Andreas Klotsch

 3 Sterne bei 1 Bewertungen

Lebenslauf von Andreas Klotsch

Andreas Klotsch übersetzt aus dem Spanischen, Portugiesischen und Französischen. Er hat u.a. Romane von José Saramago, Daniel Chavarría und Robert Merle ins Deutsche übertragen. Er lebt in Berlin.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Andreas Klotsch

Cover des Buches Das Evangelium nach Jesus Christus (ISBN: 9783499223068)

Das Evangelium nach Jesus Christus

 (17)
Erschienen am 01.10.1997
Cover des Buches Das steinerne Floß (ISBN: 9783455650761)

Das steinerne Floß

 (14)
Erschienen am 13.11.2015
Cover des Buches Geschichte der Belagerung von Lissabon (ISBN: 9783499223075)

Geschichte der Belagerung von Lissabon

 (12)
Erschienen am 01.10.1997
Cover des Buches Das Memorial (ISBN: 9783455005028)

Das Memorial

 (10)
Erschienen am 12.11.2018
Cover des Buches Die Geschichte der Belagerung von Lissabon (ISBN: 9783455000603)

Die Geschichte der Belagerung von Lissabon

 (1)
Erschienen am 20.02.2018
Cover des Buches Brevier der schlechten Gewohnheiten (ISBN: 9783446191037)

Brevier der schlechten Gewohnheiten

 (1)
Erschienen am 29.08.1997
Cover des Buches Das Leben der Dinge (ISBN: 9783455404074)

Das Leben der Dinge

 (0)
Erschienen am 17.03.2017
Cover des Buches Das Leben der Dinge (ISBN: 9783455001389)

Das Leben der Dinge

 (0)
Erschienen am 17.03.2017

Neue Rezensionen zu Andreas Klotsch

Cover des Buches Die Geschichte der Belagerung von Lissabon (ISBN: 9783455000603)

Rezension zu "Die Geschichte der Belagerung von Lissabon" von José Saramago

José Saramago | DIE GESCHICHTE DER BELAGERUNG VON LISSABON
Ein LovelyBooks-Nutzervor 3 Jahren

// Die folgende Rezension erschien erstmals auf meinem Blog www.booksterhro.wordpress.com. Schaut mal vorbei, ich freu mich auf Euren Besuch! //

Kleine Geschichtsstunde gefällig? Im Jahre 1139 wurde Dom Afonso Henriques durch die gewonnene Schlacht von Ourique, einer Stadt im Süden Portugals, die er von den Mauren befreite, zum ersten König Portugals. Acht Jahre später, 1147, eroberte er auch das Gebiet um Santarém. Nur die große Stadt Lissabon war immer noch in maurischer Hand. Im selben Jahr startete in Mitteleuropa der Zweite Kreuzzug in Richtung Palästina. Ein Teil der Kreuzfahrer reiste auf dem Seeweg und somit auch an Portugals Küste entlang. Dom Afonso bat die Kreuzritter um Unterstützung bei der Belagerung von Lissabon und sie einigten sich auf den Deal, dass ihnen das Recht der Plünderung der Stadt zustünde und sie sie anschließend dem König überließen. So wurden die Heereskassen der Kreuzritter gefüllt und Afonso konnte sich endlich seine Macht über ganz Portugal sichern.

In Saramagos Roman nun begleiten wir den Korrektor Raimundo Silva bei seiner Arbeit. Bei dem Auftrag, ein Geschichtsbuch über ebenjene Belagerung auf Fehler zu durchsuchen, fügt er – einer subversiven Laune folgend – das unscheinbare Wörtchen nicht ein und ändert damit den Lauf der Geschichte. Denn dieses kleine nicht, an der richtigen Stelle platziert, bedeutet, dass die Kreuzfahrer dem König ihre Hilfe verweigern, ihn eben nicht bei der Belagerung von Lissabon unterstützen.

Die Verlagsleitung ist empört. Doch statt Silva zu feuern, nimmt sich Maria Sara – Silvas neue Vorgesetzte – ein Herz und spornt ihn an, die geänderte Geschichte fortzuschreiben. Mit großem Elan macht sich Silva daran, eine gewaltige Uchronie zu ersinnen, die auch ohne die Kreuzritter die Stadt zum Ziel hat, in der er lebt – das heutige Lissabon.

In gewohnter Kunstfertigkeit verwebt José Saramago (1922–2010) in DIE GESCHICHTE DER BELAGERUNG VON LISSABON gleich zwei Erzählstränge miteinander. Denn neben der titelgebenden historischen Begebenheit – obgleich von den Fakten abweichend –, lernen wir auch die Geschichte des Korrektors Silva kennen. Diese Figur hat den typischen Saramago-Charakter: intelligent, introvertiert, ewig zweifelnd. Durch die Beziehung zu Maria Sara, mit der er später ein sexuelles Verhältnis beginnt, durchlebt Silva eine enorme Entwicklung, die sich auch auf sein Schreiben auswirkt – eine meisterhafte Verknüpfung der Ebenen.

Stilistisch gibt es – auch das ist bei Saramago Usus – das volle Brett: Die Sätze schlängeln sich meterlang durch die Seiten; die wörtliche Rede ist ohne Anführungszeichen, nur durch Kommata getrennt, in den Fließtext eingebettet; das Vokabular ist gehoben und wirkt oftmals fast antiqiert, was zwar durchaus zum mittelalterlichen Kriegstreiben passt, weniger aber zum Korrektor und seiner Angebeteten. Auch die sich sehr zäh hinziehende Liebesbeziehung könnte eher einem Austen-Roman entstammen – Silva und Sara liefern sich vor dem ersten Kuss einen immerhin dreihundert Seiten langen Eiertanz nach dem Muster: Du legst zuerst auf, Nein du legst auf, Nein du … da ist es manchmal mühsam, am Ball zu bleiben.

Aber das soll den Wert des Buches nicht schmälern. DIE GESCHICHTE DER BELAGERUNG VON LISSABON ist ein kunstvoll geschriebener und dicht verwobener Roman. Er ist Liebesgeschichte und Historienepos in einem, und gerade aus heutiger Sicht, in Zeiten von Fake News und Alternative Facts, als geradezu visionär einzustufen.

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Cover des Buches Die gute Stadt Paris (ISBN: 9783746622934)Filzblumes avatar

Rezension zu "Die gute Stadt Paris" von Robert Merle

Es geht weiter mit Piere de Siorac im Band Zwei des Historischen Romans um Glauben, Ehre und Liebe
Filzblumevor 5 Jahren

Information zum Buch
ROBERT MERLE (1908–2004) hat mit der Romanfolge »Fortune de France« über das dramatische Jahrhundert der französischen Religionskriege sein wohl bedeutendstes Werk vorgelegt. Er erzählt darin die Geschichte dreier Generationen der Adelsfamilie Siorac, zunächst auf Burg Mespech in der Provinz Périgord, später am Hof in Paris. Die insgesamt 12 Romane der Folge überspannen den Zeitraum von 1550 bis in die vierziger Jahre des 17. Jahrhunderts.

Der Ich-Erzähler und Protagonist Pierre de Siorac begibt sich mit seinem Bastard Bruder Samson, seinem getreuen Diener Miroul, im Jahre 1566 auf dem Weg aus dem Périgord nach Montpellier, um dort Medizin zu studieren. Doch der Machtkampf zwischen Papsttreuen, Papisten genannt, und den Hugenotten bricht aus. Pierre, der den Damen sehr zugetan ist, erlebt in Montpellier so manches Abendteuer, der Weg aus seiner Heimatstadt dorthin, ist nicht ohne Gefahren, auch die Gefahr als Hugenotte erkannt zu werden, und trotzdem seinem Glauben treu zu sein, machen seinen Weg und den Aufenthalt schwierig. Da sein Degen und sein Mundwerk recht locker sitzen, muss er des Öfteren seinen Kopf aus der Schlinge ziehen. Als er in die Stadt Nîmes fliehen muss, erlebt er den offenen Hass der Hugenotten auf die dortigen Anhänger des Katholischen Glaubens und gerät zwischen die Fronten.
»Ich bin zwar Hugenotte, aber kein eifernder, wie mancher hier in Nîmes.«

Er flieht aus der Stadt nicht ohne Hilfe und mindestens einer guten Tat. Als er die Grausamkeiten sah, die die Eiferer den Papisten antaten, gerät er in Konflikt.
»Ach, Pater Anselme«, sagte ich mit der ganzen Herzensaufrichtigkeit eines Hugenotten, »ich bin an Beichte nicht gewöhnt, und mir steht nicht der Sinn danach. Mein hugenottisches Gewissen ist wie eine dunkle Kammer, in der ich unter doppeltem Verschluß meine Bekümmernisse verwahre, die mich hin und wieder arg peinigen, doch ich habe den Schlüssel verloren, der ihnen öffnen und mich von ihnen befreien könnte.«

Dies ist nun Band zwei von Robert Merle. Mir gefällt der Schreibstil, den Dialogen gibt der Schriftsteller auf ironische Art eine gewisse Würze, die ich bei so vielen historischen Romanen bisher nicht finden konnte. Die Damenbekanntschaften des Siorac, es sind nicht wenige, auch seine Unbedachtheit, er hat auf dem Friedhof Leichen gestohlen.... beschreibt Merle mit so einer Tiefe, das sich der Leser ein Bild von seinem Protagonisten und der Umgebung machen kann. Was mir bei diesem 2. Band etwas technische Schwierigkeiten beim Lesen bereitete waren die lateinischen Dialoge zwischen den Medizinern, Apothekern und Gelehrten. Da musste ich im Anhang nachlesen, und, da ich das Buch als eBook las, immer die richtige Position finden. Aber das tat dem Lesevergnügen kaum Abbruch. Klare 5 Sterne für diesen historischen Roman.

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Cover des Buches Die gute Stadt Paris (ISBN: 9783746622934)Damarels avatar

Rezension zu "Die gute Stadt Paris" von Robert Merle

Lehrjahre
Damarelvor 5 Jahren

Im zweiten Band der "Fortune de France"-Reihe verschlägt es Pierre de Siorac samt seinem Halbbruder nach Montpellier, wo er dem Medizinstudium nachgehen soll. Allein schon auf dem Weg dorthin leistet er sich die ein oder andere Eskapade und auch in Montpellier selbst wird es nie langweilig für die jungen Männer. Doch irgendwann kochen auch dort die Kämpfe zwischen Protestanten und Katholiken wieder hoch und Vorsicht in Äußerungen und Religionsausübung allein reicht nicht mehr. Pierre und sein Bruder Samson fliehen um ihr Leben.

Wie schon im ersten Teil versetzt Merles historisierende Sprache einen mitten in die französischen Glaubenskriege und er zeichnet ein buntes Sittengemälde der damaligen Zeit. Der zweite Band setzt die schöne Atmosphäre fort und mit Pierres Abschied von zu Hause kommt auch die im ersten Band teils vermisste Spannung und ein durchgängiger Handlungsbogen dazu, der wieder interessante Einblicke in die damalige Welt (diesmal in den Beruf des Mediziners und natürlich die Glaubensfragen) gewährt.

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