Generation Kohl

von Andreas Hock 
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Generation Kohl
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eine kurze Beschreibung was in den 80er und 90er Jahren unter "Kohl" so passiert ist und wie der Autor es im Rückblick empfunden hat.

Kritisch (1):
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Leider nicht gut.

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Inhaltsangabe zu "Generation Kohl"

Ob man ihn nun mochte oder nicht: Mit Helmut Kohl, dem am längsten amtierenden Bundeskanzler Deutschlands, verbindet eine ganze Generation die Erinnerung an eine besondere Zeit. Damals konnten wir noch zwischen Gut und Böse unterscheiden und auch ohne Facebook und Tinder entstanden Freundschaften fürs Leben. Für die meisten Familien war der gemeinsame Samstagabend heilig und der zweiwöchige Adriaurlaub war der Höhepunkt eines jeden Jahres. Es war eine Zeit des Friedens und der Sicherheit.

Andreas Hock erzählt anhand von politischen Ereignissen und persönlichen Erlebnissen aus einer Ära, deren tatsächliche Bedeutung wir erst jetzt, nach dem Tod Helmut Kohls, wirklich ermessen können. Generation Kohl ist ein Buch für alle, die sich angesichts der extremen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts und einer immer hektischer werdenden globalisierten Welt ein bisschen nach der langweiligen guten alten Zeit sehnen.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783742304537
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:176 Seiten
Verlag:riva
Erscheinungsdatum:26.02.2018

Rezensionen und Bewertungen

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    Sigrid1vor 6 Monaten
    Kurzmeinung: eine kurze Beschreibung was in den 80er und 90er Jahren unter "Kohl" so passiert ist und wie der Autor es im Rückblick empfunden hat.
    das waren noch Zeiten

    Ich muss sagen das Buch "Generation Kohl" hat mich zurück in meine jungen Jahre katapultiert. Ich bin etwas älter als der Autor, aber ich konnte mich sehr gut wieder in diese Zeit der 80er und 90er  Jahre zurückversetzen. Andreas Hock erinnert sich in diesem Buch an seine Kindheit, Jugend und junge Erwachsenen Jahre unter dem Kanzler Kohl. Dieses Buch ist wirklich toll zu lesen. Wer diese Zeit miterlebt hat, erkennt schnell alles wieder und erinnert sich. Es werden beim Lesen die eigenen Erfahrungen und Gedanken aus dieser Zeit wieder lebendig. Und auch der Leser merkt, genau wie der Autor, was diese Zeit doch alles geprägt hat. Der Autor schreibt eben aus seiner Sicht und das macht es noch interessanter. Jetzt hat der Leser nicht nur seine Sicht aus dieser bewegten Zeit, sondern kann es gleich mit den Eindrücken von Andreas Hock vergleichen. Aber auch für die Leser, die diese Zeit nicht miterlebt haben, ist es ein interessantes Buch. Denn er erfährt doch einige Dinge aus dieser Zeit, die nicht in den Geschichtsbüchern vorkommen, sondern von Augenzeugen erzählt werden. Eindrücke und Ansichten werden vermittelt und machen diese Zeit auch für die Spätgeborenen lebendig. Es gab auch Dinge, die ich natürlich noch nicht wußte, denn so ausführlich habe ich mich mit Kohl nie beschäftigt. Denn ich hatte auch teilweise für mich wichtigere Dinge zu tun, als mich für Politik zu interessieren. Es macht Freude das Buch zu lesen, auch wenn man kein Fan von Kohl und den entsprechenden Parteien ist. Ich finde auch die Einteilung der Kapitel gut. Und die Überschriften mit dem erklärenden Satz darunter fand ich hilfreich. Es ist echt witzig, wenn Andreas Hock sich die Technik von heute in der damaligen Zeit vorstellt. Dann hätte sicher manches oder sogar vieles anders ausgesehen. Es ist ein Buch über Politik, aber nicht nur. Sonders es spiegelt eine eigene Zeit wieder. Ich fand das Buch sehr informativ, es hat Spaß gemacht und viele mehr oder weniger schöne Erinnerungen geweckt. Auch manche Erlebnisse wieder ins Gedächtnis gebracht, die man lieber vergessen hätte. Oder wo man heute einfach nur denkt: "Oh - warum hab ich das nur so gemacht " und wünscht, dass es keiner mehr weiß.
    Ich empfehle das Buch für alle, die sich erinnern wollen und für diejenigen, die sich ein Bild dieser Zeit machen wollen. Vielleicht verstehen sie dann auch mal die Erzählungen der Eltern oder Großeltern.

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    blaues-herzblatts avatar
    blaues-herzblattvor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Leider nicht gut.
    Der alte Mann

    Inhaltlich schreibt Andreas Hock über den Kanzler, der seine Jugendjahre prägte, dabei thematisiert er dessen Lebenslauf, untermauert durch gute Recherche und mit vielen Hinweisen auf Veränderungen und interessante Weltgeschichte.

    Ein Buch, von dem ich mir viel erhofft habe. Ich selbst habe aufgrund meines Alters keinerlei Erfahrungen oder Erinnerungen an die aktiven Kohl-Jahre. Mein Leitgedanke beim Lesen des Buches: Ich will Kohl und seine Politik näher kennenlernen.

    Der Autor erzählt ausgehend von seiner eigenen Kindheit und Jugend, damit einhergehen viele unnötige Informationen und eine sehr subjektiv eingeschränkte Sichtweise auf die Dinge. Im Buch wird ständig der Vergleich von Kohls Zeit zum heutigen Zustand gezogen, jedoch nicht wie man es erwarten könnte mit vielschichtigem Fazit, sondern leider sehr einseitig reduziert. Hock kommt meist ohne weitere Belege oder Erklärungen zu dem Urteil, das heute alles schlechter ist und die Jugend so etwas wie Kreativität längst nicht mehr kennt. Auf mich machten derlei Behauptungen einen verbitterten Eindruck und mir fehlten die fundierten Argumente, da oft einfache Aussagen in den Raum geworfen wurden oder Einzelfälle plötzlich allgemeingültig waren. (Kleines Beispiel: Kinder schminken sich heute schon im frühen Kindesalter. -> natürlich gibt es das, aber lange nicht als Normalität.)

    Positiv anrechnen darf man den Autor, dass er ein Bild des Zeitgeschehens und der Mentalitäten vermittelt hat, jedoch dieses Bild zu stark als einzige Sicht auf die Dinge anprangert.

    Am Schreibstil lässt sich abgesehen von den nicht enden wollenden Aufzählungen nicht meckern. Anekdoten und humoristische Anspielungen sind vorhanden und der Stil erschwert das Lesen nicht unnötig, wie es manchmal bei derartigen Büchern der Fall ist.

    Nur die Erzählzeit hat mir weitere Probleme bereitet. Der chronologische Anfang wurde schnell unterbrochen von unlogischen Zeitsprüngen, denen kein besonderer Effekt innewohnte. Für jemanden, der diese Zeit nicht erlebt hat, kann das schnell verwirrend wirken und eigentlich plausible Zusammenhänge erschwert darstellen.

    Fazit: Ich konnte die Person Helmut Kohl durch gute Recherche besser kennenlernen, jedoch hätte mir das Buch deutlich mehr zugesagt, wenn es nur halb so dick gewesen wäre und die vielen unnötigen Abwertungen bzw. die lückenhaften Argumentationen schlicht eingespart worden wären.

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    ManuelaBes avatar
    ManuelaBevor 6 Monaten
    Generation Kohl

    In seinem Buch Generation Kohl lässt der Autor Andreas Hock den Leser teilhaben an seine Lebenszeit in der Ära Kohl, der Autor ging gerade in die Grundschule als Kohl Kanzler wurde und dieser Kanzler begleitete ihn in den nächsten 16 Jahren die prägend für sein Leben waren.


    Wer nun ein nüchternes Sachbuch erwartet wird angenehm überrascht, der Autor findet lebendige Worte für seine Eindrücke und es geht weit übers nüchterne Aufzählen hinaus. Er lässt den Leser auf intime Weise teilhaben an seinen Gedanken zur damaligen Zeit und verquickt dies mit Fakten die einen geschichtlich interessierten Leser die damalige Zeit noch mal in die Erinnerung ruft.


    Für mich ein Buch das nicht nur für die Generation Kohl lesenswert ist, sondern auch für die heutige Jugend um einen Einblick in die Lebenswelt vor einigen Jahrzehnten zu bekommen.

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    Fortis avatar
    Fortivor 7 Monaten
    16 prägende Jahre

    16 Jahre war Helmut Kohl Bundeskanzler von Deutschland - eine lange, geschichtsträchtige Zeit, die (mindestens) eine Generation geprägt hat: die Generation Kohl. Eine genaue Definition, wer darunter fällt, gibt es nicht - so kann sich wohl jeder dazu zählen, der das Gefühl hat, dass sein Leben durch die Kanzlerschaft Kohls geprägt wurde.
    Andreas Hock selbst ist 1974 geboren und beschreibt seinen ganz persönlichen Blickwinkel auf die Jahre mit Bundeskanzler Helmut Kohls, ordnet das Ganze aber auch in den politischen und geschichtlichen Kontext ein. Geschrieben ist das sehr amüsant und meist gut lesbar.

    Der Vergleich zwischen früher und heute geht dabei aber leider oftmals doch sehr in Richtung "früher war alles besser" - die heutige Zeit kommt wirklich schlecht weg - und das ohne wirklich etwas neues aufzudecken. Jajaja, auch mich nervt das Photographieren von Mittagessen, aber ich muss nicht zum xten Mal darüber lesen. Das ist weder originell noch besonders aufgeschlossen. Wer jetzt aber denkt, dass die Kohl-Jahre dementsprechend glorifiziert würden, liegt falsch: die Vergangenheit wird von Andreas Hock differenzierter, wenngleich auch recht wohlwollend dargestellt.

    Man sollte nicht zu viel vom Buch erwarten: es ist keine wissenschaftliche Darstellung und wie gesagt finde ich die Vergleiche mit heute nicht gelungen. Wenn man ersteres nicht erwartet und über letzteres hinweg sieht, wird man durchaus gut unterhalten.

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    Tine13s avatar
    Tine13vor 7 Monaten
    Kurzmeinung: Amüsanter und sehr persönlicher Bericht aus den 80ern, als wir alle noch nicht online waren;)
    Analoge Zeiten

    Der Autor Andreas Hock lässt in seinem Buch „Generation Kohl“ die Ära Kohl Revue passieren aus seiner ganz persönlichen Sichtweise. Hock ist Jahrgang 1974 und besuchte gerade die Grundschule als Helmut Kohl 1982 Kanzler wurde. Er versucht anhand persönlicher Erlebnissen und Eindrücke aus seiner Jugend, die Politik Kohls in den 80er und 90er Jahren nachzuvollziehen, was ihn auf eine sehr amüsante und spannende Art und Weise gelungen ist. 

    Das Buch liest sich eigentlich gar nicht wie ein Sachbuch sondern ist eine Zeitreise zurück in eine analoge Welt und es wurde mir auf eindringliche Weise klar wie schnell sich die Welt allein in den vergangenen 15 Jahren gewandelt hat!

    Als Kohl Kanzler wurde, war ich schon ein 15jähriger Teenager, schrieb Aufsätze über das Waldsterben, erinnere mich an einen langhaarigen Freund einer Kusine, mit seinem alten Kastenwagen und seinen „Atomkraft nein danke“ Aufkleber oder auch an die autofreien Sonntage! 

    Nun, ich bewundere jedenfalls die außerordentlich gute Erinnerung und die fleißige Recherche von Autor Hock sehr und habe seinen Ausflug in die „guten alten Zeiten“;) sehr genossen.

    Dank des flüssigen Schreibstils und der interessanten Vergleiche mit unseren heutigen Probleme und unserer schnelllebigen und oft anstrengenden digitalen Zeit, hat sich das Buch fast von selbst gelesen und auch für manchen Lacher meinerseits gesorgt.

    Ein klasse Buch, nicht nur für Nostalgiker unter uns, sondern auch für junge Menschen die wissen wollen wie ihre Eltern vor ca. 40 Jahren auch ohne Internet klarkamen;) und das es in Deutschland einmal eine Mauer gab, die Kohl sei dank nicht mehr existiert.

    Absolute Leseempfehlung, ich fühlte mich wirklich sehr gut unterhalten:)

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    camilla1303s avatar
    camilla1303vor 7 Monaten
    Romantisierung der Vergangenheit

    1982 gibt Helmut Schmidt sein Amt an Helmut Kohl ab und Deutschland hatte einen neuen Bundeskanzler. Andreas Hock hat mit seinem Buch „Generation Kohl“ eine Hommage an seine eigene Jugend geschrieben und für seine eigene Generation eine nostalgische Erinnerung und für jüngere Generationen ein „So war das damals“-Erlebnis geschaffen.

    Andreas Hock erzählt anhand von politischen Ereignissen und persönlichen Erlebnissen aus einer Ära, in der man noch „zwischen Gut und Böse unterscheiden“ konnte. Die Erinnerung an die „langweilige gute alte Zeit“, soll den LeserInnen die extremen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts in einer immer hektischer werdenden, globalisierten Welt vergessen lassen. „Das Bewusstsein für einen pfleglicheren Umgang mit unserer Umwelt musste sich erst noch herausbilden.“ Hock erinnert an Freundschaften ohne Facebook und Tinder und an den zweiwöchigen Adriaurlaub als Höhepunkt seines Jahres. Nicht nur einmal habe ich mich beim Lesen nach einer Zeit des Friedens und der Sicherheit gesehnt und doch glaube ich, dass die Generation Kohl auch nicht nur in Friede, Freude, Eierkuchen aufgewachsen ist, sondern mit ihren eigenen Problemen kämpfen musste. Andreas Hock hat es geschafft mir, durch die Romantisierung der „guten, alten Zeit“ die Angst vor der Zukunft zu nehmen. Denn der Weltspartag ist auch heute noch wichtig und unsere größte Sorge sollte weiterhin das Waldsterben und der Klimawandel sein.

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    katikatharinenhofs avatar
    katikatharinenhofvor 7 Monaten
    Kurzmeinung: Kein Nachruf auf den ewigen Kanzler, sondern ein Hochleben lassen - sehr gelungen
    Kein Nachruf auf den ewigen Kanzler, sondern ein Hochleben lassen - sehr gelungen


    Und es stimmt doch - früher war alles besser. Es gab keine Handynacken, keine ständige Online-Verfügbarkeit dafür aber echte und ehrliche Kinderfreundschaften, die sich nicht dauerhaft über Facebook ihre Erlebnisse austauschen mussten. Es war keinesfalls langweilig, denn es gab genug draußen zu entdecken. Und für uns Kinder gab es nur einen Kanzler - Helmut Kohl.


    Davon, dass dieser Mann, wie kein zweiter, Einfluss auf unser Leben genommen hat, erzählt Alexander Hock in seiner wundervollen Hommage  an den "Ewigen Kanzler".
    Selbst zur Generation Kohl gehörend, ist für mich dieses Buch ein Abtauchen in die Kindheit, gespickt mit politischen Erlebnissen, die sich wieder aus der Erinnerung hervorschleichen. Gepaart mit den persönlichen Erinnerungen des Autors ergeben sie für mich so etwas wie eine Zeitreise und ich fühle mich selbst wieder als Kind vor dem Fernseher sitzend und Samstag Abend die Hitparade im ZDF schauen. Die Erfahrungen Hocks mit den politischen Ereignissen zu verknüpfen, ist ein genialer Schachzug und so lernt man nicht nur viel über den Autor, sondern auch  über seine "persönliche" Beziehung zum Mann aus Ludwigshafen kennen. Dieses Buch ist ein "Hut ziehen" vor dem Mann, der die Idee der deutschen Einheit tatkräftig angepackt und in die Tat umgesetzt hat, ein "sich verneigen" vor dem Mann, der trotz Spendenskandal und anderen Fehlgriffen immer eines gewesen ist - der Mann, der uns als Kindern ein Leben in Frieden ermöglicht hat.


    Danke an Alexander Hock für diesen Nachruf der besondere Art.

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    seschats avatar
    seschatvor 7 Monaten
    Kurzmeinung: Sehr persönliche Hommage an die Kohl-Ära, die sowohl Leser der "Generation Kohl" als auch Geschichtsfans gelesen haben sollten.
    Hommage an die Kohl-Ära

    Bestseller-Autor und Sprachpurist Andreas Hock ist mit Bundeskanzler Helmut Kohl groß geworden. Geboren 1974, verbrachte er während Kohls Amtszeit (1982-1998) eine beschauliche Kindheit und Jugend in Bayern. Mit Wehmut denkt Hock heute noch an diese unbeschwerte Zeit ohne Internet, Terror, Markenkleidung und Globalisierung zurück. Damals hatte man noch Zeit und es herrschten Wohlstand wie Frieden. Die "Generation Kohl", zu der sich der Autor voller Stolz selbst zählt, habe zum netten Onkel aus Ludwigshafen aufgeschaut und dessen Bodenständigkeit geschätzt. Heimat- und Vaterlandsliebe, was heute bieder bis altbacken klingen mag, wurde noch groß geschrieben, so Hock. 

    Die synchrone Darstellung von Andreas Hocks Werdegang und Helmut Kohls Kanzlerschaft hat mich aufgrund der persönlichen Einblicke ins Private beider Personen begeistern können. Spannend sowie gesellschafts- und kulturhistorisch interessant schildert der Autor auf insgesamt 175 Buchseiten seine Beziehung zum Saumagenliebhaber und überzeugten Strickjackenträger. Ob der Einzug der sog. Gammler-Grünen in den Bundestag, die erste miterlebte Wahlkampfrede Kohls oder Hocks Erfahrungen als Erstwähler, Kanzler Kohl war stets im jungen Leben des Autors präsent, wenngleich in einer anderen Intensität als in der heutigen, medial überfrachteten Zeit. Denn Presse und TV berichteten damals noch zeitversetzt und nur selektiv von politisch relevanten Ereignissen. Zudem wurde Politikern zur damaligen Zeit, gerade mangels technischer Mittel, noch ein Privatleben zugestanden und dieses weniger ausgeschlachtet als es heute der Fall ist. Auch Äußerlichkeiten spielten eine untergeordnete Rolle. Kurzum, für Andreas Hock stellte die Kohl-Ära trotz des späteren Spendenskandals und anderer politischer Missgriffe eine rundum sichere wie erfüllende Periode dar, die darüber hinaus die Wiedervereinigung ermöglicht hat. 

    Als Fan von Andreas Hocks Literatur ist mir während der Lektüre natürlich die ein oder andere Anspielung auf dessen kritische Sprach- wie Gesellschaftsbücher (z. B. "Bin ich denn der Einzigste hier, wo Deutsch kann?" oder "Günther hat sein Käsebrot fotografiert. 342 Freunden gefällt das") aufgefallen, was ich marketingtechnisch, aber auch inhaltlich gut nachvollziehen konnte :-)

    LIEBLINGSZITATE
    "Erstens setzten wir uns nicht den gesamten Abend wahllos vor die Glotze und zappten uns vollkommen ziellos erst durch die dreißig Sender unseres Kabelanbieters, um danach die weiteren sechzig Kanäle des sündteuren Pay-TV-Angebots durchzusehen, ob sich nicht doch irgendwo zwischen all dem Blödsinn wie der "Bachelorette", den "X-Diaries", Formaten wie "Köln 50667", diversen Super-Chart-Shows, dutzendfach ausgestrahlten Tatort-Wiederholungen, gescheiterten Auswanderern, kasernierten C-Prominenten oder einer von Kai Pflaume moderierten Unterhaltungsshow ein sehenswertes Dreiviertelstündchen verbarg." (S. 90)

    "Ich (Andreas Hock) sehne mich auch deshalb zurück in jene Jahre, als selbst die kurzlebigsten Trends länger Bestand hatten als heute, der wechselnde Zeitgeist nicht die alleinige Richtschnur unseres Handelns darstellte und ein zwei Kilometer langer "Trimm dich"-Pfad ausreichte, um zu sich selbst zu finden." (S. 164)

    FAZIT
    Sehr persönliche Hommage an die Kohl-Ära, die sowohl Leser der "Generation Kohl" als auch Geschichtsfans gelesen haben sollten. 

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    MuenchnerVerlagsgruppes avatar

    Liebe Lesefreunde,

    wir verlosen 20 Bücher von Andreas Hock. Und wir hoffen auf reges Interesse :). Und hierum geht's:

    die Rente war so sicher wie der Ministerposten von Norbert „Nobbi“ Blüm, tragbare Kassettenrekorder waren der letzte Schrei, das Waldsterben war die größte Sorge und Aktenzeichen XY der größte Horror. Vor allem aber: Die Welt war klar aufgeteilt in gut und böse, dazwischen lag eine Mauer und als die weg war, wurden uns blühende Landschaften und eine friedliche Zukunft versprochen.

    Entscheidend ist aber, was hinten rauskommt. Heute wissen wir, dass es anders kam. Aber dennoch haben uns diese Jahre geprägt. Jeder verbindet persönliche Geschichten mit der Ära Kohl. Jeder weiß, wo er beim Mauerfall war. Und auf den Schulhöfen war es Pflicht, Kohl, die Birne, doof zu finden.

    Andreas Hock, Bestseller-Autor, aufgewachsen und sozialisiert in der längsten Kanzlerschaft seit Bismarck, zeichnet in seinem neuen Buch Generation Kohl ein amüsantes, lustiges, aber auch nachdenkliches Bild der Kohl-Jahre. Und wie dieser wuchtige Mann uns alle prägte, ob wir uns dessen bewusst sind oder nicht.

    Allen, die mitmachen, viel Erfolg! Das Buch erscheint am 26.2. Die Gewinner werden es ganz exklusiv schon vorab bekommen.

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