Andreas Izquierdo Fräulein Hedy träumt vom Fliegen

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Inhaltsangabe zu „Fräulein Hedy träumt vom Fliegen“ von Andreas Izquierdo

»Dame in den besten Jahren sucht Kavalier, der sie zum Nacktbadestrand fährt. Entgeltung garantiert.« – Eine Annonce in der örtlichen Tageszeitung bringt alles ins Rollen: Hedy von Pyritz, 88 Jahre, diszipliniert, scharfzüngig, eitel. Hellwacher Verstand, trockener Humor, zuweilen übergriffig. Eine alte Dame, die meist im Rollstuhl sitzt, sorgt für einen handfesten Skandal in dem kleinen Städtchen im Münsterland, wo sie herrschaftlich residiert.
Aber Fräulein Hedy bleibt unbeirrt: Sie wird ihren Willen durchsetzen! Und findet in ihrem schüchternen, sanften Physiotherapeuten Jan einen Mitstreiter. Vielmehr nötigt sie ihn förmlich dazu. Der junge Mann wird sie fahren. Basta!
Jan hat keinen Führerschein, dafür aber eine nie behandelte Lese-Rechtschreibschwäche, so dass Hedy den Unterricht übernimmt und sich schon bald eine ungewöhnliche Beziehung zwischen den beiden festigt. So vertraut sie ihm nach und nach die Geheimnisse ihrer schillernden Vergangenheit an und verändert damit auf ungeahnte Weise seine Zukunft ...
Andreas Izquierdo erzählt in seinem neuen Roman die Geschichte einer Freundschaft zwischen einer alten Frau und einem jungen Mann, die beide für immer verändert – eine Geschichte, die federleicht beginnt und sich dann zu einem wuchtigen, mitreißenden Drama entwickelt.

Flüssig zu lesen, aber völlig überfrachtet, unglaubwürdig und unsympathisch. Zu viel Effekthascherei, zu wenig Substanz. Schade!

— BWV-57

Fräulein Hedy ist ne Wucht! Mit dieser Dame geht man gern durch die Höhen und Tiefen eines bewegten Lebens!

— Caillean79

Hedy ist eine tolle Figur. Aber: Hatte mir einfach mehr Leichtigkeit erwartet. Diese bleibt im Verlauf fast gänzlich auf der Strecke.

— Gwendolyn22

Ein wunderschönes Buch, voller Komik, voller Tragik, voller Leben!

— Monika58097

Ein Buch voller Gegensätze, Entscheidungen, Veränderungen - erzählt mit viel Herz und einem Augenzwinkern...

— LitteraeArtesque

Humor, Ernsthaftigkeit und Schicksale gehen Hand in Hand

— BookfantasyXY

Kommt federleicht daher und entblättert dabei viele schwere Themen - eine warmherzige Geschichte voller Gegensätze...

— parden

Wunderbare Geschichte

— Marie1971

Dieses so heiter scheinende Buch entwickelt sich mit einer Urgewalt zu mehreren Dramen, die mich schlucken ließen - grandios.

— calimero8169

Ein tolles Buch, das einen auf einen Flug in die Vergangenheit und Gegenwart mitnimmt!

— Lisa11

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  • Für mich jetzt schon eins der Lesehighlights 2018!

    Fräulein Hedy träumt vom Fliegen

    Caillean79

    18. April 2018 um 17:58

    Fräulein Hedy ist ne Wucht! Die resolute Persönlichkeit hat ihren neuen Physiotherapeuten eingestellt, weil er so gut Papierflieger faltet. Sie besteht darauf, im hohen Alter von 88 Jahren mit „Fräulein von Pyritz“ angesprochen zu werden, und das, obwohl sie eine Tochter hat.  Sie tritt nachts auf ihren Balkon und ruft laut „Timbuktu!“ Schrullen einer senilen alten Dame? Man könnte es vermuten, und doch steckt da in Fräulein Hedy soviel Gewitztheit und sogar Berechnung. Im Laufe des Buches erfährt der Leser nicht nur Hedys Lebensgeschichte, sondern auch die Gründe für die oben genannten „Schrullen“. Und die sind weitaus ernster, als man sich auf den ersten 50 Seiten vorzustellen vermag! Im Laufe der stolzen 524 Seiten dieses Buches kippt der Ton dieser Geschichte von komisch zu ernst und es werden viele schwierige Themen angesprochen. So viele, dass ich mich gefragt habe, ob die Geschichte damit nicht ein wenig zu überladen ist. Andererseits – als ich fertig war mit dem Lesen dieses Buches, empfand ich es als eine runde Geschichte und auch als ein Buch, das in mir nachklingen wird. Der Ton des Romans ist mal leicht und mal schwer, amüsante bzw. zum Teil wirklich witzige Szenen (ich sage nur: das Gespräch mit der Gutachterin) wechseln sich mit ernsten, unbequemen Szenen ab. Trotzdem konnte ich kaum aufhören zu lesen und habe den Roman förmlich verschlungen. Für mich ist es kein Buch, das man nach dem Lesen einfach ins Regal stellt und vergisst. Ich werde beim Anblick des orangenen Umschlags immer gewisse Bilder vor Augen haben und genau das soll ein Buch ja tun: Bilder im Kopf erzeugen, die möglichst nachwirken. Deshalb denke ich schon heute sagen zu können: es ist eins meiner Lesehighlights 2018. Und ich empfehle es hier gerne weiter.

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  • Ein tolles Lesevergnügen

    Fräulein Hedy träumt vom Fliegen

    Lilli33

    16. April 2018 um 20:43

    Broschiert: 524 Seiten Verlag: Insel Verlag (15. Januar 2018) ISBN-13: 978-3458363095 Preis: 14,95€ auch als E-Book erhältlich Hier findet ihr eine Leseprobe. Kaufen könnt ihr das Buch hier oder in jeder Buchhandlung eures Vertrauens. Ein tolles Lesevergnügen  Inhalt: Die 88-jährige Hedy von Pyritz ist es gewohnt, dass sie ihren Willen durchsetzen kann. Und so zweifelt sie nicht daran, dass der junge Jan sie zum Nacktbadestrand fahren wird. Dass Jan keinen Führerschein hat, dafür aber eine ausgeprägte Lese-Rechtschreibschwäche, ficht die alte Dame nicht an. Sie wird mit ihm üben, bis er es kann. So kommen sich der junge und der alte Mensch im Lauf der Zeit näher und entwickeln Vertrauen zueinander. Als Hedy dann Jan ihre Lebensgeschichte erzählt, kommen nicht nur gute Erinnerungen ans  Tageslicht … Meine Meinung: Der vorliegende Roman ist mein erster des Autors Andreas Izquierdo, aber bestimmt nicht mein letzter, denn ich habe dieses Buch sehr genossen und mich einerseits amüsiert, aber auch von der  interessanten Handlung fesseln lassen. Dabei hat es mir vor allem die Protagonistin Hedy sehr angetan, die ich sofort in mein Herz geschlossen habe. Aber auch die anderen Charaktere muss man einfach mögen - jeden auf seine Weise. Fräulein Hedy von Pyritz ist eine tolle Figur. Sie hat mich von Anfang an in ihren Bann gezogen. Nach außen wirkt sie erst mal recht herrisch, zuweilen ziemlich unterkühlt. Aber sie weiß genau, was sie will und wie sie das durchsetzen kann. Dabei schreckt sie vor nichts zurück. Der Kombination von eisernem Willen und wachem Verstand sind ihre Gegner selten gewachsen - sehr zum Vergnügen der Leserschaft. Denn die daraus resultierenden Dialoge sind einfach köstlich. Und wenn man Fräulein Hedy einmal näher kennt, sieht man, dass sich unter ihrer rauen Schale ein weicher Kern verbirgt. Beginnt der Roman noch leicht und humorvoll, schleicht sich schon bald eine gewisse Schwere und Ernsthaftigkeit ein. Die Rückblicke in Hedys Kindheit und Jugend führen uns unter anderem in die Zeit vor dem 2. Weltkrieg und auch in den Krieg selbst, ohne dass zu sehr auf die politischen Aspekte eingegangen wird. Sie werden nur so weit thematisiert, wie sie für Hedys Entwicklung ausschlaggebend waren. Für mich war dieses Maß genau richtig.  Je weiter die Handlung voranschreitet, umso dramatischer wird sie, und zwar sowohl die Handlung in der Gegenwart als auch die in der Vergangenheit. Am Ende müssen sowohl Hedy als auch Jan eine schwerwiegende Entscheidung fällen. Wurde zuvor alles detailliert und ausführlich erzählt, schien mir dagegen die Entscheidungsfindung zu schnell und zu einfach. Hier hätte ich mir noch mehr Überlegungen der Protagonisten gewünscht.  Fazit: „Fräulein Hedy träumt vom Fliegen“ ist ein wunderbar warmherziger und vielseitiger Roman, der durch eine starke Protagonistin überzeugt. Auch der lockere und humorvolle Schreibstil trägt mit zum Lesevergnügen bei.  ★★★★☆ Ich danke dem Insel-Verlag und wasliestdu.de ganz herzlich für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars.

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  • Interessantes Buch mit einem großen ABER

    Fräulein Hedy träumt vom Fliegen

    Gwendolyn22

    16. April 2018 um 19:28

    Vielleicht bin ich dem Buch voreingenommen begegnet, erwartete ich doch eine unterhaltsame Geschichte zwischen einem jungen Physiotherapeuten und einer älteren Dame – und das Ganze noch im Münsterland angesiedelt. Jackpot, dachte ich! Hedy ist eine tolle Figur. Das große Aber liegt darin begründet, dass ich mir aufgrund des Klappentextes und des Anfangs des Buches viel mehr Leichtigkeit erwartet hatte: Der unvergleichliche Humor und der Wortwitz, den vor allem Hedy verbreitet, bleibt im Verlauf leider fast gänzlich auf der Strecke und blitzt nur noch hin und wieder auf. Das Buch ist gänzlich überfrachtet mit ernsten Themen, u.a. dem zweiten Weltkrieg, Legasthenie/Analphabetismus, Sterbehilfe uvm. Das Buch kann ein Anstoß sein, mit Verwandten und Bekannten über den Holocaust, den zweiten Weltkrieg etc. zu sprechen, was ich auch getan habe – die persönlichen Erinnerungen sind bewegend, machen nachdenklich, lassen innehalten. Der Erzählstil ist gefällig und flüssig, so dass man das Buch zügig lesen kann. Allerdings: Sehr verkürzte Sätze und Formulierungen wechselten sich mit Passagen ab, die liebevoller erzählt wurden. Somit war auch hier der Eindruck geteilt. Die Rückblenden, in denen Hedy von ihrem Leben als Jugendlicher und junger Frau erzählt, sind größtenteils schön zu lesen. Die Auflösungen bestimmter Geheimnisse oder Fragen am Ende des Buches war etwas zu leicht und für mich vorhersehbar, wie auch bestimmte Entscheidungsfindungen. Gerade in die Gedankenwelt der zweiten Hauptfigur habe ich kaum Zugang gefunden, weil innere Monologe fehlten. Jan bleibt unscheinbar und seltsam blass, auch, wenn er offensichtlich die Botschaften Hedys annimmt und Verantwortung für sein eigenes Leben übernimmt. Auf die Dauer war mir die Protagonistin Hedy etwas zu „nervig“, weil der Autor sich auf bestimmte Eigenschaften fixiert hat. Eine kleine Entwicklung gesteht er ihr aber auch zu, sie wird offener. Dass die Geschichte im Münsterland spielt, ist unerheblich, kommen doch keinerlei wirkliche Bezugspunkte dort vor (außer ein Krankenhaus in Münster, das aber so beliebig bzw. gar nicht beschrieben und somit irgendwo in Deutschland liegen könnte). Der Ortsname „Telgte“ wurde offensichtlich absichtlich in „Teltge“ umbenannt. Wobei man sich daran schon stößt. Schade, dass hier soviel Potential verschenkt wurde. Wenn man schon einen regionalen Bezug wählt, dann kann man ihn doch auch auskosten?!? Witzige Szenen zu Anfang und gute Botschaften, die das Buch vermittelt, führen dazu, dass ich drei Sterne vergebe. Ansonsten ist das Buch mit ernsten Themen viel zu überladen, so dass sogar hier und da der rote Faden fehlt. ***

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  • Leseflug

    Fräulein Hedy träumt vom Fliegen

    SABO

    Andreas Izquierdo - Fräulein Hedy träumt vom FliegenKleinstadt im MünsterlandHedy von Pyritz ist 88 Jahre jung und reich an Erinnerungen. Obwohl sie verheiratet war, hat sie nie genauer die männliche Anatomie studieren können. Eine Annonce in der Zeitung soll das jetzt ändern:"Dame in den besten Jahren sucht Kavalier, der sie zum Nacktbadestrand fährt. Entgeltung garantiert."Frei nach dem Motto, wer nichts erlebt, kann seine Dimensionen nicht entfalten, lächelt Hedy jedem Skandal kalt ins Auge. Hedys Tochter Hannah ist erbost über das Gerede und will der Gründerin der Stiftung für hochbegabte Talente, das Zepter aus der Hand reissen. Sie hetzt ihrer Mutter eine Psychologin auf den Hals, die den Grad ihrer angeblichen "Demenz" messen soll. Doch Hedy ist in Höchstform und pariert scharfzüngig.Fräulein Hedy wohnt allein mit ihrer Haushälterin in einer großen Villa. Maria ist auch die einzige, die ungestraft sagen darf: "Jetzt ist sie verrückt geworden.." Und das nicht nur weil Hedy nachts um 3 am Balkon steht und fliegen will, auch nicht als Hedy eines Tages aus Zorn den Zeitungsjungen fast überfährt.Es ist, weil Hedy für etwas brennt, das nicht jedem offensichtlich ist, weil Hedy schon als junges Mädchen eine unglaubliche Person war.Der junge Physiotherapeut Jan, der Hedys Muskeln auflockern soll hat eine Menge Probleme. Er ist Legastheniker und hat keinen Führerschein, doch dafür gibt es ja Schulen. Hedy wittert Potenzial, doch der Weg dahin ist ein steiniger, weil Jan genauso bockig wie Hedy sein kann. Die beiden kommen sich menschlich näher und Hedy erzählt aus ihrer bewegten Vergangenheit.Hedy ist in den Vorkriegsjahren geboren und ihr großes Vorbild ist die Kunstfliegerin und Pionierin Elly Beinhorn. Hedy möchte um jeden Preis auch fliegen lernen, sie versteht nicht, warum es für Frauen nicht auch Flugschulen geben soll.Das Leben in dem kleinen Dorf in Pommern verändert sich klamm und heimlich,  blankgeputzte Stiefel und zackige Parolen halten Einzug. Angst und Misstrauen sind die ständigen Begleiter der kleinen Leute, die sich nicht von der braunen Welle, die über das Land schwappt, mitreissen lassen wollen.Hedy lässt sich von niemand den Mund verbieten und mit ihrem Freund war sie schon zusammen, als dessen Vater noch kein bösartiger Hauptmann war.Einer Intrige hat Hedy es zu verdanken, dass sie zur Fliegerin ausgebildet wird, ihrem Ehrgeiz, dass sie die Beste wird. Kunstflug, Blindflug, fliegen und schiessen.Als Hedy nichts mehr zu verlieren hat, fliegt sie, als gäbe es kein Morgen mehr.Wie ein Kamikaze fliegt sie in ihr Verderben. Es treten eine Frau und ein Mann in ihr Leben, die alles zukünftige beeinflussen.Spannend und flüssig geschrieben, charmant, humorig. Die konsequente Dramatik ist berührend und kontrovers. Warmherziges Abenteuer einer starken Heldin.Andreas Izquierdo bedient keine Trends - Er schreibt großartige Bücher!Bravo, bitte mehr davon!SO IST ES:"Andreas Izquierdo erzählt in seinem neuen Roman die Geschichte einer Freundschaft zwischen einer alten Frau und einem jungen Mann, die beide für immer verändert – eine Geschichte, die federleicht beginnt und sich dann zu einem wuchtigen, mitreißenden Drama entwickelt."Zitat einer Pressestimme

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    • 2
  • Ein wunderschönes Buch, voller Komik, voller Tragik, voller Leben!

    Fräulein Hedy träumt vom Fliegen

    Monika58097

    17. March 2018 um 11:05

    Als die 88-jährige Hedy von Pyritz eine Anzeige in der örtlichen Tageszeitung aufgibt, sorgt sie für einen handfesten Skandal in der münsterländischen Kleinstadt. So sucht die alte Dame doch tatsächlich einen Kavalier, der sie zu einen Nacktbadestrand fahren soll! Als sich niemand auf die Anzeige meldet, engagiert sie kurzerhand ihren Physiotherapeuten Jan für diese Aufgabe. Dass der junge Mann wegen seiner Lese-Rechtschreib-Schwäche gar keinen Führerschein hat, lässt Fräulein Hedy nicht gelten. Kurzerhand übernimmt sie den Unterricht und meldet ihn auch direkt an einer Fahrschule an. Jan merkt schnell, dass es keinen Zweck hat, sich der resoluten alten Dame zu widersetzen. Was sie sich in den Kopf gesetzt hat, wird gemacht. Und so wird Jan sogar Stipendiat der Von-Pyritz-Stiftung.   Jan kann wunderbar zuhören, Hedy kann endlich aus ihrer Vergangenheit erzählen. Und Jans Aufgabe wird es sein, die Geschichte der alten Dame aufzuschreiben. Eine ungewöhnliche Beziehung zwischen Jung und Alt beginnt, die das Leben der beiden so unterschiedlichen Menschen komplett verändern wird.  Die Romane von Andreas Izquierdo sind immer etwas ganz Besonderes. Sie sind wahre Schätze. Man muss sie lesen und man muss diese Geschichten einfach lieben. Mit seinem neuen Buch hat er wieder eine Geschichte geschrieben, der ein unglaublich feiner Zauber inne wohnt. Die Lebensgeschichte von Hedy von Pyritz, zu Zeiten des Zweiten Weltkrieges eine der ersten Pilotinnen überhaupt, sie bewegt, beeindruckt. Hedy öffnet sich Jan immer immer mehr, lässt ihn eintauchen in ihre bewegte Vergangenheit. Aber auch in seinem jungen Leben ist schon einiges passiert. So geben sich die beiden gegenseitig Halt.  Andreas Izquierdo hat mich mit seiner Geschichte zum Lachen, aber auch zum Weinen gebracht. Ich war gespannt, belustigt, traurig und zum Schluss wieder unendlich glücklich. Ein wunderschönes Buch, voller Komik, voller Tragik, voller Leben. Man liest, ist begeistert und möchte nicht mehr aufhören. Ein echtes Juwel aus der Kategorie Lieblingsbuch! Unbedingt lesen!

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  • Eine Welt zwischen Gegenwart und Vergangenheit

    Fräulein Hedy träumt vom Fliegen

    BookfantasyXY

    11. March 2018 um 16:58

    Die Geschichte beginnt mit der Erzählung über die achtundachtzigjährige Hedwig von Pyritz – auch Hedy genannt, die im münsterländischen Telgte in einem gut bürgerlichen Haus lebt. Ihre Angestellte Marie versorgt sie fast rund um die Uhr. Als der junge Physiotherapeut Jan zu ihr nach Hause kommt, um mit ihr tagtägliche Physiotherapie durchzuführen, lernen sich die beiden besser kennen. Hedy stellt nach einiger Zeit fest, dass Jan nicht lesen kann, und organisiert Lernhilfen für ihn. Aber diese Hilfe verbirgt einen Plan, den Hedy unbedingt noch erleben will. Parallel annonciert Hedy eine Anzeige in einer lokalen Zeitung, die in dem beschaulichen Ort für Unruhe sorgt, vor allem bei ihrer Tochter Hannah, die sich für ihre Mutter schämt. Dennoch lässt sich Hedy nicht von ihrem Plan abbringen, und zieht die Angelegenheit durch. Nach und nach erfährt im Gegenzug Jan die Lebensgeschichte von Hedy. Dabei stellt sich heraus, dass sie einmal die erste junge Frau gewesen ist, die zu Beginn des Zweiten Weltkrieges das Fliegen gelernt hat. Auf der einen Seite lernt Jan durch die Erzählung von Hedy, wir hart ihr Lebensweg bisher war, und auf der anderen Seite bekommt Mut zugesprochen, dass man sein Leben verbessern kann, egal ob es bei der Arbeit oder in der Liebe ist. Andreas Izquierdo konnte mit diesem Roman, trotz Schicksalsschlägen und Ernsthaftigkeit, überzeugen. Ihm gelingt es immer wieder eine Sprache zu entwickeln, die warmherzig, humorvoll und nachdenklich erscheint. In diesem Roman konnte die Entwicklung der Hauptfigur Hedy aufgrund ihrer Biografie nachvollzogen werden. Die Rückwärtserzählung in diesem Fall bezieht sich darauf, dass der Autor von der Gegenwart in die Vergangenheit zurückgeht. Man erfährt anhand dieser Figur, warum sie so geworden ist wie sie in der Gegenwart agiert. Hedys Vergangenheit hat sie bis ins hohe Alter geprägt, was sicherlich viele Senioren nach über sieben bis acht Jahrzehnten Leben befürworten können. Vor allem die Generation, die den Zweiten Weltkrieg erlebt hat. Jan und sein Bruder Nick hatten es in ihrem Leben nicht leicht wie man anhand der Erzählung erfährt. Aber Hedy stellt die Grand Dame mit Resolutheit und Disziplin dar, die ihren Humor ebenso nicht vergessen hat, und gibt den beiden jungen Männern eine zweite Chance, ihr Leben zu ändern und positiv in die Zukunft zu schauen. Eine Abenteuerreise durch Jahrzehnte, Erfahrungen und Ereignissen, die nachdenklich stimmen. Man sollte jeden Tag genießen. Diesen Roman fesselt einen, denn der Humor, der Werdegang von Hedwig von Pyritz und die Entwicklung des jungen Jan wurden zu einer spannenden Geschichte verflochten. Wenn man einmal begonnen hat, die ersten Seiten zu lesen, möchte man nicht mehr aufhören. Andreas Izquierdo ist mit diesem Roman wieder eine lesensreiche Geschichte gelungen, die man unbedingt weiter empfehlen sollte.

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    • 4
  • Leserunde zu "Fräulein Hedy träumt vom Fliegen" von Andreas Izquierdo

    Fräulein Hedy träumt vom Fliegen

    Insel_Verlag

    »Dame in den besten Jahren sucht Kavalier, der sie zum Nacktbadestrand fährt. Entgeltung garantiert.« Eine Annonce in der örtlichen Tageszeitung bringt alles ins Rollen: Die 88-jährige Hedy von Pyritz – diszipliniert, scharfzüngig, eitel – sorgt für einen handfesten Skandal in dem kleinen Städtchen im Münsterland, wo sie herrschaftlich residiert. Aber Fräulein Hedy bleibt unbeirrt: Sie wird ihren Willen durchsetzen! Und findet in ihrem schüchternen, sanften Physiotherapeuten Jan einen Mitstreiter.Fräulein Hedy träumt vom Fliegen, der neue Roman von Bestsellerautor Andreas Izquierdo, erzählt die wunderschöne Geschichte einer Freundschaft zwischen einer alten Frau und einem jungen Mann, die beide für immer verändert. Zusammen mit dem Autor laden wir Euch herzlich zu dieser Leserunde ein.Alles Weitere erzählt Euch Andreas Izquierdo am besten selbst: Neugierig geworden? Hier geht’s zur Leseprobe »Ihr wollt Fräulein Hedy und Jan auf ihren Abenteuern begleiten? Dann bewerbt Euch einfach bis zum 17. Januar über den blauen „Jetzt bewerben“-Button* für die Leserunde – und beantwortet uns dazu folgende Frage: Was ist für Euch das Wichtigste im Leben? Über den Autor: Andreas Izquierdo, Jahrgang 1968, lebt als Schriftsteller und Drehbuchautor in Köln. Zu seinen bisherigen Veröffentlichungen zählen u. a. der Roman König von Albanien (2007), mit dem er den Sir-Walter-Scott-Preis für den besten historischen Roman des Jahres gewann, sowie der Roman Apocalypsia (2010), der den LovelyBooks-Leserpreis in Silber für das beste Buch 2010 erhielt und zum Buch des Jahres bei Vorablesen.de gewählt wurde. Seine letzten Veröffentlichungen waren die Bestseller Das Glücksbüro (2013) und Der Club der Traumtänzer (2014) sowie der Roman Romeo & Romy (2016).PS: Um über alle Leserunden und Buchverlosungen aus dem Insel Verlag auf dem Laufenden zu bleiben, schaut mal hier vorbei ...* Im Gewinnfall verpflichtet Ihr Euch zur zeitnahen und aktiven Teilnahme am Austausch in allen Leseabschnitten der Leserunde innerhalb von 4 Wochen nach Erhalt des Buches sowie zum Veröffentlichen einer ausführlichen Rezension auf LovelyBooks.de, nachdem Ihr das Buch gelesen habt. Bestenfalls solltet Ihr vor Eurer Bewerbung für eine Leserunde schon mindestens eine Rezension auf LovelyBooks veröffentlicht haben. Bitte beachtet, dass wir die Bücher nur innerhalb Europas verschicken.

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    • 891
  • Leserunde zu "Bücherwürmer und Leseratten" von Bettina Mähler

    Bücherwürmer und Leseratten

    ChattysBuecherblog

    Wie Ihr aus dem Titel entnehmen könnt, treffen sich hier die Bücherwürmer und Leseratten. Und zwar zum gemeinsamen SUB-Abbau. Oft stehen wir vor dem Regal und fragen uns, welches Buch wir als nächstes lesen sollen.  Hier kommt die Lösung. Wir lesen einfach nach einem Monatsmotto. Das Ganze funktioniert so: Ich gebe jeweils zum Monatsanfang ein neues Motto bekannt (siehe Unterthema) und dann heißt es: ran an die Bücher...ran an den SUB. Viel Spaß!

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    • 1586
  • Eine warmherzige Geschichte voller Gegensätze...

    Fräulein Hedy träumt vom Fliegen

    parden

    11. March 2018 um 09:55

    EINE WARMHERZIGE GESCHICHTE VOLLER GEGENSÄTZE...Alt und jung, reich und arm, schüchtern und selbstbewusst, Zukunft und Vergangenheit, schwere Themen und viel Humor - ein Buch voller Gegensätze präsentiert Andreas Izquierdo hier. Doch worum geht es in dem Roman überhaupt?"Dame in den besten Jahren sucht Kavalier, der sie zum Nacktbadestrand fährt. Entgeltung garantiert."Diese Annonce schaltet die 88jährige Hedy von Pyritz in der örtlichen Tageszeitung und sorgt damit für einen handfesten Skandal. Eigentlich ist die alte Dame eine anerkannte Persönlichkeit in dem kleinen Städtchen im Münsterland, leitet sie doch in ihrer hochherrschaftlichen Villa eine Stiftung zur Förderung hochbegabter Kinder und verkehrt selbstverständlich mit den honorigsten Herrschaften des kleinen Ortes. Doch nun scheint das Fräulein wohl verrückt geworden zu sein, sie, die stets so diszipliniert, scharfzüngig und mit hellwachem Verstand alles nach ihrem Willen zu dirigieren vermag?"Die Königin war erwacht, ein Spatz hatte an ihrem Haar gezupft. Lass ihn ein in den großen Irrgarten der unerzählten Geschichten. Öffne das Fenster und biete ihm die Welt." (S. 11) Aber nein, Fräulein Hedy ist alles andere als verrückt - sie weiß nur genau, was sie will. Und auch diesmal gedenkt sie, ihren Wunsch durchzusetzen, auch wenn alle anderen darüber den Kopf schütteln. Sie muss nur noch den richtigen Begleiter finden. Und wird letztlich tatsächlich fündig. Ihr Physiotherapeut scheint ihr der geeignete Kandidat zu sein, der sie zum Nacktbadestrand fährt. Doch Jan ist sehr zurückhaltend und wenig selbstbewusst - und er hat vor allem keinen Führerschein! Wie sich herausstellt, hat er dafür eine handfeste Lese-Rechtschreib-Schwäche, die er bisher vor allen verborgen hat. Doch Fräulein Hedy wäre nicht die, die sie ist, wenn sie nicht alles daran setzen würde, ihr Vorhaben doch noch umzusetzen. Und so besteht sie darauf, dem jungen Mann nicht nur das Lesen und Schreiben beizubringen, sondern ihn auch seinen Führerschein machen zu lassen."Und ich wusste in dieser Sekunde, dass ein einzelner Kolibri über einen ganzen Schwarm Raben triumphieren konnte. Eine Erkenntnis, die mich für immer prägen solte. Und mich isolierte." (S. 177)Durch die intensive Zeit, die Fräulein Hedy und Jan vor allem im Rahmen des Unterrichts fortan miteinander verbringen, entspinnt sich ganz allmählich eine Vertrautheit und Freundschaft zwischen den beiden. Diese wird einige Male arg auf die Probe gestellt, doch gehen sie immer wieder aufeinander zu. Fräulein Hedy beginnt zu erzählen, ihre Lebensgeschichte und mehr - und auch Jan wird zunehmend offener. Beide beginnen sich zu verändern und werden zukünftig nicht mehr die sein, die sie mal waren... "Weil es im Leben nur darum geht, nur um diese eine Sache: zu fliegen! So lange wie möglich zu fliegen! So hoch wie möglich zu fliegen! Wir müssen alle landen, aber bevor wir das tun, können wir fliegen!" (S. 205)Federleicht kommt die Geschichte anfangs daher, doch nur zu bald halten auch ernste Themen hier Einzug. Allein schon die Ausflüge in die Vergangenheit Hedys lassen nicht nur fast ein Jahrhundert vorüberziehen, sondern führen vor allem die Schrecken des Krieges vor Augen. Doch auch die nicht einfachen Familienkonstellationen von Hedy und Jan spielen hier eine große Rolle - auf die ich jedoch nicht näher eingehen kann ohne zu spoilern. In dieser Geschichte müssen auch immer wieder schwere Entscheidungen getroffen werden, was vor allem Jan nicht leicht fällt."Sie können Kugeln ausweichen, Entscheidungen nicht." Manche der Entscheidungen fand ich persönlich bedenklich, aber auch hierauf kann ich an dieser Stelle nicht näher eingehen ohne zu spoilern - und letztlich muss mir ja auch nicht alles gefallen, was Romanhelden so treiben. In der Summe sind es vielleicht ein wenig zu viele (schwere) Themen, die sich hier letztlich versammeln, aber Andreas Izquierdo gelingt die Balance zwischen dem tiefen Ernst und vielen humorvollen Einlagen. So ist der Leser in einem Moment noch geschockt oder berührt, nur um im nächsten Augenblick in ein Kopfschütteln oder Lachen zu verfallen. Solch gelungene Mischungen mag ich sehr. "Gibt es  Ärger?", fragte Jan höflich. "Den gibt es, seit Menschen beschlossen haben, von den Bäumen herabzusteigen. Das hat dem einen oder anderen nicht gutgetan!" (S. 49)Ein warmherziger Roman voller Gegensätze, der federleicht daherkommt und dabei viele schwere Themen entblättert. Ein Roman, der Zeit braucht und den Leser tief in die Geschichten und die Geschichte eintauchen lässt, der berührt und unterhält und dabei vieles anreißt, über das sich nachzudenken lohnt. Kurz: lesenswert!© Parden

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    • 8
  • Wunderbare Geschichte

    Fräulein Hedy träumt vom Fliegen

    Marie1971

    09. March 2018 um 23:07

    Hedy ist ein Unikum. Eine gebildete, reiche Dame mit sehr eigensinnigem Kopf. Auf den ersten Blick mag man sie als kalt und herrschsüchtig halten. Mit ihrem Inserat "Dame in den besten Jahren sucht Kavalier, der sie zum Nackbadestrand fährt. Entgeltung garantiert" stösst sie alle Menschen um sie herum vor den Kopf. Fast alle. Auf 525 Seiten erzählt der Autor die Geschichte der Frauen in der Luftfahrt ganz nebenbei zu der Lebensgeschichte der Protagonistin Hedy. Demzufolge werden diese beiden Teile auf eine wunderbare Art und Weise miteinander verknüpft und verschmelzen zu einer interessaten Darstellung bei der sich der Leser zu keinem Moment langweilt. Im Gegenteil, das Buchvolumen erscheint viel weniger umfangreich als es definitif ist, da man jede Seite geniesst. Vom sprachlichen her ist es fliessend erzählt, von der Geschichte her schlüssig. Die Figuren wechseln phasenweise von der Haupt- in eine Nebenrolle ab ohne dass das jedoch zu sehr stören würde. Im Gegenteil auch dieses ist ein Grund warum das Buch an sich interessant bleibt.

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  • Das Herz einer alten Frau hat viele Geheimnisse. (Buchzitat)

    Fräulein Hedy träumt vom Fliegen

    LimaKatze

    09. March 2018 um 19:17

    Klappentext:„Dame in den besten Jahren sucht Kavalier, der sie zum Nacktbadestrand fährt. Entgeltung garantiert.“Hedy von Pyritz, 88 Jahre, diszipliniert, scharfzüngig, eitel, sorgt mit einer Annonce in der örtlichen Tageszeitung für einen handfesten Skandal in ihrem beschaulichen Städtchen im Münsterland. Aber Fräulein Hedy bleibt unbeirrt: Sie wird ihren Willen durchsetzten! Basta!Kurzerhand bestimmt sie ihren schüchternen Physiotherapeuten Jan zu ihrem Fahrer. Hedy hat einen herrlichen Oldtimer, Jan keinen Führerschein, dafür aber ein offenes Ohr für Hedys wilde Lebensgeschichten. Und je mehr Geheimnisse sie ihm aus ihrer schillernden Vergangenheit anvertraut, desto stärker verändert sie damit seine Zukunft … Zum Inhalt:„ … Eine Weile starrte sie noch durch das Fenster in den Nachthimmel. Da dachte sie ebenso wirr wie schelmisch: Die Königin war erwacht, ein Spatz hatte an ihrem Haar gezupft. Lass ihn ein in den großen Irrgarten der unerzählten Geschichten. Öffne das Fenster und biete ihm die Welt.“ (Seite 11)Die 88-jährige Hedy von Pyritz ist eine alte Dame, die beeindruckt und Respekt einflößt. Mit einem Verstand, der mindestens ebenso scharf ist wie ihre Zunge hält sie das Zepter fest in der Hand und hat auch nicht vor, es loszulassen. Das gilt insbesondere für die Von-Pyritz-Stiftung, die sie einst für hochbegabte Kinder gründete. Fräulein Hedy ist sehr vermögend und hat dadurch und durch ihre Position als Stiftungsvorsitzende viel Einfluss in der Stadt bis hin zum Bürgermeister. Doch eines Tages hat Fräulein Hedy genug von all ihrer selbstauferlegten Disziplin. Sie gibt eine Anzeige in der Tageszeitung auf, die für viel Aufsehen in ihrem münsterländischen Heimatort sorgt und ihre Tochter Hannah in Rage versetzt. Doch Fräulein Hedy lässt sich nicht beirren, nach langer Zeit träumt sie wieder vom Fliegen.Der sympathische und schüchterne Jan Kramer ist Physiotherapeut. Er hat eine Lese-Rechtschreib-Schwäche, die er bisher allerdings gut verheimlichen konnte. Sein selbstbewusster Bruder Nick ist der derjenige, zu dem er aufsieht. Und außerdem ist Nick der einzige, der ihm von seiner Familie geblieben ist. Eines Tages sprach Fräulein Hedy, der Jan nie zuvor begegnet ist, den jungen Mann im Park einfach an. Nach einem recht ungewöhnlichen Einstellungsgespräch wurde er sofort engagiert, um Fräulein Hedys Beweglichkeit durch therapeutische Maßnahmen zu unterstützen. Jan war zwar ziemlich irritiert über diese seltsame Vorgehensweise, sagte aber dennoch zu. Auch wenn er sich lange Zeit fragen sollte, warum Frau von Pyritz eigentlich ausgerechnet auf ihn gekommen war. Warum sie ihn, den völlig Fremden, einfach so einstellte und in ihn somit in ihr stattliches Haus ließ.Doch Fräulein Hedy ist eine sehr kluge Frau mit viel Lebenserfahrung. Sie war sich von Anfang an sicher, in Jan viel Potential zu erkennen und hat bei dem jungen Mann natürlich mehr im Sinn, als nur seine Dienste als Physiotherapeut in Anspruch zu nehmen. Beide können zu diesem Zeitpunkt nicht ahnen, wie nah sie sich noch kommen sollen, welche Verbundenheit zwischen ihnen entstehen wird. Zwei Menschen, die ein schweres Paket aus der Vergangenheit mit sich herumtragen. Zwei einsame Herzen, die sich einiges von der Seele zu reden haben. Allerdings gibt es auch immer wieder Stolpersteine, die es zu überwinden gilt. Mehr als einmal wird diese außergewöhnliche Freundschaft von Fräulein Hedy und Jan auf eine harte Probe gestellt. Doch letztendlich lernen beide voneinander und das wiederum gibt ihrem bisherigen Leben eine neue Richtung... Mein Fazit:„Fräulein Hedy träumt vom Fliegen“ ist ein ganz wunderbarer und herzerwärmender Roman, der einen von der ersten bis zur letzten Seite voll in seinen Bann zieht. Der Autor Andreas Izquierdo versteht es hervorragend, mit viel Feingefühl Stimmungen zu erzeugen und seinen Romanfiguren Leben einzuhauchen. Sehr schnell wünscht man sich als Leser, diese beiden besonderen Menschen, die als Hauptprotagonisten in diesem Roman gezeichnet wurden, im wahren Leben kennenzulernen. Im Laufe der Handlung vertraut Fräulein Hedy dem jungen Physiotherapeuten ihre bewegende und atemberaubende Lebensgeschichte an. Somit ergeben sich zwei Handlungsstränge, die zum einen in der Gegenwart und zum anderen in der Vergangenheit verankert sind. Beide Zeitebenen verfolgt man mit Spannung und außerdem zeigt sich auch hier ständig die große Empathie des Autors. Die Galanterie und das Zeitgefühl der Zwanziger Jahre wurden im Buch mit opulenten, sehr lebendigen Beschreibungen eingefangen. Diese Abschnitte sind ein wahrer Lesegenuss. Auf der anderen Seite werden die Schrecken des Zweiten Weltkrieges in all ihrer Härte wiedergegeben. An diesen Stellen ist man entsetzt und traurig über soviel Leid, den dieser Krieg über die Menschen gebracht hat. Aber auch die Gegenwart hält hochemotionale Momente für den Leser bereit und zwischendurch lockert eine fein dosierte Prise Humor den Lesestoff angenehm auf. Dieses gut recherchierte, mitreißende und mit vielen Botschaften angereicherte Werk bleibt auf jeden Fall lange in Erinnerung. Eine zutiefst berührende Geschichte über Liebe und Freundschaft, Verzweiflung und Hoffnung, Willenskraft und Mut, und über das, was eine Familie ausmachen sollte. Es geht aber auch um Grenzen, deren Überwindung einen Menschen mitunter über sich selbst hinauswachsen lässt. Und es geht um Ziele und Träume, die man niemals aufgeben sollte. Des weiteren zeigt der Roman sehr schön, dass hinter der gealterten Fassade eines Menschen eine zwar unvermutete, aber dennoch abenteuerliche Vergangenheit mit großartigen Leistungen stehen kann. Allzu schnell vergisst man dies im Alltag beim Umgang mit älteren Menschen. Obendrein wird durch die Geschehnisse im Buch deutlich, dass Richtig und Falsch nicht immer eindeutig trennbar sind, und deshalb einmal getroffene Entscheidungen das ganze Leben belasten können. Kurz und gut: Bei dieser abwechslungsreichen Lektüre bleiben garantiert keine Lesewünsche offen. Nur am Ende ertappt man sich bei dem Wunsch, dass man den Lebensweg der beiden Hauptfiguren sehr gerne noch weiterverfolgt hätte, weil sie einem so ans Herz gewachsen sind. Mit großer Freude und voller Überzeugung vergebe ich schlussendlich begeisterte fünf Sterne, und freue mich nebenbei bemerkt jetzt schon auf die nächste Neuerscheinung des Autors.

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    • 3
  • Berührend, Humorvoll und eine große Wundertüte ...

    Fräulein Hedy träumt vom Fliegen

    SharonBaker

    04. March 2018 um 09:30

    Hedy von Pyritz ist eine gestandene Frau von 88 Jahren und Vorsitzende der Pyritz-Stiftung für begabte Kinder. Eine kleine Dame, die scharfzüngig, bestimmend und unerbittlich ist. Aber auch ältere Damen haben ihre Träume, und da Hedy sich nichts sagen lässt, setzt sie eine Annonce in die Zeitung und löst damit eine Welle der Empörung aus. „Dame in den besten Jahren sucht Kavalier, der sie zum Nacktbadestrand fährt. Entgeltung garantiert.“ Nur Jan, ihr Physiotherapeut, hat bei der Formulierung bedenken, aber das hört Hedy nicht und erlebt dann doch ihr blaues Wunder. Es gibt einfach keine Gentlemen mehr. Deshalb muss eben Jan sie zum Strand fahren, komme, was wolle. Sie setzt immer ihren Willen durch, selbst als Jan ihr eröffnet keinen Führerschein zu haben und auch an einer Lese- und Rechtschreibschwäche zu leiden. Hedy entscheidet, dass Jan, nun eben jetzt lernen muss und so entsteht eine ungewöhnliche Freundschaft mit Höhen und Tiefen, denn eines Abends kommen sie ins Plaudern und Hedy erzählt von ihrer Vergangenheit und lässt eine ganze Epoche aufleuchten. Was hat das Fräulein Hedy alles zu erzählen? Warum möchte sie unbedingt zum Nacktbadestrand? Und was wird diese Freundschaft aus Jan machen? Was freu ich mich immer auf einen Roman von Andreas Izquierdo. Da weiß man genau, man bekommt lustige, nachdenkliche und absolut unterhaltsame Lesestunden. Diesmal ist der Aufhänger des Buches eine Annonce, aber mal ehrlich, da weiß man doch, da steckt bestimmt viel mehr dahinter, und ob mir das gefallen hat, erzähle ich euch nun.Hedy von Pyritz ist einfach unglaublich. Diese Frau, ist keine kleine liebe Omi, sondern ein Feldwebel mit spitzer Zunge und messerscharfen Verstand. Sie weiß ganz genau, wie man jemanden in die Ecke treibt und zum Todesstoß ansetzt und dabei immer ein kleines Lächeln im Gesicht. So bestimmt sie ihr Leben, diszipliniert, unerbittlich in ihrer Position und einem trockenen Humor, den nicht jeder versteht. So schreitet sie durch ihr Leben, aber wir merken schnell, da steckt was dahinter und nicht alles läuft, wie ihr es schmeckt. Trotzdem hat sie gern alle Fäden in den Händen und weiß, wie man kämpft und wenn sie sich in etwas verbissen hat, dann ist sie unermüdlich und das trifft Jan ziemlich hart.Jan ist schüchtern, scheu, in Hedys Gegenwart sogar etwas unterwürfig und hält sich gern im Hintergrund auf. Das hat zum einen mit seiner Legasthenie zu tun, aber auch mit seinem nicht vorhandenen Selbstbewusstsein. Was natürlich für Fräulein Hedy wie ein gefundenes Fressen ist und sie ihn in einem Fort drangsaliert. Jan hat schwer daran zu knabbern und so geraten sie doch des Öfteren aneinander, wenn Jan das Handtuch werfen möchte, hat er nicht mit der Sturheit von Hedy gerechnet, denn es gibt kein Aufgeben, nicht bei ihr. Diese Lernstunden bringen aber auch die Zwei näher und so öffnet sich jeder ein Stück und vor allem Hedy überrascht mit ihrer Geschichte aus der Vergangenheit und lässt vieles in einem ganz anderen Licht wirken.Andreas Izquierdo hat hier wieder ganz tief in die Trickkiste gegriffen und eine wunderbare reißerische Geschichte erzählt. Der erste Teil ist mit viel Humor und schrägen Lachern bestückt, aber sobald Hedy in die Vergangenheit eintaucht, erleben wir die schillernde Welt, das Berlin der Zwanziger und gehen immer weiter in der Geschichte voran. Erstaunt, ergriffen und voller Neugier verschlingt man diese Zeit und erlebt mit, wie Hedy ihrer Zeit voraus ist und wie schlecht der Zeitpunkt für starke Frauen gewählt ist. Der Autor schreckt hier nicht zurück ein Stück Zeitgeschichte zu erzählen und packt diese aber ganz anders an, nämlich aus der Sicht, der emanzipierten Frauen und wie diese ihren Mann stehen müssen, und versuchen sich durchzusetzen, um ihre Träume wahr werden zu lassen. Was diese Träume aber kosten, erzählt uns Hedy und wir kleben förmlich an den Seiten. Aber auch im Hier und Jetzt geht es weiter, denn auch Jan hat ein Stück Vergangenheit zu bewältigen. So kommt es, das beide durch ihre Offenheit, sich selber besser kennenlernen und Mut aus dem jeweils anderen zieht. Der Autor hat hier wirklich eine ganz besondere Freundschaft gewählt, die einen einfach mitnimmt, traurig stimmt, zum Lachen bringt und einen unglaublich berührt, da wird das Alter zur Nebensache.Für mich war es wieder ein richtig typischer Izquierdo, der einen fantastisch unterhält, aber auch nachdenklich zurück lässt, denn so ganz ohne Drama geht es einfach nicht. Ein absolutes Bonbon des Zusammenspiels von Generationen und der Humor nimmt einen einfach mit auf diesen Flug durch die Lüfte. Am Ende fand ich es ein bisschen zu dick aufgetragen und die Vielzahl an angeschnittenen Themen gigantischen, aber das wäre für mich meckern auf hohem Niveau, die Abstriche macht man unglaublich gern, weil die Lesefreude durchweg stark war. Um ehrlich zu sein, konnte ich gar nicht so schnell lesen, wie ich wollte. Fräulein Hedy träumt vom Fliegen, ist so viel mehr als nur eine Fahrt zum Nacktbadestrand, es überrascht, ist mitreißend, liebenswert und wunderbar witzig. Eine Geschichte über starke Frauen und dem Weg sich selbst zu finden. Ich kann es nur jeden ans Herz legen und wünsche guten Flug. 

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  • Berührendes Buch der Gegenwart und Vergangenheit!

    Fräulein Hedy träumt vom Fliegen

    Lisa11

    26. February 2018 um 23:11

    Dieses Buch nimmt einen mit auf eine Reise in die Vergangenheit und in die Gegenwart, immer im Wechsel der Zeiten.Es lebt von der spannenden Erzählweise des Autors, seinen facettenreichen Charakteren und seinem Können, dem Buch ständig neue Ideen einzuhauchen, um es zu unerwarteten Wandlungen zu bringen.Es hat Tiefgang, aber auch leichte Momente, teilweise mit schalkhaftem Humor gespickt.Mir fiel es schwer, das Buch aus der Hand zu legen.Da das Buch teilweise in der direkten Kriegszeit spielt, war ich skeptisch, ob nicht zu viel Schwere der damaligen Zeit das Buch erdrückt. Doch der Autor schafft es immer wieder, die Kurve zu kriegen und den Leser die Geschichte zwar als tragisch, aber selbstverständlich mitnehmen zu lassen.Was der Titel des Buches verspricht, kam nicht zu kurz. Denn ich hatte das Gefühl, mit der Hauptfigur Hedy mit im Flugzeug zu sitzen und mit ihr die frische Luft einzuatmen. Der Autor schafft es auch, sämtliche Gefühle der Figuren lebendig werden zu lassen. Ich habe alles mitgefühlt und gelebt. Von daher brauchte ich nach dem Buchzuklappen oft einige Zeit, dem Buch noch nachzusinnen und in meine Welt zurückzufinden.Unterm Strich ist es ein sehr gelungenes Buch, das mich entführt und berührt hat! 

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  • Fliegen, träumen und leben auf Hedys Art

    Fräulein Hedy träumt vom Fliegen

    DonnaVivi

    21. February 2018 um 20:06

    Ein gewisses Fräulein träumt vom Fliegen. Doch sie ist schon 88 Jahre alt und sie hat auch noch andere, kuriose Vorstellungen. Sie kann nie genug Skandale haben und sie will keine Lebenszeit für unnütze Dinge verschwenden. Also organisiert sie ihren Ausflug zu einem Nacktbadestrand mit einem manierlichen Kavalier. Die Protagonisten, Hedy von Pyritz, die 88-jährige exzentrische Dame, und Jan Kramer, der junge Physiotherapeut, sind Vertreter zweier gegensätzlichen Welten. Was ergibt das Zusammentreffen dieser weit entfernten Generationen? Ganz klar, eine emotionale Erzählung mit dramatischen und fröhlichen Etappen und mit entsprechend wechselhaften Gefühlsausbrüchen. Besonders erheiternd sind die schlagfertigen Dialoge. Dialoge sind hier jedoch maßlos untertrieben. Überwiegend handelt es sich eher um Wortgefechte und um zugespitzte Konflikte. Die Schwankungen zwischen verrückten und amüsanten Abschnitten mit mäßigen und verheerenden Katastrophen bieten eine wundervolle Abwechslung und nebenbei unzählige nachdenkliche Momente, aber auch reichlich Spannung in der heutigen Zeit und während des Zweiten Weltkriegs. Mit leichter Hand führt der Autor, Andreas Izquierdo, durch unglaubliche Abenteuer auf zwei Zeitebenen. Zwischen den Zeitabschnitten zieht er eine klare, stilistische Grenze. So entsteht das Gefühl, einen zweiten, eigenständigen Roman innerhalb der Rahmenerzählung zu lesen. Entsprechend wechselt sich der Grundton; nach schwungvollen und locker-leichten gegenwärtigen Episoden findet man sich in melancholischen, ernsten Erinnerungen wieder. „Fräulein Hedy träumt vom Fliegen“ ist eine herzerwärmende Lektüre. Es wäre kein Wunder, wenn man nach diesem Roman, über die eigenen Ziele nachdenken würde. Es wäre auch kein Zufall, wenn sich einige hinsetzen würden, um Papierflieger zu fabrizieren. „Weil es im Leben nur darum geht, nur um diese eine Sache: zu fliegen! So lange wie möglich zu fliegen!“

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    • 3
  • Flugstunden!

    Fräulein Hedy träumt vom Fliegen

    Edelstella

    21. February 2018 um 19:20

    „ Sie hatte sich die Haare schneiden lassen: Sie fielen ihr schneeweiß und sanft gewellt auf die Schultern. Jan staunte, wie sehr sie sich verändert hatte. Sie wirkte so anders. Jünger. Wilder.Und auch ein bisschen verrückter.“ Fräulein Hedy ist verrückt im Sinne von „Übersichselbsthinauswachsen“, aber im Kopf der 88 Jahre alten Mäzenin vieler Stipendiaten der Pyritz-Stiftung ist alles mit absolutem Scharfsinn und hervorstechender Disziplin ausgestattet. Die reiche Bewohnerin einer Villa auf dem Hügel eines Ortes im Münsterland hat die Macht die Stadtoberen in ihre Schranken zu weisen und die Intelligenz und Empathie für die Benachteiligten der Gesellschaft dazu sein. Die Anzeige, mit der sie männliche Begleitung zum Nacktbadestrand sucht, mischt den ganzen Ort und ihre Familie auf, aber Fräulein Hedy ist alles andere als wahnsinnig, auch nicht, als sie den jungen und schüchternen Physiotherapeuten Jan anstellt, aufgrund einer für Unwissende sehr irritierenden Bewerbung. Aber die Anstellung des jungen Menschen ist der Beginn einer großartigen Freundschaft. Nach und nach öffnet Hedy sich und erzählt von ihrer besonderen Vergangenheit und nach und nach wird auch Jan.... Manchmal möchte ich Fräulein Hedy fast als „Haudegen“ bezeichnen und dann ist sie wieder die „Grande Dame“, die von allen hofiert wird. Andreas Izquierdo ist es gelungen, die Emotionen des Lesers in schwindelerregende Höhen und quälende Tiefen zu führen oder ihn auch einfach mal schmunzeln zu lassen. Er verfügt über so amüsant leichten Wortwitz, wie über die dramatischen Schilderungen menschlicher Abgründe und allen Stimmungen dazwischen mit absoluter Leichtigkeit und Treffsicherheit. Viele aktuelle Fragen, die uns beschäftigen, werden thematisiert, aber auch romantische Bilder kommen nicht zu kurz. Ein ganz großer Erzähler eines facettenreichen Lebens voller Wendungen und Ereignisse, die uns bis zum Ende in Bewegung halten. Dieser Roman thematisiert aber auch Träume und Möglichkeiten, über den Mut Ziele anzupeilen und zu erreichen, auch wenn sie noch so lange dauern. Manchmal ist ja schon der Weg das Ziel, so wie jede Seite dieses Buches, weil es so guttut die Zeilen zu genießen. Das Gelesene ruft sehr viele unterschiedliche Emotionen hervor, so dass ich es erst einmal ein paar Tage ruhen lassen musste. Ein wunderbares Buch, dass sehr eindringlich klar gemacht hat, dass wir Frieden brauchen und auf die Menschen, um uns herum achten müssen und dass wahre Helden manchmal nicht sofort zu erkennen sind. Danke sehr, Andreas Izquierdo!

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