Romeo und Romy

von Andreas Izquierdo 
4,2 Sterne bei188 Bewertungen
Romeo und Romy
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Neue Kurzmeinungen

Positiv (152):
Datahas avatar

Ein einfühlsames, tiefgründiges aber auch schräges Buch über Neuanfänge, Verluste, Enttäuschungen, Heimat, Zusammenhalt und die Liebe.

Kritisch (6):
shine11s avatar

Die Charaktere und der Schreibstil konnten mich nicht überzeugen

Alle 188 Bewertungen lesen

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Inhaltsangabe zu "Romeo und Romy"

Tief im Erzgebirge liegt das verschlafene Großzerlitsch, ein Ort zum Sterben schön. Was die Alten dort anscheinend wörtlich nehmen, denn auf dem Friedhof sind nur noch drei Plätze frei. Wer da zu spät stirbt, muss auf den Friedhof ins verfeindete Kleinzerlitsch, und dort liegen – wie jeder weiß – nur Idioten. Grund genug, den Weg unter die Erde mit ein paar kreativen Unfällen abzukürzen.
Als die gescheiterte Schauspielerin Romy in ihre Heimat zurückkehrt, sieht sie nur eine Chance, dem suizidalen Treiben ein Ende zu bereiten: Sie bauen zusammen aus einer alten Scheune ein elisabethanisches Theater. Und führen Romeo und Julia auf, das berühmteste Stück der Welt. Nur auf sächsisch ...

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783458362753
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:487 Seiten
Verlag:Insel Verlag
Erscheinungsdatum:08.05.2017

Rezensionen und Bewertungen

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    Miiivor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Ein Roman den man mal zum Zeitvertreib liest. Ganz nett, aber hat mich nicht umgehauen.
    Ganz in Ordnung

    Ich weiß nicht genau, wie ich dieses Buch beurteilen soll. Ich fand es weder gut noch schlecht, sondern irgendetwas dazwischen. Es war meiner Meinung nach ein Roman, den man lesen kann, wenn man seinen Gedanken ein bisschen nachhängen und nicht komplett gefesselt werden möchte.

     

    Wir haben im Mittelpunkt Romy, die kaum etwas mehr möchte, als endlich als Schauspielerin durchstarten zu können. Stattdessen scheint sie fortlaufend Pech zu haben, bis ihr zuletzt nichts anderes übrig, als in ihre Heimat zurückzufahren.

    Dort entscheidet sie sich dafür, ein Theater zu bauen und mithilfe der Bewohner ihrer Heimat – hauptsächlich alte Leute – Romeo und Julia aufzuführen.

     

    Im Grunde genommen war es das auch, was den Inhalt angeht. Es ist leicht gefallen, in die Story einzutauchen. Hier und da gabs zwar einige Stellen, über die man gestolpert ist, aber im Allgemeinen war es ganz flüssig und angenehm zu lesen.

    Aber was den Inhalt angeht… Naja, er war relativ flach. Ab einer bestimmten Stelle hatte ich das Gefühl, dass sich der Inhalt immer und immer wieder wiederholt und vieles kam mir auch durchaus nicht wirklich realistisch vor. Das hat sich mit der Zeit ein wenig gezogen. Ich weiß auch ehrlich gesagt nicht, was ich da mehr zu sagen soll.

     

    Insgesamt also ein ganz netter Unterhaltungsroman, von dem man aber meiner Meinung nach nicht zuviel Spannung oder ähnliches erwarten darf

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    ILKrausss avatar
    ILKraussvor 8 Monaten
    Kurzmeinung: Nicht gerade etwas für Shakespeare-Fans, aber ein witziger Unterhaltungsroman.
    Witzige Idee über ein "vergessenes" Dorf und eine gescheiterte Schauspielerin

    Vorweg: Wer bei diesem Titel eine Romanze à la Romeo und Julia erwartet, wird ziemlich enttäuscht.

    Schauspielerin Romy verdingt sich als Souffleuse, wird allerdings gefeuert, als sie bei der Premiere von "Romeo und Julia" versagt. Was niermand mitbekommt ist jedoch, dass ihr während der Vorstellung die Nachricht vom Tod ihrer geliebten Omi Lene überbracht wird.
    Lene hat Romy aufgezogen, nachdem deren Mutter gestorben war, und hat ihr nun ihrerseits einen kleinen Hof im Heimatdorf Großzerlitzsch hinterlassen. Dieses "vergessene" Dorf im Ergebirge wird nur noch von Alten bewohnt, die einen Wettstreit daraus machen, wer eines der letzten beiden Gräber im Ort bekommt.
    Romy kehrt heim, und da sie sich erfolglos um ein neues Engagement bemüht, beschließt sie in ihrer Verzweiflung, aus Omi Lenes alter Scheune selbst ein Theater zu bauen, und zwar ein elisabethanisches. Die Alten sollen ihr dabei helfen, nur sind die nicht sofort von der Sache begeistert.

    Das Buch liest sich amüsant, einige ernstere Stellen geben der Geschichte Gewicht, und Romy und die Alten sind durchweg sympathische Figuren mit Ecken und Kanten. Ein wenig deutsch-deutsche Geschichte blitzt durch, was angenehme Spannung reinbringt.
    Manche Stellen sind aber auch einfach eher schwach, so zum Beispiel die ganze Sache mit dem Bau, die ungeheuer im Vordergrund liegt, aber eher schlecht recherchiert ist. Auch der Charakter Ben ist ziemlich dürftig, und auf die im Titel implizierte Romanze von Romy wartet man vergebens.
    Trotzdem ist das Ganze witzig und temporeich geschrieben, eine nette Lektüre zur Unterhaltung.
    Highlight: Die Romanze von "Römeö und Juliä", die Alten im Dorf, Emil, der fahrende Supermarkt und Shakespeare auf Sächsisch.

    Die ausführliche Rezension gibt es hier: https://www.irenelikrauss.de/romeo-romy/

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    TheBookWormvor einem Jahr
    Restlos begeistert

    Inhalt:
    Romy hat den Durchbruch als große Schauspielerin – trotz vorhandenem Talent – nicht geschafft, sie ist nur eine Souffleuse. Und selbst diesen Job verliert sie, als ihr während einer Vorstellung mitgeteilt wird, dass ihre geliebte Oma Lene verstorben ist. Geknickt kehrt sie zurück in ihren sächsischen Heimatort Großzerlitsch am Ende der Welt. Die jüngeren Bewohner haben das kleine Dörfchen verlassen, um Karriere zu machen oder nicht so weit ab vom Schuss zu leben, sodass es jetzt nur noch die Senioren des Ortes beheimatet. Und diese haben nur noch ein Ziel: auf dem örtlichen Friedhof die ewige Ruhe zu finden – das Problem: es gibt nach Lenes Tod nur noch zwei freie Plätze. Um die beiden verbleibenden Gräber bricht also ein Rennen unter den Dorfalten los, denn jeder von ihnen versucht sein Ableben zu beschleunigen. Um ihren Traum Schauspielerin zu sein doch noch zu verwirklichen und vor allem um die Dorfbewohner gleichzeitig von ihrem Vorhaben abzulenken beschließt Romy in ihrer Scheune ein elisabethanisches Theater zu bauen, um dort mit Dorfbewohnern „Romeo und Julia“ aufzuführen.

    Meinung:
    Mein erstes Buch von Autor Andreas Izquierdo auf das ich sehr gespannt war und das mich total begeistert hat mit seinem Schreibstil, seinen Charakteren, der Story insgesamt, einfach allem.
    Es geht um Familie, dass diese nicht mit Blutsverwandtschaft gleichzusetzen ist, Heimat, Zugehörigkeit und schließlich auch um das Altern und Sterben.

    Auch wenn es natürlich nicht lustig ist, dass die Alten des Dorfes sich umbringen wollen, sind ihre Versuche aber schon humorvoll dargestellt und vor allem ihre Motivation zum Suizid – es gibt nur noch zwei Gräber im örtlichen Friedhof – wirkt geradezu skurril. Gerade zu Beginn ist die Story vor allem witzig geschildert, die Ernsthaftigkeit kommt nach und nach immer mehr durch, bleibt aber immer noch mit Lachern gespickt – grandios gemacht wie ich finde.

    Die Lovestory macht, anders als erwartet, nur einen sehr geringen Teil aus, für mich ist sie schon fast etwas zu sehr untergegangen (über lange Strecken merkt man sogar gar nichts davon), vor allem, da man von Anfang an die Chemie und das Knistern zwischen Ben und Romy bemerkt. Allerdings liegt der Fokus hier nun mal einfach auf anderen Themen.
    Dass Ben als Schürzenjäger dargestellt wird hat mir nicht ganz so gut gefallen, da das nicht meinem ersten Eindruck von ihm entsprach. Im Laufe des Buches fand er aber dahin zurück. Am amüsantesten war definitiv der besoffene Ben, der ist zum Schießen lustig.

    Die Charaktere, sowohl Romy und Ben als auch die liebenswerten und mitunter schrulligen Senioren von Großzerlitsch, habe ich allesamt ins Herz geschlossen. Und jeder von ihnen ist wichtig für die Story, aber vor allem für ihre Gemeinschaft – was wahrscheinlich auch die Botschaft dieses Buches sein soll.

    Fazit:
    Andreas Izquierdo hat mit „Romeo & Romy“ einfach ein rundherum großartiges Buch geschrieben. Ich würde auch nur zu gerne eine Aufführung im elisabethanischen Theater von Großzerlitsch sehen!

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    derbuecherwald-blogs avatar
    derbuecherwald-blogvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ich muss sagen, dass mir die Romanze wirklich sehr gefehlt hat. Bei einem Buch das Shakespeares Romeo und Julia adaptiert, hätte ich mir da
    Einfach knuffig

    Vollständige Rezension: Der Bücherwald


    Dieses Buch ist einfach knuffig. Anders kann man es nicht sagen. Anfangs erhält der Leser einen kurzen Einblick in das Theaterleben. Dieses wird sehr humorvoll beschrieben und hat mir deshalb auch sehr gut gefallen. Besonders über den Aberglauben der Schauspieler und deren lockeren Umgang untereinander musste ich oft schmunzeln. Schade ist nur, dass dieser Einblick nach ein paar Kapiteln mit Romys Entlassung schon wieder endet.
    Danach geht es hauptsächlich um das Dorf mit seinen Eigenarten. Doch auch hier musste ich über die sympathischen Damen und Herren oft schmunzeln. Die Atmosphäre des kleinen "Einsiedlerdorfs" wird wunderbar vermittelt, sodass man richtig darin abtauchen kann. Dennoch darf man das nicht falsch verstehen. Die Alten aus Großzerlitsch sind nicht schrullig oder widerborstig. Ganz im Gegenteil sie haben Romy schon vor langem in ihr Herz geschlossen und versuchen sie trotz anfänglicher Zweifel in ihrem Vorhaben zu unterstützen.
    Ich muss aber ganz ehrlich sagen, dass ich von dem Buch ein bisschen mehr Romantik erwartet hätte. Ich habe an eine richtige Romanze zwischen Romeo alias Ben und Romy gedacht. Solche Gefühle zwischen den beiden kommen allerdings kaum zur Geltung. Das hat mir persönlich doch gefehlt.
    Im Wesentlichen dreht es sich also um den Bau des Theaters in Großzerlitsch. Dabei kommt allerdings genug Spannung auf, um den Leser auch ohne Romanze zu unterhalten.
    Denn der Bau des Theaters sorgt dafür, dass die Vergangenheit ein wenig aufgewühlt wird. Sowohl Romys Vergangenheit, als auch die des Dorfes. Und das sorgt für reichlich Trubel in dem kleinen Dorf...


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    Kunterbuntestagebuchs avatar
    Kunterbuntestagebuchvor einem Jahr
    Römeö und Jülia

    Was Liebe kann, wird Liebe immer wagen. - Shakespeare

    Keinen Job, keinen Freund, keine Perspektive - das ist die nicht gerade erfreuliche Bilanz, als Romy in ihr winziges Dorf im schönsten Nirgendwo heimkehrt. Als Schauspielerin gescheitert, umgeben von schrulligen Alten, fasst sie einen tollkühnen Plan: Sie wird aus ihrer Scheune ein elisabethanisches Theater bauen. Und Romeo & Julia aufführen. Mit den Alten aus ihrem Dorf. Sie haben kein Geld, keine Erfahrung, aber einen Star: Ben, Herzensbrecher und lliebenswerter Dilettant, dessen größter Erfolg ein Waschmittelspot war ...


    Fazit:

    In der Schule war ich nie ein großer Fan von Shakespeare, trotzdem nahm ich dieses Buch mit nach Hause, obwohl es sich ganz offensichtlich um eines seiner größten Werke dreht: Romeo und Julia. Doch ich war gespannt, denn der Klappentext versprach mir einen heiteren Roman. Und so ließ ich mich in die Geschichte fallen, saugte sie mit jeder Seite mehr auf und war mitten im Geschehen. Der tolle Schreibstil des Autors, dessen Name ein echter Zungenbrecher ist, machte mir die Sache leicht. Klare Sätze, keine Stolperfallen und ein gutes Auge für Details. Auch die Hauptprotagonistin Romy wuchs mir sofort ans Herz. Nach einem geplatzten Traum kehrt sie ins das Dorf zurück, in dem sie aufgewachsen ist. Grund dafür: der Tod ihrer Oma Lene. Doch die ist laut Aussagen des Dorfwirtes nicht auf natürlichem Wege dahin geschieden. Angeblich soll sie sich selbst umgebracht haben. Romy kann es nicht fassen, dass passt so gar nicht zu ihrer lebensfrohen Oma. Und doch fällt ihr in den nächsten Tagen immer mal wieder auf, das sich die Alten des Dorfes sehr waghalsig benehmen - sie stehen auf Straßen herum, putzen Fenster in schwindelerregender Höhe, die eigentlich gar nicht geputzt werden müssen. Die Leberkranke trinkt nur noch Alkohol und die Lungenkranke raucht ohne Ende. Romy wird es zuviel und so geht sie der Sache auf den Grund. Die Herrschaften verhalten sich so, weil es nur noch zwei Plätze auf dem ortseigenen Friedhof gibt - in den Nachbarort will niemand. Einfach unfassbar - es wird darauf hingearbeitet, den Löffel so schnell wie möglich abzugeben. Romy kann das nicht zulassen, und so kommt ihr die Idee mit dem Theater. Alle sollen mit anpacken, damit es keinen Grund mehr gibt, aus dem Leben zu scheiden. Die Frage ist nur: kann der Plan wirklich funktionieren? In all dem Truble taucht auch noch ihr Vater auf, der ihre Gefühle mächtig durcheinander bringt. Und dann ist da ja auch noch Ben, der Frischedoktor, wie er von allen genannt wird. Können sie es schaffen, trotz aller Hürden? Und wer wird die letzten beiden Gräber bekommen? Das alles müsst ihr natürlich selbst lesen. Ich habe bei diesem Roman oft gelacht und auch ein paarmal geweint. Klare Leseempfehlung von mir.


    Steffi G.

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    BeautyBooksvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Eine Geschichte, so wie wir sie von Izquierdo kennen. Grandios, fantastisch und unglaublich toll. Berührend und absolut fesselnd!
    Locker, humorvoll und bittersüß!

    Heimat war nicht das, was man sah, sondern das, was andere niemals sehen würden. - Seite 35

    Keinen Job, keinen Freund, keine Perspektive - das ist die nicht gerade erfreuliche Bilanz, als Romy in ihr winziges Dorf im schönsten Nirgendwo heimkehrt. Als Schauspielerin gescheitert, umgeben von schrulligen Alten, fasst sie einen tollkühnen Plan: Sie wird aus ihrer Scheune ein elisabethanisches Theater bauen. Und Romeo & Julia aufführen. Mit den Alten aus ihrem Dorf. Sie haben kein Geld, keine Erfahrung, aber einen Star: Ben, Herzensbrecher und liebenswerter Dilettant, dessen größter Erfolg ein Waschmittelspot war. 

    Kinder hatten immer Zeit, weil sie Zeit nicht zählten. Weder Minuten noch Stunden noch Tage noch Monate noch Jahre. Im Gegensatz zu Erwachsenen, die nie Zeit hatten und immer zählten und deswegen Kalender und Planer brauchten. - Seite 57

    Meine persönliche Meinung:

    Einige von euch, die meinen Blog bereits länger lesen, wissen, dass ich ein rießengroßer Andreas Izquierdo Fan bin. Sobald ein neues Werk von ihm erscheint, muss ich dieses sofort besitzen und lesen. Ein Autor, dessen Humor ich unglaublich liebe. Er ist einer der wenigen, bei dem ich auf Facebook alles mitlese und mich stets köstlich amüsiere. Romeo & Romy ist schon letztes Jahr im April erschienen und bevor nun bald sein neues Werk ("Fräulein Hedy träumt vom Fliegen, ET November 2017) erscheint, möchte ich euch zu diesem Buch noch ein paar Worte niederschreiben.

    Geld machte vielleicht nicht glücklich, aber es machte in jedem Fall frei. Man konnte die Entscheidungen treffen, die man treffen wollte, nicht die, die man treffen musste. Ganz gleich, ob sie gut oder schlecht waren. - Seite 271

    Romy ist eine so einzigartige Protagonistin. Wenn ihr sie erst einmal kennengelernt habt, wisst ihr wovon ich rede. Ihr größer Traum ist eine erfolgreiche Schauspielerin zu werden. Als sie dann eine Rolle in dem Theaterstück Romeo & Julia erhält, ist sie superglücklich,  bis sie merkt, dass sie nur die Stelle als Souffleuse bekommen hat. Aber nicht nur das. Die zickige Julia möchte sie auch noch loswerden und Romy schmeißt daraufhin das Handtuch. Ganz plötzlich stirbt dann auch noch ihre Oma Lene und Romy beschließt in ihr Heimatdorf, Großzerlitsch, zurückzukehren. Dort angekommen erfährt sie, dass ihre Oma Selbstmord begangen hat, um eines der letzten verbliebenen Gräber auf dem Friedhof zu bekommen, denn wer möchte schon im Nachbardorf begraben werden? Nun wollen plötzlich alle Senioren in Großzerlitsch sterben, um eines der Gräber zu bekommen. Dafür lassen sie sich allerhand kreative Dinge einfallen, um einen ganz zufälligen und spontanen Tod zu erhalten. Romy möchte nicht tatenlos zusehen und hat einen Plan: Sie möchte ein eigenes Theater bauen und alle sollen ihr dabei helfen. Damit sind alle beschäftigt und vergessen hoffentlich ganz bald ihren herbeigesehnten Tod.

    Wissen Sie, Pflanzen haben mich früher nie interessiert. Sie erfüllen ihren Zweck im Kreislauf der Natur. Sie wachsen, sie blühen, sie sterben. Aber darüber hinaus? Um wie viel komplizierter ist da der Mensch mit all seinen Wünschen und Trieben. Mit seinen Lügen und Wahrheiten. In seinem Streben nach Glück, Macht oder Freiheit. - Seite 331

    Oh ja, ich mag alte Leute und die Senioren in diesem Buch erst recht. Immer wieder hat mich Andreas Izquierdo mit dieser Geschichte zum schmunzeln gebracht. Er hat mich mit seinen Worten berührt und mich nachdenklich gestimmt. Er hat mir in Romeo & Romy gezeigt, was die Liebe kann, wird die Liebe immer wagen. In dieser Geschichte verbirgt sich natürlich auch eine kleine Liebesgeschichte, die vollkommen ohne Kitsch und Schnulze auskommt. Sie ist definitiv etwas anders, da es sich um zwei ganz verschiedene Personen handelt, die erstmals nicht zueinander finden und der Start sich als sehr schwierig erweist. Der Autor beschreibt den Bau dieses Theaters so detailgenau, dass ich es stets vor meinen Augen stehen gesehen hab. Ich wollte am liebsten eintreten, mitwirken und diese Kulisse noch mehr auf mich wirken lassen. 

    Seit fünfundzwanzig Jahren pflege ich jetzt meine Rosen. Ich sehe sie wachsen, blühen und sterben. Sie kehren zur Erde zurück, und alles beginnt von vorne. Und wissen Sie was? Sie sind wie Menschen. Kompliziert und langweilig. Beides, verstehen Sie? Es gibt keinen Unterschied. Wir erfüllen alle nur den einen Zweck: leben, sterben, leben, sterben. Mehr gibt es nicht. - Seite 331


    Natürlich ist in dieser Geschichte nicht immer alles Friede, Freude, Eierkuchen. Uns erwarten viele Hürden und Steine, die Romy in den Weg gelegt werden. Ich habe sie sehr gerne auf diesem Weg begleitet. Ich habe sie in mein kleines Leserherz geschlossen und sie bereits an viele Menschen dort draußen weitergegeben, damit auch sie mit Romy Theaterleben schnuppern dürfen. Ich freue mich sehr, dass ich bereits vielen dort draußen mit dieser Geschichte eine große Freude bereiten konnte und ich hoffe, dass auch du dieses Buch schon bald lesen wirst. 

    Es gehört zu den letzten Rätseln der Menschheit, warum ein angeblich neutrales Schicksal ständig schlechte Nachrichten sammelt, um sie dann alle zusammen loszuschicken. Und warum es das mit guten Nachrichten nie tut. - Seite 405

    Eine lockere und humorvolle Geschichte, die immer wieder ins traurige hinüberschwenkt und bittersüß endet. Ein Buch über die Freundschaft, das Vertrauen und über den Sinn des Lebens. Eine Geschichte mit tollem Ende, bei dem keine Fragen offen bleiben. Dieses Buch zeigt uns, dass wir sehr wohl an unsere Träume glauben und festhalten dürfen. Romy's Traum hat sich erfüllt, weil sie daran geglaubt und all ihre Kraft hineingesteckt hat.  Für Träume sind wir einfach nie zu alt. 

    Rechnungen mit dem Schicksal jedoch kann man nicht verhandeln. Weder über die Höhe noch über die Notwendigkeit, sie zu begleichen. Und immer wenn man glaubt, das Schlimmste überstanden zu haben, offenbart sich das wahre Ausmaß des Schreckens. Das ist Teil des letzten großen Rätsels, der Heimsuchungen, denen sich Menschen auf die eine oder andere Weise unterziehen müssen. - Seite 415

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    dia78vor 2 Jahren
    Lebensträume

    Der Roman "Romeo & Romy" wurde von Andreas Izquierdo geschrieben. 2016 erschien die Taschenbuchausgabe im Insel Verlag Berlin.


    Romy kehrt nachdem sie ihre Arbeit verloren hat in ihr altes Dorf zurück, da Oma Lene gestorben ist. Im Dorf angekommen, sieht sie, dass sich einiges geändert hat, denn es gibt eigentlich nur mehr alte Leute und diese kämpfen um die letzten Plätze am Friedhof von Großzerlitsch. Um den Trend des Sterbens Einhalt zu gebieten, hat Romy einen etwas anderen Plan. Sie will die Scheune in ein Theater umbauen und mit den Bewohnern Großzerlitschs Romeo und Julia aufführen. Sie erhält überraschende Hilfe von Ben, welcher nun die Regie führen soll.


    Dem Autor gelingt es, einen wundervollen Roman mit witzigen und traurigen Elementen zu verfassen. Es ist ein ganz besonderes Feeling, welches beim Lesen auftaucht, denn die Probleme, welche im Buch vorkommen, machen einem auf witzige und auch tiefgreifende Weise darauf aufmerksam, wie schnelllebig und kompliziert und doch wieder einfach das Leben sein kann.
    Die Hauptprotagonisten sind sehr gut dargestellt, sodass man sich sogar vorstellen kann, ein Teil von Großzerlitsch zu sein. Sie sind großteils sympathisch, aber auch eigensinnig und teilweise stur. Gerade das macht manche Charaktere noch liebenswerter.
    Das Sprachmuster und die Wortwahl sind sehr gut gewählt, sodass man ein kurzweiliges Leseabenteuer vor sich hat, welches sich schnell und flüssig lesen lässt.
    Auch die Dialoge machen das Buch dynamisch und man kann sich somit auch besser in die Geschehnisse hineinversetzen.


    Mir persönlich hat das Buch sehr gut gefallen, jedoch gab es kurzzeitig auch gewissen Längen, welche vielleicht bei anderen Lesern nicht so sehr aufgefallen sind. 


    Begeben sie sich mit Romy und Ben auf ein ganz spezielles Abenteuer in Großzerlitsch und gestalten Sie das Theater mit, welches hier aufgebaut werden sollte.

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    Finesty22s avatar
    Finesty22vor 2 Jahren
    Romeo & Romy

    Romy hat ihren Job verloren, woran Ben nciht ganz unschuldig ist. Nun ohne Perspektive aber einem kleinen Erbe kehrt sie ihn ihr Heimatdorf zurück. Wo alles Kopfsteht den der örtliche Friedhof hat nur noch 2 freie Plätze und "Die Alten" tun alles dafür sich noch einen zu sichern.
    In diese wirren gerät nun Romy und hat nun die Idee in ihrem abgelegenen Dorf aus einer alten Scheune ein Theater zu errichten, welches auch in Angriff genommen wird. So rüttelt sie die "Alten" wieder auf und gibt ihnen einen neuen Lebenswillen.

    Das Ruft nun auch wieder Ben mit auf den Plan der ein "bekannter" Werbestar ist und die Sache nun sorichtig zum laufen bringen soll.

    Was soll ich sagen der Einstieg ist mehr sehr schwer gefallen und bis zur Hälfte des Buches hat sich das auch nicht weiter gebessert.
    Romy war mir in vielen Dingen einfach zu naiv, Ben ging mir nur auf die Nerven, einzig "Die Alten" konnten es ein wenig rausreißen.
     
    Ich fand den Roten Faden mit den letzten Gräbern einen Intressanten Ansatzpunkt da Leute die ihr ganzes Leben an einem Ort verbracht haben auch da begraben werden möchten, das würde mir nicht anders gehen. Aber irgendwie hat mir wiegesagt am Anfang etwas gefehlt.

    Für mich besser wurde es alls die Geschichte um Bertha und Hilde aufgeklärt wurde und auch die Sache mit Emil ging mir natürlich nahe.

    Nun war ich etwas unschlüssig wie ich das Buch bewerten soll da ich auch ab und an in der Leserunde nachgelesen habe, wie der Austausch mit dem Autor so lief und er eine  sehr sympathischen Eindruck macht und es mir daher noch schwere fällt das Buch schlecht zu Bewerden, allerdings saß ich heufig Kopfschüttelnt da und dachte mir sie ganze Zeit es sind nur 2 Sterne, letztendlich haben die Alten es doch auf 3 Sterne hochgespielt.

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    black_horses avatar
    black_horsevor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Ein Roman, der berührt, mit Menschlichkeit, die tief ins Herz trifft. Ganz anders, als erwartet.
    Ein Dorftheater? Großartig!

    Als Romy in ihr kleines Heimatdorf im tiefsten sächsischen Hinterland zurückkehrt, ist sie am Boden. Ihre Karriere als Schauspielerin ist gescheitert, ihre Oma ist freiwillig aus dem Leben geschieden. Alles was ihr bleibt ist ein Haus in einem Dorf, in dem es nur noch alte Leute gibt. Die haben es v.a. darauf abgesehen, auch einen der letzten freie Friedhofsplätze zu ergattern. Wie deprimierend!

    Doch da hat Romy eine Idee: Sie möchte aus der alten, verfallenen Scheune ihrer Großmutter ein elisabethanisches Theater errichten und die Alten sollen ihr dabei helfen.

    Dem Autor gelingt es sehr gut, die Stimmung im Dorf, die Gefühle jedes einzelnen Bewohners einzufangen. Sei es Romy, die immer wieder zwischen Verzweiflung und Enthusiasmus schwankt, sei es Anton, der als Seele des Dorfes besonnen die Fäden zieht, sei es die verschrobene Bella mit ihrem "lebenden" Haus und ihren besonderen Kochkünsten oder auch Emil, der mit seinem blauen fahrenden Supermärktchen irgendwie nie so richtig ankommt, sei es der jahrzehntealte Zwist zwischen Hilde und Bertha, der alle belastet, ...

    Dazu kommen noch Artjom, Romys "Vater", dem keiner richtig traut und Ben, der "Frischedoktor" aus der Werbung, den Romy als Regisseur engagiert hat und der mit seiner lockeren Lebensart so gar nicht ins Dorf zu passen scheint.

    Rund um die Figuren, die ein gemeinsames Ziel verbindet - das Theater - entspinnt der Autor viele kleine Geschichten, die zu Herzen gehen. Die immer wieder wichtige Fragen aufwerfen. Und immer wieder überraschende Antworten bringen. Es werden viele schwierige Themen aufgegriffen, die auch oft tragische Momente bringen. Trotzdem ist der Ton immer wieder lebensbejahend und frisch. Eine sehr gelungene Mischung.

    Ein wirklich toller Roman, ganz anders als erwartet. Ich bin sehr positiv überrascht. Die Liebesgeschichte um "Romeo & Romy" bildet hier "nur" den Rahmen für eine wirklich berührende, tolle Erzählung mit vielen nachdenklichen, aber auch fröhlichen Momenten.

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    Henny176s avatar
    Henny176vor 2 Jahren
    Romeo & Julia mal ganz anders

    Inhalt:

    Bei Romy kommt es gerade ganz schön dicke. Sie verliert gleichzeitig ihren Job beim Theater und ihr Großmutter stirbt. Nachdem sich ihr Traum von einer Schauspielkarriere erst einmal in Luft aufgelöst hat kehrt sie zurück in ihren, nur von alten Leuten bevölkerten, kleinen Heimatort Großzerlitsch. Doch durch ihren Beschluss die alte Scheune ihrer Großmutter in ein elisabethanisches Theater umzubauen erweckt sie das kleine Dorf uns dessen Bewohner zu neuem Leben.


    Meinung:

    Vorweg sollte ich sagen, dass dieses Buch mal wieder zu denen gehörte die ich gelesen habe ohne mir vorher den Klappentext anzuschauen. Vom Titel und Cover ausgehend habe ich also eine total kitschige Liebesgeschichte erwartet. Nachdem mich dann der Anfang kurz etwas verwirrt hat wurde ich von der Geschichte im besten Sinne positiv überrascht. Nicht falsch verstehen, ich mag kitschige Liebesgeschichten, aber dieses Buch ist soooo viel besser! Diese alten, verschrobenen Dorfbewohner sind mir allesamt ans Herz gewachsen und auch Hauptprotagonistin Romy ist einen wunderbare Figur. Ich habe mich mit den Bewohnern des Dorfes gefreut, mit ihnen getrauert, habe Tränen gelacht und vor Rührung geweint. Was will man mehr von einem Buch? Eine Liebesgeschichte gibt es natürlich auch, sogar nicht nur eine ;)

    Dein einzigen kleinen Abzug den ich mache ist für die „verschollener Vater“-Tochter-Geschichte, die in meinen Augen hätte außen vor bleiben können.

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    YvetteHs avatar
    Hallo zusammen,

    bei der Insider Top-3-Voting Challenge haben wir beschlossen unsere ausgewählten Bücher zusammen zu lesen.

    Beginn ist der 01.02.2017

    Wir lesen mit unserem eigenen Exemplar - es gibt keine Bücher zu gewinnen - und jeder darf mitmachen, auch wenn er (noch) nicht bei der Challenge dabei ist.

    Wichtig für die Challenge - Teilnehmer:
    Die Rezension sollte spätestens am 28.02.2017 eingestellt werden, damit ihr euer Los für die Gewinnauslosung am Jahresende erhaltet.

    Das war´s schon und jetzt wünsche ich viel Spaß beim Lesen!
    Izquierdos avatar
    Letzter Beitrag von  Izquierdovor 2 Jahren
    Ich danke auch für die schöne Runde! Hat Spaß gemacht!
    Zur Leserunde
    Izquierdos avatar

    »Was Liebe kann, wird Liebe immer wagen.« William Shakespeare

    Was tun, wenn du einen Plan hast, an den niemand glaubt? Wenn du wenigstens einmal im Leben etwas schaffen willst, auf das du stolz sein kannst, aber deine Mitstreiter alle über 70 und eigentlich scharf auf die letzten beiden Plätze auf dem heimischen Friedhof sind? Wenn deine heimliche Liebe ein Kindskopf ist, der gerne feiert und äußerst ungern Verantwortung übernimmt?

    Du baust ein elisabethanisches Theater.

    Aus einer windschiefen Scheune, in einem winzigen Dorf im Erzgebirge. Und führst die lebensmüden Alten mit Shakespeares Romeo & Julia zurück ins Leben ...

    Na, neugierig? Hier findet Ihr eine ausführliche Leseprobe »

    Willkommen im Theater der Träume!

    Begleitet mich auf der Leserunde zu meinem neuen Roman Romeo und Romy. Bewerbt Euch bis zum 27. April über den blauen „Jetzt bewerben“-Button* Dafür müsst ihr nur eine Frage beantworten: 

    Standet ihr schon mal auf einer Bühne (oder musstet vor Publikum mal eine Rede oder einen Vortrag halten) und wenn ja: in welcher Rolle?

    Über den Autor: Andreas Izquierdo, Jahrgang 1968, lebt als Schriftsteller und Drehbuchautor in Köln. Zu seinen bisherigen Veröffentlichungen zählen u. a. der Roman König von Albanien (2007), mit dem er den Sir-Walter-Scott-Preis für den besten historischen Roman des Jahres gewann, sowie den Roman Apocalypsia (2010), der den LovelyBooks-Leserpreis in Silber für das beste Buch 2010 erhielt. Seine letzten Veröffentlichungen waren die Bestseller Das Glücksbüro (2013) und Der Club der Traumtänzer (2014).

    * Im Gewinnfall verpflichtet Ihr Euch zur zeitnahen und aktiven Teilnahme am Austausch in allen Leseabschnitten der Leserunde innerhalb von 4 Wochen nach Erhalt des Buches sowie zum Veröffentlichen einer ausführlichen Rezension auf LovelyBooks.de, nachdem Ihr das Buch gelesen habt. Bestenfalls solltet Ihr vor Eurer Bewerbung für eine Leserunde schon mindestens eine Rezension auf LovelyBooks veröffentlicht haben. Bitte beachtet, dass wir die Bücher nur innerhalb Europas verschicken.


    Ann-Marys avatar
    Letzter Beitrag von  Ann-Maryvor 2 Jahren
    Vielen Dank dass ich hier mitlesen durfte. Hier kommt nun auch meine Rezi: http://www.lovelybooks.de/autor/Andreas-Izquierdo/Romeo-und-Romy-1212837912-w/rezension/1250935699/ Ein großen "Sorry" für die Verspätung. Leider kam ich durch Krankheit usw. in den letzten Wochen nur selten zum lesen.
    Zur Leserunde
    Irves avatar
    Ihr Lieben,

    wenn ihr "Romeo & Romy" von Andreas Izquierdo gewinnen wollt,
    schaut doch mal auf meinem Blog vorbei....
    Dort könnt ihr euer Glück versuchen!

    https://irveliest.wordpress.com/2016/05/20/verlosung-andreas-izquierdo-romeo-romy/#more-7240

    Mit lieben Lesegrüßen,
    die Irve
    Irves avatar
    Letzter Beitrag von  Irvevor 2 Jahren
    Mach das gerne :-)
    Zur Buchverlosung

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