Andreas Izquierdo Apocalypsia

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Inhaltsangabe zu „Apocalypsia“ von Andreas Izquierdo

Es heißt, sobald ein Kind zur Welt kommt, legt ihm ein Engel seinen Finger auf den Mund: so vergisst es augenblicklich alle göttlichen Geheimnisse. Nur die kleine Furche zwischen Nase und Mund bleibt als Spur zurück. Die Engel sind in Aufruhr, denn Gott liegt im Sterben, und mit ihm die gesamte Schöpfung. Die Erkenntnis über seine Vergänglichkeit: ein Schock. Das Versprechen ewigen Lebens: eine Lüge. Das Heer der Engel spaltet sich. Wer die Freiheit will, folgt Luzifer, dem mächtigsten unter ihnen. Sein Plan ist so schlicht wie verführerisch: Sind erst die missratenen Menschen vernichtet und er auf dem Thron, ist der Urzustand allen Seins wiederhergestellt. Die kleine Schar derer, die entschlossen die alte Ordnung verteidigt, ist ganz auf sich allein gestellt. Intrigen, Verrat und Mord führen schließlich in die Katastrophe. LovelyBooks Silberner Leserpreis 2010 Fantasie/Science Fiction Buch des Jahres Vorablesen.de (Quelle:'E-Buch Text/30.05.2016')

Science-Fiction und Fantasy in einem Roman vereint kann gute Unterhaltung bieten.

— BookfantasyXY
BookfantasyXY

Spezieller Roman. Eher für Fantasy-Fans geeignet als für den 'Durchschnittsleser'.

— Lovely90
Lovely90

Überraschend tiefsinnig und voll neuer Ideen - für Freunde der "blumigen" Sprache ein Genuss!

— Ein LovelyBooks-Nutzer
Ein LovelyBooks-Nutzer

Leider sehr lanwgeilig.

— AberRush
AberRush

Wahnsinnig durchdachte Geschichte, leider gar nicht meins.

— Marlee3007
Marlee3007

Es hat mich nicht gepackt: zuviel von allem.

— wandablue
wandablue

Gott liegt im Sterben und die Welt der Engel und Menschen steht Kopf! Ein Buch was mich gepackt hat, ich würde gerne 10 Sterne geben!

— Buecherseele79
Buecherseele79

Ein außerordentliches Weltuntergangsbuch, das lange im Gedächtnis bleiben wird.

— Nicky_G
Nicky_G

Ich bin ein grosser Fan von Andreas Izquierdo,doch dieses Buch war so gar nicht meins.Zu viel Weltuntergang, zu viele Engel,zu viel Fantasy

— naninka
naninka

Erschreckend und zugleich lehrreich...

— dreamlady66
dreamlady66

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  • Die Welt zwischen einer untergehenden Menschheit und der Engel

    Apocalypsia
    BookfantasyXY

    BookfantasyXY

    31. October 2016 um 23:03

    Über Menschen und Engel in ihrer jeweiligen Welt handelt dieser Roman. Menschen und Engel existieren parallel, aber dennoch sind sie teilweise voneinander abhängig. Die Menschen in einer Welt, die um ihr Leben in der Umgebung von Jerusalem kämpfen, das bald droht unterzugehen. Frauen und Männer leben mit ihren Schicksalen. Und wiederum hängen diese Schicksale mit der Welt der Engel zusammen. Aber es gibt noch immer eine Figur, die über die Menschen und Engel besteht: Gott. In diesem Roman wird Gott sterben. Sein Tod wird die Welt der Menschen und die Welt der Engel verändern. Im Mittelpunkt der Welt der Engel steht der Engel Nathanael, der von seinem Lehrmeister – dem Engel Iax – ausgebildet wird. Nathanael muss sich beweisen, denn er sticht aus den anderen Engeln heraus, weil er einen verkrüppelten Arm hat. Durch diesen Arm ist er eingeschränkt. Nachdem sich Nathanael sich unter den Engeln nach und nach mit Hilfe seines Lehrmeisters beweisen konnte, tritt der Engel Luzifer auf. Luzifer glaubt nicht an das Gute der Menschen, denn die Menschen bringen Unheil über die Welt. Luzifer will alle Menschen vernichten, um die Schöpfung neu zu beginnen. Er stellt sich seine eigene Armee auf. Allerdings rechnet Luzifer nicht mit dem Widerstand von Engeln, die an das Gute der Menschheit, an Gott und einstige Schöpfung glauben. Ein beginnender Krieg zwischen Luzifers Armee und den wenigen Anhängern Nathanaels entbrannt. Dieser Krieg der Engel geht an die Menschen nicht spurlos vorbei. In diesem Fantasy-Science-Fiction-Roman konfrontiert der Autor die Leserschaft mit apokalyptischen Elementen wie tausenden Todesfällen, verstaubte und veraschte Städte und Regionen, in denen alles verdunkelt ist und in Flammen aufgeht. Diese Szenarien finden zum Teil in der Welt der Engel wie auch bei den Menschen statt. Allerdings dominiert die Welt der Engel, vor allem in der ersten Hälfte des Romans. Die Geschichte beginnt mit der Erzählung über Nathanael und wie er seinen Lehrmeister Iax kennenlernt. Parallel erzählt Andreas Izquierdo die Lebensgeschichten dreier Menschen – Esther, Judith und Daniel – und einer weiteren besonderen Engel-Mensch-Figur – nämlich Seth, der Judiths Sohn gewesen ist. Man erlebt Seth als Engel und kurz als Mensch. Diese Menschen versuchen, zu (über-)leben und gegen die Apokalypse anzukämpfen. Izquierdo teilte den Roman in fünf Abschnitte ein: Anomalien, die Prophezeiung, Plagen, das Konvent und  Krieg ein. Spannend sind alle fünf Abschnitte, wobei man erst durch den Abschnitt das Konvent die Welt der Engel besser versteht. In der ersten Hälfte bestehen ein paar wenige Textstellen, die meiner Meinung langatmig sind, aber auf die gesamte Geschichte keine Auswirkungen haben. Deshalb gelang dem Autor trotz der komplexen und relativ langen Geschichte ein unterhaltsamer, teilweise spannender und wissensreicher Roman, für den anscheinend gut recherchiert wurde. Hin und wieder lese ich Fantasy- oder Science-Fiction-Romane. Bei diesem Roman bekommt man beides auf über sechshundert Seiten geboten. Ein Roman mit einem guten Unterhaltungsniveau, das eher für Erwachsene ansprechend ist als für Jugendliche. Weil es hier eben um Tod und Leben auf einer ernsten und tiefsinnigen Erzählebene geht. Ein außergewöhnlicher Roman des Autors, der sonst eher die Geschichten der einfachen Leute erzählt.

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    • 6
  • OMG! Was hat dieses Buch mit mir gemacht? Ein reichhaltiges Leseerlebnis der Extraklasse!

    Apocalypsia
    Floh

    Floh

    OMG, (es tut mir leid, aber ich muss einfach mal mit dieser Floskel beginnen)… Was geht mir nach Beenden dieses sagenhaften Schinkens alles durch den Sinn? Gott liegt im Sterben, die Engel sind in Aufruhr und auch die Menschen beginnen über diesen unfassbaren Umstand nachzudenken. Welches Ausmaß das gescheiterte Versprechen des ewigen Lebens annehmen wird, ist schier unvorhersehbar. Dieser Fantasy-Roman macht es möglich, sich einmal auf ganz aktive und unglaubliche Weise mit neuen Sinnfragen und Weltanschauungen auseinanderzusetzen. Ohne mahnendem Zeigefinger, ohne missionarische Allüren, ohne etwas Auferlegtes, einfach frei entfaltet, so wie sich dieser absolut innovative Fantasyroman zeigt. … Ein Meisterwerk, bei dem ich weder Genre, Inhalt, Handlung, Umsetzung, Ideenvielfalt, Inspiration und Aussagekraft in irdische Wörter und Gedanken bringen kann. Kurz: Ich bin sprachlos! Ich bin platt, erstaunt, inspiriert und weiß noch gar nicht, wie ich meine Leseeindrücke in eine gebührende Rezension kleiden soll…. Vermutlich hat der Autor Andreas Izquierdo [is-ki-ær-do] genau dieses Gefühl beim Leser erzeugen wollen. Beim Leser baut sich der Zustand des Fliegens auf. Lesen verleiht Flügel! Vermutlich hat der Autor um Monate, wenn nicht gar um Jahre gebraucht, um sich diese ganz einzigartige und fantastische Welt zu erfinden und nahtlos und lückenlos zu begründen. In „Apocalypsia“ blickt der Leser hinter Weltbilder, Fassaden, Thesen und Kulissen, eine Gedankenwelt, so logisch und basierend erklärt und differenziert, dennoch unfassbar und unmöglich. Oder etwa nicht? WOW. Ich empfehle nur eines: Dieses Leseerlebnis selbst einmal zu erfahren… Ich stehe nun vor der Herausforderung in Kürze eine Rezension zu einem über 615 Seiten umfassenden Buch „Apocalysia“ zu verfassen, die dem Ausnahmeautor Andreas Izquierdo gerecht wird und diesem unschlagbaren und bemerkenswerten Können gebührt. Ich habe selten ein Buch gelesen, das mich so intensiv gefangen hielt und in eine absolute Fantasy Welt geholt und nicht mehr losgelassen hat, zudem wurde ich in die Bereiche der göttlichen Naturwissenschaften und Weltanschauungen geholt und durfte unfassbare Kulissen, Schauplätze, Welten und Zusammenhänge erleben. Meine Erwartungshaltung an Andreas Izquierdo ´ Schreibkunst war sehr hoch, denn bei Fantasy bin ich wirklich keine leicht zu überzeugende Leserin. Doch Andreas Izquierdo hat es tatsächlich bereits mit seinen ersten Zeilen geschafft, mich in seine Welt zu holen und mich zunächst mit überwältigenden Fakten und Nuancen einzuhüllen und mitzunehmen, auch wenn er mich dann nach gut der Hälfte des Buches etwas allein gelassen hat und es sich zog und dehnte und ich mir ein Ende herbeiwünschte. … Erschienen im Open Door Publishers Inc (http://opendoorpublishers.com/)Inhalt / Beschreibung:"Es heißt, sobald ein Kind zur Welt kommt, legt ihm ein Engel seinen Finger auf den Mund: so vergisst es augenblicklich alle göttlichen Geheimnisse. Nur die kleine Furche zwischen Nase und Mund bleibt als Spur zurück. Die Engel sind in Aufruhr, denn Gott liegt im Sterben, und mit ihm die gesamte Schöpfung. Die Erkenntnis über seine Vergänglichkeit: ein Schock. Das Versprechen ewigen Lebens: eine Lüge. Das Heer der Engel spaltet sich. Wer die Freiheit will, folgt Luzifer, dem mächtigsten unter ihnen. Sein Plan ist so schlicht wie verführerisch: Sind erst die missratenen Menschen vernichtet und er auf dem Thron, ist der Urzustand allen Seins wiederhergestellt. Die kleine Schar derer, die entschlossen die alte Ordnung verteidigt, ist ganz auf sich allein gestellt. Intrigen, Verrat und Mord führen schließlich in die Katastrophe."Meinung: Im Bereich Fantasy oder gar SciFi (oder wo auch immer ich diesen Roman klassifizieren soll…) ist es schwierig genau meinen Geschmack zu treffen und mich wirklich in eine so facettenreiche und außerirdische Welt zu holen. Andreas Izquierdo hat es bereits mit seinen ersten Zeilen geschafft. Trotz des Gesamtwerkes mit seinen über 615 Seiten habe ich das Gefühl erst nur die Oberfläche allen Möglichem nur ganz zart angekratzt zu haben. Andreas Izquierdo Welt ist schier unendlich und äußerst komplex und die unweigerliche Fragestellung beim Lesen dieses Meisterwerks ist einfach unglaublich faszinierend und vielleicht sogar philosophisch. Für mich ist es schon eine beachtliche Leistung, so einen Roman zu schreiben, sich mit diesen beinahe skurrilen Konstellationen und Möglichkeiten zu befassen, daraus eine komplexe und in sich stimmige Handlung zu formen, die Leser anzusprechen und sogar beim Leser etwas zu bewirken. Sei es die Begeisterung bei einem ganz neuartigen Roman oder die Fragestellung hinter dieser Geschichte, die so viel tiefer reicht, als man annehmen sollte. Ein überraschendes Buch, was mich fasziniert, gefangen genommen hat und mich verblüfft und zweigespalten zurückgelassen hat. Neugierig und aufmerksam auf dieses Buch wurde ich durch viele positive und interessante Leserstimmen und Lobeshymnen zu diesem Werk. Der Klapptext hat mich dann doch äußerst neugierig gemacht. Da ich Glaubensfragen und Übernatürlichem und Dingen die ich nicht greifen oder belegen kann, sehr skeptisch und verhalten gegenüberstehe, mag ich solche Geschichten besonders gern, da sie Türen öffnen, provozieren, mahnen, anecken oder einfach nur überraschen können. Darum musste ich dieses Buch einfach kennenlernen. Es hat eine ganze Bandbreite an Eindrücken und Empfindungen bei mir losgetreten und ich bin noch immer überrascht und verwundert, weil mir einfach keine treffenden Worte einfallen wollen, wie ich dieses Leseerlebnis der besonderen Art in Worte fassen soll. Vor die Leistung des Autors und die Sogwirkung des Buches und dem schriftstellerischen Talent des Autors ziehe ich meinen Hut. Jedoch ist es auch ein Werk, was mich verwirrt hat, in der zweiten Hälfte auch etwas verloren hat und eben nicht gänzlich meinen Geschmack getroffen hat. Ich stehe zwischen der subjektiven und objektiven Entscheidungsfrage. Objektiv betrachtet gibt es von mir 5 verdiente Sterne! Subjektiv betrachtet sind es leider nur 3 Sterne! Auch wenn mich dieses Buch begeistern konnte, mir das Lesen ein noch nie dagewesenes Erlebnis beschert hat, so fühlte ich mich im Verlauf des Romans ab etwa Seite 400 etwas gelangweilt und sehnte ein Ende herbei. Es wirkte wie eine Schleife, dessen Sog nach anfänglicher Euphorie und Begeisterung etwas verloren gegangen ist und in den Tiefen der Zeilen und Sinnfragen versickert ist. Schade. Über 615 Romanseiten drehen sich mehr oder weniger ineinandergreifend um eine göttliche und irdische, fast fiktive Welt der Möglichkeiten und Fantasien. Mir fehlen schier die Worte, die meiner sofortigen Begeisterung und Verblüffung ob der Thematik und Handlung und den Ideenreichtum dahinter einen Namen und Ausdruck geben könnten. Ich bin wirklich froh solch ein meisterhaftes Buch entdeckt und gelesen zu haben. Und ich freue mich sehr, auf so einen mutigen und vielseitigen Autor gestoßen zu sein. Denn es gibt noch viele weitere Romane unterschiedlicher Genre von ihm und bei ihm zu entdecken. Darauf freue ich mich schon, etwas anderes aus Andreas Izquierdos Feder zu lesen. Wie schon erwähnt, waren meine Erwartungen an dem Buch „Apocalypsia“ von Beginn an sehr hoch, Andreas Izquierdo konnte all meine Erwartungen erfüllen, jedoch habe ich beim Lesen auch festgestellt, dass ich mir im Roman selbst hätte eine andere Richtung und Umsetzung hätte vorstellen können. Der Verlauf wirkte dann etwas eingeschlafen und fade. Ein Gewöhnungseffekt, den es hätte dort eigentlich, nach meinen Wünschen nach, nicht hätte geben sollen. Doch ohne das Buch schlecht zu reden, muss ich dem Werk lobend anerkennen, dass das, was ich in diesem hochgelobten Buch gesucht habe, auch gefunden habe: etwas völlig Innovatives, Abgefahrenes, Tiefgreifendes, Übersinnliches, Reales und Nachdenkliches, und noch viel mehr! Das Buch gibt dem Leser ein Paket mit auf dem Weg, wovon der Leser nach Beenden der letzten Seite noch zehren kann. Toll. Trotz meiner persönlichen Kritik: Mir fehlen die Worte…. Das Buch ist ein Geniestreich, es ist belehrend, erhellend, intelligent, fantastisch, erschlagend und fordert seine Leser auf all erdenklicher Weise. Das Besondere ist Andreas Izquierdo s Sprache, die dieses Werk so erblühen lässt. Obwohl die Handlung und Thematik so greifbar ungreifbar ist, sich die Dinge so völlig neu und abwegig nicht abwegig ordnen und das Buch der reinste Widerspruch sein könnte, so lässt sich dieses Konstrukt unheimlich gut lesen und nachempfinden. Hat man die nächste Überraschung, die sich im Roman zeigt zunächst verdaut und anerkannt, so liest es sich charmant weiter, bis der nächste Aha-Moment oder das nächste Oho verblüffen und das Lesen genüsslich weitergehen kann. Andreas Izquierdo ist wirklich mutig, denn er dreht die Welt auf den Kopf. Wer die typischen Engel hier erwartet, der wird sich wundern, wie man Engel interpretieren kann. Nathanael ist verkrüppelt, schmächtig und klein; Uriel und Gabriel sind weiblich und Luzifer ist der schönste Engel der Geschichte… Die Welt und das Himmelreich stehen Kopf. Das Gleichgewicht gerät aus den Fugen. Menschen sterben, Engel werden geboren. So sollte es sein. Und schon kämpfen Luzifer, sämtliche Engelschöre und die Menschen gegeneinander, untereinander und miteinander. Doch warum kämpfen sie? Ein Krieg, der sich leicht auf die reale Gesellschaft unseres Zusammenlebens adaptieren lässt. Wenn man die Charakterstudien und Psychogramme der Engel und Luzifers auf menschliche Eigenschaften bezieht, so erhält das Buch gewaltige Gesellschaftskritik, die es mir nach den Glaubensfragen am meisten angetan hat. Ja, dieses Buch sollte man genüsslich kosten, es wirken lassen, sich auseinandersetzen, hinterfragen und nebenher die phantastische Handlung genießen, die man trotz des Kerns verspüren darf. Zudem lässt der Autor Andreas Izquierdo diese bemerkenswerte fiktive Welt real und erklärbar werden. Meisterhaft, genial. Ich fühle mich wieder ganz Kind, aber auch so unheimlich gebildet und gelehrt. Unglaublich!!!! Andreas Izquierdo hat sich eine eigene Welt erbaut, in die er seine Leser entführt und mitnimmt und in der er den Lesern mal eine ganz andere Sicht von Fantasy und (Aber-)Glaube zeigt und ermöglicht. Dieses Genre müsste noch neu erfunden werden, bzw. ein Begriff dafür ernannt werden, denn erfunden hat der Autor dieses neuartige Genre bereits mit diesem Buch. Ich bin einfach nur begeistert und zweigespalten, und weiß gar nicht, wie ich meine Euphorie, Leseeindrücke und Empfehlung zu diesem Werk ausdrücken soll. Einfach selbst lesen und sich selbst entführen lassen. Ich wollte dieses Buch einfach mögen, und irgendwie mag ich es auch gelesen und entdeckt zu haben. Eine bedingungslose Liebe zum Buch ist es nicht geworden, aber eine wunderbare Umarmung mit vielen Facetten. Schreibstil:Der Schreibstil des Autors ist lobenswert. Er schreibt sehr zusammenhängend, erklärend, klar und ist sich seinem Werk absolut sicher. Aus dritter Sicht erlebt der Leser ein Buch, was so komplex und aufeinander abgestimmt ist erzählt und kann in eine neuartige Welt eintauchen. An der Seite von Nathanael, einem wiedergeborenen Engel. Durch die Handlung erfährt der Leser ein Hinterfragen, seiner eigenen bisherigen Weltanschauung oder Sinnfragen, die man sich niemals zuvor gestellt hätte: Was sind Engel, und kann Gott sterben? Was ist Unsterblichkeit und wem steht sie zu? Was passiert danach? Durch die neuen Konstellationen und Darstellungen ermöglicht es den Lesern zunächst kein einfaches lesen und setzt Zeit und Muße sowie Konzentration voraus. Puuuuh, da können 615 Seiten schon zu einer der größten Herausforderungen an jedem Leser werden. Passagen und Fakten die man zuvor gelesen hat, setzten sich erst mit fortschreitenden Seiten zusammen und ergeben einen Sinn. Manches erklärt sich aber auch erst sehr viel später, oder erst beinahe am Ende des Buches. Der Leser sollte also Geduld und gesunde Neugierde für dieses starke Werk mitbringen. Sprachlich gekonnt, und sehr beeindruckend. Keine Frage, aber dennoch ist es eben keine leichte oder übliche Kost. Wer Mainstream sucht ist hier fehl am Platze, hier gibt es etwas völlig Neues. Das zeigt sich allein schon bei der Belegung der Charaktere. Wer hat eigentlich gesagt, dass Gott ewig lebt? Dass Gabriel männlich ist, das alle Engel schön und makellos sind? Das Luzifer Hörner hat und in der Hölle schmort? … Sehr geistlich-wissenschaftlich inspiriert, mit Humor poliert und stets mit einem Schimmer von Zauberei und Gloria umgeben. Der Leser sollte mit einem Augenzwinkern diese verdrehte Welt annehmen, es nicht allzu ernst nehmen und sich dem besonderen Humor und Spaß hingeben, ehe die Ernsthaftigkeit und Sinngebung herausgekitzelt wird und an die Oberfläche drängt. Denn auch das ist ein Stilmittel des Autors in seiner Schriftstellerei. Er gibt Denkanstöße, die sehr verborgen liegen. Und was sich der Leser daraus mitnimmt, bleibt ihm selbst überlassen. Er darf nur die Geschichte inhalieren, oder aber auch den Sinn und die Aussage dahinter verarbeiten und hinterfragen. Das ist doch ein lobenswertes Kunststück der Literatur. Viele Fremdbegriffe, Fachbereiche und Lateinische Bezeichnungen bei der Recherche um Engel und göttliche Erscheinungen erschweren den schnellen Zugang zu Informationen und Handlung. Doch macht gerade auch dieser Umstand den besonderen Reiz aus. Ich bin stolz, dieses Meisterwerk der hohen Schreibkunst und des großen Intellekts gelesen und mit jeder Faser genossen zu haben! Trotz der Schwierigkeiten für mich, dem hohen Niveau standzuhalten, und die späteren zähen Passagen und Längen, bin ich sehr begeistert von dem Buch. Was vor allem an den Beschreibungen und der wortgewandten und äußerst bildhaften Sprache liegt. So hat mich der Autor als Leserin gewonnen, er lässt durch seinen Ausdruck und seiner Worte eine Atmosphäre entstehen, die einen sofort in den Bann zieht und in die Zeit aus Kindheit und Magie und der Suche nach Antworten reisen lässt. Kritikpunkte:Eigentlich erlaube ich mir bei diesem Meisterwerk keine Kritik, dennoch muss ich ehrlich sagen, dass dieser Wälzer den Leser schon an seine Grenzen bringt, viel Konzentration erfordert und über 615 Seiten schon eine Messlatte darstellen, wenn sich die spätere Hälfte doch etwas zieht und kaum etwas Neues erlebt werden darf. Die erste Hälfte ist voller Überraschungen und verblüffenden Weisen, im späteren Verlauf ist es einfach die Handlung, die durch gesunde Neugierde den Leser durch die Seiten führt. Hier kann es passieren, wie bei mir, dass man sich ein Ende des Buches schneller als vorgesehen herbei wünscht. Das ist eigentlich schade, ob der Meisterhaftigkeit dieser neuen Art der Fantasy. Zudem sind einige Dinge und Umsetzung wirklich abgedreht und als Leser sollte man eine gesunde Portion Humor dafür vorsehen und auch mal mit einem netten Augenzwinkern die Dinge so stehen lassen, wie sie stehen. Ja, das fällt dem Leser sicherlich nicht immer leicht. Mir hat es Überwindung gekostet manche Wendungen und Voraussetzungen so zu akzeptieren, wie es die Handlung vorsieht um schlüssig und rund zu werden. Ja, da gibt es dann auch mal krüppelige Engel, oder einen Erzengel Gabriela anstatt Gabriel, oder Uriela anstatt Uriel. Oder Luzifer ist einfach nicht der übliche Teufel, sondern hat auch seine bestimmten Reize. Und die Menschen sind auch nicht immer leicht zu nehmen. Esther hat mich anfangs gefangen gehalten, aber ihre Art hat mich im weiteren Verlauf und mit wachsender Erkenntnis über die Dinge, bei mir wie auch bei ihr als Protagonistin, mehr und mehr genervt. Ja, mit Esther stand ich zeitweise sogar auf Kriegsfuß. Ich hätte mir für sie eine andere Rolle vorstellen können, da sie gerade zu Beginn der Handlung ganz anders skizziert erschien… Noch so eine Überraschung, aber für mich in die negativere Richtung….Charaktere:Andreas Izquierdos Charaktere und Figuren sind so facettenreich und weitreichend wie seine göttliche und menschliche Welt. Ein Portfolio aus Engeln, gefallenen Engeln, Menschen, Gott, Mentoren, Meistern, Glaube, Mythologie, Fantasy, Theologie, Philosophie, Poesie, Satire, Karikatur, Kinderträume, Erinnerungen und wahrer Magie. Andreas Izquierdo besitzt das Talent, die einzelnen Charaktere dem Leser besonders nahe zu bringen. Ihm ist es wahnsinnig grandios gelungen, die Macht und die Besonderheiten seiner Figuren, Akteure und Charaktere auszumachen und unglaublich genau einzufangen. Ihre Hintergründe, Prägung und Beweggründe werden dem Leser jedoch erst schrittweise deutlich und klar gemacht. Das überzeugende bei der Umsetzung und Darstellung der Protagonisten ist, wie der Autor einfache kleine Handlungen der Charaktere detailliert beschreibt, bei denen man sich oft selbst ertappt fühlt und generell ein ganz anderes Bild der jeweiligen aus Überlieferungen bekannten Figuren und Engeln hatte. So werden diese auf den ersten Blick unbedeutsamen Taten zu großen Schlüsselelementen im Buch. Das ist auch der Grund, wieso das Buch einem so lange im Gedächtnis bleibt und man nach dem Genuss so stolz und fasziniert ist: Weil man Andreas Izquierdo s´ Botschaften, seinem Fantasy und seiner Phantasie folgen kann! Man bereist seine Welt und bekommt diese erklärt. Man muss es nur zulassen können, denn hier wird alles auf den Kopf gestellt. Wenn man sich dann noch die Zeit nimmt und mit dem Gedanken spielt, die göttlichen Wesen mit ihren Charakterstudien in menschliche Wesen unserer gegenwärtigen Gesellschaft zu adaptieren, so bekommt man Aussagen und Bilder, über die man wirklich einmal nachdenken sollte. Aber bitte nicht vergessen: Der Roman sollte einfach genossen werden und den Leser unterhalten!!!! Der Autor über sich:„ANDREAS IZQUIERDO, geb. am 09.08. 1968 in Euskirchen als Sohn eines deutschen Ingenieurs und einer spanischen Krankenschwester; aufgewachsen in Iversheim (Nord-Eifel), nach dem Abitur nach Köln gezogen, um dort mit wenig Fleiß und noch weniger Erfolg zu studieren. Dann volontiert bei einem kleinen Sportverlag und 1993 mal was als Nachwuchsjournalist gewonnen. Ich bin Mitglied im Syndikat.“ Fazit: Es gehört für mich ohne Zweifel zu den größten Nischen-Werken der Fantasy!Voller Inspiration, Aussagekraft, Vielfalt, Innovation und einem Geheimrezept so ein Buch auf die Beine zu stellen! Hier zolle ich all meinen Respekt und all meine Hochachtung diesem Ausnahmeautor Andreas Izquierdo gegenüber und erkläre meine 4 Sterne so:Objektiv betrachtet: 5 volle Sterne!Subjektiv betrachtet: 3 persönliche Sterne! Effektiv: 4 lobende Sterne für dieses unglaubliche Buch!

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    • 15
  • Dieser Roman ist Balsam für Herz und Seele.

    Romeo und Romy
    LimaKatze

    LimaKatze

    Klappentext: Keinen Job, keinen Freund, keine Perspektive - das ist die nicht gerade erfreuliche Bilanz, als Romy in ihr winziges Dorf im schönsten Nirgendwo heimkehrt. Als Schauspielerin gescheitert, umgeben von schrulligen Alten, fasst sie einen tollkühnen Plan: Sie wird aus ihrer Scheune ein elisabethanisches Theater bauen, und Romeo & Julia aufführen. Mit den Alten aus ihrem Dorf. Sie haben kein Geld, keine Erfahrung, aber einen Star: Ben, Herzensbrecher und liebenswerter Dilettant, dessen größter Erfolg ein Waschmittelspot war. ... Zum Inhalt: „Sie atmete ein. Sie atmete aus. Es war nicht nur die klare frische Luft, die so vertraut die Haut streichelte, es war, als spürte sie neben den Häuschen, Sträßchen und Gärten auch die, die hier schon immer gewohnt hatten. Sie hörte ihre Stimmen, ihr Gelächter, ihr Gemecker und ihr Seufzen wie ein immerwährendes Flüstern alter Geschichten, die das Laub rascheln ließen oder wie Pollen im Sonnenlicht tanzten. Erinnerungen. … Heimat war nicht das, was man sah, sondern das, was andere niemals sehen würden.“ (Seite 35) Manchmal kommt eben alles zusammen. Erst erfährt Romy, dass ihre Großmutter plötzlich und unerwartet verstorben ist, und dann verliert sie auch noch ihren Job beim Theater. Romy kehrt daraufhin in ihr kleines Heimatdorf zurück und zieht in das Haus ihrer Großmutter. Die Trauer sitzt tief, denn schließlich war es Oma Lene, die sie nach dem Tod der Mutter mit viel Liebe großgezogen hatte. Den Vater hatte sie nie gesehen, über ihn hüllt man sich im Dorf in Schweigen. Im Grunde war seinerzeit die ganze Dorfgemeinschaft für Romy wie eine große Familie, in der sie wohlbehütet aufgewachsen ist. All das ist lange her und als Romy in ihr Dorf zurückkehrt, sind alle ein Stückchen älter geworden. Sie erkennt die ehemals so starken Menschen kaum wieder. Jeglicher Lebenswille scheint in eine gewisse Apathie übergegangen zu sein. Das einzige Interesse besteht eigentlich nur noch darin, wer wohl die letzten beiden Plätze auf dem Dorffriedhof bekommen wird, da keiner der Dörfler auf dem Friedhof im Nachbarort begraben sein möchte. Um genau diese Plätze wird allerdings teilweise mit harten Bandagen gekämpft, soll heißen, zur Not versucht man halt dem natürlichen Verlauf der Dinge ein wenig nachzuhelfen. Als Romy dies erkennt, ist sie entsetzt. Sie muss ihre geliebten Alten unbedingt aus dieser Lethargie herausholen und von diesem aberwitzigen Vorhaben abhalten, dem Schicksal zuvorkommen zu wollen. Geboren aus dem Wunsch eine berühmte Schauspielerin zu werden, fasst Romy einen wagemutigen Plan. Sie will aus ihrer Hofscheune ein elisabethanisches Theater bauen, und die Dorfbewohner sollen nach der Fertigstellung die Darsteller sein. Der gutaussehende Ben, ein Schauspieler mit wenig Talent und dafür umso mehr Starallüren, soll das Zugpferd sein, welches hoffentlich das nötige Publikum anlocken wird. Es gibt allerdings ein recht spezielles Problem bei der Sache: Ben war eigentlich schuld daran, dass Romy ihren Job als Souffleuse verlor. Außerdem glauben die Dorfbewohner, dass die junge Frau bereits eine vielgefragte Schauspielerin ist. Das Bauamt hat zum Theaterbau dann leider auch noch ein Wörtchen mitzureden, und, und, und. Probleme über Probleme. Nun heißt es zusammenhalten, denn bei Romys Projekt sind nicht nur Köpfchen und kräftige Arme, sondern auch das Herz gefragt. … Mein Fazit: Dieses Buch ist wirklich Balsam für Herz und Seele. Vordergründig liest man einen locker geschriebenen und humorvollen Unterhaltungsroman mit einer Liebesgeschichte. Doch im Hintergrund birgt „Romeo und Romy“ viele Botschaften, die zum Nachdenken anregen, auch in Bezug auf das eigene Älterwerden. Alt werden oder alt sein muss eben nicht zwangsläufig bedeuten, dass man sich auf ein Abstellgleis begibt und das Leben an sich vorbeiziehen lässt. Manchmal braucht es zwar einen Anstubser von außen, aber vor allem braucht es den eigenen Willen, um Dinge zu ändern oder neue Aufgaben anzupacken. Und in echter Gemeinschaft fällt zudem vieles leichter. Die herzerwärmende Handlung und die vom Autor liebevoll gezeichneten Protagonisten machen während der Lektüre viel Freude. Ich habe mich beispielsweise köstlich amüsiert, wenn die alten Damen regelrecht um Bens Gunst buhlten, und es war wunderbar zu verfolgen, wie Romy nach und nach wieder Leben in das Dorf und seine Bewohner einhauchte. Freundschaft und Zusammenhalt sind die großen Themen im Buch, ebenso wie die Bedeutung von Heimat, Familie und Geborgenheit. Aber es gibt auch traurige Momente im Handlungsverlauf, denn ein hoher Einsatz fordert mitunter seinen Preis. Und wenn es um einen besonders guten Freund geht, müssen in Ausnahmefällen sogar mal dorfeigene Grundregeln auf den Kopf gestellt werden. Für mich war dieser erfrischende und vielseitige Roman von Andreas Izquierdo eine Leseerfahrung, die mich absolut überzeugt und begeistert hat. Wenn man am Ende einer Geschichte das Gefühl hat, man hätte die Menschen darin gerne noch ein Stück begleitet, hat ein Autor wohl alles richtig gemacht. Im Endergebnis gibt es von mir eine klare Leseempfehlung und volle fünf Sterne!

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    • 9
  • Eine andere Geschichte des Menschen

    Genesis X
    mabuerele

    mabuerele

    „...Die Zeit wird kommen, in der du die ganze Wahrheit über dich erfahren wirst...“ Wir schreiben das Jahr 450000 vor Christi. Auf der Erde landet ein Raumschiff vom Planten Marduk, dem 12. Planeten unseres Sonnensystems. An Bord ist Ea, Sohn des Königs Anu. Er und seine Crew haben die Aufgabe, den Planeten Erde zu erforschen und zu kultivieren. Ea wird unter anderem begleitet von Inanna, Ärztin und jüngste Tochter des Königs, und dem Seher Serenus, der für die Organisation der Arbeit der Anunnaki verantwortlich ist. Der Autor hat einen spannenden Roman über die Entstehung des Menschen geschrieben. Grundlage sind die alten Mythen der Sumerer. Mit viel Phantasie und gutem Sprachvermögen wurde daraus ein historischer Roman, der die Geschichte zweier Planeten erzählt. Das Buch lässt sich gut lesen und hat mich schnell in seinen Bann gezogen. Am Anfang erfahre ich als Leser einiges über die Entwicklung der Erde und ihren Einfluss auf den Planeten Marduk. Außerdem ermöglicht mir der Autor einen Einblick auf das Leben auf Marduk. Die Höchstleistungen der Bewohner in Wissenschaft und Technik können nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Gesellschaft in alten Mustern verharrt. Es gibt zwei Völker, Nefilim und Anunnaki. Letztere sind durch ein besonderes äußeres Merkmal gekennzeichnet. Während die Nefilim die herrschende Schicht stellen, sind die Anunnaki für niedrige Arbeiten da. Diesen Kreislauf allerdings hat Ea auf seinem Raumschiff und bei seiner Arbeit auf der Erde unterbrochen. Er gewährt allen die gleichen Rechte und ermöglicht den Anunnaki ein selbstbestimmtes Leben. Der Sprachstil des Buches ist sehr vielfältig. Die Beschreibung der Erde geschieht in einer bildhaften Sprache. Fakten über die irdische Entwicklung werden sachlich dargelegt. Wichtige wissenschaftliche Themen, die für die Handlung eine Rolle spielen, werden allgemeinverständlich erläutert. Auch sprachlich wird deutlich, dass die Konflikte auf Marduk negativen Einfluss auf die Entwicklung der Erde haben. Eine besonders unrühmliche Rolle spielt Enlil, Eas Bruder, der jede Ausbildung abgebrochen hat, sich aber durch Machtgier und Unbarmherzigkeit auszeichnet. Es kam überraschend für die Nefilim, dass es auf der Erde höher entwickeltes Leben gibt. Doch die Entwicklung stagniert. Erst ein einschneidendes Ereignis sorgt dafür, dass Ea über das Geschehen auf der Erde allein bestimmen darf. Mit berührendes Worten gelingt es dem Autor, Eas Motivation bei all seinem Tun deutlich zu machen. Die Grundlage dafür liegt in seiner Religion, die sich auf einen liebenden Gott beruft, der allen Wesen eine freien Willen zugebilligt hat. Es gibt im Buch erstaunlich viel Parallelen zum Christentum, allerdings auch Zeichen von religiösen Fanatismus auf Marduk. Sehr gut werden Emotionen wiedergegeben. Dabei versteht es der Autor, sie nicht allein durch Worte, sondern auch durch das Handeln der Protagonisten auszudrücken. Enlils Machtgier führt zur Erpressung der Wissenschaftler, Inannas Liebe heilt irdische Bewohner und Anus Verzweiflung beschert der Erde dunkle Tage. An verschiedenen Stellen werden Paralleleln zur Bibel deutlich. Adam und Eva, Kain und Abel, Seth und Noah bekommen ihren Part, aber auch Baal und Aschera. Obiges Zitat stammt von Serenus, der mehr über Eas Herkunft weiß, als dieser ahnt. Die Dialoge gehören zu den sprachlichen Höhepunkten der Handlung. Gerade die Gespräche von Ea mit Serenus gehen in die Tiefe. Auch Eas Unterhaltung mit seiner Mutter trägt philosophische Züge. Bei den Gesprächen von Ea mit Inanna ist ihre Liebe in jeder Zeile spürbar. Im Jahre 10800 vor Christi verlässt das letzte Raumschiff der Marduk die Erde. Das Cover mit dem gemalten Bild erinnert an das Gemälde von Michelangelo. Zwei Hände berühren sich. Im Hintergrund ist ein zarter DNA – Strang zu sehen. Das Buch hat mir ausgezeichnet gefallen. Gekonnt wurden Faktenwissen und Fantasy miteinander kombiniert. Es ist ein Spiel mit Möglichkeiten, das man auch dann genießen kann, wenn man eine andere Sicht der Dinge hat.

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    • 7
  • Leserunde zu "Apocalypsia" von Andreas Izquierdo

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    Izquierdo

    Izquierdo

    Ihr Lieben,die Älteren unter euch kennen dieses Buch vielleicht schon, weil ihr es mal mit dem LovelyBooks-Leserpreis in Silber prämiert habt - worauf ich immer noch sehr stolz bin.Jetzt kommt es überarbeitet und mit neuem Cover zu euch zurück.Damals wie Heute hab ich mir folgende Frage gestellt: Was passiert eigentlich mit Engeln, wenn Gott stirbt?Damals wie Heute lade ich euch zu einer Leserunde ein - 13 von euch (schön biblisch ;-) werden mich in die Welt der Engel begleiten.Dafür müsst ihr nur folgende Frage beantworten:Glaubt ihr an Engel und welche Erfahrungen habt ihr mit ihnen bisher gemacht? Und darum geht's:Es heißt, sobald ein Kind zur Welt kommt, legt ihm ein Engel seinen Finger auf den Mund: so vergisst es augenblicklich alle göttlichen Geheimnisse. Nur die kleine Furche zwischen Nase und Mund bleibt als Spur zurück. Ohne jede Vorwarnung trifft eines Tages das Unvorstellbare ein: Gott liegt im Sterben und mit ihm die gesamte Schöpfung. Die Erkenntnis seiner Sterblichkeit ist ein Schock, das Versprechen vom ewigen Leben – eine Lüge.Gleichzeitig bricht jemand aus dem Gehinnom aus, einem Gefängnis, einer Hölle, geschaffen für einen einzigartigen Engel: Luzifer. Jetzt rächt es sich, dass eine uralte Geschichte nicht gelöst wurde, denn Luzifer, mächtigster, schönster und erster aller Engel, erhebt Anspruch auf Gottes Thron. Und damit auf die Schöpfung.Das Heer der Engel spaltet sich. Wer die Freiheit will, folgt Luzifer. Sein Plan ist so schlicht wie verführerisch: Sind erst die missratenen Menschen vernichtet und er auf dem Thron, ist der Urzustand allen Seins wiederhergestellt.Die kleine Schar derer, die entschlossen die alte Ordnung verteidigt, ist ganz auf sich allein gestellt. Intrigen, Verrat und Mord führen schließlich in die Katastrophe.

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  • Es hätte so schön werden können ...

    Apocalypsia
    AberRush

    AberRush

    19. September 2016 um 09:33

    Was habe ich mich auf „Apocalypsia“ gefreut. Das Cover sieht doch schon sehr unheilvoll aus und lässt einen auf eine spannende Endzeit-Geschichte hoffen. Das Buch beginnt auch vielversprechend und wird auf zwei Ebenen erzählt. Einmal die Geschichte der Menschen und zum andren parallel die Geschehnisse im Himmel. Die Figuren werden liebevoll eingeführt und es baut sich eine Spannung auf beiden Seiten auf, dass man nur so nach der Aufklärung der Verbindung dieser beiden Erzählstränge giert. Bis etwa zur Hälfte des Buches, hätte ich dieser Geschichte klare 5 Sterne gegeben. Leider entwickelte sich der Plot in eine Richtung mit der ich so gar nichts anfangen konnte. Die Geschehnisse im Himmel dominieren so sehr, dass die Welt der Menschen meiner Meinung nach erheblich zu kurz kommt. Dafür werden die Beziehungen der Engel bis ins kleinste Detail erklärt, so dass ich mir wie im Religionsunterricht vorkam. Dieses Christlich-Philosophische Gerede hat mich dann nur noch gelangweilt und nach dem schwachen Ende, weiß ich gar nicht richtig, was ich von „Apocalypsia“ halten soll. Schade dass ein so origineller Plot so sehr gegen die Wand gefahren und totgeredet wurde. Die Geschichte hat Herzblut, das merkt man, aber ist in meinen Augen weder interessant noch schlüssig. Schade, denn ich hatte mich schon so sehr darauf gefreut.

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    • 2
  • Voluminöses Szenario!

    Apocalypsia
    wandablue

    wandablue

    29. August 2016 um 09:32

    Voluminöses Szenario. Dem Roman „Apocalypsia“ liegt die Idee zugrunde, was wohl geschähe, wenn Gott stürbe. Wie würde die Engelschar reagieren? Der Autor entwickelt ein voluminöses Szenario, in dem Heerscharen von Engeln agieren. Parallel dazu fällt die Erde dem Chaos anheim und geht unter, wie es der Name schon nahelegt: die Apocalypse eben! In seinem „himmlichen Entwurf“ greift der Autor biblische Motive auf und andere Vorstellungen aus der Glaubensliteratur und verarbeitet sie zu Fantasy. Das ist auf weite Strecken hin schon phantastisch, die Vorstellungskraft des Autors ist immens. Zu einer solchen Erzählung paßt der gewollt pathetische Tonfall ganz gut, obwohl das nicht der Stil ist, der mich gefangen nehmen kann. Zahllose Figuren fügen sich zusammen im engelhaften Puzzle, den einen kann man mehr, den anderen weniger abgewinnen. Was mir den Roman verleidet hat, ist seine Weitschweifigkeit, sein Kampfgetöse, die Richtung, die das Ganze nimmt, i.w.S. seine Grausamkeit, obwohl es auch sanfte und liebliche Töne gibt, die allerdings mehr und mehr zugunsten des Kampfes, des Hauens und Stechens veschwinden, sowie sein Volumen. Es hat seine Berechtigung, wenn Verlage darauf drängen, sich an der 300-Seiten-Marke zu orientieren. Der Hang zur Seitenstraße, zum großen Gesamtbild mit unzähligen Details, ist mir bereits bei anderen Romanen des Autors aufgefallen. Fazit: Ein dicker Wälzer mit sehr vielem Engelskampf, Engelschaos und Engelsgedöhns, wobei die meist grausamen Engel verdächtig den Menschen ähneln, genau wie seinerzeit die Götter im Olymp. Kategorie: Gute Unterhaltung Verlag: ??/A.Izquierdo bei der Lit. Agentur Kossack, HH.

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    • 3
  • Es hieß, dass alles Sinn machte, dass sich alles drehte und niemals anhielt...

    Apocalypsia
    Buecherseele79

    Buecherseele79

    26. August 2016 um 13:37

    Keiner hat je an der Unsterblichkeit von Gott gezweifelt und doch tritt das Schreckliche ein- Gott liegt im Sterben. Die Welt der Engel steht Kopf und auch bei den Menschen macht sich das Sterben bemerkbar. Iax kümmert sich um die Prophezeiung und muss mit Schrecken feststellen- der kleine Engel Nathanael ist ein Krüppel! Er kann kein Engel sein, er kann nicht der Held sein der sie alle retten muss denn jeder Engel ist eine Perfektion! Und doch gibt sich Iax grosse Mühe aus dem kleinen Nathanael einen Kämpfer zu machen, trotzdem merkt Iax und auch die restlichen Engel, die noch auf der Seite Gottes stehen, dass Nathanael zwei Seelen in sich birgt- die menschliche sowie die eines Engels, was ihn aussergewöhnlich werden lässt. Doch die Zeit drängt denn Luzifer-der Engel des Lichts, der Drache, ist aus seiner kalten Hölle entkommen und will nicht nur den Tod seines Vaters sondern möchte auch die Welt der Menschen auslöschen- denn es kann nicht sein dass Menschen und Engel auf einer Stufe stehen! Die Katastrophe nimmt ihren Lauf und es stehen zwei Welten auf dem Spiel... Ich hatte bei der LR hier bei LB kein Glück und doch hatte mich die Inhaltsangabe so gepackt dass ich dieses Buch unbedingt haben musste und als es endlich ankam musste ich auch gleich mit dem Lesen beginnen! Jetzt muss ich in Worte fassen was mich 2 Tage so gepackt hatte und mehr als nachdenklich zurücklässt. Erstmal- dem Autor ist wahrlich ein Meisterwerk gelungen ohne dass der Spannungsbogen überspannt wird, es wird nie langweilig und auch wenn man bei der Welt der Engel an zig Namen denkt so wird das Buch nicht mit Engeln "überlagert", es bleibt alles übersichtlich und trotzdem ist jeder Engel einzigartig beschrieben mit seinen Stärken und Schwächen. In diesem Buch werden die Schwächen der Engel und auch Gott aufgezeigt, dass die Menschen in den Augen der Engel zwar schwach und dumm erscheinen aber sie doch mehr Stärken haben als man erstmal denkt. Auch dass die Engel alles andere als perfekt sind, auch ihre Hintergedanken und vor Mord nicht zurückschrecken wird in diesem Buch schnell klar. Und Engel die als "Blutrünstig und schrecklich" beschrieben werden zeigen in diesem Buch ebenso Güte, Gefühle, Liebe und Verständnis. Einige Sätze und Handlungen erinnern mich an die Bibel aber ohne dass es hier jetzt sehr kirchlich wird oder der Autor mit dem erhobenen Zeigefinger auf einen zeigt. Aber auch was wir Menschen mit unserer Welt anstellen, wie wir uns gegenüber behandeln, die Natur- das zeigt der Autor erschreckend eindringlich auf und man merkt- die zwei Welten- die der Menschen und die der Engel- sind unmittelbar miteinander verknüpft. Auch wenn zu Anfang alles verwirrend erscheint und man keinen Zusammenhang sieht- es fügt sich alles zusammen und hinterlässt einen erstmal sprachlos und auch sehr nachdenklich. Eine mehr als klare Leseempfehlung spreche ich aus!

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  • Apocalypsia – Wuchtiges, monumentales Engel-Epos

    Apocalypsia
    Nicky_G

    Nicky_G

    22. August 2016 um 12:54

    Gott liegt im Sterben. Aber nicht nur er, sondern seine gesamte Schöpfung. Wie ist es möglich, dass die Ewigkeit sich ihrem Ende naht? Luzifer, der alte Widersacher, macht sich die schwindende Macht des Vaters und die Unsicherheit bei den einfachen Engeln zunutze und verspricht eine neue Ordnung. Dafür müssen die Menschen vernichtet werden, was die weiterhin an Gott Gläubigen verhindern wollen. Sie vertrauen auf den prophezeiten Messias, aber Nathanael ist ein Krüppel. Wie sollen sie mit Zweifel im Herzen siegen? Die ersten Seiten sind so unheimlich, drohend und fesselnd, dass ich mit angehaltenem Atem gelesen habe. Schon der Auftakt hat mich derart in den Bann geschlagen, wie es sonst kaum ein Buch vermocht hat. Wort- und bildgewaltig wird hier erzählt vom drohenden Untergang, denn die Zeichen deuten alle daraufhin. Oft taucht der Leser ein in die Gedanken einer Figur. Was bei manchen Romanen langatmig oder gar langweilig wirkt, vervollständigt hier die Anschauung und das Verständnis für die Charaktere, gibt Einblick in ihre Gedanken und Motivation. Das macht sie vielschichtig und tiefsinnig, zeigt, dass sie sowohl gute als auch schlechte Seiten haben. Selbst Luzifer hat ehrliche Beweggründe, zeigt Verständnis und Gefühl, ist nicht einfach nur blutrünstig oder machtdurstig, sondern weiß seine Argumente teuflisch geschickt einzusetzen. Die Namen erinnern an die Bibel, auch manche Handlungen, weshalb ich das ein oder den anderen nachgeschlagen habe. Während zu Beginn noch vieles verwirrend ist, löst sich das im weiteren Verlauf des Romans auf. Hier ist hohe Aufmerksamkeit gefordert, was bei über sechshundert Seiten nicht immer leicht fällt. Allerdings macht es auch die gesamte Geschichte komplex, so dass man das Buch zuweilen aus den Händen legt und über das gerade Gelesene nachdenkt. Die Sprache, die Bilder, die benutzt werden, fügen sich sehr schön zusammen und geben der Geschichte Tiefe, was sich wunderbar flüssig liest, ohne oberflächlich zu sein. Sätzen wie „ …, denen die größte Gnade widerfahren war, nämlich nichts zu wissen und nichts zu erwarten.“ (S. 312) kann man nur zustimmen. Die Zerstörung der Welt ist sehr anschaulich beschrieben mit den zahlreichen Facetten wie der Versüßung der Ozeane, der Erweiterung des San Andreas-Grabens, der Vulkane, die ausbrechen. Und doch gibt es zwischen all den großen Katastrophen die kleinen Schicksale, die nicht vergessen werden. Ich habe beim Lesen jeden Satz ausgekostet. Ein fast schon philosophisches Werk, das einen mit Fragen zurücklässt, auf die man nur theoretische Antworten erhält. Woran glauben wir? Ist das alte Bestehende wirklich richtig oder sollten wir Änderungen zulassen?

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    • 4
  • Erschreckend und zugleich lehrreich...

    Apocalypsia
    dreamlady66

    dreamlady66

    19. August 2016 um 10:12

    Apocalypsia (griech.): Schrift über das WeltendeLuzifer (lat.): Lichtbringer, Morgenstern, Name des SatansCover: Das Auge des Engels wacht über uns(Leider vermisste ich eine Kurzvorstellung des Autors)**********************************************************Gott liegt im Sterben und in der Engelschar macht sich Aufruhr breit. Die Menschheit auf der Erde ist mit den Engeln sehr verbunden.Zum Beispiel wird angenommen, dass ein Jeder seinen Schutzengel hat. Es gibt Gebete direkt für den Schutzengel. Gottes Vergänglichkeit würde die Welt der Engel stark erschüttern, so dass es zum Krieg zwischen Luzifer und seinen Gegnern kommen kann. Denn Glaube, Liebe, Hass und Verrat brächten die Strukturen zum Wanken.Das Buch schildert sehr eindrucksvoll, wie die Menschen mit der Welt der Engel leben.Erlebnisse und Ereignisse sowie Prophezeihungen werden geglaubt und zugelassen.Den Roman kann ich nur empfehlen zu lesen.Die Geschehnisse im Reich der Engel mit z.T. gewaltigen Ausmasses sind sehr anschaulich und mit voller Spannung beschrieben.Ich bedanke mich bei Andreas (Izquierdo) für eine weitere Zusage an Deiner Leserunde, die mich mächtig beeindruckte!

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  • Das Ende ist nah

    Apocalypsia
    Betsy

    Betsy

    18. August 2016 um 13:50

    "Es heißt, nichts geschieht ohne Grund und dass alles seine Rolle spielte. Alles dreht sich wie in einem großen Uhrwerk, und nichts endet wirklich. Alles hat seine Zeit, denn wenn das eine stirbt, wird das andere geboren. Wir gehen alle unseren Weg, erfüllen unser Schicksal." Was passiert wenn Gott nicht unsterblich ist? Welche Auswirkungen hat dies auf die miteinander verbundenen aber getrennten Welt der Engel und Menschen? In Apocalypsia wird dieser Frage nachgegangen. Während die Welt langsam im Chaos versinkt, Luzifer seinem Gefängnis entkommt, Ränke geschmiedet werden und das Gleichgewicht der Schöpfung nicht mehr gewahrt ist, ist die einzige Hoffnung eine Prophezeiung über einen Engel, der sie alle retten soll. Doch Nathanael, der gerade geborene Engel, der diese Aufgabe erfüllen soll, ist mit einem verkrüppelten Arm, für die sonst so stolzen und perfekten Engel eine Enttäuschung. Gemeinsam mit seinem Ausbilder Iax, der es ihm nicht leicht macht, versucht er in dieser ihm fremden Welt zurechtzukommen, ohne zu ahnen welche Hürden ihm noch bevorstehen werden. Ich hatte das Glück dieses Buch in einer gemeinsamen Leserunde mit dem Autor zu lesen und war wirklich überrascht, was mir bis dato mit diesem Buch und seiner biblischen Geschichte entgangen ist. Der Leser taucht zu Beginn in die Welt der Menschen ein, wo sich die Wege zweier Frauen kreuzen, die beide großen Schmerz erlitten haben und man da noch nicht mal ahnen kann, wie gewaltig sich diese Geschichte noch entwickeln wird. Gerade als es spannend wird, verlassen wir unsere Welt und tauchen ein in die Welt der Engel, wo die Geburt Nathanaels bevorsteht. Durch seine Unvollkommenheit stößt er bei seinem Ausbilder und Meister Iax auf Abweisung und fühlt sich minderwertig und allein, zudem wird versucht seinen Makel so gut es geht zu verstecken. Trotz seine Ablehnung sieht er zu Iax auf und wünscht sich seine Anerkennung. Nathanael folgt nicht den starren Regeln und dem blinden Glauben wie alle anderen, sondern zeigt Verständnis, Mitgefühl, Widerspruchsgeist und hinterfragt so manches, was für einen normalen Engel sofort klar sein sollte. Durch seine ganze Art, ändert sich auch seine Beziehung zu Iax und dieser beginnt genauso von Nathanael zu lernen wie dieser von ihm. Wir lernen hier die verschiedensten Engel kennen, die bei weitem nicht perfekt zu sein scheinen und die überfordert sind mit der neuen Situation, dass Gott seine Macht verliert und Luzifer an dessen Stelle treten will um die Schöpfungsgeschichte neu zu schreiben. Luzifer ist hier ein sehr starker Charakter, der gerissen und auch sehr eindrucksvoll seine Macht zeigt und nur mit Worten erreicht, dass die Engel sich spalten. Dabei sagt er nicht mehr als die Wahrheit und will erfahrenes Unrecht druch Gott wieder gutmachen. Es ist hier wie auch in der Realität nicht einfach zu sagen, wer böse und gut ist, denn alle haben ihre Gründe die eine oder andere Seite zu wählen und auch die Gegner Luzifers sind bei weitem nicht so unschuldig wie man es von Engeln erwarten würde. Zwischendurch wird dann immer wieder in die Menschenwelt gewechselt und man ahnt langsam wie einiges zusammenhängt und warum gerade diese zwei Frauen sich treffen mussten. Das Armaggedon ist nah und die Welt versinkt im Chaos, aber nicht nur die Menschen sterben, auch in der Welt der Engel wird blutig gekämpft, bis sich alles für die Entscheidungsschlacht bereit macht, in der ehemalige Freunde und auch Brüder gegeneinander kämpfen und das Blut die Erde rot färbt. Hier gibt es viele dramatische und emotionale Momente und besonders schwer fällt es als Leser mitzuerleben wie im Laufe der Geschichte die Figuren die man hier begleitet hat, und deren persönlicher Hintergrund einenunglaublich berührt hat, ihr Leben lassen müssen, besonders weil der scheinbar große Plan dahinter diese Opfer quasi erfordert. Düster und episch zieht die Geschichte einen zum Ende hin und man ist teilweise fassungslos wie ungerecht sich vieles entwickelt. Hier wird der Glaube aller Engel auf die Probe gestellt, genau wie wir Menschen dies in schlimmen Situationen tun, und dennoch ist der Glaube oftmals alles was einem bleibt. Bei diesem Buch und seinem Inhalt sollte man sich als Liebhaber wirklich guter Fantasy nicht von der Seitenanzahl abhalten lassen. Auch muss man jetzt nicht wirklich bibelfest sein (ich bin es jetzt auch nicht unbedingt) um alles zu verstehen, man lernt sogar einiges dazu. Man trifft hier auf viele bekannte Namen auf Seiten der Engel und es ist sehr spannend, wie diese schönen und edlen Wesen (übrigens ohne Flügel) hier zeitweise sehr menschlich agieren, obwohl sie sich den Menschen überlegen ansehen und doch teil der gemeinsamen Schöpfungsgeschichte sind. Fazit: Wer Fantasy liebt, der wird an diesem Buch mit seinen unglaublichen Figuren, ihrer Geschichte, der gelungenen Einarbeitung von biblischen Inhalten, dem poetischen, mitreißenden, gefühlvollen und dramatischen Erzählstil des Autors, sowie der Verschmelzung zwischen der Menschenwelt und der Welt der Engel gebannt sein. Auch wenn streckenweise wenig passiert, wird es nicht unbedingt langweilig, weil hier die Charaktere einfach immer mehr Tiefe erhalten. Allerdings wurde das Ende dann fast schon zu schnell erreicht und abgehandelt, welches dann auch noch einiges an Interpretationsspielraum ließ. Für mich als jemand der gerne alle hinterfragt, blieb hier doch einiges etwas in der Luft hängen bzw. war nicht ganz nachvollziehbar, aber davon abgesehen ist dieses ein Buch von der Thematik und der Umsetzung her im wahrsten Sinne des Wortes fantastisch.

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    • 3
  • Faszinierend und wortgewaltig!

    Apocalypsia
    Schugga

    Schugga

    15. August 2016 um 13:42

    Gottes Schöpfung ist nur solange stabil, wie die Kräfte im Gleichgewicht sind. Das Gute kann nicht ohne das Böse sein, die Menschen nicht ohne die Engel. Doch Gott liegt im Sterben. Seine Vergänglichkeit versetzt die Welt der Engel in Aufruhr: Luzifer, einst für seine Taten bestraft, verspricht den Engeln eine neue Schöpfung, voll von Schönheit und Vollkommenheit und frei von Menschen, die durch ihr Verhalten der Welt der Engel bereits deutlichen Schaden zugefügt haben. Es kommt zum Krieg im Reich der Engel zwischen den Anhängern Luzifers und seinen Gegnern, ein Krieg, welcher zerstörerisch auf das Gleichgewicht der Menschenwelt wirkt. Nach einer alten Prophezeiung gibt es nur einen Engel, welcher Gottes Schöpfung retten kann. Doch dieser Engel ist unvollkommen... Sehr eindrucksvoll wird geschildert, wie die Welt der Menschen mit der Welt der Engel verknüpft ist. Der Krieg der Engel führt auf Erden zu Ereignissen katastrophalen Ausmaßes. Mittendrin jeweils Menschen sowie Engel, welche für die Prophezeiung noch entscheidende Rollen spielen werden. Der gesamte Roman ist sehr beeindruckend, vor allem die Geschehnisse im Engelsreich sind äußerst wortgewaltig beschrieben, geben dem Ganzen eine beinah erschreckende Tiefe. So habe ich fasziniert mitverfolgt, wie im Reich der Engel Liebe und Hass, Glaube und Verrat, Mut und Intrigen das Schicksal bestimmen, während gleichzeitig die Welt der Menschen aus dem Gleichgewicht gerät, mir ans Herz gewachsene Protagonisten ums Überleben kämpfen. Die ganze Zeit mit der Frage im Hinterkopf, ob die Prophezeiung noch erfüllt werden kann, Gottes Plan aufgehen wird - und wem welche Rolle im göttlichen Plan zuteil kommt. Selten hat mich ein Roman so fasziniert!

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    • 2
  • Atemberaubend und erschreckend zugleich

    Apocalypsia
    Schnauzhaar

    Schnauzhaar

    11. August 2016 um 18:00

    Für den Inhalt verweise ich auf den Klappentext.Gott liebt im Sterben und die Engel sind in Aufruhr. Und mit ihnen gezwungenermassen auch die Menschen auf der Erde. Denn diese sind mit dem Geschehen bei den Engeln direkt und eng verbunden. Sterben die Menschen, gibt es irgendwann auch keine Engel mehr. Und die Engel sind in zwei Lager entzweit. Eine grosse Schlacht beginnt. Wer wird gewinnen?  Und was bedeutet das für die Menschen?Es ist fast unmöglich, dieses Buch zu be- und umschreiben. Es hat mich atemlos gemacht, mich in einen Strudel der Empfindungen mitgerissen und mich zum Nachdenken angeregt. In der einen Minute hat es mich fast erdrückt und ich musste das Buch zur Seite legen, um es gleich eine Minute später wieder in die Hand zu nehmen und weiterzulesen. Es hat mich dermassen in den Bann gezogen, dass es mir in die Träume gefolgt ist. Und auch jetzt, nachdem ich es fertig gelesen habe, wirkt es noch nach. Ein aussergewöhnliches Buch. Nichts für schwache Nerven und Leute, die eine lockere Lektüre suchen. Für die, die aber Spannung hoch drei und eine mutige Geschichte lesen wollen, empfehle ich es definitiv.

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    • 2
  • Apocalypsia

    Apocalypsia
    thenight

    thenight

    13. July 2016 um 20:14

    Eigentlich bin ich sprachlos, das Buch habe ich in zwei Nächten durchgelesen und kann nun meine Empfindungen kaum in Worte fassen, Freunden die mich fragten warum mir das Buch, so gut gefiel, warum ich in höchsten Töne davon schwärme, habe ich das Buch in die Hand gedrückt, das muss man einfach gelesen haben. Mein absolutes Highlight, für dieses Jahr.Gott liegt im Sterben, die Engel sind untereinander verfeindet und befinden sich im Krieg miteinander, das hat Auswirkungen auf das Leben der Menschen,es wird unerträglich heiß, die Gesteine verfallen zu Staub, die Kontinente rasen aufeinander zu, das Ende der Menschenwelt und der Menschheit scheint unvermeidlich.Das ist eine Entwicklung die Luzifer begrüßt, nach Jahr tausendjähriger Gefangenschaft, will er das Reich der Engel stärken und neu ordnen, ohne die Menschen, die seiner Meinung nach, von Gott mehr geliebt und bevorzugt werden. Er führt schart eine millionenstarke Engelsarmee um sich um seine Ziele durchzusetzen, er sät Zwietracht unter den Anhängern Gottes und zieht so manchen Engel auf seine Seite.Ihm Gegenüber steht Nathanel, der laut einer Prophezeiung, die göttliche Schöpfung retten kann, nur ist Nathanel ein Krüppel, der nicht einmal sich selber helfen kann, ist er doch nicht der Heilsbringer, wie einige der Erzengel vermuten?Andreas Izquierdos Roman spielt in beiden Welten, er stellt uns Esther und Judith vor, zwei Frauen die im Laufe der Handlung, mehr und mehr an Bedeutung gewinnen und zunächst als einzige Menschen vermuten das irgendetwas ungewöhnliches und unumkehrbares sich ankündigt, ihre Schicksale sind eng miteinander verknüpft.Wichtiger als diese beiden Frauen sind meiner Meinung nach aber die Engel, Nathanael, Rafael, Iax, Luzifer, Lilith, Gabriel, Azrael und wie sie alle heißen, alle haben ihre Beweggründe aus welchem Grund sie etwas tun. Iax z.B. wird zum Lehrer und Beschützer Nathanels ausgewählt, zunächst nur widerwillig und aus blindem gehorsam, später aus Überzeugung bringt er dem jungen verkrüppelten Engel alles bei.Die Interessanteste Figur im Roman ist meiner Meinung nach, allerdings Luzifer, der nach langer Gefangenschaft, die Herrschaft über das Reich der Engel anstrebt und die Vernichtung der Menschen, seine Argumentation warum es richtig ist was er plant ist durchaus nachvollziehbar. Nur leider weiß er nicht, was sich der Leser schon recht früh denken kann * er kritisierte ja unter anderem auch, das der Mensch, mehr weiß als die Engel, in dem Fall der Leser* Ohne Menschenwelt, kann auch die Welt der Engel nicht existieren.Ich bin begeistert von dem Buch, es ist schlüssig geschrieben, lässt keine Fragen offen, und regt durchaus zum Nachdenken an. Ohne einen erhobenen Zeigefinger gesehen zu haben, mach ich mir wieder mehr Gedanken darüber das alles was der Mensch zerstört, unwiederbringlich weg ist.

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    • 4
  • Wird die Welt untergehen???

    Apocalypsia
    StMoonlight

    StMoonlight

    04. July 2015 um 19:57

    Das Buch offenbarte sich mir als richtiger Wälzer mit seinen über 600 Seiten und dann noch als Hardcoverausgabe. Doch allein schon der Schutzumschlag macht irgendwie was her. Erst nach längerer Betrachtung erkannte ich allerdings das es sich um die Deckenbögen einer Kirche oder ähnliches handelt. In jedem Fall sehr passend zum Thema. Entfernt man den Umschlag hält man ein weißes Buch in den Händen, was ich von der Aufmachung alles andere als schön finde. Sehr praktisch ist das feste Lesezeichenbändchen. So kann man die Seite auf der man unterbrochen hat schnell wiederfinden und verliert seinen Merker auch nicht. Direkt am Anfang des Romans findet der Leser eine Aufstellung „3 Chöre der Engel“. Hier wird sozusagen die Rangordnung der Engel dargestellt. Diese ist im Verlauf der Geschichte sehr hilfreich. Mir half sie mich besser zurecht zu finden. Als die Reise in die Welt der Engel begann kam für mich einige Verwirrung auf. Engel Gabriel war plötzlich ein weiblicher Engel und Nathanel ein Krüppel. Das stellte ersteinmal alles was ich bisher über diese „Gotteswesen“ wusste in Frage und ich begann zu hinterfragen was ich eigentlich wirklich weiß. Schließlich schob ich alles bisher gehörte an die Seite und lies mich vollends von der Interpretation des Autors treiben. Immer wieder entdeckte ich neue Sichtweisen und Andersartigkeiten. Von Seite zu Seite wurde ich Teil einer Welt auf „der anderen Seite“. Ich ertappte mich immer wieder bei dem Gedanken „Kann es nicht wirklich so sein?“. Die Geschichte ist anfangs zweigeteilt. Die eine Hälfte spielt auf der Erde, in der Welt der Menschen. Die andere Seite auf der Welt der Engel. Nach und nach fließen die Fäden zusammen und die Welten vermischen sich. Der Leser beginnt seine Beobachtungen in der Menschenwelt und wird Zeuge eines recht dramatischen Teils: Eine Frau hat versucht sich das Leben zu nehmen und scheitert. Doch nach dem Versuch ist sie nicht mehr die Gleiche wie zuvor. Plötzlich kann sie Dinge sehen die sie nicht sehen dürfte. Sie freundet sich mit ihrer Ärztin an, die selbst einen schweren Schicksalsschlag erlitten hat. Die beiden sind spüren das Veränderungen nahen und stehen damit völlig alleine. In der Welt der Engel ist Luzifer aus seinem Gefängnis ausgebrochen und beansprucht nun den Thron. Er hält die Menschen für unwürdig, will sie vernichten und eine neue Ordnung schaffen. Da der „Vater“ im sterben liegt und viele Engel somit in ihrem Glauben erschüttert sind schafft er es eine „dunkle Armee“ aufzubauen. Die höchsten Engel versuchen eine Lösung zu finden. Ein Krieg wird unvermeidbar. Sie hoffen auf eine Prophezeiung die besagt das ein Engel kommen und sie retten wird. Doch als sie ihr Held vor ihnen steht sehen sie einen etwas nie dagewesenes, etwas das es nicht geben dürfte: Einen unvollkommenen Engel! Sie beginnen zu zweifeln... Der Autor schreibt bildlich und emotional. Schnell wuchsen mir die einzelnen Charaktere ans Herz und ich fühlte mit ihnen. Die Schauplatze sind so toll beschrieben das ich das Gefühl hatte selbst dort zu stehen. Die Sprache ist verständlich und der Roman lässt sich zügig lesen. Die Grundidee der Geschichte finde ich sehr gut und die Umsetzung ist gelungen.

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