Andreas Kappeler Rußland als Vielvölkerreich

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Inhaltsangabe zu „Rußland als Vielvölkerreich“ von Andreas Kappeler

Die Geschichte des russischen Reiches wird oft als russische Nationalgeschichte mißverstanden. Erst der Zerfall des sowjetischen Imperiums hat einer breiten Öffentlichkeit bewußt gemacht, daß die Sowjetunion ein Vielvölkerreich war, das über 100 Völker mit unterschiedlichen Lebensformen, Religionen und Wirtschaftsweisen umfaßte. Dieses Buch, das in die unmittelbare Gegenwart reicht, erweitert die Geschichte der Russen um die Geschichte der Nicht-Russen und zeigt auf, daß das Problem der unterschiedlichen Völkerschaften eine wesentliche Konstante der russischen Geschichte vom Zarenreich bis zur Sowjetunion war.

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  • Rezension zu "Rußland als Vielvölkerreich" von Andreas Kappeler

    Rußland als Vielvölkerreich
    LadyMacbeth

    LadyMacbeth

    29. July 2011 um 07:51

    In “Russland als Vielvölkerreich” unternimmt Andreas Kappeler den Versuch, eine Geschichte Russlands vom Mittelalter bis zum Zerfall der UdSSR zu schreiben, die das russische Reich in seiner ethnischen Vielfalt in den Mittelpunkt stellt und sich nicht allein auf russische Nationalgeschichte beschränkt. Er beginnt mit einem kurzen Abriss über die osteuropäische Welt im Mittelalter, durch die ein Nachfolgendes “Sammeln der Länder der goldenen Horde” vom 16.-18. Jahrhundert überhaupt erst verständlich wird. Die Länder der goldenen Horde waren die Regionen, die einst zum Mongolenreich gehörten – nicht nur “Russland” versuchte nach dessen Zerfall, die Gebiete unter seine Herrschaft zu stellen. Man blieb jedoch nicht nur auf die östlichen Gebiete beschränkt, sondern versuchte auch, sich Gebiete im Westen einzuverleiben, beispielsweise Finnland, Estland und Lettland, aber auch Kalifornien gegenüber war man im Russischen Reich nicht abgeneigt. Kappeler legt hierbei den Fokus weniger auf historische Ereignisse, sondern zeigt vielmehr auf, in welcher Art und Weise sich das Russische Reich Länder und Ethnien einverleibte und in der Nachfolgezeit mit ihnen umging. Dabei schwankte die Politik überwiegend zwischen Diskriminierung, Repression und Segregation – aber auch Toleranz. “Zuckerbrot und Peitsche” war über Jahrhunderte das traditionelle politische Modell. Die Schicksale der Völker machen trotz wissenschaftlicher Objektivität betroffen und insbesondere die vier Teilungen Polens, Pogrome gegen Juden oder auch die Sanktionen gegen die linksufrige Ukraine. Im 19. Jh. expandierte das Russische Reich nach Asien. Das vormoderne Vielvölkerreich Russland war ein Schmelztigel der unterschiedlichsten Ethnien, welche die Besetzung durch die Russen vielleicht zunächst als Befreiung, auf lange Sicht jedoch als Gewaltakt empfanden. Es formierten sich nationale Bewegungen , von denen die meisten jedoch in einer “Phase A”, der Herausbildung einer eigenen Literatur, Sprache, Kultur etc., verhaftet blieben. Nach der Revolution 1905 war der nationale Gedanke jedoch nicht mehr aufzuhalten und spätestens nach 1917 erhoben sich die verschiedenen Ethnien und forderten Unabhängigkeit von Russland — erfolglos. Unter Stalin begann ein schließlich ein in der osteuropäischen Geschichte beispielloser Terror. Erst in den 1980er Jahren, als die Unabhängigkeits- und Nationalbewegungen wieder erstarkten, läutete Michail Gorbatschow mit der Politik von Glasnost und Perestrojka eine Wende ein, die zum Zerfall der UdSSR führte… Besonders positiv hervorzuheben ist die Verständlichkeit des Textes, die bei wissenschaftlichen Publikationen leider nicht immer vorausgesetzt werden kann. Der Balanceakt zwischen einer “umfassenden” Geschichte der russischen Vielvölkerreichs und den vielen Dingen, die Kappeler auslassen musste, ist ihm gelungen: Ich habe jedenfalls von der Lektüre dieses Buches enorm viel mitnehmen können und habe auch nach dieser zweiten Lektüre noch immer neue Aspekte entdeckt. “Russland als Vielvölkerreich” ist ein wichtiges Buch für Personen wie mich, die sich bisher fast ausschließlich mit einer westeuropäischen Geschichte beschäftigt haben – es eröffnet neue Perspektiven und das Wissen um osteuropäische Geschichte verändert auch den Blick auf Westeuropa. Ich würde das Buch jedem, der sich auch nur ein bisschen für osteuropäische Geschichte interessiert, uneingeschränkt empfehlen.

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