Andreas D. Binder

 4.7 Sterne bei 3 Bewertungen
Autor von Extender.
Andreas D. Binder

Lebenslauf von Andreas D. Binder

Andreas D. Binder studierte Informatik und Betriebswirtschaftslehre und arbeitete als Software-Entwickler. Seine Leidenschaft für Science-Fiction-Literatur überdauerte diese Jahre. Persönliche Eindrücke und Denkweisen aus dem "Business" flossen zusammen in Handlungselementen und Kulissenbeschreibungen und erschufen so einen Erstling: Die Extender.

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Extender

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 (3)
Erschienen am 04.10.2017

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Rezension zu "Extender" von Andreas D. Binder

Unglaublich intensive Dystopie, genial erzählt
DerGregorvor 2 Monaten

Extender: Menschen, denen eine halbwegs natürliche Selbstoptimierung nicht mehr genügt und die sich deshalb zum Einsatz eines Implantates entscheiden. Simps, die den Implantateinsatz verweigern und von den Extendern in die Armut getrieben werden. Minderjährige, die sich zur Volljährigkeit für oder gegen ein Implantat entscheiden müssen. Eine Stadtkulisse, deren höchster Zweck es ist, die Menschen zusammengedrängt, kontrollierbar und nach Volksgruppen getrennt zu halten. Aus diesen Grundpfeilern besteht die Geschichte von Andreas D. Binder, die auf mich so eindrucksvoll gewirkt hat wie kaum eine andere Dystopie.

Dabei ist die Geschichte selbst, rund um einen Datendiebstahl, eher schlicht gehalten. Binder benutzt sie vielmehr, um dem Leser eine Welt der Absurditäten, der Gewalt und der Unmenschlichkeit vor Augen zu führen, all das unter dem heilen Deckmantel des gesellschaftlichen Funktionierens. Kinder werden als Risikofaktoren betrachtet, Helfer zu Verdächtigen, Verletzte zu Straftätern. All das geschieht innerhalb einer Stadt, die im Vergleich zu herkömmlichen Science-Fiction geradezu bodenständig wirkt, in der nur die Implantate an HighTech denken lassen – bei allem Funktionieren scheinen die Menschen nicht voranzukommen, eher Rückschritte zu machen. Die Realitätsnähe ist an vielen Stellen beängstigend. Und die Stadt lässt die Menschen nicht entkommen; ein „Ausflug“ der Handlung aufs Land endet jäh und schnell.

Ansonsten sind es vor allem die Hauptfiguren, die das Buch zu einem besonderen machen: Artem und Liv, zwei Minderjährige, die helfen wollen und dementsprechend vom Staatsschutz schikaniert werden. Ihr Ringen mit dem System, aber auch ihre Gegensätze untereinander prägen jede einzelne Seite. Und während bei anderen Geschichten Liebesbeziehungen zwischen den Hauptcharakteren sich mit der Zeit fast zwangsläufig entwickeln, ist es in diesem Fall so viel komplizierter … Überhaupt spielt Binder meisterhaft mit den Erwartungen der Leser (man denke nur an die Kussszenen – wahrscheinlich einzigartig).

Zuletzt ist noch der äußerst ungewöhnliche Schreibstil zu erwähnen: Eine Ich-Erzählung im Rückblick aus der Sicht Artems, der die Geschichte aus irgendeiner unbekannten Zukunft heraus zu Papier bringt. Das wirkt manchmal etwas sperrig, doch Artems Gedanken lassen die Handlung, die Beziehung zu Liv und besonders die Stadt Union City unfassbar nahe erscheinen, was die Geschichte vor allem in Anfangsteil und der zweiten Hälfte so intensiv erleben lässt wie nur wenige andere.

Lange Rede, kurzes Fazit: Die vielleicht beste Dystopie, die ich je gelesen habe, und eine tolle Entdeckung. 5 Sterne sind mehr als verdient.

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Rezension zu "Extender" von Andreas D. Binder

Perfektionswahn, Ausgrenzung und eine Liebesgeschichte
VanessaAAvor einem Jahr

Die Geschichte hat in der Mitte ein paar Längen, besticht aber ansonsten durch ein tolles Setting, zahlreiche Anleihen an die Realität und starke Hauptfiguren. Binder lässt Minderjährige an der Grenze zum Erwachsensein nach Möglichkeiten des Widerstands gegen eine fanstasielose, vorgestaltete Zukunft suchen und entlarvt schon zu Beginn des Buches die ganze "unter der Erde verborgene" Falschheit dieser Welt. Wirklich überzeugt hat mich aber die Liebesgeschichte zwischen Artem und Liv, die von Anfang bis Ende (?) nur mit einem Wort zu beschreiben ist: Ungewöhnlich!

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L

Rezension zu "Extender" von Andreas D. Binder

Ein namenloser Staat ...
LeoLiestvor einem Jahr

Dieses Debüt hat mich absolut überzeugt! Die Hauptcharaktere sind hervorragend ausgearbeitet, die Nebencharaktere kommen leider teilweise etwas kurz, aber das ist wahrlich zu verschmerzen. Die Grundstruktur der Geschichte aus implantatoptimierten Erwachsenen (Extender), Minderjährigen und Implatverweigerern (Simps) gibt der Geschichte ihre Würze. Die Entscheidung der Minderjährigen über Implanatverweigerung oder -einsatz wirkt wie eine Entscheidung zwischen verschiedenen Lebensmodellen, wie sie auch in der Realität bestehen ... wie vieles andere im Buch ...
Der Schreibstil des Autoren, auch wenn er ihn, für ein Debüt wohl typisch, noch nicht in allen Szenen vermitteln kann, rundet das Ganze ab. Wenn Rebellen die Hauptfiguren in den Untergrund treiben wollen und das Ganze vollkommen bodenlos wirkt, wenn ihr Leben lang in der Stadt eingepferchte Minderjährige zum ersten Mal auf freie Natur treffen und sie an ein Hologramm denken, wenn das Hologramm im Stadtzuhause ins Flackern gerät und der Blick in die Wirklichkeit, den es verdecken soll, offenbart ... dann erzeugt dieses Buch seine ganze Faszination.
5 Sterne! Und bitte mehr von Union City und den Extendern ...

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