Ein König für Deutschland

von Andreas Eschbach 
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Ein König für Deutschland
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Positiv (182):
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Eschbach beherrscht die hohe Kunst des Bücherschreibens und liefert ein spannendes und zugleich schockierendes Werk über die Manipulation be

Kritisch (12):
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vielleicht lags am Hörbuch, hat mir nicht so gefallen, dabei bin ich Eschbach-Fan

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Inhaltsangabe zu "Ein König für Deutschland"

Was wäre, wenn demokratische Wahlen manipuliert würden? Oder sind sie es bereits?

Wir schreiben das Jahr 2009. Im Dom zu Aachen soll ein neuer deutscher König gekrönt werden. Und niemand versteht, wie es soweit kommen konnte.
Einmal König sein - die Macht haben, Dinge zu verändern. Mit gesundem Menschenverstand die Welt geraderücken. Was wäre, wenn man tatsächlich plötzlich die Möglichkeit dazu hätte?
Könnten Sie der Versuchung widerstehen?
Kann Simon König es? Die Frage stellt sich ihm, als er in den Besitz eines Computer-Programmes kommt, mit dem sich die Resultate von Wahlmaschinen manipulieren lassen. Was dann geschieht, hätte er sich in seinen wildesten Träumen nicht vorzustellen gewagt.

Bestsellerautor Andreas Eschbach hat mit "Ein König für Deutschland" einen erfindungsreichen Roman zum Thema Wahlmaschinenmanipulation geschrieben.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783404160181
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:496 Seiten
Verlag:Bastei Lübbe
Erscheinungsdatum:24.06.2011
Das aktuelle Hörbuch ist am 15.09.2009 bei Lübbe Audio erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    BuecherwurmNZs avatar
    BuecherwurmNZvor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Eschbach beherrscht die hohe Kunst des Bücherschreibens und liefert ein spannendes und zugleich schockierendes Werk über die Manipulation be
    Macht & Manipulation

    Überschrieben ist der Klappentext mit „Eschbachs geniale Allegorie über Macht und Manipulation“ und das trifft es zu 100%. Der Plot ist sehr spannend geschrieben, man möchte unbedingt wissen wie es weitergeht, kann sich aber gleichzeitig kaum vorstellen, was noch kommen mag. Von Seite zu Seite wird es immer spannender. Gepaart ist diese gut ausgearbeitete Geschichte mit vielen Informationen über Wahlen und Wahlmaschinen. Zudem zeugt dieses Werk von einer sehr ausführlichen und guten Recherche, denn durch Fußnoten sind Quellen genannt, die man als Leser dazu nutzen kann, sich noch weiter über dieses Thema zu informieren. Teilweise habe ich das Lesen dafür sogar unterbrochen. Das Buch ist zugleich spannend, unterhaltend und lehrreich, denn es beschert des Öfteren fassungslose Momente über das, was möglich ist und das, was bereits Realität ist. Selbst nach dem Lesen lässt das Buch einen nicht mehr los und spukt immer noch im Kopf herum. 

     
    Fazit:  
    Kurz gesagt: Eschbach beherrscht die hohe Kunst des Bücherschreibens und liefert ein spannendes und zugleich schockierendes Werk über die Manipulation bei Wahlen. Ein Buch, das JEDER lesen sollte.

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    NicolePs avatar
    NicolePvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Eine spannende und packende Geschichte um Manipulation und Macht, die es zu lesen lohnt.
    Ein König für Deutschland

    Ist es denkbar, dass in unserer heutigen Zeit wieder ein König Deutschland regieren könnte? Dafür braucht ein zukünftiger König nicht viel: Er muss nur eine Wahl gewinnen und das Grundgesetz ändern. Absurd? Unmöglich? Wie soll das denn gehen? Das lässt doch das Grundgesetz gar nicht zu, oder etwa doch?

    Vincent Wayne Merrit hat im Auftrag ein Computerprogramm geschrieben, mit welchem Wahlcomputer manipuliert werden können. Es mehren sich die Hinweise, dass genau dieses Programm die US-Präsidentschaftswahl beeinflusst hat. Nun soll dieses Programm auch die nächsten Bundestagswahlen in Deutschland entscheiden. Wie soll diese Manipulation und somit der Wahlbetrug bewiesen werden?

    Der Roman von Andreas Eschbach ist erschreckend realistisch. Er bestätigt auch alle meine Vorbehalte gegen den Einsatz von Wahlcomputern. Die Geschichte zeigt auf, dass jeder Computer jederzeit im Sinne der jeweiligen Interessengruppe programmiert werden kann. Warum sollte dies also nicht auch bei Wahlcomputern möglich sein?

    Das Buch liest sich nicht eben mal so. Es fordert seinen Leser heraus. Fußnoten versorgen den Leser mit Hintergrundinformationen oder nennen Quellen. Dadurch muss die Geschichte nicht ständig wegen eines Blickes in ein angehängtes Glossar unterbrochen werden.

    Andreas Eschbach zeigt, dass es mit einfachsten Mitteln möglich ist, das Schicksal und die Zukunft eines Landes und seiner Bevölkerung zu bestimmen. Die Geschichte macht klar, dass die Menschen zu naiv mit der zur Verfügung stehenden Technik umgehen. Im Buch gibt es leicht verständliche Erklärungen, zum Beispiel der Vergleich eines Getränkeautomaten mit einem Geldautomaten.

    Es ist ein genialer Roman, den ich jedem empfehlen kann. Er verdeutlicht, wie verletzlich wir trotz oder vielleicht gerade wegen der technischen Möglichkeiten sind. Eine spannende und packende Geschichte um Manipulation und Macht, die es zu lesen lohnt.

    Weitere Rezis unter www.nicole-plath.de

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    heddesheimers avatar
    heddesheimervor 2 Jahren
    Monarchie in Deutschland wieder einführen? Eschbach zeigt wie es gehen könnte!


    Lieben Sie Science-Fiction? Nein! Dann sollten Sie unbedingt dieses Buch von Andreas Eschbach lesen «Ein König für Deutschland». Ich glaube, es wird genau Ihren Geschmack treffen, wenn Sie das Genre der über-technisierten Science-Fiction nicht mögen. Denn obwohl Andreas Eschbach als Sci-Fi Autor bekannt ist, gehört dieser Roman mehr in das Genre «Thriller» mit Sci-Fi-Elementen.

    Eschbach schreibt über den Alltag eines gewöhnlichen Lehrers, der plötzlich einen Brief von seinem Sohn aus USA erhält. Die Story handelt von Wahlmaschinen in Deutschland. Erinnern Sie sich an Diskussionen, ob Wahlen künftig besser mit Computern durchgeführt werden sollten? Die Sicherheitsexperten waren dagegen, und deswegen werden heute immer noch Wahlzettel von Hand ausgezählt.

    Eschbach schafft es, den Leser in eine Welt zu entführen, wo die Wahlmaschinen tatsächlich zum Einsatz kommen. Natürlich schafft es jemand, diese Computer zu manipulieren. Doch statt diese Vorlage in einer Katastrophe enden zu lassen, wie man es üblicherweise vom Sci-Fi-Genre erwarten würde, entsteht eine humorvolle und irgendwie groteske Geschichte, die am Ende doch nachdenklich stimmt.

    In einer Zeit, wo die Britten aus der EU austreten und jemand wie Donald Trump US-Präsident werden könnte, erscheint diese Vision von Eschbach fast schon zu real. Dennoch kann ich die Lektüre uneingeschränkt empfehlen, denn Eschbach schreibt sehr humorvoll und versteht es, die absurd erscheinenden Situationen dennoch in einen plausiblen Kontext zu packen.

    Es ist eines der lustigen Werke von Andreas Eschbach. Dass er auch anders kann zeigen Werke wie «Der letzte seiner Art» oder «Todesengel», die einen eher düsteren Tenor besitzen. Wer allerdings gern mal herzhaft lachen will, ist bei «Ein König für Deutschland» gut aufgehoben.

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    Datahas avatar
    Datahavor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Grandioses Thema und phantasievolle Umsetzung - absolut lesenswert
    Spannend und erschreckend realitätsnah

    Vincent Wayne Merrit wächst bei seiner Mutter in Philadelphia auf, seinen deutschen Vater, den Gymnasiallehrer Simon König, kennt er nur aus Briefen. Vincent ist Computerspezialist und als Hacker schon mit dem Gesetz in Konflikt gekommen. Dies wird vom Verbrecher Benito Zantini ausgenutzt. Er sperrt Vincent in sein eigenes Haus ein und erpresst ihn dazu, ein Programm zu schreiben, das Wahlcomputer manipulieren kann und zunächst in Deutschland angewendet werden soll. Vincent kann fliehen und schickt eine CD mit der Kopie des Programms an seinen Vater, dem sie jedoch gleich wieder von Zantini gestohlen wird. Außerdem kontaktiert Vincent einen kleinen Kreis von jungen Computerfreaks in Deutschland. Alle zusammen versuchen, den geplanten Wahlbetrug zu beweisen.

    In diesem Buch geht es um Computerkriminalität. Andreas Eschbach vermischt hier sehr geschickt Realität mit Fiktion. Im November 2000 gab es bei den Präsidentschaftswahlen in den USA erwiesenermaßen einen Skandal bei der Auszählung von Wählerstimmen und bei der hessischen Landtagswahl wurden im Jahre 2008 bereits Wahlcomputer eingesetzt. Diese sind zurzeit in Deutschland nicht erlaubt. Dennoch ist das Thema weiterhin aktuell.

    Alle der Wahrheit entsprechenden Abschnitte sind mit Fußnoten ergänzt. Dort stehen kurze Erläuterungen sowie Möglichkeiten, sich näher über das entsprechende Thema zu informieren, wenn man es denn gerne möchte. Dadurch wird die Handlung nicht durch langwierige Erklärungen unterbrochen, man wird aber dennoch auf die brisante Realität des Themas aufmerksam gemacht. Durch die flüssige Schreibweise lassen sich auch schwierigere Passagen sehr gut lesen. Der Autor schreibt gerne utopische Geschichten und auch hier lässt er seiner Fantasie mitunter freien Lauf – eine Mischung, die mich immer wieder begeistert.

    Das Cover ist eine gut gelungene Karikatur, das genau auf das Buch abgestimmt ist. Das muss hier unbedingt erwähnt werden, denn passende Cover gibt es eher selten.

    Fazit: Ein König für Deutschland ist ein spannendes, lehrreiches und vor allem nachdenklich stimmendes Buch. Ich habe es sehr gerne gelesen und kann es durchaus weiterempfehlen.

     

    Kommentare: 1
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    Duffys avatar
    Duffyvor 3 Jahren
    Was wäre, wenn ...?

    Vincent Merrit entwickelt ein Computerprogramm, mit dem sich Wahlmaschinen manipulieren lassen. Natürlich versucht auch jemand, an das Programm heranzukommen, um es zu Geld zu machen. Vincent schickt es zu seinem Vater nach Deutschland, wo es diesem abgenommen wird. Gleichzeitig versucht eine Gruppe, die Manipulierbarkeit von Wahlmaschinen zu entlarven. Beide Ereignisse fallen zusammen und die Gruppe gründet, um ihre Thesen zu beweisen, eine Partei, die sich bei der Bundestagswahl für die Rückkehr Deutschlands in eine Monarchie einsetzt. Sie gewinnt die Bundestagswahlen. Ist nun Merrits Programm zum Einsatz gekommen? Ist die Wahl manipuliert und muss Deutschland eine Monarchie ausrufen?
    Eschbach hat anlässlich der strittigen Wahl von George Bush in den USA dieses Szenario entworfen und blickt mal wieder nach vorne und vermischt gekonnt Realität und Fiktion. Das, was so unglaublich klingt, liegt durchaus im Bereich des Möglichen. Und welche Konsequenzen daraus entstehen können, wird hier eindrucksvoll und nachdrücklich geschildert. Im ersten Teil des Buches wird zwar viel Fachwissen vermittelt, doch wenn man den einen oder anderen technischen Aspekt nicht versteht, dann ist es nicht so wesentlich für das Verständnis des gesamten Romans, also sollte man sich beim Lesen nicht entmutigen lassen. Alles andere ist von gewohnter Eschenbach-Qualität, der sich trotz der futuristisch anmutenden Handlung immer nah an der Realität bewegt. Um es genau zu formulieren, sehr nah und sehr bedrohlich. Gerade das macht das Buch nicht nur spannend sondern auch wertvoll, denn die hier geschilderten Ereignisse liegen nicht weit von der Gegenwart und den technischen Möglichkeiten entfernt. In Zeiten von Abhörskandalen rund um den Globus eigentlich schon mehr eine gefürchtete Gegenwart. Sehr empfehlenswert!

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    kirsten_broxs avatar
    kirsten_broxvor 4 Jahren
    Nur bedingt zu empfehlen


    Ich wünschte, ich könnte schreiben wie Eschbach. Seine Szenen sind immer plastisch und zum miterleben, selbst wenn sie gerade ganz banale Inhalte haben. 
    Dieser Roman ist ein Plädoyer - und im Nachwort schreibt der Autor es nochmal wortwörtlich hin: "Wahlcomputer sind eine Gefahr für die Demokratie und damit für Freiheit und Frieden - und außerdem vollkommen überflüssig. Die herkömmliche Methode, Kreuze auf Stimmzetteln zu machen, ist erprobt, eingeübt und von unschlagbarer Zuverlässigkeit."
    Die Handlung ist realistisch, erschreckend realistisch und die zentrale Botschaft wird ein wenig arg betont. Fast fühlt man sich einem Missionar gegenüber, denn aus jeder Figur und aus jedem Handlungsstrang tropft die Prämisse. Die unzähligen Fußnoten tun ein übriges. Für mich hätte es ein bisschen weniger Holzhammer sein dürfen, dafür fehlt ein richtiges Ende mit Knalleffekt. Man hat den Eindruck, dass das Buch zum Erscheinungstermin vor der Bundestagswahl etwas in Hektik fertig gestellt werden musste und so werden offene Handlungsfäden mit einer sehr heissen Nadel sehr lose zusammen geführt. Thema und Sprache waren jedoch so gut, dass ich es trotzdem bedingt empfehle.

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    Aleshanees avatar
    Aleshaneevor 4 Jahren
    Kurzmeinung: Etwas zäh am Anfang ... aber Eschbach schafft es immer wieder, mich für Themen zu interessieren, die ich sonst nie gelesen hätte ;)
    Heikles Thema wieder gelungen umgesetzt!

    Klappentext

    Wir schreiben das Jahr 2009. Im Dom zu Aachen soll ein neuer deutscher König gekrönt werden. Und niemand versteht, wie es soweit kommen konnte.

    Einmal König sein - die Macht haben, Dinge zu verändern. Mit gesundem Menschenverstand die Welt geraderücken. Was wäre, wenn man tatsächlich plötzlich die Möglichkeit dazu hätte?

    Könnten Sie der Versuchung widerstehen?

    Kann Simon König es? Die Frage stellt sich ihm, als er in den Besitz eines Computer-Programmes kommt, mit dem sich die Resultate von Wahlmaschinen manipulieren lassen. Was dann geschieht, hätte er sich in seinen wildesten Träumen nicht vorzustellen gewagt ...

    Meine Meinung

    Der Klappentext greift hier schon etwas vor, denn eigentlich beginnt die Handlung im Jahr 2000 - und nicht in Deutschland, sondern in den USA: Der junge Amerikaner Vincent Wayne Merrit kommt mit 20 Jahren zum ersten Mal mit dem Gesetz wegen Betrügereien in Konflikt. Durch einen von ihm programmierten Trojaner konnten Kreditkartennummern geknackt und viele Menschen um ihr Geld betrogen werden. Er sitzt seine Haftstrafe ab und kommt danach an einen Job, den er sich immer erträumt hat.

    Die Herausforderungen als Programmierer sind sein Steckenpferd und so gerät er schon bald an den Auftrag eines Regierungsabgeordneten. Dass es darum geht, wie man ein Programm für die Präsidentschaftswahl, also die Wahlcomputer, manipulieren kann, bereitet Vincent dennoch ein schlechtes Gewissen, denn welche Auswirkungen das Ganze hat, wird ihm erst bewusst, als es schon zu spät ist. Seine Ängste, dass ihm oder seiner Firma jemand auf die Schliche kommt, scheint jedoch unbegründet – bis eines Tages jemand vor seiner Tür steht, der das Ganze groß aufziehen möchte; und zwar in Deutschland. Hier wird der Geschichtslehrer Simon König in die ganze Sache verwickelt und findet sich plötzlich als "Anwärter" auf den Thron von Deutschland wieder.

    Ich finde es immer unglaublich, wie Andreas Eschbach fundierte Tatsachen so geschickt in seine fiktiven Geschichten einflicht, dass man am Ende glaubt: Ja, das könnte tatsächlich so gewesen sein! Anfangs musste ich mich ein bisschen durchbeißen, weil es viele Infos zum Thema Wahlpolitik und vor allem dem Programmieren und Manipulieren von Daten geht, alle Quellen dazu findet man in den Fußnoten. Trotzdem war es nicht langweilig und ein guter Aufbau zur Geschichte, die in Teil 2 dann so richtig Fahrt aufnimmt.

    Die Handlung gliedert sich in vier Teile
    1 - Das Programm, das Vincent entwickelt
    2 - Das Spiel, das in Deutschland damit beginnt
    3 - Die Wahl, die das Programm herausfordert
    4 - Der König, der das Spiel gewonnen hat

    Kurze Kapitel und die schnörkellose Schreibweise trösten schnell über die Detailverliebtheit weg, die der Autor hier vor allem in der ersten Hälfte auslebt. Für PC-Freaks sicher interessant, für mich ein aufschlussreicher Einblick. Der komplette erste Teil wird aus Vincents Perspektive beschrieben, ab dann wechseln sich die Sichtweisen ab. Ein weiterer Hauptprotagonist ist natürlich Simon König, Mitte 50 und Geschichtslehrer eines Gymnasiums. Durch eine unbedachte Aktion steht er plötzlich im Mittelpunkt eines Wahlkampfes zum König für Deutschland, der eigentlich für ganz andere Zwecke ins Leben gerufen worden war. Zusammen mit einem bunt zusammen gewürfelten Haufen junger "Rebellen" lebt er plötzlich einen Traum, den er so nie erwartet hatte.

    Eschbach greift hier wieder sehr gekonnt gesellschaftliche und politische Probleme auf, die sich durch die ganze Entwicklung von Bildung, Computer und Machtspielchen ziehen. Mich hat es auf jeden Fall fasziniert, obwohl, oder vielleicht gerade weil ich mich damit bisher kaum beschäftigt habe.

    Fazit

    Ein gelungenes Gedankenexperiment über die Möglichkeiten der Manipulation und der Glaubwürdigkeit der Reformen. Mit sympathisch echten Charakteren und einem unglaublich glaubwürdigen Clou, über den man erstmal nachdenken muss.

    © Aleshanee
    Weltenwanderer

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    Penelope1s avatar
    Penelope1vor 4 Jahren
    Kurzmeinung: Ein typischer Eschbach: Was wäre wenn - bis zum Ende brilliant durchdacht!
    Ein typischer Eschbach - "Was wäre wenn?" - Gut durchdacht!

    Was wäre wenn… ? Dieser Frage stellt sich Andreas Eschbach wieder einmal, dieses Mal in seinem Roman „Ein König für Deutschland“. Unvorstellbar eigentlich, dass es im Deutschland des 21. Jahrhunderts einen König geben soll – oder vielleicht doch nicht…? Für Lehrer Simon rückt diese Option auf einmal nah – ganz nah… Und je mehr er sich mit diesem Thema auseinandersetzt, umso mehr gefällt es ihm : die Welt verändern, oder wenigstens Deutschland – wer träumt nicht manchmal davon – und Simon soll nun also tatsächlich diese Macht erhalten – kaum vorstellbar.
    Möglich machen sollen es Wahlcomputer – Wahlmaschinen, die bereits des öfteren eingesetzt wurden, z.B. bei Wahlen in Amerika und Europa, und natürlich auch in Deutschland. Sie bieten viele Möglichkeiten, vereinfachen die Wahl, umso mehr in einer Zeit, in der ohne Technik kaum noch etwas zu funktionieren scheint… Doch die Technik hat auch ihre Tücken, ist nur so gut wie ihr Programm – und somit so gut wie der Programmierer. Und was, wenn sich hier Fehler einschleichen – unbewusst oder manipuliert?
    Eschbach „spielt“ die Situation durch, von Anfang bis zum Ende, wobei es mich immer wieder erstaunt, wie es ihm gelingt, am Ende wieder „die Kurve“ zur Realität zu halten. Auch wenn ich mir persönlich ein etwas ausführlicheres „Auflösen“ gewünscht hätte, so ist es auf jeden Fall schlüssig und rundet den Roman gekonnt ab.

    Zugegeben: Der Autor nimmt es sehr genau, er hat intensiv recherchiert und gerade im ersten Teil des Buches gibt es reichlich erklärende Fußnoten, die die beschriebenen Ereignisse untermauern und erläutern. Dies lenkt teilweise vom Roman-Geschehen ab, macht jedoch andererseits sehr nachdenklich und untermauert die dargestellten Gefahren, zeigt, dass das Szenario keine reine Fiktion ist, sondern uns näher ist als man zunächst glaubt…

    Fazit:
    Hochaktuell, gut recherchiert, durchdacht bis zum Ende, dabei spannend und fesselnd - ein typischer Eschbach!

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    Schlehenfees avatar
    Schlehenfeevor 4 Jahren
    Zähes Werk über das Risiko von Wahlmaschinen

    Simon König ist ein ganz normaler Lehrer in Deutschland, mit leichtem Hang zur Spießigkeit. Sein unehelicher Sohn ist Amerikaner, Hacker und daher öfters mit dem Gesetz in Konflikt gekommen. In letzter Zeit läuft aber alles gut für Vincent, der nun als Programmierer arbeitet.
    Was sein Vater nicht weiß: Im Auftrag dubioser Regierungskreise hat Vincent ein Programm zur Manipulation von Wahlmaschinen geschrieben. Daher wird er nun von dem zwielichtigen „Magier“ Zantini und seinen Kumpanen bedroht und erpresst, die sich mit Hilfe der manipulierten Geräte zu Macht und Geld betrügen wollen.
    Eines Tages erhält Simon einen beunruhigenden Anruf seines Sohnes, der seinen beschaulichen Alltag völlig auf den Kopf stellt. Aus einer Idee wird eine Partei und Simon der nächste König für Deutschland.

    Ich mochte Andreas Eschbachs Roman „Ausgebrannt“ sehr, in dem er gekonnt Fakten und Fiktion vermischte, um uns eine Zukunft ohne Erdöl spannend darzustellen. Dies hatte ich mir auch von „Ein König für Deutschland“ erhofft. Als Aufhänger des Romans und als Inspiration diente Eschbach der Skandal um die Präsidentschaftswahlen 2000 in den USA, bei denen vor allem in Florida wochenlang Stimmen nachgezählt werden mussten und am Ende George W. Bush mit einem hauchdünnen Vorsprung als Sieger hervorging, obwohl sein Konkurrent Al Gore in Hochrechnungen und Prognosen klar vorne gelegen hatte. Die Vorgänge sind gut recherchiert und im Text selbst durch zahlreiche Fußnoten mit Quellenangaben hinterlegt. Leider blieben dabei mein Lesefluss und die Spannung auf der Strecke.
    Andere Passagen der Handlung waren wiederum flüssig zu lesen und interessant, vor allem Vincents Gedanken, als er sieht welch Schindluder mit seinem Programm getrieben wird und Simons Entwicklung vom biederen Lehrer zum „König“.
    Andreas Eschbachs Erfahrung als Programmierer wird in zahlreichen technischen Details deutlich, bei denen mir als Laie der Kopf schwirrte und ich nicht in allem folgen konnte. Was mir obendrein auffiel, ist der oberlehrerhafte Unterton, der aus Zeilen unterschwellig herauskam, so dass einem kaum eigene Interpretationsmöglichkeiten blieben. Eschbachs Meinung gegen Wahlcomputer und seine Hypothese eine Verschwörung bei der US-Wahl 2000 sind eindeutig. Natürlich sollte (und ist) bei mir wie jedem anderen Bürger Misstrauen gegen manipulierbare Geräte bei so etwas wichtigem wie Wahlen Voraussetzung sein. Mir gefiel nur nicht die Art und Weise, wie diese Botschaft an den Leser überbracht wurde.

    Positiv waren einige wenige Charaktere, vor allem Vincent, Simon und dessen Ex-Frau die Klatschreporterin. Aber die Rollenspiel- und Computerfreaks wirkten manchmal zu abgedreht und die Leichtgläubigkeit der Öffentlichkeit gegenüber Simons Partei zur Wiedereinführung der Monarchie zu aufgesetzt.
    Letztendlich bleibt die Frage, ob Eschbachs Roman nicht schon überholt ist, da das Verfassungsgericht mittlerweile den Einsatz von Wahlgeräten in Deutschland gestoppt hat.
    Auch wenn mich „Ein König für Deutschland“ größtenteils enttäuscht und wenig Interesse beim Lesen geweckt hat, werde ich sicherlich noch einige Romane von Andreas Eschbach lesen, denn die Art und Weise wie er Fakten mit Fiktion koppelt ist einzigartig und seine Zukunftsvisionen immer aufrüttelnd.

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    Krimifee86s avatar
    Krimifee86vor 5 Jahren
    Warum ich immer Briefwahl mache

    Inhalt: Vincent Wayne Merrit, ein US-Amerikaner deutscher Abstammung, kann vielem widerstehen, aber keiner Herausforderung, seine Fähigkeiten als Programmierer unter Beweis zu stellen. Auch nicht, als er im Herbst 2000 beauftragt wird, mal eben ein Programm zu schreiben, mit dem man über Wahlcomputer abgegebene Stimmen fälschen könnte. Nur ein Prototyp, heißt es, zu Studienzwecken. Noch ahnt niemand, dass den USA die umstrittensten Präsidentschaftswahlen aller Zeiten bevorstehen. Kommt Vincents Programm zum Einsatz, um George W. Bush an die Macht zu bringen? Vincent weiß es nicht, aber die Hinweise mehren sich ... Acht Jahre später wird Vincent erpresst, noch einmal ein solches Programm zu schreiben. Um sich abzusichern, schickt er alles heikle Material nach Deutschland, zu seinem Vater Simon König. Bloß versteht der nichts von Computern und begreift deshalb erst, als er mit ein paar jungen Computerfreaks und Wahlcomputergegnern zusammenkommt, was das alles bedeutet. Gemeinsam entwickeln sie den Plan, eine Partei zu gründen, damit die Wahlen zu gewinnen und auf diese Weise die Gefährlichkeit von Wahlmaschinen zu entlarven. Und was könnte absurder sein als eine Partei zur Wiedereinführung der Monarchie? Es kommt, wie es kommen muss: Simon König gewinnt. Doch warum den Schwindel aufdecken? Warum nicht wirklich König von Deutschland werden?

    Cover: Das Cover finde ich super. Es zeigt eine abgewandelte Form des Bundesadlers mit einer Krone auf dem Kopf und stellt damit genau den Inhalt des Buchs dar. Für mich absolut ein Cover wie es sein sollte, es passt zum Buch und ist zugleich noch auffällig und witzig.

    Schreibstil: Tja, leider für mich das größte Manko des Buchs – der Schreibstils des Autors. Schade drum, aber ich persönlich brauche bei Büchern von Eschbach immer unglaublich lange, bis ich wirklich in die Geschichte rein komme. Das liegt daran, dass er arg wissenschaftlich schreibt und es mir manchmal so vorkommt, als würde ich gerade einen Beitrag in irgendeiner Fachzeitschrift lesen. Auch die Fußnoten empfinde ich in meinem Lesefluss als extrem störend, so etwas gehört für mich einfach nicht in die normale Unterhaltungsliteratur, sondern nur in wissenschaftliche Abhandlungen.
    Davon abgesehen hat es Eschbach auch nicht richtig geschafft, mir die Charaktere näher zu bringen. Einzig Simon habe ich irgendwann zu lieben gelernt, alle anderen – selbst Vincent – blieben für mich blass und ohne jede Emotion.

    Die Story: Wie heißt es so schön zu Beginn des Buchs? Wahlen werden nicht von denjenigen entschieden, die ihre Kreuzchen machen, sondern von denjenigen die, die Stimmen auszählen (frei wieder gegeben). Aber das ist im Endeffekt das Thema des Buchs und für mich wahnsinnig spannend: Wahlmanipulation. Ich fand es wirklich aufregend mitzuverfolgen, wie man eine Wahl manipulieren kann und was eine solche Manipulation für Folgen haben kann – wie zum Beispiel einen König für Deutschland. Gerade jetzt im Nachgang zu den Bundestagswahlen, die ich dieses Jahr sehr intensiv und hautnah verfolgen konnte und durfte für mich eine wirklich gut gelungene Story.

    Fazit: Am Anfang hatte ich Probleme, in die Geschichte hineinzufinden und auch das Ende hat mir nicht sonderlich gut gefallen. Weil der Mittelteil aber wirklich grandios war und ich mich sehr gut unterhalten gefühlt habe, gibt es von mir vier Punkte. Ein bisschen weniger Wissenschaft hätte dem Buch meiner Meinung nach gut getan, denn wenn ich wissenschaftliche Abhandlungen lesen möchte, gehe ich zur Bundeszentrale für Politische Bildung.

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