Andreas Krusch

 4.6 Sterne bei 10 Bewertungen
Autor von Lenas Erwachen, Das böse Wort und weiteren Büchern.
Andreas Krusch

Lebenslauf von Andreas Krusch

Mit "Das Böse Wort" veröffentlichte Andreas Krusch 2001 seinen Debütroman. In diesem spannenden Buch, in dem der Tod selbst eine Hauptfigur spielt, verarbeitete er den Krebstod seiner Mutter. Zuvor schrieb er mehrere Drehbücher und Kurzgeschichten. 2006 folgte sein Roman "Lenas Erwachen", eine packende Geschichte einer deutschen Familie während den Jahren 1937 bis 1945. "Das Joshua-Gen", ein Mystery-Thriller aus dem Jahr 2013 , ist sein dritter Roman und handelt von der bevorstehenden Apokalypse.

Alle Bücher von Andreas Krusch

Lenas Erwachen

Lenas Erwachen

 (4)
Erschienen am 01.09.2006
Das Joshua Gen

Das Joshua Gen

 (2)
Erschienen am 05.12.2013
Das böse Wort

Das böse Wort

 (4)
Erschienen am 01.07.2006

Neue Rezensionen zu Andreas Krusch

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Rezension zu "LENAS ERWACHEN" von Andreas Krusch

Schonungslos und voller Intensität
Ein LovelyBooks-Nutzervor 2 Jahren

Klappentext:
Die junge Lena ist Feuer und Flamme für den Führer. Mit zehn beginnt ihre Karriere in der nationalsozialistischen Bewegung. Die meisten an ihrer Schule folgen, jubeln: „Heil Hitler!“ Nur ein paar wenige zweifeln, stellen Fragen. Lenas ältere Schwester Karla ist eine von ihnen. Doch Lena will so etwas nicht hören. Der Umzug der Familie nach Berlin spornt sie noch an. Endlich dem Führer nah! Aber die Reichshauptstadt macht auch Karla Mut. Sie trifft auf eine Widerstandsgruppe. So geht jede der Schwestern ihren Weg, bis sie sich wiedersehen. In Auschwitz ... +++ 'LENAS ERWACHEN' (480 Normseiten) begleitet eine deutsche Familie von 1937 bis 1945. Viele zeitgenössische Dokumente wurden in die Handlung integriert, Zeitzeugen befragt, Fachliteratur herangezogen. Es geht nicht um bloße Unterhaltung, es geht darum, nationalsozialistischen Irrsinn widerzuspiegeln, zu erinnern, zu ermahnen. Damit es nie wieder so kommt.

Der Autor:
Andreas Krusch, Jahrgang 1961, schreibt seit 1993 Drehbücher, Kurzgeschichten und Romane. Krusch lebt als freier Autor in seiner Geburtsstadt Berlin. Weitere veröffentlichte Romane: Das Joshua Gen (Verlag Psychothriller GmbH), Das böse Wort (Verlage dtv und Psychothriller GmbH).

Meine Meinung:
1937. Die zehnjährige Lena ist anders als viele andere Mädchen in ihrem Alter. Sie schwärmt für Adolf Hitler und kann sogar seine Reden auswendig. Mit Feuereifer folgt sie dem nationalsozialistischen Regime, das sich mehr und mehr verbreitet. Man versteht es, den Menschen neuen Mut zu machen, sie dazu zu bringen, gemeinsam gegen die Feinde einzustehen oder einfach nur dafür zu sorgen, dass sie wegschauen, wenn es sein muss. Denn wem es gut geht, wer sollte dann etwas für andere tun oder gar fühlen?
Lena hat eine große Familie. Da sind Mutter Helene und Vater Hans. Die beiden könnten nicht unterschiedlicher sein. Helene ist immer auf der Suche nach etwas Besserem, Hans ein Freund der Juden, dem etwas Schreckliches widerfährt, das er sein Leben lang einfach nicht vergessen kann. Karla, Lenas Schwester hingegen, älter und ein Mädchen, dem man nicht so schnell etwas vormachen kann, und das die Dinge hinterfragt, steht auf der anderen Seite. Doch die muss sie andauernd verbergen, denn Vaterlandsverräter werden so geächtet wie die jüdische Bevölkerung. Karl, der kleine Bruder weiß schon sehr früh, was er will: Dem Führer dienen und den Feind schlagen. Und da ist noch Peter, der geistig nicht ganz auf der Höhe ist. Ein lieber Junge, um den sich Lena als Schwester kümmert, denn er braucht ständig Hilfe und kennt nur ein Wort: Heilt!
Sie alle bilden die Familie Beck, die gemeinsam oder einsam durch die Jahre des 2. Weltkriegs taumeln, getrieben von den manipulativen Geschicken des Nationalsozialismus.

"Lenas Erwachen" ist ein bewegender und schonungsloser Roman, der in den Jahren 1937 bis 1945 handelt. Langsam und bedächtig erzählt er vor allem Lenas Entwicklungsweg. Vom Anfang des Krieges bis zum bitteren Ende.
Neben der Familie spielen auch Lenas Freundinnen Liddi und Lotte eine Rolle, mit denen sie eine tiefe Freundschaft verbindet.
Man erhält unheimlich viele Informationen. Über den Bund Deutscher Mädel (der weibliche Zweig der Hitlerjugend), Auszüge aus Reden, Lieder, die damals gesungen wurden und Schlagzeilen, die widerspiegelten, in welcher Zeit die Menschen lebten.
Das alles macht die Geschichte so realistisch. Es ist, als wäre man damals dabei gewesen. Man hört die Sirenen, spürt die Furcht, sieht das Leid in seiner allerschlimmsten Form.
Auschwitz wird zuletzt noch ein großes Thema, und ich muss sagen, dass ich öfter aufhören musste mit dem Lesen und Pausen brauchte, so sehr nahmen mich die Schilderungen mit. Auch Hans und Sophie Scholl, sowie Anne Frank bleiben nicht unerwähnt.

Man fragt sich heute noch, wie so etwas geschehen konnte. Mit welchen Mitteln Propaganda betrieben wurde, wie schon die Jüngsten gedrillt wurden. Man hat beim Lesen ständig Herzklopfen, weil man sich Sorgen um Karla macht, die jederzeit mit ihrer kleinen Widerstandsgruppe auffallen kann oder um Peter, der keiner Fliege etwas zuleide tun könnte. Und wie man sich denken kann, wird hier nichts beschönigt.

Eine sehr gut recherchierte, mit einem einnehmenden Schreibstil verfasste Geschichte, die berührt, wütend und unsagbar traurig macht.

5 Sterne.

Kommentare: 1
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AutorinMonaFricks avatar

Rezension zu "LENAS ERWACHEN" von Andreas Krusch

Wehret den Anfängen ...
AutorinMonaFrickvor 3 Jahren

Es ist das dritte Buch von Andreas Krusch, und jedes ist völlig anders, sowohl thematisch als auch vom Schreibstil. Und jedes ist beeindruckend.
Hier verfolgt man die anfängliche Begeisterung, die Lena und mit ihr die Freundinnen für Hitler empfanden. Ihre Leidenschaft, mit der sie in der Jugend mitarbeitet, selbst, als der Krieg ausbricht. Immer weiter verfällt sie der Propaganda und will das Offensichtliche nicht wahrhaben.
Dramaturgisch gut aufgebauter Roman, in dem Lenas Familie, und vor allem Lenas Entwicklung minutiös geschildert wird im Laufe der Jahre, ab Hitlers Machtergreifung und seinen immer häufigeren Kriegserklärungen. Von Anfang an hatte ich Angst um den Zwillingsbruder und die im Untergrund agierende Schwester Karla.
Besonders gelungen fand ich auch die Ausarbeitung der einzelnen Charaktere samt deren Sprache, zum Beispiel bei den berlinernden Bauarbeitern. Es sind, bis auf Hitler und seine Schergen selbst natürlich, und zum Beispiel Lenas Onkel und Cousine, ganz normale Leute, deren Verstand einfach nicht wahrnehmen will, was die Augen doch sehen sollten. Man kann ihnen kaum böse sein, sondern denkt immer nur, schaut hin! Eindringlich werden die Kriegsnöte im zerbombten Deutschland gezeigt und das unermessliche Leid in den Konzentrationslagern.
In dieser Geschichte wird einem einmal mehr das ganze Unglück schonungslos offenbart, das Hitler und mit ihm der Hass auf eine einzelne Bevölkerungsgruppe, die zum Sündenbock erkoren wurde, über die Menschheit bringen konnte. Und sie macht einem Angst vor der Zukunft, weil man dachte, das könnte nie mehr gelingen ...

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AutorinMonaFricks avatar

Rezension zu "Das böse Wort" von Andreas Krusch

Heftig, hart und doch gut!
AutorinMonaFrickvor 3 Jahren

Gerade habe ich das Buch ausgelesen und stehe noch ganz unter dem Bann des Buches. Mal rührend, mal spannend, mal lustig, mal bleibt einem der Klos im Hals stecken. Klare Empfehlung für das Buch und danke für die kleine Hoffnung, die geweckt wird, dass das Danach Schönes für einen bereit hält! Nicht das erste Buch, das ich von Andreas Krusch lese, und nicht das letzte ...

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Gespräche aus der Community

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AndreasKruschs avatar
Als meine Mutter an Krebs starb, besetzte mich eine Leere. Ich füllte sie mit Aktivität, räumte auf, renovierte die gemeinsame Wohnung, ordnete Briefe, Fotos, sortierte Kleider aus. Aktion. Aktion. Aktion. Bloß nicht nachdenken, lieber verdrängen ... Klappt aber nicht.
Also setzte ich mich hin mit ihren letzten Notizen aus der Klinik. Wir hatten ein Buch daraus machen wollen, nach ihrer Genesung. Nun schrieb ich das Buch allein. Es wurde ein Mystery-Thriller. Die Presse war angetan:

"Im Debütroman von Andreas Krusch wirbt der Tod höchstpersöhnlich um die Hauptfigur" – Der Spiegel
"Der Krebstod seiner Mutter war der Auslöser, ein spannendes, modernes Märchen um Leben und Tod zu schreiben" – Kölner Express
"Dies sehr feinfühlig herausgearbeitet zu haben, ist die Leistung dieses Buches" – Neues Deutschland
"Buchtipp der Woche" – Siegerländer Wochenanzeiger

Aber bis heute ist da ein blödes Gefühl geblieben. Diesen Roman verdanke ich nur dem Krebstod meiner Mutter. Was meint ihr: sollte man Krankheit und Tod seiner Angehörigen unterhaltend verarbeiten? Darf man das?
Zum Thema

Zusätzliche Informationen

Andreas Krusch im Netz:

Community-Statistik

in 25 Bibliotheken

auf 7 Wunschlisten

von 1 Lesern aktuell gelesen

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