Andreas Kollender Kolbe

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Inhaltsangabe zu „Kolbe“ von Andreas Kollender

Sommer 1943: Hitler muss weg! Das steht für Fritz Kolbe fest. Als Mitarbeiter des Auswärtigen Amtes hat er Zugang zu streng geheimen Dokumenten, die er aus der Behörde schmuggelt.
Eine Kurierfahrt in die Schweiz ermöglicht ihm die Kontaktaufnahme zu den Amerikanern. Kolbe beginnt ein lebensgefährliches Doppelleben. Er übergibt den Amerikanern hochbrisantes Material, darunter der genaue Lageplan der Wolfsschanze, Hitlers Hauptquartier, sowie wichtige Hinweise auf Spione und einen deutschen Geheimsender in Irland. Die Alliierten nutzen seine Informationen, aber Hitler bleibt an der Macht und der sinnlose Krieg geht weiter.
Kolbe zweifelt mehr und mehr an seiner Mission, will aufgeben, doch Marlene, die Frau, die ihm alles bedeutet, ermutigt ihn zum Weitermachen. Bis es zu einem folgenschweren Unfall kommt …

Andreas Kollenders Sprache entwickelt eine unglaubliche Sogwirkung, augenblicklich ist man gefangen in seiner Geschichte von Widerstand und Liebe, von Mut und Zivilcourage.

Fritz Kolbe - Mann, Mensch, Spion. Ein fiktives Buch mit und über eine reale Person in Zeiten des 2. Weltkrieges und die Folgen seines Tuns

— Kerstin_KeJasBlog

Eine spannende Agentenstory um den vielleicht wichtigsten Spion, den die Amis im 2.Weltkrieg hatten.

— Gulan

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  • Kolbe - Ein vergessener Held

    Kolbe

    mama2009

    07. January 2017 um 15:30

    Inhalt: Fritz Kolbe ist Beamter im Auswärtigen Amt. Unter Einsatz seines Lebens und das seiner Lieben leistet er Widerstand gegen das Nazi-Regime. Er schmuggelt für die Amerikaner über tausend Akten in die Schweiz und somit erfahren die Alliierten einiges von den Geheimplänen. Fazit: Kollender schreibt so packend, dass man als Leser mitten in der Geschichte verwickelt ist, ja mitten in den Kriegsgeschehnissen abtaucht. Man "nimmt" an Entscheidungen Teil, denn man ist nah bei den damaligen Entscheidungsträgern, denn Kolbe hatte durch seine Tätigkeit im Auswärtigen Amt direkten Kontakt. Beim Lesen habe ich mich mit Fritz Kolbe verbunden gefühlt und konnte seine Wut und eisernen Willen direkt spüren. Auch sein blankes Entsetzen beim Anblick des Verfalls der Reichshauptstadt und der unaussprechlichen Unmenschlichkeit von Bürgern gegenüber Menschen "niederer Rasse". Das Buch wird in zwei verschiedenen Zeiten erzählt, einerseits die Geschehnisse im Krieg, wie Fritz Kolbe sie erlebt hat und dann anderseits in den Nachkriegsjahren, als er einem Journalisten ein Interview gibt. Die Erzählperspektiven finde ich sehr gut gewählt, vor allem in den Abschnitten des Interviews, lebt nochmals Kolbes Wille auf, mit seinem Verrat dem Krieg ein Ende zu machen und wie sehr er damit hadert, dass trotz seiner Hinweise zum Beispiel zur Wolfsschanze keine Vernichtung/Bombardierung erfolgte. Eine Lesehighligt für mich und dieses Buch macht die furchtbare Zeit des 2. Weltkriegs lebendig und zeigt mir, dass viele gegen diesen Größenwahn waren, und trotz der Gefahren ihr Leben riskiert haben. Leider wurde dies in der Nachkriegszeit nicht immer gewürdigt, doch Andreas Kollender schafft es mit diesem Buch, die Würdigung nachzuholen bzw. Fritz Kolbe in Erinnerung zu rufen. Am Anfang steht das Zitat von Edward Snowden und es trifft auf Fritz Kolbe genauso zu: "... dann merkt man, dass man bereit ist, jedes Risiko zu tragen, ganz egal, was dabei herauskommt ..." 
 Mein Dank gilt dem Team von kriminetz.de und dem Pentragon-Verlag für das Rezi-Exemplar.

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  • Moral und Menschlichkeit in den dunklen Zeiten des Krieges

    Kolbe

    sapperlot

    24. December 2016 um 08:48

    Dieser Kriminalroman enthält eine Spionagegeschichte und ist zugleich ein Historischer Roman mit biografischen Elementen. Es ist die Würdigung eines äusserlich unscheinbaren aber mutigen Mannes mit hohen ethischen Prinzipien der sein Leben riskiert hat, um dem Wahnsinn des 2. Weltkriegs ein möglichst frühes Ende zu setzen oder zumindest dem herrschenden Regime der Nazis Sand in die gut geölte Kriegsmaschinerie zu streuen. Mit der Weitergabe von elementaren Geheiminformationen wird er indirekt zum Saboteur des Regimes. Das diese Geschichte auf einer realen Person und wahren Begebenheiten beruht, habe ich erst ganz am Ende des Buches bemerkt.Fritz Kolbe ist ein bescheidener Mann der während des 2. Weltkriegs im Auswärtigen Amt in Berlin arbeitet. Mit seiner dezenten wie unauffälligen Art aber einigem Arbeitseifer macht er sich bei seinen Vorgesetzten beliebt. Er ist unter anderem dafür verantwortlich, streng geheime Dokumente zu vernichten. Das er einige Berichte vor dem Feuer rettet oder vorher Kopien anfertigt bleibt unbemerkt. Fritz Kolbe wird sogar ausgewählt als diplomatischer Kurier nach Bern zu reisen. Dort nutzt er die Möglichkeit die vertraulichen Dokumente amerikanischen Geheimdienstleuten zu übergeben. Aus dem braven Beamten Fritz Kolbe wird ein eminent wichtiger Spion. Sein Doppelleben in Berlin Aufrecht zu erhalten und Informationen weiterzugeben wird mit dem sich abzeichnenden Ende des Krieges und der aufkommenden Nervosität und Verzweiflung der Politgranden immer schwieriger. Das gegenseitige Misstrauen auf den Fluren des Amtes ist spürbar und wird zu einer grossen Gefahr.Der Schriftsteller Andreas Kollender schreibt einen von A bis Z überzeugenden Roman. In seiner Struktur und dem Verzicht auf unnötige Actionszenen weicht er zwar vom klassischen Kriminalroman ab aber dank der eingängigen Schreibweise und der feinen Personenzeichnung bleibt der Spannungsbogen über die ganzen 448 Seiten hoch. Der Autor fädelt geschickt eine aufkeimende Liebelei mit Marlene ein und als Leser identifiziert man sich mit den beiden und hofft es möge gut ausgehen. Ein lesenswertes Buch über eine schwere Zeit in der Moral und Menschlichkeit lebensgefährlich waren.

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  • Spion aus Überzeugung

    Kolbe

    Kerstin_KeJasBlog

    21. February 2016 um 14:49

    Kolbe, Fritz Kolbe, hat es geahnt - was da auf Deutschland zukommt in den 30ern und nicht tatenlos rumgesessen und gewartet. Wobei er sich dieses Ausmaß, die Folgen und Konsequenzen bestimmt nicht so vorgestellt hatte. "KOLBE" aus der Feder des Autoren Andreas Kollender ist ein wertvolles Stück Zeitgeschichte über einen der bedeutestenden Spione Nazideutschlands, aber kein typischer Agentenroman. In diesem Buch wurde (nachweisbar) Reales und Fiktion miteinander vermischt. Die Geschichte des einfachen Mannes Fitz Kolbe, der seine Arbeitsstelle als Mitarbeiter des auswärtigen Amtes in Südafrika verlässt und über Umwege nach Deutschland zurückkehrt. Sein Ansinnen ist klar, er will etwas tun - gegen Hitler und Co. Dafür riskiert er viel, vorallem sein Leben, was ihm aber fast schon als wertlos erscheint und er deshalb volles Risiko geht. Angeheuert als Spion schmuggelt er wichtige Dokumente, Unterlagen, wichtiges zeitgeschichtliches Material aus Nazideutschland heraus um es in die Hände der 'Gegner' zu geben, damit dieser Irrsinn ein Ende hat. Letztendlich war Kolbe nur ein Spielball der Geheimdienste. Denn er war nur derjenige der all diese Dokumente besorgen sollte auch auf die Gefahr hin das diese dunklen Gestalten ihn nun, jetzt, hier festnehmen. Die Angst im Nacken war immer deutlich zu spüren. Genau wie die Hilflosigkeit Kolbes als er einsehen musste, dass man sich Zeit lies mit dem eingreifen und beenden des Krieges. Die Geschichte dieses Buches ist in abwechselnden Zeitepochen dargestellt. Kolbes Interview mit einem Reporter viele Jahre nach Kriegsende in seinem unfreiwilligen Asyl und Kolbes Aktivitäten während des Krieges. Was davon Fiktion und was Realität war ist mir nicht immer leicht gewesen zu unterscheiden. Aber der Autor hat es auf eine spannende und angenehme Art geschrieben und rübergebracht. Dabei ist er auch hart ins Gericht gegangen, mit den Menschen um Kolbe, die ihn entweder unterstützten, ausnutzten oder ihm richtig gefährlich werden konnten. Verräter ist wer gegen sein Land Spionage betreibt? So wurde es Kolbe letztendlich unterstellt, unter anderem von denen Nazischergen die es schafften auch nach dem Krieg weiterhin Einfluss zu nehmen. Kolbe, als Spion der Amerikaner abgestempelt und erst viele Jahre nach seinem Tod rehabilitiert. Ich hätte es ihm viel früher gewünscht. Ich vergebe 4 von 5 Sternen, da mir die geheimdienstlerischen Verstrickungen und Verschwörungen zu viel waren und von dem Menschen Kolbe zu wenig. c) K.B. 02/2016

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  • Einsamer Widerstand.

    Kolbe

    Gulan

    „Wie ist es in Berlin?“, fragte Greta Stone. Fritz sah den qualmgrauen Mann mit seiner toten Tochter auf ihn zukommen. Jaschke, das ist meine Tochter. „Brechen die Angriffe den Willen des Volkes?“, fragte Priest. „Die Menschen haben es satt. Sie wollen das alles nicht mehr. Aber von einem Massenaufstand gegen das Regime sind die Deutschen weit entfernt. Die haben andere Sorgen, ganz ganz andere. Die Vernichtung Hitlers muss von außen kommen, militärisch.“ „Würden Sie Hitler erschießen, wenn sie ihm nahe genug kämen?“, fragte Priest. „Nein.“ „Warum nicht, Mister Wood?“ „Weil ich dann anschließend tot wäre.“ „So weit reicht es dann doch nicht, hm?“ „Erschießen Sie ihn doch, Mister Priest.“ (S.232) Der Beamte Fritz Kolbe, Mitarbeiter des Auswärtigen Amtes, hegt schon lange Groll gegen Machthaber im nationalsozialistischen Deutschland. Im Laufe des Sommers 1943 reift im ihm die Entscheidung, sich den Alliierten als Spion anzubieten. Er sammelt und kopiert streng geheime Dokumente. Kurz darauf bietet sich ihm auch Gelegenheit, die Akten loszuwerden: Er wird auf Dienstreise zur deutschen Botschaft in Bern geschickt. Dort angekommen, sucht er etwas plump Kontakt zu ausländischen Geheimdiensten. Er wird von den misstrauischen Briten abgewiesen. Doch bei den Amerikanern hat er Erfolg und wird einer ihrer wichtigsten Zuträger in der Endphase des 2.Weltkrieges. Eigentlich ist Kolbe ein kleines Rädchen im System, ein zurückhaltender, fleißiger Beamter. Er hat eine große Abneigung gegen die Nationalsozialisten und ihr brutales und inhumanes System. Er startet seine Agententätigkeit trotz großer Angst und erstaunlicher Naivität. Er glaubt tatsächlich, die Amerikaner würden umgehend Hitler in seiner Wolfsschanze wegbombardieren, kaum dass er ihnen Lagepläne übergibt. Mit zunehmender Zeit wird er selbstsicherer, mutiger, aber es ist immer klar, dass er sich nicht aufopfern, sondern überleben will. Zeitgleich zu der Aufnahme seiner Agententätigkeit beginnt er eine (manchmal unbeholfen wirkende) Liebesbeziehung zu der verheirateten Marlene, die schließlich seine Komplizin wird. Fritz Kolbe gab es wirklich. Er war deutscher Vizekonsul in Kapstadt, von wo er 1939 nach Kriegsausbruch zurück ins Auswärtige Amt beordert wurde. Kolbe war von Beginn an kein Anhänger der Nazis, wurde nie Parteimitglied, behielt aber dennoch eine gute Stellung in der Behörde. Dies nutzte er, um endlich ab 1943 seinen Widerstand gegen das System zu leisten. Er liefert streng geheime Dokumente an die Amerikaner, die von der Brisanz der Dokumente so überrascht waren, dass sie Kolbe noch lange Zeit für einen Doppelagenten hielten. Von der ganzen Geschichte möchte ich nicht alles verraten, nur so viel: Kolbe überlebte den Krieg, wurde aber bis zu seinem Tod nicht rehabilitiert. Erst nachdem im Jahr 2003 der französischer Journalist Lucas Delattre eine Biografie Kolbes veröffentlichte, wurde Kolbe durch den damaligen Außenminister Joschka Fischer posthum geehrt. Die oben genannte Biografie war auch der Ansatz für Autor Andreas Kollender, der anhand der dort recherchierten Fakten einen fiktiven Tatsachenroman geschrieben hat. Kollender hat schon vorher derartige Romane verfasst, u.a. vom Forscher Georg Forster, der James Cook auf seiner zweiten Weltumseglung begleitete, oder vom Schriftsteller Theo Mannlicher. Der Autor lässt seinen Protagonisten im Gespräch mit zwei Journalisten wenige Jahre nach Ende des Krieges in Rückblicken seine Geschichte erzählen. Und das Grauen. Das Grauen. Die Entmenschlichung. Momente, in denen er innerlich die Hände vor das Gesicht krallte, eisige Fassungslosigkeit und innere Schreie wie ein im Bergwerk verschütteter Mann. Es geschah am selben Tag, an dem er die Frau gesehen hatte und zum ersten Mal seit Langem Gefühle in sich spürte, die er unter dem Druck Deutschlands verschüttet wähnte. […]Warum muss er gerade jetzt, als er davon erzählt, wie er Marlene kennenlernt, wieder an den kleinen Jungen denken? Ich war mit dem Rad auf dem Weg zu Konsul Biermann und seiner Frau ,sagt er. Richtung Berlin-Charlottenburg. Da werfen uniformierte Männer einen Mann aus dem Fenster, dritter oder vierter Stock. Am Fenster daneben zwingen zwei andere einen kleinen Jungen zuzusehen. Verstehen Sie das? Können Sie sich das vorstellen? Und der Junge schreit: Papa! Papa! […] War das das ausschlaggebende Ereignis?, fragt Wegner. Um Himmels willen, Wegner! Ausschlaggebende Ereignisse wurden uns da im Minutentakt geboten. Ständig. Nur Scheiße. Die haben gelacht. Diese Männer. (S.99-100) Die politischen Aspekte des Romans fand ich auch sehr interessant, etwa wo sichtbar wird, dass die Alliierten taktieren und durchaus über den Krieg hinaus denken. Kolbes Kontaktmann in Bern ist Allen Dulles (späterer CIA-Chef), der Kolbe beispielsweise schon früh über Reinhard Gehlen befragt, der tatsächlich später trotz seiner Aktivitäten als Wehrmachtsgeneral den bundesdeutschen Geheimdienst aufbauen darf. Auch der Mythos des in Kriegsverbrechen und Holocaust unbelasteten Auswärtigen Amtes wird in diesem Roman nochmals zerstört. Dennoch verhindern alte Nazis in neuen Ämtern nach dem Krieg die Wiedereinstellung des „Verräters“ Kolbe. Im Roman ist die Verbitterung Kolbes darüber nur allzu spürbar. Wie viel Fakten und wie viel Fiktion, das lässt sich ja als Leser solcher Romane nur schwer ermitteln. Jedenfalls hat Kollender das Leben Kolbes zu einem spannenden Agententhriller zusammengefasst und zeichnet das Bild eines idealistischen, humanistischen Mannes, der verzweifelt versucht, das Richtige zu tun, um diesen verdammten Krieg und das verbrecherische Regime zu beenden.

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    • 12

    Cridilla

    18. February 2016 um 08:25
  • Leben, wenn nur noch der Tod auf einen wartet

    Kolbe

    Izquierdo

    15. November 2015 um 11:20

    Man liebt den Verrat, aber nicht den Verräter. Vor allem dann nicht, wenn nach dem großen Krieg, die, die dafür mitverantwortlich waren, wieder in führende Positionen schlüpfen. Wer möchte da an seine Vergangenheit erinnert werden? Wer möchte da einem kleinen Beamten aus dem Auswärtigen Amt in die Augen schauen müssen, der nicht "mitgemacht" hat. Der versucht hat, sich aufzulehnen. Der spioniert und damit auch sabotiert hat, um den Krieg zu verkürzen. Um Leben zu retten, auch wenn das bedeutete, durch Verrat Leben zu opfern. Kolbe hat dafür einen hohen Preis bezahlt: erst wurde er bekämpft, dann vergessen. Obwohl er der wichtigste Spion des Zweiten Weltkriegs war. Kollender gelingt es in beeindruckender Weise, diese Zeit aufleben zu lassen: Zerstörung, Paranoia, Brutalität, Fanatismus, Angst, Schuld und Gefahr werden spürbar. Kollenders Prosa, seine eigenartige Sprache, erschafft eine Welt des Krieges und mittendrin seine dreidimensionalen Protagonisten: Täter, Opfer, Mitläufer, Lügner, Feiglinge, Karrieristen und Verzweifelte. Das ist alles ungeheuer spannend und gut recherchiert.  Kollender hat einem vergessenen Helden ein Denkmal gesetzt. Bleibt zu hoffen, dass er damit ein großes Publikum erreicht. Das würde Kolbe gerecht werden. Und auch Kollenders Leistung, diesen Roman zu schreiben.

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  • Diese Heldengeschichte muss einfach gelesen werden!

    Kolbe

    os030

    10. November 2015 um 08:38

    Was war Fritz Kolbe für ein Mensch? Was trieb ihn im Kampf gegen ein gnadenloses und radikales Regime an? Wie wird aus einem einfachen Mitarbeiter des Auswärtigen Amtes ein abgeklärter Spion, der sukzessive Angst gegen Mut, und Zweifel gegen Kühnheit tauscht, um seinem Ziel – dem Ende des Zweiten Weltkriegs – näher zu kommen? Und wie kann es sein, dass diesen tollkühnen Fritz Kolbe niemand von uns kennt? Fritz Kolbe, der nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs, im September 1939, von seiner Position im Deutschen Konsulat in Kapstadt nach Deutschland beordert wird, ist fassungslos. Aus Sicherheitsgründen lässt er seine Tochter in Südafrika zurück, denn er ahnt, dass das Naziregime in Berlin nichts Gutes für sein Leben bedeuten kann. Bereits auf der langen Überfahrt spürt er das sich konzentrierende radikale Auftreten der Nazis, die es kaum erwarten können für ihren Führer in einen eisernen Kampf aufzubrechen. Auf seinem neuen Posten im Auswertigen Amt in Berlin, quält ihn das Wissen über das Unrecht, das vielen Menschen widerfährt, und das er täglich in den geheimen Akten liest. Er fasst den Entschluss, das brisante Material aus dem Amt zu schmuggeln und es auf seinen Dienstreisen nach Bern den Amerikanern zuzuspielen. „Kolbe“ ist in zwei Perspektiven gegliedert. Es wechseln sich die Geschehnisse während des Krieges mit den Erinnerungen Fritz Kolbes, wenige Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs, ab. Grund dieser Szenenwechsel ist, dass Kolbe mehrfach versucht hat, seine eigene Geschichte niederzuschreiben. Da er allerdings nicht mit den Regeln des Schreibens vertraut ist, verzettelt er sich wieder und wieder. Aus diesem Grund veranlasst sein schweizer Freund Eugen Sacher den Besuch eines Journalisten und einer Fotografin. Gemeinsam ergründen sie Fritz´ Geschichte, hören ihm zu, fragen ihn aus. Zunehmend wird aus den journalistischen Notizen und dem Gespräch, die Geschichte um den vergessenen Spion aufgebaut. Typografisch kann der Leser stets zwischen diesen beiden Blickwinkeln unterscheiden. Die Geschichte Kolbes verläuft allerdings zunehmend zu einem aufregenden und dramatischen Gesamten. Andreas Kollender gelingt es, beide Perspektiven mit einer enormen Authentizität zu beschreiben, sodass keinerlei Zweifel an seiner Geschichte aufkommen. Auch wenn der Leser bereits weiß, dass in diesem Buch Realität und Fiktion vereint werden, um ein spannendes Gesamtbild zu projizieren. Kontinuierlich lernen wir mehr Details über Fritz Kolbe kennen und freuen uns, über – seine durch Selbstzweifel ausgelöste – authentische und bescheidene Menschlichkeit. Ein Charakter, der sich auch nach Kriegsende, beim Treffen mit den Journalisten, nicht verstellen muss. Besonders gelungen sind die fließenden Übergänge zwischen den Gesprächen in Kolbes Unterschlupf und den Geschehnissen in Berlin und Bern während des Krieges. Es gleicht einer Kamerafahrt zwischen den Perspektiven und ermöglicht es dem Leser, seinen eigenen inneren Film aufzubauen. buchundmedienblog.com

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