblich bleiben. So auch Adam, der daraufhin für die Maschinen als sogenannter Mindtalker arbeitet. Diese sind gerade aufgrund ihrer Sterblichkeit fähig, ihr Bewusstsein Lichtjahre entfernt zu anderen Planeten zu transferieren. Während ihr sterblicher Körper geschützt auf der Erde bleibt, schicken die Maschinen regelmäßig die Gedanken der Mindtalker ins All, wo sie dann unterschiedliche Missionen für die Maschinen auszuführen.

    Für den greisen 92jährigen Adam ist dies sein Alltag, er fühlt sich gut versorgt und durch seinen Maschinen-Betreuer Bartholomäus vertrauensvoll betreut. Doch als ein kristallisierter Muriah gefunden wird, ein Zugehöriger einer Spezies, die seit dem großen Weltenbrand vor einer Millionen Jahren als verschollen gilt, und immer mehr alte Artefakte dieser Wesen von den Maschinen eingesammelt werden, beginnen in Adam Zweifel zu nagen. Und warum produzieren die Maschinen immer mehr Waffen, warum verschwinden auf einmal Mindtalker und was hat es mit dem feindlichen Schiff auf sich, das auf einmal auftaucht und die Maschinen in höchste Alarmbereitschaft bringt? Und dann nimmt Evelyn, eine Unsterbliche, die einer Protestbewegung gegen die Herrschaft der Maschinen angehört, mit Adam Kontakt auf, um ihm etwas Wichtiges mitzuteilen ...


    Meine Meinung
    Die Bücher von Andreas Brandhorst sind für mich immer wieder sehr spannend zu lesen und bieten immer wieder Beschreibungen und Gedanken, die vor meinen Augen ganz besondere Bilder erzeugen. So auch hier wieder. Andere Planeten oder die in der Zukunft veränderten Städte der Erde und auch die Umgebungen und die Erlebnisse, die Adam während seiner vielen Bewusstseinstransfers beobachtete und durchmachte, waren für mich wieder interessant beschrieben und sorgten für eine tolle Atmosphäre. Andreas Brandhorsts Romane lassen für mich aufgrund seines Schreibstils immer eine ganz besondere Stimmung entstehen. Aber nicht nur das. Das Besondere für mich sind auch immer wieder die Themen, die er in seinen Geschichten anspricht, in diesem Fall ganz besonders die menschliche Unsterblichkeit und die Evolution der Menschen/Maschinen.

    Hier im Roman ist es für die Menschen normal, unsterblich zu werden. Sie verlassen sich darauf, dass die Maschinen sie an ihrem dreißigsten Geburtstag einer Behandlung unterziehen, nach der sie Tausende von Jahren alt werden können und nichts weiter mehr tun müssen, als ihrem Vergnügen nachzugehen. Eine schöne Vorstellung so viel Zeit für alles zu haben! Doch trotzdem fragt man sich beim Lesen, ob das so richtig ist. Denn ein fader Beigeschmack bleibt dabei: die Abhängigkeit von den Maschinen, die sich um die komplette Versorgung kümmern. Man fragt sich auch, warum machen sie das? Wirklich nur aus Menschenfreundlichkeit? Oder sollen die Menschen einfach nur ruhiggestellt werden, während sich die Maschinenintelligenzen immer schneller weiterentwickeln? Der Mensch hat die Maschinen erschaffen, aber irgendwann hat er sie wohl aus den Händen verloren...oder ist es doch gut und richtig, dass sich Maschinen um alles kümmern, weil sie sich nicht wie der Mensch von irrationalen und intuitiven Handlungen leiten lassen? Es wirkt dann fast beruhigend, dass es ein paar Unsterbliche wie Evelyn gibt, die misstrauisch gegenüber der Herrschaft der Maschinen sind und daran zweifeln, dass diese die Menschheit wirklich schützen wollen, wie sie es durchaus glaubhaft immer wieder versichern.

    Denn es liest sich gruselig, wie weit die Maschinenintelligenzen sich weiterentwickelt und im All vernetzt haben. Man fragt sich schnell, wie lange die Maschinen die Menschen überhaupt noch brauchen, auch wenn es hier in der Geschichte noch eine Sache gibt, die der Mensch für sie tut. Eine Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine scheint also gegenüber dem Feind, der sie beide bedroht, noch notwendig zu sein – oder nicht?

    Wie es bei Andreas Büchern ist, gibt es nicht einfach nur Schwarz und Weiß und so wird man beim Lesen immer mal wieder verunsichert, was nun Wahrheit ist und was nicht. So entstand bei mir trotz des allgemeinen Misstrauens gegenüber den Maschinen doch gerade bei Adams Maschinen-Betreuer Bartholomäus eine unerwartete Sympathie und seine Beweggründe erschienen ehrlich besorgt. Hat er recht? Kann der Mensch nicht mehr alleine überleben? Und Evelyn, auf deren Seite ich schnell stand, zeigte dagegen immer mal eine rücksichtslose Seite, die mich an ihrer Motivation manchmal zweifeln ließ. Könnte es sein, dass sie einer fixen Idee erlegen ist und mit ihrem Widerstand den Menschen eher schadet? So wurde für mich Adam zum Spielball zwischen überzeugenden Argumenten, versteckten Lügen, verschwundenen und wieder zurückgegebenen Erinnerungen und mühsam gesammelten eigenen Erfahrungen, während der Feind mit seinem Schiff in vernichtender Weise immer näher kam.

    Es war berührend zu lesen, wie Adam durch die neu gewonnenen Erkenntnisse emotional aus seinem bisher irgendwie akzeptierten Lebensbild gerissen wurde. Es war spannend zu lesen, wie Adam nun trotz seines greisen Alters und seines geschädigten Bewusstseins beharrlich versuchte, die Wahrheit zu finden und dafür den Kampf nicht nur gegen den unbekannten Feind, sondern auch gegen seine eigene Schwäche und Sterblichkeit aufnahm. Und es war aufregend zu lesen, in welchen Dimensionen sich die Maschinenintelligenzen ausbreiteten und weiterentwickelten, auf den ersten Blick vielleicht unvorstellbar, aber doch mehr und mehr vorstellbar... und es war überraschend zu lesen, wie Adam am Ende agierte. Für mich ist dieses Buch auf jeden Fall wieder eine intelligente und sehr zum Nachdenken anregende Geschichte, die mir sicherlich noch eine ganze Weile im Kopf bleiben wird.

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    klaudia96s avatar
    klaudia96vor 3 Jahren
    Auf der Reise durch das unendliche Meer der Sterne...

    Inhalt

    Menschen erschufen die intelligenten Maschinen der Erde, die sich zum “Cluster” zusammenschlossen, und im Gegenzug ihren Schöpfern die Unsterblichkeit verliehen. Doch bei einigen von ihnen wirkt die Behandlung nicht, so wie bei dem greisen Mindtalker Adam. Seine Besonderheit, seine Sterblichkeit, macht es ihm möglich, sein Bewusstsein in Maschinen zu transferieren, die Millionen von Lichtjahren entfernt sind und das Weltall erkunden, auf der Suche nach den Muriah – eine Hochkultur, die Netze durch die gesamte Galaxis erschaffen hat, um sekundenschnelles Reisen zu ermöglichen. Doch diese Suche bleibt nicht unerkannt, und schon bald sieht sich der Cluster einer Bedrohung ausgesetzt, die uralt ist, während Adam mit Hilfe der unsterblichen Rebellin Evelyn zu ergründen versucht, was der Cluster tatsächlich im Schilde führt und welche Lügen er versteckt…

    Meine Bewertung

    Mit diesem Buch tauche ich ein Genre, das ich normalerweise eher als Film anschaue, als dass ich es wirklich lese: Science-Fiction. Der Piper Verlag hat mir jedoch ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt, und so habe ich mich an die teilweise schwierige Aufgabe gemacht, in eine Geschichte einzudringen, die voll ist von voluminösen Beschreibungen und Fachwörtern, die ich anfangs gar nicht verstanden habe. Man hat aber nicht umsonst am Ende des Buchs ein fünf Seiten langes Glossar, und schon bald nahm mich Andreas Brandhorsts Geschichte mit auf eine Reise in die ferne, in die Zukunft, und in Welten, die so raffiniert ausgearbeitet und beschrieben sind, dass man das Buch kaum weglegen kann.

    Wie schon beschrieben hatte ich am Anfang ziemliche Schwierigkeiten, in die Geschichte reinzukommen. Man wird mitten in das Geschehen geworfen, lernt Adam, seinen Mentor Bartholomäus (eine individuelle Form des Clusters und damit eine intelligente Maschine) und Evelyn, sowie Rebecca kennen, die die Geschichte im Wesentlichen tragen. Das Verwirrende ist, dass wir es hier mit zusammenhängenden Ereignissen zu tun haben, die sich jedoch in zwei Konflikte splitten: Einmal zwischen den intelligenten Maschinen und den Menschen, die sich gegen deren Einfluss auflehnen, und wiederum zwischen der Erde und dem fremden Feind, dem Schiff, das dem Buch schon seinen Titel gab.

    Unser Verbindungspunkt ist hierbei Adam, ein Mindtalker, der immer wieder im Auftrag des Clusters sein Bewusstsein an fremde Planeten schickt und dort agiert. Aus seiner Sicht erleben wir viele Ereignisse mit, lernen die Konflikte kennen und bekommen einen Einblick in die Funktionsweise der neuen Welt, die nach der ersten Eingewöhnung des Lesers wirklich facettenreich ist und mit allerlei neuen, schönen Ideen aufwarten kann. An dieser Stelle hat Andreas Brandhorst wirklich nichts unversucht gelassen, seine Zukunftsvision aufregend und immer wieder interessant zu gestalten, was mir sehr gut gefallen hat. Das hat auch die anfängliche Verwirrung schnell wieder in den Hintergrund rücken lassen. Was aber auch nicht zu kurz kommt, wenn es auch eine untergeordnete Rolle spielt, sind die zwischenmenschlichen Beziehungen, wobei dies in dem Zusammenhang vielleicht ein etwas unpassender Begriff ist. Die Beziehungen zwischen Adam, Rebecca und Evelyn spielen schon eine tragende Rolle, doch auch die zwischen Bartholomäus und Adam, sowie unter den einzelnen Aspekten des Clusters, treiben das Geschehen immer weiter voran und halten den Leser auf der Strecke.

    Es ist sicherlich eine Geschmacksache, doch der Schreibstil des Autors hat mich nicht ganz überzeugen können. An einigen Beschreibungen von Welten und ihren Rassen, war ich zwar theoretisch interessiert, aber ich habe mich dabei erwischt, wie ich teilweise Sätze zwei oder dreimal lesen musste, weil der Stil ein wenig zu ausschweifend war. Man hätte das Ganze etwas kürzer fassen können, aber das ist sicherlich für manchen Leser passend, für andere wieder nicht. Mich hat es teilweise gestört, aber die Story war doch gut genug und sehr raffiniert, logisch aufgebaut, sodass ich mit Freude weitergelesen habe. Besonders hat mir auch die Idee mit den Mindtalkern und den Unsterblichen gefallen, deren Entwicklung im Laufe des Buches immer wieder zu Überraschungen und emotionalen Momenten, in Form von Adams Erinnerungen an seine Vergangenheit, geführt haben.

    Zum Abschluss noch einige Worte zum Cover: Das Blau und die gelblich-grünen Töne machen es zu einem schönen Kunstwerk, und das Raumschiff, das darauf abgebildet ist, passt hervorragend zum Titel und zur Geschichte. Ich mag die Harmonie und das futuristische, aber klare Design sehr gern, ebenso wie die Geschichte, die ich allen empfehlen würde, die auch mal gerne in Science-Fiction einsteigen würden, aber bereit sind, sich darauf einzulassen, dass man anfangs ein wenig überfordert ist und immer mal wieder im Glossar nachschauen muss, was denn dieses und jenes Wort nochmal bedeutet. Ich verspreche hoch und heilig, es lohnt sich – denn auch das Ende wartet mit Überraschungen auf, die man bis zu den letzten zwanzig Seiten überhaupt nicht absehen konnte!

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    his_and_her_bookss avatar
    his_and_her_booksvor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Ferne Galaxien und düstere Szenarien
    Ferne Galaxien und düstere Szenarien


    Zitat:
    „In dem finsteren Loch, das der Schatten am Himmel geworfen hatte, blitzte und glühte es an mehreren Stellen, als versuchten einige der verschluckten Sterne aus dem Schlund zu entkommen.“
    (S.59)

    „Er reiste durch Dunkelheit, nicht im wohlig warmen Schlaf des Transfers, sondern in der erdrückenden, erstickenden Umarmung von Schmerz.“
    (S.123)

    Inhalt:
    Seit dem Weltenbrand beherrschen intelligente Maschinen die Erde. Den meisten Menschen schenken sie die Unsterblichkeit. Doch nicht alle haben dieses Glück. Der Omega-Faktor verhindert in einigen Fällen, dass man Unsterblichkeit erlangt. Und genau diese Menschen werden als Mindtalker dringend benötigt. Denn sie haben etwas, dass die Unsterblichen nicht besitzen.

    Zur Erforschung weit entfernter Galaxien sind die Maschinen auf Mindtalker wie Adam angewiesen. Denn nur diesen ist es möglich, Körper und Geist zu trennen und so in kurzer Zeit große Entfernungen zurückzulegen.

    Immer wieder stoßen sie auf Reste einer einst hoch entwickelten Zivilisation, den Muriah. Vor Jahrhunderten sind die Muriah plötzlich verschwunden. Doch sie haben eine Technik hinterlassen, die eine Suche nach ihnen wert scheint. Mit dieser können große Distanzen wie Lichtjahre blitzschnell überwunden werden. 

    Bei der Suche nach dieser Zivilisation treffen sie nun auf einen ungeahnten Widerstand. Die Ausmaße sind unvorstellbar. Und es scheint eine Frage der Zeit, wann die Erde dem Untergang geweiht sein wird.

    Meinung:
    Schon in meiner Kindheit habe ich SciFi-Geschichten absolut geliebt. Eine Reise in unendliche Weiten kann wahrscheinlich so ziemlich jeden faszinieren. Nun wurde ich auf „Das Schiff“ aufmerksam. Meine Erwartungen schossen ins Bodenlose und so war ich froh, dass ich endlich mit dieser Geschichte beginnen konnte.

    Nachdem ich die ersten Seiten gelesen hatte, fühlte ich mich erst einmal ein wenig überfordert. In diese Welt wurde ich förmlich hineingeworfen, ohne Orientierung und Aussicht. Langsam tastete ich mich dann immer mehr in das Geschehen. Doch die Zusammenhänge blieben vorerst im Dunklen. Also versuchte ich, mich Schritt für Schritt treiben zu lassen, nicht aufzugeben, und letztendlich hat es sich tatsächlich gelohnt.

    Nach und nach erfuhr ich, wie es zu dieser Situation auf der Erde kommen konnte. Einzelheiten dazu blieben mir zwar vorerst verwehrt, doch ich hatte den Protagonisten Adam an meiner Seite, dem viele Handlungen aus der Vergangenheit auch nicht bewusst waren. Und so versuchten wir gemeinsam, uns vorzutasten und hinter das offizielle Geschehen zu schauen. Wobei Adam sich nicht von Beginn an mit dem Geschehen anfreunden konnte. Der Avatar Bartholomäus genießt immerhin sein ganzes Vertrauen. Er kennt ihn nun schon ein Leben lang. Adam gehört nicht zu den Glücklichen, die die Unsterblichkeit erlangen konnten, denn der Omega-Faktor griff bei ihm ein. Dennoch versucht Adam, das Beste aus dieser Situation herauszuholen. Und so wird er zum Mindtalker. Die ihm zur Verfügung stehenden Lebensjahre will er nutzen, um fremde Welten kennenzulernen.
    Die Maschinen sind auf die Mindtalker angewiesen. Denn nur den Sterblichen ist es vergönnt, ferne Galaxien im Geist getrennt von ihrem Körper zu erreichen. Die Eroberung weit entlegener Planeten und deren Zivilisationen stehen in der Priorität an erster Stelle der künstlichen Intelligenz. Die Gefahr, die sie damit zum Leben erwecken, wird ihnen erst später bewusst.

    Andreas Brandhorst hat definitiv ein Händchen dafür, Welten zu erschaffen, deren Bann man sich schwer entziehen kann. Auch wenn ich nicht gleich die Zusammenhänge zwischen den Handlungen erkennen konnte, war für mich ein spürbarer Sog vorhanden. Ich wollte den Geheimnissen definitiv auf die Spur kommen, konnte spüren, dass es da mehr gab, als ich auf den ersten Blick erkannte.

    Der Autor brachte mir seine Geschichte aus Adams Sicht in Vergangenheitsform in dritter Person nahe. Mitunter verschaffte er dieser Perspektive eine Verschnaufpause und wechselte den Blickwinkel, wobei er seiner Linie grundsätzlich treu blieb. Doch genau so lernte ich auch andere Denkweisen kennen, erhielt weitere Einblicke. 

    Die Charaktere blieben unverwechselbar, hatten jeweils entsprechende Eigenschaften mit Wiedererkennungswert. Nicht immer war ich mit den Geschehnissen einverstanden, konnte der Handlung dennoch folgen. 
    Auch wenn meine Erwartungen in Sachen Spannung mitunter gedrosselt wurden, kam ich meist doch nicht von dieser Geschichte los. Der Autor schickte mich in Täler zwischen Hoffnung und Verzweiflung, die wiederum in erkenntnisreichen Höhen endeten. Handlungsfäden werden gesponnen, miteinander verknüpft und in die Handlung eingewoben. Nichts überlässt der Autor dem Zufall, geschickt führte er mich genau zu dem von ihm anvisierten Ziel.

    Andreas Brandhorst skizziert ein wirklich potentialträchtiges Szenario. Seine Idee, das Bewusstsein von Menschen über hunderte von Lichtjahren zu transferieren, ist einfach genial. Ich reiste so in entfernte Welten, fand die eine oder andere Ähnlichkeit zu unserem Planeten, erreichte aber auch gefährliches und lebensfeindliches Terrain. Die unbekannte Bedrohung begleitete Adam und mich dabei, greifen konnten wir die Gefahr fürs erste nicht. Bis diese dann doch präsenter wurde und wir plötzlich alles auf eine Karte setzen mussten.

    Auch die Idee, dass intelligente Maschinen den Menschen Unsterblichkeit geben können, fand sofort mein Interesse. Eigentlich könnte man meinen, dass hieraus paradiesische Zustände geschaffen wurden, doch dies ist nur auf den ersten Blick so. Technologischer Fortschritt hat dazu geführt, dass Maschinen immer ausgereifter wurden und letztendlich eine eigene Intelligenz entwickeln konnten. Und so unrealistisch finde ich diesen Gedanken nicht. Ich empfinde diese Entwicklung eher als realistisches Zukunftsszenario mit allem Für und Wider.

    Zum Ende hin gestaltet Andreas Brandhorst nochmal einen spannenden Showdown, bevor er seine Geschichte mit einem wirklich runden und für mich befriedigenden Ende abschließt. 

    Urteil:
    „Das Schiff“ entführte mich in ferne Galaxien, ließ mich verzweifeln und hoffen, erfüllte mir einige Träume aus Kindheitstagen. Meine Abenteuer in den unendlichen Weiten des Weltalls belohne ich deshalb mit 4 Büchern.

    Für alle Entdecker ferner Welten, die sich Zukunftsszenarien nicht verschließen, dabei Gefahren bestehen können und sich von Rückschlägen nicht verunsichern lassen.


    ©hisandherbooks.de

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    Piranhapudels avatar
    Piranhapudelvor 3 Jahren
    Über intelligente Maschinen und Menschen


    Ursprünglich erschienen auf meinem Blog Piranhapudel: https://piranhapudel.de/das-schiff-andreas-brandhorst/

    Ein immer wiederkehrendes, aber trotzdem nicht langweiliges Thema in der Science Fiction ist die künstliche Intelligenz und wie sie irgendwann die Menschheit überflügeln wird. In "Das Schiff" von Andreas Brandhorst ist etwas ähnliches schon längst geschehen: Intelligente Maschinen haben angefangen sich selbst weiterzuentwickeln und sind dabei immer besser geworden. Nun sind es die nach der großen Flut übrig gebliebenen Menschen, die ohne die Maschinen gar nicht mehr überleben können. Diese können nicht nur ewiges Leben vergeben, sondern haben auch Brüter entwickelt, die den Unsterblichen ihr Leben so bequem wie möglich machen. Bei der Hauptperson Adam jedoch ist die Operation, die Unsterblichkeit verleiht, fehlgeschlagen und er wurde zum Mindtalker ausgebildet. Diese können im Gegensatz zu den unsterblichen Menschen mit ihrem Bewusstsein die komplette Galaxie bereisen. Adam und seine Kollegen werden also losgeschickt, um sich auf die Suche nach dem verschollenen Volk der Muriah zu machen, entdecken dabei allerdings einen alten und mächtigen Feind.

    Die Atmosphäre in diesem Buch ist eine ganz andere als in den Büchern, die ich von Andreas Brandhorst bereits gelesen habe: "Das Kosmotop" und "Ikarus". Beide Bücher haben extrem spannend angefangen und sind rasant und mit viel Action zum Ziel gelangt. Spannung und Action gibt es in "Das Schiff" zwar auch, aber insgesamt erschien mir dieser Roman um einiges ruhiger. Hier wird viel beobachtet und nachgedacht, der Leser bekommt Einblicke in viele Gedanken und Leben. Besonders eindringlich wird hier die Kluft zwischen den Mindtalkern und den Unsterblichen erzählt. Adam, der an seinem 30. Geburtstag erfahren musste, dass er nicht mit seiner Familie unendlich lange leben kann, ist ab diesem Moment komplett von seiner ursprünglichen Umgebung abgeschnitten. Was sind schon um die 100 normale Menschenjahre für einen Unsterblichen? Ein einziger, kleiner und unwichtiger Moment. Als Adam, nun ein alter Mann, viele Jahre später seinem unsterblichen Vater begegnet, erkennt dieser seinen Sohn nicht einmal wieder. Eine Unsterbliche taucht allerdings immer wieder bei Adam auf und scheint ihn nicht zu vergessen: Evelyn. Sie offenbart ihm, dass sie zur Gruppe Morgenrot gehört, die den Maschinenintelligenzen und dem Cluster überhaupt nicht vertrauen. Sind sie bloß Revolutionisten? Verschwörungstheoretiker? Adam fängt langsam an darüber nachzudenken, was er im Auftrag der Maschinen tagtäglich im All erledigt.

    Als Mindtalker arbeitet Adam für Bartholomäus, eine Maschine, die sich auf Strategie spezialisiert hat. Bartholomäus versichert ihm immer wieder, wie wichtig er sei und wie gut die Maschinen auf seinen sterblichen Körper Acht geben würden. Bartholomäus und andere intelligente Maschinen, die im Roman immer wieder auftauchen, sind ein unglaublich interessanter Aspekt dieses Romans. Verschiedenste Maschinen mit unterschiedlichen Persönlichkeiten. Geht das überhaupt? Können intelligente Maschinen, die nicht leben und von denen man nicht annehmen würde, dass sie ein Bewusstsein oder eine Seele hätten, eigene Persönlichkeiten haben? In "Das Schiff" geht das. Die Charakterisierung der Maschinen, was überhaupt künstliche Intelligenz ausmacht und was daraus erwachsen kann, ist ein wichtiger Teil dieser Geschichte. Genau dies führt auch unter anderem dazu, dass es hier etwas ruhiger zugeht, langweilig ist es deshalb aber keinesfalls.

    Andreas Brandhorst, der Mann mit dem außergewöhnlich riesigen Vokabular, hat mit "Das Schiff" wieder eine tolle Reise durch das Weltall geschrieben. Wie immer strotzt hier alles nur so vor technologischen Fortschritten und deshalb natürlich auch Fremdwörtern. Nicht immer habe ich genau verstanden, wer jetzt wie und wo oder auf welche Weise herumläuft, dafür waren mir die technischen Details manchmal zu hoch und zu dicht. Meinetwegen hätte die Geschichte viel weniger solcher Erklärungen haben können, denn so wirkte es oft sperrig. Zunächst habe ich mir vorgenommen diese Aspekte einfach zu ignorieren und der Geschichte zu folgen, was auch wunderbar geklappt hat. Später jedoch haben solche detaillierten Erklärungen die Kapitel mitunter ein wenig lang gezogen. Die wichtigste Botschaft ist aber trotzdem diese: Ich musste nicht jede Maschine zu 100% verstehen, um die Geschichte an sich verstehen zu können. Und die war wunderbar. Außergewöhnlich, abwechslungsreich, spannend und nachdenklich, oft auch philosophisch. "Das Schiff" empfehle ich jedem weiter, für den sich eine Geschichte über die Auswirkungen künstlicher Intelligenz interessant anhört.

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