Andreas Kieling Maikäfer können am längsten

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Inhaltsangabe zu „Maikäfer können am längsten“ von Andreas Kieling

Niemand kommt Tieren in freier Wildbahn näher als Andreas Kieling – und wird dabei Zeuge spektakulärer, oft kurioser Fortpfl anzungsrituale. Er berichtet von Patchworkfamilien und von notorischen Fremdgängern; welche Tiere beim Sex die Luft anhalten und wo die Männchen gleich danach das Zeitliche segnen. Welche Tiere monogam leben und welche lieber einen Harem um sich scharen. Ob es im Tierreich Familienplanung oder Eifersucht gibt. Und ob Hasen zu Recht als unersättlich gelten, während Pandabären echte Sexmuffel sind.

Spannend, informativ und sehr unterhaltsam vom Anfang bis Ende! Toll!

— kaetheluft
kaetheluft
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  • informativ, witzig und teilweise erschreckend und traurig

    Maikäfer können am längsten
    78sunny

    78sunny

    12. July 2015 um 10:05

    Erst einmal möchte ich sagen, dass der etwas provokante, ja fast reißerische Titel etwas fehlleitet. Es geht natürlich auch um das Sexualleben der Tiere, aber hauptsächlich geht es um die Erlebnisse von Andreas Kieling während seiner Kindheit, seinem ersten Berufsleben und seinen Tierfilmen. Er berichte von Erlebnissen aus seiner Kindheit, die ihn für Tiere begeistert haben und wie nach und nach seine Leidenschaft für Tiere zu seiner jetzigen Arbeit als Naturfilmer führte. Den Haupteil des Buches machen aber Erlebnisse aus seiner Arbeit als Tierfilmer aus. Der Schreibstil hat mir super gefallen. Man hat wirklich das Gefühl Andreas Kieling erzählt einem ganz privat Anekdoten aus seinem Leben. Immer bezogen auf Natur, Tiere oder seine Erlebnisse mit Menschen während seiner Dokumentationsfilmen. Das ganze hat mich richtig begeistert, weil es so natürlich wirkte und er vieles auch sehr witzig beschrieb. Selbst gefährliche Situationen hat er so bildlich beschrieben, dass man den Atem anhielt und doch machte er dann lockere Sprüche darüber, dass man wieder entspannen konnte. Toll fand ich, dass er nicht nur über interessante Tierbegegnungen (eine Umarmung einer Gorilla-Dame; nackt neben einem Elefantenbullen stehen, weil der einen aus dem Badeloch vertrieben hat...) sondern auch von Menschen berichtet, die er im Laufe seiner Karriere kennen gelernt hat. So erzählt er von Igor, dem dominanten Russen, einem Jungen am Amazonas, der ihn erst für einen Missionar hält, und vielen mehr. Dabei verherrlicht und beschönigt er nichts, er beschreibt die Menschen genauso wie er sie erlebt hat, mit ihren Stärken und Schwächen. Immer wieder berichtet er auch ganz nebenbei von Frank, dem zweiten Kameramann und die Art und Weise gefiel mir ebenfalls gut, weil er damit seien Arbeit würdigte und ganz menschlich davon erzähle durch was die Beiden schon alles durch mussten. Das Sexualleben der Tiere spielt eigentlich eher eine Nebenrolle bei den Berichten. Bei einigen Arten war es Andreas Kieling sogar gar nicht möglich es zu beobachten geschweige denn zu filmen. Vielmehr geht es um das Leben der Tiere an sich und Fortpflanzung spielt nun einmal eine besondere Rolle dabei. Ich habe einiges neues gelernt - Lustiges (z. B. das bestimmte Kröten ihre Männchen erst einmal treten, um zu schauen wie fett sie sind), Trauriges (z. B. die Verdrängung bestimmter Tierarten aus ihrem natürlich Umfeld oder die Ausrottung) und Interessantes (Schutz der Berggorillas und etwas über Dian Fossey). Andreas wird einem während des Lesen unglaublich sympathisch. Er ist offen, natürlich und ohne Vorurteile. Er äußert sich zu vielen Dingen auch kritisch (z. B. Bärenfarmen) und rüttelt damit auf. Man hat das Gefühl ihn durch dieses Buch wirklich etwas kennengelernt zu haben. Ich würde sehr gern mehr von ihm lesen. Zum Schluss noch schnell etwas zur Aufmachung. Jedes Kapitel ist einem bestimmten Tier gewidmet, aber meist werden noch einige andere Tiere, die in unmittelbarer Nähe zu diesen Tieren leben oder eine andere Ähnlichkeit mit ihnen aufzeigten, ebenfalls erwähnt. Jedes Kapitel beginnt mit einem scharz-weiß Foto des jeweiligen (Haupt-)Tiers. In der Mitte des Buches sind dann noch einige farbige Fotos von Tieren und auch von Andreas Kieling. Ich hätte mir diese Bilder lieber bei den einzelnen Kapiteln gewünscht, aber man kann ja nicht alles haben. *Fazit:* 5 von 5 Sternen Das Buch ist unglaublich unterhaltend, interessant und stellenweise wirklich witzig. Allerdings rüttelt es auch auf und zeigt die Zerstörung von Lebensräumen, Quälerei und Ausrottung von Tieren. Ich fand es sehr interessant einmal mit hinter die Kamera eines Tierfilmers genommen zu werden. Das Buch kann nicht nur durch den Informationsgehalt über Tiere brillieren sondern auch durch die unglaublich interessant geschilderter Erlebnissen aus Andreas Kielings Kindheit und Berufsleben und sein Umgang mit unterschiedlichen Menschen. Ich kann das Buch wirklich jedem Natur- bzw. Dokumentationsbegeistertem empfehlen.

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