Andreas Gröhl

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Andreas GröhlFukushimnobyl
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Fukushimnobyl
Fukushimnobyl
 (4)
Erschienen am 08.10.2014
Andreas GröhlFukushimnobyl: Katastrophe programmiert
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Fukushimnobyl: Katastrophe programmiert
Fukushimnobyl: Katastrophe programmiert
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Erschienen am 25.03.2015

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K

Rezension zu "Fukushimnobyl" von Andreas Gröhl

Der Supergau ist möglich
Kerstin_Limmervor 4 Monaten

Bibliographie: erschienen in der Monogramm Verlagsgesellschaft 2014, umfasst 487 Seiten


Klappentext: Kurz nach ihrer Einstellung im Kernkraftwerk Unterweser entdeckt die junge Ingenieurin Verena Meier auf ihrem Arbeitsplatz-Computer eine Textdatei, die auf einen Fehler im Sicherheitssystem des Kernreaktors hinweist. Ihre Nachforschungen ergeben, dass diese Datei von ihrem spurlos verschwundenen Vorgänger stammt, der die zu einem GAU führenden Bedienungsschritte veröffentlichen wollte. Bei der Suche nach seiner Anleitung begibt sich Verena Meier in tödliche Gefahr … 

Inhaltsangabe:
Verena Meier sucht dringend einen Job und fragt nicht lange, als ihr der Job im Kernkraftwerk Unterweser angeboten wird. Schließlich ist sie die, die die kleine Familie ernährt. Nicht lange lässt ihre Vergangenheit in Form von Udo Lenker auf sich warten. Er möchte sein „Verenchen“ wieder zurück.
Als gewissenhafte Mitarbeiterin versucht sie, die Arbeit ihres Vorgängers fortzuführen. Dabei wird sie mit einer Datei konfrontiert, die auf eine mögliche Katastrophe hindeutet. An die falschen Leute im Kernkraftwerk gewandt, wird der neue Job schnell zur tödlichen Falle.

Verarbeitung des Themas und sprachliche Gestaltung:
Andreas Gröhl setzt sich mit dem Thema Sicherheit in Kernkraftwerken auseinander. Mit fundiertem Hintergrundwissen versucht er den Leser in die Welt der Kernkraft einzuführen, zeigt die Risiken auf, die jedes dieser Stromproduzenten mit sich bringt.
Ein heikles Thema, denkt man an die uns bekannten Katastrophen. Doch die waren bislang immer anderswo, nicht in Deutschland.
Bei der Verarbeitung der Thematik gelingt es Gröhl nicht, den Leser in eine aktive Auseinandersetzung mit dem eigentlichen Inhalt zu führen. Vielmehr ist der Rezipient damit beschäftigt, ständig auf der Hut zu sein, nicht den Faden der Akteure zu verlieren. Zu viele Personen, die mal wichtig, mal nur Nebenakteur sind, huschen durchs Gesamtbild. Meist unwesentliche Szenen werden künstlich in die Länge gezogen. Dem Leser erscheint es, als müsse die avisierte Seitenzahl unter allen Umständen gehalten werden. Die Haupthandlung wird von zu vielen Nebenhandlungen zerrissen, die es schwer machen, dem eigentlichen Thema zu folgen. Anfänglich kommt man zur Frage, was hat Verenas verflossenes Verhältnis mit Udo Lenker mit dem Titel zu tun. Da nutzt auch die durchaus solide sprachliche Gestaltung wenig. Am Ende überschlagen sich die Handlungen dermaßen, dass man geneigt ist, immer wieder nachzuschauen, was denn im Vorfeld passiert ist. Der Aufbau des Spannungsbogens gelingt zwar dem Autor stellenweise recht gut, jedoch ist die Lösung eher überhastet und undurchschaubar.
Die Covergestaltung trifft die Thematik gut und zieht den Leser an.

Persönliche Meinung:
Der Titel lud mich ein, das Buch zu lesen. Dennoch habe ich ungewöhnlich lange gebraucht, mich durch die Wirren des Romans zu arbeiten. Weniger ist eben doch manchmal mehr. Empfehlen würde ich den Roman nicht, weil mir das Chaos zu groß ist. Toller Titel, tolles Thema, mittelmäßig verarbeitet.

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JanaBabsis avatar

Rezension zu "Fukushimnobyl" von Andreas Gröhl

Wie sicher sind unsere deutschen Kernkraftwerke?
JanaBabsivor 3 Jahren

Auf der Suche nach einer neuen Arbeit stellt Verena Meier sich im Kernkraftwerk Wesermarsch vor. Aufgrund ihrer fundierten Kenntnisse bekommt sie den Job sofort. Oder liegt ihre Einstellung vielleicht gar nicht an ihren Kenntnissen sondern daran, dass ihr Vorgänger Golo Hansen spurlos verschwunden ist und sich sonst gerade niemand um diesen Job reißt?

Zufällig findet Verena auf der Festplatte ihres PCs eine verschlüsselte Datei mit einem Tagebuchhinweis ihres Vorgängers. Golo Hansen hat es im Simulator tatsächlich geschafft die Funktionen des KKW so zu manipulieren, dass die Kernschmelze unausweichlich ist. Mit diesen Informationen wollte ihr Kollege an die Öffentlichkeit gehen. Der Spürsinn von Verena Meier erwacht und sie möchte wissen was mit Golo Hansen passiert ist und ob es tatsächlich möglich ist einen atomaren SuperGAU herbeizuführen.

Als die Kernschmelze im KKW Wesermarsch dann tatsächlich kurz bevor steht, handelt es sich leider nicht um ein ablaufendes Programm im Simulationsraum.

Verena ist verheiratet und Mutter zweier Kinder. Ihr Mann Hermann Hendrik übernimmt die Rolle des Hausmannes während Verena die Brötchen verdient.

Just zu dem Zeitpunkt als Verena die Stelle im Kernkraftwerk Wesermarsch bekommen hat, taucht ihr Exfreund Udo Lenker wieder auf. Er hat einige Zeit in der JVA verbracht und nach seiner Entlassung macht er sich auf die Suche nach Verena und findet sie auch.

Udo Lenker ist ein nervtötender selbstverliebter Gockel der – zumindest am Anfang des Buches – permanent an Sex denkt und diesen natürlich mit „seinem Verenchen“ haben möchte. Dass sie verheiratet ist und 2 Kinder hat stört Lenker nicht weiter zumal Hermann Hendrik in Udos Augen eh nix taugt.

Auch wenn Verena ihrerseits nichts mehr mit Udo zu tun haben möchte, ist sie nicht in der Lage ihm dieses unmissverständlich klar zu machen und ihn vor die Türe (in diesem Fall die Autotüre) zu setzen. Udo ist ein sehr anhänglicher und aufdringlicher Ex. So ein echter „Der geht gar nicht“-Typ. Bei Verenas Mutter und Tante hat er aber scheinbar einen Stein im Brett, den die beiden Damen erliegen permanent seinem (nicht vorhandenen) Charme.

Verenas Ehemann Hermann Hendrik ist ein gerne und häufig philosphierender Philosoph. Irgendwie hat er in allem was er tut die Ruhe weg. Ihn kann nichts aus der Fassung bringen und für jede Lebenslage hat er ein passendes Zitat oder einen passenden Spruch auf Lager. Es beunruhigt ihn auch keinesfalls, dass der Ex seiner Frau wieder aufgetaucht ist und sich in Verenas Familie breit macht.

Die beiden Männer in Verenas Leben könnten gegensätzlicher nicht sein, wobei keinem der beiden meine Sympathie zugeflogen ist.

Verena selbst erscheint dem Leser beim Vorstellungsgespräch im KKW sehr souverän. Auch wenn sie noch sehr jung ist verfügt sie über die benötigten Qualifikationen, kann sich im Gespräch entsprechend verkaufen und tritt sehr selbstbewusst auf. Ihr Verhalten gegenüber ihrem Ex Udo Lenker steht im krassen Gegensatz dazu. Bei ihm ist sie nicht in der Lage ihn in seine Schranken zu weisen und lässt sich von ihm einlullen . Bei der Suche nach der Wahrheit um das Verschwinden Golo Hansens ist Udo Lenker jedoch ein nicht zu unterschätzender Faktor der Verena am Ende sogar das Leben rettet.

Die Gefahr lauert an Verenas Arbeitsplatz – aber aus einer anderen Richtung als der Leser glaubt.

Der Titel „Fukushimnobyl“ und das Cover des Buches signalisieren dem Betrachter, dass die Geschichte zwischen den Buchdeckeln etwas mit den Naturkatastrophen in Fukushima und Tschernobyl zu tun haben muss

· Nuklearkatastrophe Tschernobyl 04/1986
· Nuklearkatastrophe Fukushima 03/2011

Beim lesen der Erläuterungen bezüglich der Technik im KKW Wesermarsch fragte ich mich mehrmals wie sicher unsere Kernkraftwerke in Deutschland sind und ob sich ein Szenario wie in „Fukushimnobyl“ tatsächlich ereignen könnte. Als Laie in Sachen Atomkraft (und ich denke das ist ein großer Prozentsatz der deutschen Bevölkerung) müssen wir uns auf die Versicherungen und Beteuerungen der EU-Kommission und der Europäischen Gruppe für nukleare Sicherheit und Abfallentsorgung (ENSREG) verlassen die besagen, dass alle 17 in Deutschland befindlichen Atomkraftwerke sicher seien. Sind sie das wirklich? Wir wissen es nicht, wir müssen es glauben.

Der Gedanke hinter der Story und die eingestreuten Erläuterungen bezüglich der Funktionsweise von Kernkraftwerken fand ich sehr interessant und das regte mich, wie schon erwähnt, zum Nachdenken an. Leider konnte mich aber die Umsetzung der Idee zum fertigen Buch nicht überzeugen.

Die Protagonisten, neben Verena, Hermann Hendrik und Udo sind das noch ein paar mehr oder weniger wichtige Menschen, handeln sehr oft für mich nicht nachvollziehbar und äußerst unlogisch. Manche Szenen sind über Gebühr in die Länge gezogen, könnten durchaus etwas Straffung vertragen. Was man am Anfang des Buches nur vereinzelt als „zu viel“ wahrnimmt tritt zum Ende des Buches hin geballt auf.

Die gute Idee hinter der Story, die Geschichte um einige Seiten bzw. unnötige Dialoge gekürzt und es wäre ein wirklich tolles Buch entstanden. 

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DunklesSchafs avatar

Rezension zu "Fukushimnobyl" von Andreas Gröhl

Langatmig: Fukushimnobyl - Andreas Gröhl
DunklesSchafvor 3 Jahren

Verena Meier beginnt ihren neuen Job im Kernkraftwerk in Wesermarsch. Zwar hat sie früher, als Studentin, auch gegen Atomkraft demonstriert, aber sie braucht den Job, denn sie hat Mann und zwei kleine Kinder zu versorgen. Aber komisch ist es schon, dass sie die Stelle so schnell und unkompliziert bekommen hat. Als sie erfährt, dass ihr Vorgänger spurlos verschwunden ist und sie deshalb so schnell nachgerückt ist, macht sie das stutzig. Als sie dann einen bei der Löschung übrig gebliebenen Tagebucheintrag von Golo Hansen, ihrem Vorgänger, findet und daraus hervorgeht, dass Hansen bei der letzten Simulatorschulung einen Gau verursacht hat und dies auch im Kernkraftwerk selbst möglich ist, fängt sie an zu schnüffeln, ob Hansen wirklich selbst verschwunden ist oder vielleicht „verschwunden wurde“.

Verena Meier ist eine taffe berufstätige Frau, die leider eine Schwäche hat: Udo Lenker, ihren Ex-Freund. Der taucht auch just fast in dem Moment auf, als sie ihren neuen Job anfängt und geht ihr, aber auch dem Leser, gewaltig auf die Nerven. Na ja, so einen unsympathischen Charakter braucht ja doch jedes Buch, so zur Abwechslung. Auch wenn ich zugebe, dass ich wegen Udo Lenker ab und an das Buch zugeklappt habe. Auch die Tatsache, dass Verena, auch wenn sie sonst eine ganz vernünftige Frau ist, sich immer wieder auf Udos Spielchen einlässt und einfach keine Konsequenzen ziehen kann. Und damit habe ich schon einen Teil des Problems des Buches angesprochen.

Neben dem äußerst spannenden Thema Kernkraft und einem möglichen Gau innerhalb Europas, dem verschwundenen Kollegen und der „Miss Marple“-mäßigen Suche, die Verena im Kraftwerk durchzieht, zieht sich das Buch durch die Nebenhandlungen, Beschreibungen und Ausführlichkeit unnötig in die Länge. Verenas Beziehung zu ihren Eltern, die philosophischen Sprüche ihres Ehemanns oder auch die ausführlichste Beschreibung von Bremerhaven, die ich je gelesen habe, führen mitunter gemeinsam mit der Udo-Lenker-Beziehung zu einem Hin und Her, anstatt sich auf die Suche nach Golo Hansen, bzw. der Möglichkeit eines technisch herbeizuführenden Gaus zu konzentrieren.

Diese Langatmigkeit zieht sich durch das Buch und ist auch am verunglückten Ende mitverantwortlich, obwohl auch hier spannende Sequenzen dabei waren und das Ende des Endes genial gelöst war. Allerdings scheint es, dass der Autor allen Personen in den letzten 50 Seiten nochmal einen Kurzauftritt gewähren wollte, was allerdings im Leitstand des Kernkraftwerks unglaubwürdig erscheint. Auch sind die Aktionen dort konfus und unterbrochen von den geringsten Nebensächlichkeiten, so dass, trotz der genialen Lösung am Ende, doch ein schaler Nachgeschmack bleibt.

Das Buch war eher nicht meins, aber ich könnte mir vorstellen, dass Leser, die kein bestimmtes Genre bevorzugen, sondern überall „wildern“, damit glücklicher sind, als ich. Doch für mich war die spannende Suche nach dem verschwundenen Mitarbeiter nicht fokussiert genug und leider nur ein schwacher Handlungsstrang und das „bombastische“ Ende war leider recht chaotisch und unglaubwürdig.

Fazit:
Ein spannendes Thema, welche Verena Meier in Miss Marple Manier löst, doch leider mit vielen Nebenhandlungen und Beschreibungen, so dass das Buch langatmig wird und mit einem chaotischen Finale aufwartet.

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