Andreas Kolb

 3.7 Sterne bei 21 Bewertungen

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Andreas KolbDer gute Mensch von Düsteroda
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Der gute Mensch von Düsteroda
Der gute Mensch von Düsteroda
 (20)
Erschienen am 18.02.2015
Andreas KolbMondstich
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Mondstich
Mondstich
 (1)
Erschienen am 14.02.2018

Neue Rezensionen zu Andreas Kolb

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derMichis avatar

Rezension zu "Mondstich" von Andreas Kolb

Regiohorror statt Regiokrimi
derMichivor einem Monat

Wer irgendwo in Mitteldeutschland lebt, hat den Namen Reinhardsbrunn vielleicht erst kürzlich in den Nachrichten gelesen. Nach Insolvenz der letzten Eigentümer wurde das neugotische Gebäude vom Staat Thüringen zwangsenteignet und soll nun endlich saniert und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Was solche und andere regionalpolitischen Ereignisse mit den Einwohnern eines überschaubaren Städtchens anstellen, fängt Andreas Kolb einmal mehr mit viel Gespür für zwischenmenschliche Abgründe ein. Im letzten Roman war es noch das fiktive Düsteroda, in dem finstere Taten geschahen, jetzt rücken die Geschehnisse auch geografisch näher an die Wirklichkeit heran. Und es wird der örtliche Pfarrer auch schonmal von missgünstigen BürgerInnen ans Landeskirchenamt gemeldet, das ihn dann wegen "ungedeihlichem Verhalten" zurechtherapieren möchte. Ein Seitenhieb auf reale Praktiken? Hoffentlich.

Es sind vor allem diese Momente und die Verflechtung mit den genau beobachteten kleinen und großen Intrigen der Kleinstadt, die "Mondstich" von der Konkurrenz im Sektor Heimatroman abhebt. Dass außerdem noch mutmaßliche Vampire um das Schloss flattern wirkt umso passender wenn man weiß, dass die geschichtsträchtige Anlage auch schon einmal Firmen mit Verbindungen zum russischen Parlament gehört hat oder zu Begegnungen zwischen der englischen Königin Viktoria und ihrem späteren Ehemann Prinz Albert geführt hat.

Zugleich ist es eine Gegend, in der lokale Autoritäten wie Bürgermeister und Pfarrer scheinbar noch etwas gelten, sofern die gnädigen Bürger sie denn für fähig genug halten und nicht per Gerücht die Amtsenthebung vorantreiben. Eine Gegend, in der man Alufolie zum Schutz vor Handystrahlen ins Fenster klebt und auch manch anderer Verschwörungstheorie aufsitzt. Daneben geht Jakob van Lants dramatische Vorgeschichte schon beinahe unter, seine recht plastisch beschriebenen Alptraumvisionen passen dem Genre allerdings bestens.

Bleibt zu hoffen, dass der Roman seine Leser findet. Er ist nämlich weder ein klassischer Mysteryschocker, auch wenn der Showdown diesen Schluss durchaus zulässt, noch irgendein typischer netter Heimatkrimi zur gefälligen Vermarktung an Einheimische und Touristen. Vielleicht hat Kolb hier etwas ganz eigenes geschaffen, für das die Welt jenseits des Thüringer Waldes hoffentlich schon bereit ist.

Seitenzahl: 300
Format: 12,6 x 19 cm, Taschenbuch
Verlag: Tasten und Typen

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numinalas avatar

Rezension zu "Der gute Mensch von Düsteroda" von Andreas Kolb

Viel Spaß bei diesem bösen, ironisch-sarkastischen Krimi !!!
numinalavor 3 Jahren

Düsteroda - ein beschaulicher Ort in Thüringen. Die Grillen zirpen, die Vögel zwitschern und doch tun sich beim näheren Hinsehen Abgründe auf.

Zum Beispiel Günter Blech, ein verheirateter gutsituierter Geschäftsmann, und auf den ersten Blick scheint alles perfekt zu sein. Und doch ist er ein regelmäßiger Besucher des Freudenhauses in Eisenach und was noch vielschlimmer ist: er hat vor ein großes Grundstück in Altdüsteroda zu verkaufen und das an einen Fremden!

Es gibt Dinge, die können weder Pfarrer Samuel Pistorius noch der Ausschuss für Kirchendekoration durchgehen lassen und dieses Fehlverhalten gehört definitiv dazu. Solch ein Desaster wird mit dem Jagdgewehr geklärt und zwar endgültig - zum Wohl von Düsteroda.

Nur leider geht dieses Mal eine Kleinigkeit schief und die Polizei - in Gestalt des Weicheis Brückner - tritt auf den Plan. Und dann tauchen auch noch ein paar ehemalige... 'Bekannte' von Pistorius auf. Bekommt der Herr Pfarrer die Situation in den Griff oder geht nun alles den Bach runter? ....

Fazit

Ganz ehrlich? Nach den ersten zwei Sätzen musste ich noch mal die Beschreibung des Buches durchlesen. Ging es nicht hier um einen Pfarrer aus Thüringen und sein kleines Dörfchen?

"Nimmt also am Sonntag wieder so eine beschissene Trauergesellschaft vor mir Platz. Unsicher, weinend, aber mit einem stolzen Blick in der Fresse, als gehörte ihnen die Kirche in einer besonderen Weise, bloß weil der Name ihres frisch verstorbenen Onkels am Ende vorgelesen wurde."

Okaaaaay, da hatte ich jetzt doch etwas anderes erwartet, aber warum nicht? Einfach mal weiter lesen und überraschen lassen!

Gut, das ich das gemacht hab, denn was habe ich zwischendurch gelacht. Die Ausdrucksweise ist vielleicht an einigen Stellen sehr...unorthodox, aber selbst sie passt herrlich ins Bild des Pfarrers mit einer... speziellen Vergangenheit und einer außerordentlichen Aufgabe. Dazu der Polizist, der bisher nicht gläubig war, und schon hat man ein ausgefallenes ... Team, dass versucht die... bestehende Situation auf ihre... Art zu ... lösen.

Ich bin nicht bibelfest und eventuell sollten bitterernst-Gläubige einen Bogen um dieses Buch machen, aber für alle anderen: viel Spaß bei diesem bösen, ironisch-sarkastischen Krimi!!!

Viele Grüße von der Numi 

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ChattysBuecherblogs avatar

Rezension zu "Der gute Mensch von Düsteroda" von Andreas Kolb

Ein Pfarrer, der es faustdick hinter den Ohren hat
ChattysBuecherblogvor 3 Jahren

" Willst du einen Menschen verführen, dann finde seine Sehnsüchte." (s. Seite 43)

Meine Meinung:

Ich muss gestehen, dass ich den Titel des Buches etwas seltsam fand und mich auch misstrauisch an den Krimi gemacht habe. Völlig unbegründet, wie ich nun weiß.

Humorvoll, pointiert, ohne Umschweife lässt der Autor einen ganz neuen Täter entstehen. Nämlich - den Pfarrer.  Wer nun denkt, dass ein Pfarrer aufgrund seiner Gelübde doch keiner Fliege etwas zu Leid tun könnte, irrt gewaltig. Der Pfarrer hat es nämlich faustdick hinter den Ohren.

Durch die Wortwahl und den Schreibstil hat es der Autor im Nu geschafft, mich für diesen Krimi zu begeistern.

Die Beschreibung des Dörfchen Düsteroda ist völlig ausreichend dargestellt, so dass ich mir die Örtlichkeiten gut vorstellen konnte.

 Der Protagonist und die Nebenfiguren sind sehr detailliert beschrieben, so dass ich die Gedankengänge gut nachvollziehen konnte.

Interessant fand ich die These: Wenn in einer Leichenrede vom Walde und vom Garten die Rede ist, dann stimmt meistens irgendwas nicht in der Familie.

Einen Wehmutstropfen hatte das Buch trotzdem für mich. Na ja, vielmehr habe ich mir am Ende jedes Kapitels die Frage gestellt, wieso immer eine leere Seite eingebaut wurde. Kapitelende - leere Seite - neues Kapitel. Wollte man hier die Story etwas strecken um so eine höhere Seitenzahl vorzutäuschen?

Fazit:

Wer auf witzige, kriminelle Protagonisten steht, wird an diesem Buch absolut Gefallen finden. Ich hoffe, dass es bald eine Fortsetzung geben wird.

 

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Gespräche aus der Community

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katja78s avatar

"Verdammt, ich wandere nicht durch ein finsteres Tal, ich wohne in einem"

Zusammen mit dem Sutton Verlag stelle ich euch den neuen Regional Krimi aus Thürhingen von Andreas Kolb vor. Wir laden euch ein, das Buch "Der gute Mensch von Düsteroda" in einer gemeinsamen Leserunde kennenzulernen.

Samuel Pistorius dient der beschaulichen Thüringer Kirchengemeinde Düsteroda seit zehn Jahren als Pfarrer. Hingebungsvoll kümmert er sich um seine Schäfchen – selbst wenn er ihre Verlogenheit manchmal kaum erträgt.

Auch als einer der schlimmsten Sünder, der Geschäftsmann Günther Blech, angeschossen vor einen Lkw rennt, sieht Kommissar Brückner in Pistorius nur den guten Hirten. Welch
e Abgründe verbergen sich da in der Thüringer Idylle?



Leseprobe
Mehr unter: http://duesteroda.jimdo.com

Zum Autor

Andreas Kolb, geboren 1979, ist selbst Pfarrer im Thüringer Wald. Er kennt und schätzt die Bewohner dieses Landstrichs und weiß aus eigener langjähriger Erfahrung um die Sorgen und Nöte einer Kirchengemeinde. Ein Mord ist ihm gottlob noch nicht untergekommen, den musste er erfinden.

Das Pseudonym Andreas Kolb erinnert an den in Reinhardsbrunn hingerichteten Wiedertäufer des 16. Jahrhunderts.

Wir suchen für diese Leserunde bis zu 15 Leser, die das Buch gerne gemeinsam in einer Leserunde lesen & anschließend rezensieren möchten. Blogger dürfen sich gerne mit ihrer Blog-Url bewerben.

Bewerbungsfrage: Welchen Eindruck habt ihr vom Buchcover?


*** Wichtig ***

Ihr solltet Minimum 2-3 Rezensionen in eurem Profil haben, damit ich sehen kann wie ihr eure Rezensionen schreibt und wie aussagekräftig/aktuell sie sind. Der Erhalt eines Rezensionsexemplares ist verpflichtend für die Teilnahme an der Leserunde. Dazu gehört das zeitnahe Posten in den Leseabschnitten und das anschließende Rezensieren des Buches

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