Der Untertitel des Buches hat mich doch recht neugierig auf das Buch gemacht, denn ich dachte mir „Was werden die wohl zu erzählen haben?“.
Im Endeffekt handelte es sich um ein 130-seitiges Buch mit netten kleinen Alltagsgeschichten aus Berlin, zumeist frei erfunden, sehr ironisch aber mit einiger versteckter Sozialkritik.
Die schönsten Schriftsteller Berlins sind Andreas Kampa, Dan Richter, Volker Strübing, Jochen Schmidt, Stephan Zeisig und Robert Naumann, welche größtenteils in Berlin aufgewachsen sind oder zumindest dort die längste Zeit bisher gelebt haben. So versuchen sie in ihre Geschichten das großstädtische und außergewöhnliche an Berlin einzufangen. Dies macht jeder Autor in den verschiedenen Texten auf seine Art. So unterscheiden sich die einzelnen Geschichten nicht nur inhaltlich sondern auch stilistisch sehr voneinander. Von Briefen, Gedichten oder rückwärts erzählenden Tramp-Reisen ist alles dabei, was das Herz begehrt. Diese Mischung machte das Buch sehr unterhaltsam und flüssig zu lesen.
Toll fand ich auch ihre sprachliche Umsetzung, denn fast alle nutzten schon fast vergessene Wörter wie „hurtig“, „urst“ oder „menscheln“. Dies ist wohl eine Möglichkeit, den Erhalt der deutschen Sprache zu unterstützen.
Die Geschichten erscheinen auf den ersten Blick oft total albern und sinnlos, aber wenn man genauer hinschaut entdeckt man in jeder einzelnen versteckte Kritik am deutschen Staat sowie dessen Bevölkerung. Somit regt es den Lesenden sehr zum Nachdenken an.
Dem Buch liegt CD mit einer Gesamtspielzeit von 63 Minuten bei, die im RAW-Tempel in Berlin aufgenommene Live-Szenen beinhaltet. Leider befinden sich darauf, bis auf 3 Ausnahmen, dieselben Texte, die im Buch schon zu finden sind, weshalb es sich empfiehlt, entweder nur das Buch zu lesen oder nur die CD zu hören. Beides kann schnell langweilig werden. Ein nettes Schmankerl auf der CD sind die 7 MP3-Bonustracks, die im Buch nicht zu finden und sehr erheiternd sind.
Alles in allem ist „Die Chaussee der Enthusiasten“ eine nette Lektüre für unterwegs, da die Geschichten sehr kurz (meisten 2-3 Seiten) sind und man immer schnell einsteigen kann.


