Andreas Kumpf

 4.7 Sterne bei 3 Bewertungen
Autor von Glück im Alter, Verabredet mit dem Glück und weiteren Büchern.

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Andreas KumpfGlück im Alter
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Glück im Alter
Glück im Alter
 (2)
Erschienen am 01.02.2012
Andreas KumpfVerabredet mit dem Glück
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Verabredet mit dem Glück
Verabredet mit dem Glück
 (1)
Erschienen am 24.09.2015
Andreas KumpfSelbst
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Selbst
Selbst
 (0)
Erschienen am 01.09.2013
Andreas KumpfServicekultur als Erfolgsfaktor
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Servicekultur als Erfolgsfaktor
Andreas KumpfBerechnung von gebundenen Zuständen und reaktiver Streuung dreiatomiger Systeme
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Andreas KumpfBalanced Scorecard in der Praxis
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Neue Rezensionen zu Andreas Kumpf

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W

Rezension zu "Verabredet mit dem Glück" von Andreas Kumpf

Beeindruckende Gespräche
WinfriedStanzickvor 3 Jahren


Im Vorwort zu seinem hier vorliegenden Buch berichtet der Psychologe und Coach Andreas Kumpf von einer ihn erschütternden Beobachtung, bei der ihm vor Jahren auffiel, wie viele Menschen, an denen er in der Stadt vorbei lief, in ihren Gesichtern einen Ausdruck großen Unglücks trugen. Damals begann er sich auch wissenschaftlich mit dem Thema zu beschäftigen. Die Psychologie vor allem hat eine Menge dazu zu sagen, spricht von Lebenskurven und Hormonen, aber bei der Antwort auf die Frage, wie genau man glücklich wird und es auch bleibt, kommt nur wenig Erkenntnis.

Andreas Kumpf hat sich auf die Suche gemacht und in insgesamt 130 Gesprächen mit den unterschiedlichsten Menschen etwas herausgefunden,  was bei  allen Gesprächspartnern eine Rolle spielte und generalisierbar scheint.

Siebzehn von diesen Gesprächen hat er im Buch dokumentiert. Neben ganz normalen, der Öffentlichkeit völlig unbekannten Menschen, hat er neben Ärzten und Psychotherapeuten auch Vertreter der großen Weltreligionen befragt. Auffällig ist, aber nicht besonders erwähnt, dass darunter kein Vertreter des Islam war.

Egal, mit wem er sprach: in jeder Lebensgeschichte gibt es einen Moment, einen Punkt, der den sich anschließenden Kurs des Lebenswegs bestimmt. In Richtung Glück oder zumindest in Richtung Glückssuche.

Es scheint ziemlich klar, dass sich dieser Punkt zu jedem Zeitpunkt des Lebens ereignen oder "offenbaren" kann. Es liegt an  jedem Einzelnen, diesen Kairos zu erkennen und eine entsprechende Entscheidung zu treffen.
Andreas Kumpf glaubt, dass die Lektüre seiner Porträts seinen Lesern helfen kann, diesen Punkt im eigenen Leben nicht nur zu entdecken, sondern seiner Botschaft zu folgen.
Das  Porträt, das mir am nachhaltigsten in Erinnerung geblieben ist, ist das mit Paul Chaim Eisenberg, dem Oberrabbiner von Wien. Er erzählt von einer Stelle aus dem Talmud, wo es heißt:
"Wer wird geehrt? Der, der die anderen ehrt! Wer ist weise? Der, der von jedem Menschen lernt! Wer ist ein Held? Der, der seine Triebe beherrscht! Wer ist reich? Der, der glücklich ist mit dem was er hat."

Genau das mache glücklich, wenn man es teilen kann, also in der Lage ist, andere zu beglücken.

Das stimmt, bestätigt der Rezensent, der in der dunkelsten Phase seines Lebens diese Einsicht hatte und ihr seitdem jeden Tag gefolgt und glücklich dabei ist

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R_Mantheys avatar

Rezension zu "Glück im Alter" von Andreas Kumpf

"Sorge, aber sorge nicht zu viel. Es kommt doch alles wie Gott will."
R_Mantheyvor 3 Jahren

Diese zwei Sätze findet man auf einem Foto in diesem Buch. Es zeigt ein Tuch, in das sie fein säuberlich gestickt wurden und das irgendwo bei Erna und Willi an der Wand hängt. Andreas Kumpf hat Erna und Willi besucht, weil sie von sich behaupten, glücklich zu sein. Sie haben ihm ihr Leben erzählt und ihr Glück erklärt. Wenn man das und die 20 anderen kurzen Vorstellungen liest, wird deutlich, wie verschieden Menschen empfinden und wie unterschiedlich die Ratschläge ausfallen, die anderen für persönliches Glück mit auf den Weg gegeben werden.

Glück ist zunächst nichts weiter als ein abstrakter Begriff, über dessen Inhalt sich selbsternannte Experten gerne streiten. Jeder Mensch wird dieses Gefühl jedoch für sich auf seine ganz eigene Weise empfinden und definieren. Im Alter wird ein Glücksgefühl sich anders anfühlen als in der Kindheit oder in der Jugend. Wenn man rüstig bleibt, sich nicht einsam fühlt und ohne Gram auf die vergangene Lebenszeit zurückblicken kann, dann werden das wohl die meisten Alten in irgendeiner Weise als Glück empfinden.

Zwischen Vorwort und Nachbetrachtung stehen in diesem Buch 21 Lebensgeschichten, erzählt von alten Menschen. Manchmal sind es eigentlich zwei Leben, denn oft werden Paare vorgestellt. Der Autor hat sie besucht, interviewt und fotografiert. Trotz der Kürze sind diese Geschichten nicht selten berührend. Aber können sie uns ein Rezept oder wenigstens Ratschläge vermitteln, damit wir auch im Alter glücklich sind? Wohl eher nicht, denn wie wir selbst empfinden werden, entscheidet sich allein in unserem Kopf.

Wenn man etwas aus diesem Buch lernen kann, dann ist es die sich immer wieder in den Lebensläufen dieser Menschen wiederholende Erfahrung: Ob man glücklich ist, entscheiden nicht die Umstände des Lebens, sondern das individuelle Empfinden dieser Umstände. Unter diesem Gesichtspunkt lesen sich die völlig verschiedenen Lebensberichte wie eine einzige Lektion. Denn mit der Erfahrung des Alters sieht man wohl das Wesentliche deutlicher als je zuvor.

Ohne dieses gemeinsame Band wird man das Buch jedoch wie eine Sammlung von kurz beschriebenen Lebensläufen betrachten, die aus einer anderen Zeit stammen, irgendwie fremd klingen, wenn man noch jünger ist als die Befragten, und die vielleicht als nicht relevant abgetan werden können, weil inzwischen eine andere Zeit angebrochen zu sein scheint. Doch das könnte ein Irrtum sein.

Merkwürdigerweise werden in westlichen Kulturen die letzten Lebensabschnitte von Menschen seltsam behandelt. Sie erscheinen nicht zum Normalzustand des Lebens zu gehören, was im Angesicht alternder Gesellschaften paradox wirkt. Alte Menschen werden oft wieder wie Kinder behandelt. Auch in diesem Buch herrscht ein seltsamer Grundton. Es sind eben Erna und Willi und nicht Herr und Frau Sowieso. Vielleicht hat das der Autor nicht bemerkt, und sicher wird er es weit von sich weisen. Aber nachdenken könnte man darüber vielleicht doch einmal, denn schließlich werden wir alle mal alt, auch wenn wir uns das nicht vorstellen können oder wollen.

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W

Rezension zu "Glück im Alter" von Andreas Kumpf

Rezension zu "Glück im Alter" von Andreas Kumpf
WinfriedStanzickvor 7 Jahren

Das Alter wird wieder neu entdeckt. Das hängt nicht nur damit zusammen, dass die Menschen immer älter werden, auch nicht daran, dass man in Zukunft mehr von ihnen brauchen wird mit ihren unschätzbaren Erfahrungen und Kenntnissen in einer Gesellschaft, in der seit langem die nachwachsenden Jahrgänge kleiner werden.

Es ist eine Wiederentdeckung von etwas, was seit biblischen Zeiten zur Kultur der Menschen gehörte, in einer Phase des Jugendlichkeitswahns seit einigen Jahrzehnten aber in Vergessenheit zu geraten drohte. Ich rede von der Achtung vor dem Alter, dem Respekt vor der Lebensleistung und der Lebenserfahrung von Menschen. Ich rede von der Weisheit, die ein Mensch erlangt, wenn er siebzig, achtzig oder gar über neunzig Jahre durch Höhen und Tiefen, mit schönen und schmerzhaften Erfahrungen, zuletzt auch mit immer mehr Erfahrung von Verlust, sein Leben gelebt hat.

Andreas Kumpf hat 21 alte Menschen zwischen 65 und 95 Jahren besucht und mit ihnen lange Gespräche geführt. Den beiden jungen Fotografen Carina Hinterberger und Sebastian Freiler ist es auf eine beeindruckende Weise gelungen, durch ihre ausdrucksstarken Bilder etwa einzufangen und sichtbar zu machen von den unterschiedlichen Lebensspuren der Menschen, die da aus ihrem Leben erzählen.
Es war eben nicht immer nur Glück, das diesen Menschen begegnet ist. Ganz im Gegenteil. Sie berichten von Erfahrungen des Krieges, des Leides und des Verlustes. Doch rückblickend erkennen alle auf ihre unterschiedliche Weise die Spuren, die das Glück in ihrem Leben dauerhaft hinterlassen hat. Für den Leser wird deutlich: es gibt da kein Rezept, sondern den „Schlüssel für die Essenz des Glücks“ hat jeder Mensch mit seinem unverwechselbaren Leben und seinem Schicksal selbst in sich.

Vielleicht ist es so etwas wie die Gnade des Alters, dass man mit zunehmender Lebenszeit die Dinge und die Welt differenzierter, manchmal weiser zu sehen lernt. Dass man mit jedem Jahr und mit jeder Krise mehr lernt, was wichtig ist im Leben und dafür eine stille und glückliche Dankbarkeit empfinden kann.

Ich wünsche diesem Buch viele auch junge Leser. Ich wünsche jedem das offene Herz, diese Lebensgeschichten in sich hineinzulassen, sie nicht als alte Kamellen von alten Leuten abzutun, sondern in ihnen etwas zu entdecken, was ihr eigenes, von Hektik und Stress geprägtes Leben bereichern kann. Ein Leben in einer Welt, in der es scheint, als sei das Glück etwas Materielles, das mit Jungsein und Schönheit, mir Erfolg und Begehrtwerden zu tun habe.

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