Seelenfänger

von Andreas Brandhorst 
3,6 Sterne bei19 Bewertungen
Seelenfänger
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Positiv (13):
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Spannend, phantasievoll und futuristisch!

Kritisch (5):
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Flaches, langweiliges Buch mit einer unübersichtlichen Geschichte.

Alle 19 Bewertungen lesen

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Inhaltsangabe zu "Seelenfänger"

Zacharias Calm verfügt über eine besondere Gabe: Als »Traveller« kann er mit dem Bewusstsein anderer Menschen in Kontakt treten. Mit seiner Fähigkeit trägt er maßgeblich zur Aufklärung von Straftaten bei. Eines Tages kehren plötzlich andere »Traveller« von ihren Reisen in das Bewusstsein ihrer Klienten nicht mehr zurück. Wohin sind sie verschwunden? Steckt ein Verbrechen dahinter? Gemeinsam mit der Therapeutin Florence macht sich Zacharias auf die Suche nach seinen Kollegen. Es beginnt eine gefährliche Mission in mentalen Welten, bei der die Grenze zwischen Realität und Traum schon bald verschwimmt. Und dann stehen Zacharias und Florence einem skrupellosen Gegner gegenüber, der sogar die Realität bedroht ...

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783492281881
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:640 Seiten
Verlag:Piper
Erscheinungsdatum:11.01.2019

Rezensionen und Bewertungen

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    ralluss avatar
    rallusvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Flaches, langweiliges Buch mit einer unübersichtlichen Geschichte.
    Seelenfänger

    Beflügelt durch die beiden hervorragenden Bücher von Andreas Brandhorst, "Das Kosmotop" und "Ikarus" habe ich nach dem Seelenfänger gegriffen, der zeitlich nicht weit weg von den erstgenannten liegt. Doch nach der Hälfte des Buches habe ich entnervt aufgegeben.

    Die Idee war erstmal nicht schlecht, es gibt hochsensible Menschen die mit Hilfe eines Medikamentes sich und andere in das Gehirn eines Menschen transportieren können. Der Patient, auch medikamentös ruhig gestellt, soll dabei von schweren psychischen Schäden geheilt werden. Zur Sicherheit wird diesen Travellern ein Therapeut zur Seite gestellt, der den Travellern psyhologisch hilft.

    Zacharias ist so ein Traveller und sitzt im Rollstuhl. Durch eine Muskelkrankheit gelähmt, kann er nur die Augen bewegen, aber mit Hilfe des Medikamentes und im Gehirn eines anderen, kann er alles bewirken, denn er ist ein Geistesriese. Er hat sich in Florence verliebt, die Therapeutin, die ihn immer begleitet. In der Gedankenwelt kann er reden, laufen, küssen und sie auch lieben, darum verweilt er ganz gerne länger in dieser Welt.

    Eines Tages, kruz nach einem Einsatz, müssen die beiden einen dringenden Fall bearbeiten. Ein wichtiger Mitarbeiter der an einer für den Konzern sensiblen Sache arbeitet, ist ins Koma gefallen. Der Traveller der ihn holen sollte, liegt auch im Koma und kehrt nicht mehr zurück. Die Hoffnung liegt jetzt alleine bei Zacharias und Florence. Sie tauchen in die Traumwelt ein und treffen dort den Seelenfänger.

    So weit so gut und auch durchaus interessant. Ab hier wird es aber konfus, unübersichtlich. Was ist Realität was nicht, hat seinen gewissen Reiz, aber das Buch verflacht mit der Zeit und dreht sich mit seinen flachen Dialogen und Handlungen im Kreis. Nach einiger Zeit (immerhin bis zur Hälfte des Buches) habe ich aufgegeben, weil der Roman bis auf Millimeterstärke abgeflacht war und ich keine Besserung mehr sah.

    Es wird nicht das letzte Buch von Brandhorst sein, aber ab nun keine älteren Bücher mehr.

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    AnkeSvor 3 Jahren
    Weltenzauber...

    Was ist Realität? Existiert überhaupt die "EINE REALITÄT" oder leben wir alle in einer von uns geschaffenen Traumwelt? Der an ALS erkrankte Zacharias hat eine besondere Gabe. Er kann in das Bewußtsein von anderen Menschen reisen, diesen traumatische Erinnerungen nehmen und ihnen damit ein besseres Leben ermöglichen! Die Möglichkeiten die diese Fähigkeiten bieten sind unendlich Doch Zacharias ist nicht der einzige der diese Fähigkeit hat, Menschen mit diesem Talent nennt man Traveller und einige von seinen Kollegen sind von einer Reise in ein Bewußtsein nicht zurück gekehrt. Zacharias macht sich zusammen mit seiner Therapeutin Florence auf den Weg um herauszufinden wohin diese verschwunden sind. Andreas Brandhorst hat mich in eine völlig neue Welt entführt die fantastischer nicht sein könnte. Immer wieder habe ich mir selbst die Frage gestellt was ist nun die reale Welt und wo beginnt die Traumwelt. Gibt es überhaupt die Möglichkeit es zu erkennen? Und wenn ich es könnte für welche würde ich mich entscheiden? Andreas Brandhorst lässt Grenzen verschwimmen und nimmt psychologische Aspekte mit in seinen Roman auf. Selbst nach dem lesen der Geschichte hat mich das Thema nicht los gelassen und manches betrachte ich jetzt auch aus einer anderen Sichtweise. Die Charaktere sind sehr vielschichtig und glaubhaft dargestellt. Ich konnte die innere Zerrissenheit von Zacharias gut nachvollziehen und auch Florence ist mir sehr ans Herz gewachsen. Das die Personen nicht einfach in einem Schwarzweiß Muster dargestellt worden sind gab es auch nicht wirklich einen Bösewicht, denn alles ist eine Sache der Wahrnehmung! Auch KI und MI kommen in diesen Roman vor und selbst ich (mit wenig SF Erfahrung) bin mit diesen gut zurecht gekommen. Der Autor besitzt ein großes Talent mein Kopfkino auf Höchstouren laufen zu lassen, die Beschreibungen der verschiedenen Schauplätze, Szenen und Gerüche haben mich problemlos in diese Welt gleiten lassen. Seelenfänger ist mein erstes Buch von Andreas Brandhorst und ich kann mit Gewissheit sagen das es nicht mein letztes sein wird.

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    Wortmagies avatar
    Wortmagievor 4 Jahren
    Komplizierte Gedankenspiele

    Ich gehöre zu den Lesern, die ein Buch nicht einfach abbrechen, wenn es mir nicht gefällt. Für mich gibt es nur drei akzeptable Gründe, eine Lektüre vorzeitig zu beenden: entweder A, ich bemerke beim Lesen, dass ich doch lieber ein anderes Genre lesen würde oder B, ich stelle fest, dass ich für dieses Buch noch nicht bereit bin (ein Beispiel hierfür ist James Joyce’s „Ulysses“) oder schließlich C, die Lektüre wurde mir aufgezwungen und gefällt mir nicht. Letzteres passierte mir in meiner Ausbildungslaufbahn schon mehrfach; „Nathan der Weise“ von Lessing habe ich beispielsweise nie auch nur angefangen und Norman Mailers „The Armies of the Night“ habe ich nach 130 Seiten zurück ins Regal gelegt. Doch beginne ich ein Buch völlig freiwillig, kämpfe ich mich in der Regel bis zum Ende durch, weil ich glaube, man kann eine Lektüre nur dann angemessen beurteilen.

    Im Fall von Andreas Brandhorsts „Seelenfänger“ biss ich mich daher auch durch, obwohl ich spätestens auf der Hälfte merkte, dass mir der Roman nicht gefällt. Die Handlung spielt in einer nicht allzu weit entfernten Zukunft, in der der Leser dem Traveller Zacharias Calm begegnet, der in der Lage ist, die Gedankenwelten anderer Menschen zu betreten. In der sogenannten Foundation des Philanthropischen Instituts ist es seine Aufgabe, mithilfe seiner Fähigkeit psychisch kranke Patienten zu behandeln, indem er Traumata aus ihren Gedanken entfernt. Als er diese Vorgehensweise bei einem Prioritätspatienten anwenden möchte und gemeinsam mit seiner Therapeutin und Kognitorin Florence dessen Kopf betritt, laufen die Dinge jedoch plötzlich aus dem Ruder. Die Grenzen zwischen Realität und Illusion verschwimmen und Zacharias und Florence müssen erkennen, dass Schein und Sein vielleicht dichter bei einander liegen, als sie bisher glaubten.

    In „Seelenfänger“ vereint Andreas Brandhorst sowohl Science Fiction als auch Mystik und Philosophie. Was dabei entsteht, ist eine Handlung, die unglaublich kompliziert, abstrakt und verwirrend ist. In meinen Augen hat Brandhorst versucht, zu viele Komponenten unter einen Hut zu bringen. Dadurch gelang es ihm nicht, mich anhaltend zu fesseln; gegen Ende musste ich mich wirklich zusammen reißen, um weiterzulesen. Meine Abneigung resultierte sicher auch daher, dass ich eine andere Handlungsentwicklung erwartet hatte; ich ging davon aus, dass die Story in etwa dem Film „The Cell“ mit Jennifer Lopez in der Hauptrolle entspricht. Darüber hinaus bin ich auch mit dem Protagonisten Zacharias absolut nicht warm geworden. Ich konnte keinerlei Sympathie für ihn entwickeln, mir erschien er konstant als anmaßend, hochmütig und herablassend. Florence gefiel mir bedeutend besser, allerdings empfand ich auch die Beziehung zwischen den beiden als seltsam. Schon von Natur aus sollte niemand eine Liebschaft mit seiner/m Therapeutin/en eingehen (in Deutschland ist das übrigens auch bei Strafe verboten); dadurch, dass Zach und Florence es doch tun, ist ihre Dynamik äußerst merkwürdig. Zach wirkt jünger als er ist, weil er immer wieder von Florence ermahnt wird. Erstaunlicherweise gefiel mir das Ende des Romans dann trotz allem gut, da es offen gehalten ist und dementsprechend gut zur Handlung passt.

    Normalerweise scheue ich nicht vor anspruchsvollen Büchern zurück; ich habe nichts dagegen, meine Intellekt anstrengen zu müssen und durch eine Lektüre gefordert zu werden. Doch in „Seelenfänger“ war es mir eindeutig zu viel des Guten. Ich weiß, dass es viele LeserInnen gibt, die Brandhorsts Roman mögen, aber ich gehöre leider nicht dazu. Es ist sehr schade, dass meine erste Erfahrung mit diesem Autor so negativ war; ich befürchte, dass ich nun Hemmungen haben werde, einen weiteren Roman von Andreas Brandhorst zu lesen. Trotzdem möchte ich von diesem Buch nicht abraten, denn sicher gibt es LeserInnen, die Spaß an den komplizierten Gedankenspielen haben, die in „Seelenfänger“ behandelt werden.

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    odenwaldcolliess avatar
    odenwaldcolliesvor 5 Jahren
    Seelenfänger

    Zacharias Calm ist ein Traveller, d.h. er kann in das Bewußtsein von anderen Personen, die schwer krank oder traumatisiert sind, reisen. Als Kollegen von ihm von ihren Reisen nicht mehr zurückkommen und ins Koma fallen, sollen sich Zacharias und seine Therapeutin Florence in die mentalen Welten der Opfer aufmachen, um herauszufinden, wer dahintersteckt.

    Dieses Buch ist mein erstes Buch von Andreas Brandhorst und wird sicherlich nicht das letzte bleiben, auch wenn ich bei der Lektüre öfters Gefahr lief, mir die Hirnwindungen zu verknoten. "Seelenfänger" nimmt den Leser auf eine Reise in die mentalen Welten anderer Menschen, in der man sich früher oder später verlieren kann. Irgendwann verschwimmen die Grenzen zwischen Realität und Traum und es ist schließlich nicht mehr klar, ob die von uns empfundene Realität tatsächlich so real ist. Wie definiert sich Realität für den Einzelnen? Ist ein Traum für denjenigen, der in einem Traum lebt, nicht ebenso real, wie für uns die Welt, in der wir leben?

    Aber das Buch regt nicht nur zum Nachdenken an, es ist auch ungemein spannend, daß es einem sehr schwer fällt, daß Buch auf die Seite zu legen. Aber man sollte sorgfältig lesen, da das Buch nur so vor Ideen und Eindrücken strotzt, um den Überblick über (vermeintliche) Realitäten, Träume, Virtuelle Realitäten sowie ihren natürlichen und künstlichen Intelligenzen und deren Wechselbeziehungen untereinander nicht zu verlieren. Von den Plänen in den Plänen und den Fallen in den Fallen ganz zu schweigen.

    Die Charaktere sind sehr gut herausgearbeitet und ihre Absichten nicht unbedingt auf Anhieb ersichtlich. Ich habe mich ertappt, daß ich nach drei Viertel der Lektüre kaum jemanden noch recht über den Weg getraut habe.

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    Heimfinderins avatar
    Heimfinderinvor 5 Jahren
    Gibt es die EINE Realität?

    Inhalt
    Zacharias leidet unter ALS, sitzt im Rollstuhl und kann sich nur noch über die Augen verständigen. Jedoch hat er eine besondere Fähigkeit, die ihn zu einem Traveller macht, sogar den Besten unter ihnen. Traveller sind besonders begabte Menschen, die unterstützt von einer Droge mit dem Bewusstsein seelisch kranker Patienten Kontakt aufnehmen können. Sie dringen in deren Geist ein und dort sind sie dann in der Lage, ein Trauma aufzuspüren, es zu zerstören und so das kranke Bewusstsein zu behandeln und zu heilen.

    Begleitet wird Zacharias bei dieser Aufgabe von der Therapeutin Florence, die durch eine Computerverbindung zum einen immer die Daten des Patienten im Auge hat und zum anderen dafür sorgt, dass Zacharias nicht zu übermütig wird und sich nicht in den Traumwelten des jeweiligen Patienten verliert. Denn nur dort fühlt sich Zacharias lebendig, kann er sich frei bewegen und sprechen und die Versuchung ist groß, zu lange dort zu verweilen.

    Als ein anderer Traveller nicht mehr aus dem Bewusstsein eines wichtigen Patienten zurückkehrt und in ein tiefes Koma fällt, machen sich Zacharias und Florence auf den Weg, um ihn zu finden und wieder zu befreien. Doch ihr Eintritt in die mentalen Welten des Patienten werden zu einer hochgefährlichen Mission, denn dort wartet schon ein Gegner auf sie, der nur auf sie gewartet hat und der ganz eigene Vorstellungen von der Realität hat: der Seelenfänger

    Meine Meinung
    Den für mich so faszinierend bildhaften Schreibstil des Autors kenne ich nun schon von seinen anderen Büchern und gleich am Anfang haben mich auch hier wieder die traumhaft unwirklich wirkenden Szenen und Beschreibungen, wie Zeitlupenaufnahmen, Splitter eines Kronleuchters, die im Raum stehenblieben u. ä. so gepackt, dass mein Kopfkino sofort wieder angesprungen ist und die Geschichte auf mich eine besonders intensive und surreale Atmosphäre ausstrahlte.

    Denn wir treten gleich am Anfang gemeinsam mit dem Traveller Zacharias in die Bewusstseinswelt eines Patienten ein, um dort herauszufinden, warum dieser einen Selbstmordversuch unternommen hatte. Diese Welt wirkt wie eine virtuelle Realität oder wie ein seltsam echter Traum mit Häusern, Straßen und Menschen, zwischen denen man herumläuft. Zach muss dort nun das richtige Haus, die richtige Tür finden, um das Problem des Patienten zu finden und handeln zu können. Doch dies ist nicht immer ungefährlich, denn der Patient wehrt sich gegen das Eindringen und so muss Zacharias sich auch gegen Angriffe wappnen, deren Verletzungen ihm tatsächliche Schmerzen bereiten. Dies wird gleich sehr spannend beschrieben und man bekommt eine Ahnung davon, dass die gedanklichen Bewusstseinsebenen vielleicht doch nicht so leicht zu kontrollieren sind und einige Gefahren bergen.

    Denn je weiter die Geschichte später voranschreitet, desto mehr verirrt man sich auch als Leser in den verschiedenen Realitäten. Auf der Suche nach dem verschollenen Kollegen geraten Zacharias und Florence in immer gefährlichere Welten und Bewusstseinsrealitäten. Sie treffen auf unterschiedliche Charaktere in phantastischer Umgebung und dringen immer tiefer dort ein, so dass sie und auch wir Leser irgendwann nicht mehr sicher sind, welche Realität, welche Wahrheit und welche Gedanken überhaupt die richtigen sind. Ständig verfolgt wird Zacharias dabei vom Seelenfänger, der ihm ein freies Leben in einer Realität verspricht, wie der Traveller sie sich immer erträumt hat, denn natürlich ist es für Zacharias eine große Versuchung, ein gesundes und bewegliches Leben zu führen, vor allem, wenn man keinen Unterschied zwischen den Realitäten verspürt. Doch welche Realität ist überhaupt die echte, wenn jeder Einzelne dies von seiner eigenen Welt glaubt? Gibt es überhaupt die EINE Realität oder gibt es ganz viele davon? Und wer ist der Seelenfänger, der Zacharias und viele andere Menschen bedroht und für seine Zwecke benutzen will? Oder will er sie vielleicht doch befreien?

    Zacharias weiß bald nicht mehr, wem er trauen kann, denn auch Maschinenintelligenzen beanspruchen die Realität für sich und mischen sich ins Geschehen ein, ebenso die Organisation, für die Zacharias arbeitet. Und so strudelt man als Leser ständig hin und her und das Gehirn verknotet sich immer mehr bei der Frage nach der echten und wahren Realität. Ich wusste irgendwann nicht mehr, woran ich glauben sollte, denn wie man es auch drehte und wendete, es könnte alles möglich sein, je nachdem wer einem seine persönliche Wahrheit erzählte.

    Obwohl die Geschichte sehr verwirrend war, konnte ich mich sehr gut auf sie einlassen und mich durch die Realitäten treiben lassen. Dafür sorgten der bild- und gedankenreiche Schreibstil, die spannenden Szenen und interessanten Charaktere und vor allem auch die spannenden Fragen nach der subjektiven Wahrnehmung von Realität und der möglichen Fähigkeit, mit seinen Träumen und Gedanken ganze Welten zu bauen und nach eigenen Wünschen zu gestalten.

    Das Buch ist sehr spannend und fesselnd erzählt und bietet dabei viel zum Nachdenken und Spekulieren und gibt am Ende großen Spielraum für eigene Interpretationen und Vorstellungen, die sich sogar, je länger ich mich damit beschäftigt habe, im Nachhinein auch immer wieder änderten und ergänzten. Für mich ist es wieder einmal ein Buch, mit dem ich mich gedanklich noch eine ganze Weile beschäftigen kann und das deshalb noch lange hängenbleiben wird. Man sollte sich bei dieser Geschichte aber nicht vor offenen Fragen fürchten, sondern Spaß daran haben, sich in unwirkliche und vielleicht auch mal unerklärliche Welten zu begeben und seiner Fantasie freien Lauf zu lassen.

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    anya_sunitavor 5 Jahren
    Dieses Buch stellt euer Weltbild auf den Kopf

    Andreas Brandhorst erzählt in seinem futuristischen Werk "Seelenfänger" von Zach und Florence, die in das Unterbewusstsein anderer Menschen reisen. Diese Traumwelt nennen sie den Space. Doch schon bald verschwimmen die Grenzen zwischen dem Space und der Wirklichkeit. Plötzlich stehen die beiden einem ganzen Netz an Welten gegenüber, bei welchen die Bewohner jeder Welt ihre für die einzig wahre halten. Was ist Realität? Was ist Traum? Was ist virtuell?

    "Seelenfänger" erinnert in manchen Aspekten stark an den Megaerfolg "Matrix". Beim Lesen dieses Buches taucht man in eine fantastische und aufregende Welt ein und vergisst alles um sich herum, nur um letzten Endes festzustellen, dass diese Geschichte gar nicht soweit weg von unserer Realität ist. Denn es gibt eine Antwort auf all die großen Fragen: Wo hört unser Universum auf und was kommt danach? Was sind Träume? Wie viel Macht hat unser Unterbewusstsein? Was können wir noch als "wahr" bezeichnen?

    "Seelenfänger" von Andreas Brandhorst hat mich nicht mehr losgelassen. Ich kann nur jedem ans Herz legen, dieses Buch zu lesen, denn es ist das beste Fantasy-Werk, das ich seit langem gelesen habe.

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    Ines_Muellers avatar
    Ines_Muellervor 6 Jahren
    Rezension zu "Seelenfänger" von Andreas Brandhorst

    "Zacharias beobachtete den tonnenschweren Erker, der wie eine steinerne Faust auf die herabschlug, und dachte: Es gibt dich nicht; du kannst mich nicht von deiner Existenz überzeugen."
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    Als großer Terry Pratchett Fan war mir der Name Andreas Brandhorst ein Begriff, da dieser zahlreiche Scheibenwelt-Romane übersetzte. Dementsprechend ging ich mit großen Erwartungen an dieses Werk - und war anfangs begeistert.
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    Der Autor hat eine tolle Grundidee geschaffen, in der begabte Personen mithilfe eines Medikamentes in die Traumwelten anderer eintreten, um diese in ihrem Unterbewusstsein von Traumatas zu befreien. Dabei wurden tolle Bilder geschaffen, die so nur in unseren Träumen entstehen können.
    .
    Doch was anfangs so vielversprechend begann, entwickelte sich schon bald zu einem Desaster: Die anfängliche Mischung aus Dystopie und einem kleinen bisschen Science Fiction verwandelte sich zur totalen Science Fiction, einem Genre mit dem ich persönlich überhaupt nichts anfangen kann. Und es wurde noch schlimmer, denn der Leser wird immer mehr mit Begriffen zugemüllt, die meistens ohne Erklärung in den Raum gestellt werden oder bald durch ihre Fülle überfordern. Dadurch überflog ich die Seiten bald ohne wirkliches Interesse, was durch die zahllosen, unspektakulären Szenen noch verstärkt wurde. Dazu kam noch, dass die Story bis zum Schluss undurchsichtig und eher an den Haaren herbeigezogen wirkte. Auch die Identität des Seelenfängers hatte ich lange vor der letzten Seite erraten. Dass "Seelenfänger" noch eine Fortsetzung bekommt, kann ich persönlich nicht verstehen und werde garantiert die Finger von lassen.
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    Fazit: Was sich anfangs so vielversprechend anhörte, entwickelte sich schon bald zu einem Desaster. Nicht empfehlenswert.

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    lexxi2ks avatar
    lexxi2kvor 6 Jahren
    Rezension zu "Seelenfänger" von Andreas Brandhorst

    Meine Meinung:

    Zacharias ist ein Traveller. Er kann in das Bewusstsein von Menschen die schwer erkrankt oder traumatisiert sind, eintauchen. Auf seinen Reisen wird er von der Therapeutin Florence begleitet. Als die beiden plötzlich von einem Auftrag zurück gerufen werden, können sie noch nicht ahnen was sie als nächstes erwartet. Die beiden sollen sofort wieder auf die Reise gehen und einen verlorenen Traveller zurückholen, der im Bewusstsein eines Patienten feststeckt. Aber dort angekommen stellt sich sehr schnell heraus das alles eine Falle war, und Salomo, der Seelenfänger, schon auf sie wartet.

    Die Charaktere haben mir sehr gut gefallen und waren sehr gut ausgearbeitet. Zach ist ein interessanter Charakter. Im wirklichen Leben leidet er unter ALS und ist an den Rollstuhl gefesselt. Nur mit Hilfe eines Computers, der seine Augenreaktion analysiert, kann er sich verständigen. Auf seinen Reisen, merkt er davon allerdings nichts, den er kann dort laufen, sprechen und die freien Minuten mit Flo genießen. Flo ist Therapeutin und begleitet Zach auf ihren Reisen. Sie ist der verantwortungsvolle Part und bremst Zach öfter ein, wenn er zu unvorsichtig wird. Flo fühlt sich zu Zach hingezogen und die beiden können nur in der Traumwelt richtig miteinander zusammen sein. Dann hätten wir noch Salomo, den Seelenfänger. Er hat es sich zur Aufgabe gemacht die Traveller zu befreien und hat sich im Space seine eigenen Welten aufgebaut, in der er mit seinen neuen Freunden leben will. Aber auch die anderen Charaktere wirkten authentisch und ihre Handlungen waren nachvollziehbar.

    Andreas Brandhorst hat gekonnt eine fantastische Welt erschaffen, dass regelrecht zum nachdenken anregt. Was ist nun die reale Welt und wenn es nicht unsere ist, wer hat diese dann erfunden oder von wem werden wir gesteuert? Auch wird öfter die Frage aufgeworfen, was nun Traum und was Realität ist, und wenn das alles ein Traum ist, merkt man das auch? Aber auch das Ende hat mich überrascht, da ich es so gar nicht erwartet hätte und es wirft natürlich noch weitere Fragen auf und bietet genügend Raum für Spekulationen.

    Die einzelnen Welten wurden so glaubhaft, detailliert und bildlich geschildert, dass ich sie mir direkt vorstellen konnte. Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen, er war locker und die Seiten flogen nur so dahin. Selbst als die Handlung immer verwirrender wurde konnte ich das Buch einfach nicht mehr aus der Hand legen.

    Mein Fazit:

    Seelenfänger ist ein klasse Roman, der den Leser in fantastische Welten entführt, zum nachdenken anregt, sympatische und ausgearbeitete Charaktere bietet und von Spannung getränkt ist. Für mich war dies garantiert nicht das letzte Buch von Andreas Brandhorst.

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    Sternenstaubfees avatar
    Sternenstaubfeevor 6 Jahren
    Rezension zu "Seelenfänger" von Andreas Brandhorst

    Ausnahmsweise werde ich bei diesem Buch einmal auf die Wiedergabe des Inhalts verzichten, denn ich bin mir nicht sicher, ob ich den Inhalt wirklich richtig wiedergeben könnte. Das Buch hat mich sehr verwirrt. Es geht hauptsächlich wohl darum, dass zwei Menschen – Zacharias und Florence – in das Bewusstsein bzw. die Seele anderer Menschen reisen. Dabei tun sich immer neue Welten auf, und ich habe irgendwann den Überblick verloren. Was ist Wirklichkeit, was ist Traum?
    Für mich war die spannendste Szene die, in der Florence in der Festung ist und von menschenfressenden Käfern bedroht wird. Gleichzeitig war das auch die Szene, die ich mir am besten vorstellen konnte. Ansonsten hat meine Verwirrtheit mich während der Lektüre kaum verlassen…
    Mit diesem Buch wollte ich einmal versuchen, ein anderes Genre zu lesen. Dieses ist Neuland für mich, und mit den einzelnen Unterteilungen kenne ich mich nicht aus. Daher weiß ich nicht genau, wozu man „Der Seelenfänger“ zählen würde.
    Auf jeden Fall weiß ich nun, dass ich erst mal bei meinen üblichen Genres bleiben werde.
    „Der Seelenfänger“ ist mit Sicherheit ein gutes Buch; der Schreibstil ist sehr gut. Rein inhaltlich konnte es mich einfach nicht überzeugen, was aber daran liegt, dass dieses Genre mir wohl doch nicht liegt.

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    Briggss avatar
    Briggsvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Spannend, phantasievoll und futuristisch!
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