Andreas Kurz Ohne Ziel

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Inhaltsangabe zu „Ohne Ziel“ von Andreas Kurz

Unschuld verliert man nicht, sie hört einfach irgendwann auf. Simon ist sechzehn und findet auf einem seiner Streifzüge durch den nahen Wald dort versteckte Gewehre. Eines davon nimmt er mit nach Hause. Als er durch Zufall auch noch in den Besitz einer einzelnen Patrone gelangt, ändert sich sein ganzes Leben. Fasziniert vom Gefühl der Macht kreisen seine Gedanken nur noch um die Tatsache, damit jederzeit Schicksal spielen zu können. Als er Blacky kennenlernt, möchte er ihr imponieren und verrät dabei mehr, als gut für ihn ist. Als sich schließlich die Besitzer des Gewehrs auf die Suche nach ihm machen, muss er sich entscheiden, ob er wirklich auf einen anderen Menschen zielen und abdrücken kann.

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  • Rezension zu "Ohne Ziel" von Andreas Kurz

    Ohne Ziel
    Wir-Lesen

    Wir-Lesen

    19. June 2012 um 19:03

    Simon ist 16 Jahre alt und lebt bei seiner Großmutter am Stadtrand von München. Er ist ein Einzelgänger und nennt sich selbst Bandido. Die beiden werden von Simons Großonkel Friedel unterstützt. Die meiste Zeit verbringt Simon im nahegelegenen Wald. Er streift einfach so umher und weiß eigentlich nicht viel mit sich anzufangen. Als er so eines Tages wieder unterwegs ist sieht er plötzlich zwei Männer, die etwas im Wald vergraben. Simon ist neugierig und findet so Gewehre. Eines davon nimmt er an sich und übt fortan nachts damit umzugehen. In Friedels Wohnung findet Simon zudem noch eine passende Patrone. Nun fühlt er sich mächtig und wünscht sich jemanden der es mit ihm aufnehmen kann. Da Simon mehr über die Gewehre herausfinden möchte beginnt er nachzuforschen. Dabei lernt er Blacky kennen und gerät in eine Sache hinein, die er sich so nie gewünscht hat. Hätte er einen Gegner doch niemals heraufbeschworen. „Ohne Ziel“ von Andreas Kurz ist ein Roman über einen Jugendlichen, der sich auf der Schwelle zum Erwachsenwerden befindet.. Der Autor zeigt auf wie sich der Junge verändert und seinen Sexualtrieb entdeckt, welche Konflikte in der Familie entstehen und auch das Thema Gewalt und Macht spielt eine sehr große Rolle. Der Protagonist Simon ist 16. Er will gerne eine Freundin haben und Sex und schaut dem weiblichen Geschlecht nur zu gerne nach. Seine Familie ist zerrüttet. Er lebt bei seiner Großmutter, ist aber genervt von ihr und seinem Großonkel, die beide in Simon noch immer den kleinen Jungen sehen. Simon fühlt sich als Außenseiter und Versager. Durch das gefundene Gewehr aber glaubt er etwas gefunden zu haben, das ihn zu Jemand macht. Er würde gerne Schicksal spielen. Bei seiner Recherche lernt er Blacky kennen. Sie ist die Schwester von einem der Männer. Simon hilft ihr ab und zu und verliebt sich dabei in sie. Der Schreibstil des Autors ist einfach. Andreas Kurz nutzt kurze Sätze, so dass man als Leser innerhalb kurzer Zeit viele Informationen erhält. Desweiteren benutzt der Autor sehr oft Vulgärsprache. Mir persönlich war dies allerdings an manchen Stellen etwas zuviel davon. Die Handlung an sich ist spannend. Am Anfang ist es vielleicht etwas langatmig aber dies gibt sich schnell. Das Ende passt gut zum Gesehen, auch wenn es leider etwas vorhersehbar ist. Fazit: „Ohne Ziel“ von Andreas Kurz ist ein Roman übers Erwachsenwerden, Gewalt und damit verbundene Macht. Die Handlung ist spannend gehalten und die Charaktere kommen authentisch rüber. Ein Roman der zum Nachdenken anregt und auf jeden Fall lesenswert ist. Manja82 aus dem Team von Wir Lesen

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  • Rezension zu "Ohne Ziel" von Andreas Kurz

    Ohne Ziel
    Sky

    Sky

    20. December 2011 um 19:03

    Meine Meinung Simon hat es nicht und fristet ein Leben als Einzelgänger, als Loser der Gesellschaft. Mit seinen sechzehn Jahren lebt er bei seiner Großmutter, da die eigene Mutter ihren Sohn nicht beachtet und Simon niemals eine Beziehung mit ihr aufbauen konnte, und verbringt seine Nachmittage im nahe gelegenen Wald ihres heruntergekommenen Stadtrandhauses. Unterstützt werden die Beiden vom Großonkel Friedel, dessen Sohn Manfred, ein Unteroffizier bei der Bundeswehr, gestorben ist und er sich seitdem mit dem Leben herumschlägt. Zwischen all dem steht Simon, der sich selbst Bandido nennt, und als Fluchtpunkt vor den Gefühlen ein ewiger Versager zu sein, wie seinen Hass auf alle in seiner Umgebung, seine Nachmittage im Wald verbringt. Doch als er diesmal durch die vertraute Gegend streift, sieht er wie zwei Männer etwas im Wald vergraben und ihre Spuren versuchen zu verwischen. Seine Neugierde ist geweckt und er findet Gewehre und greift sich eines davon. Mit diesem übt er täglich in der Nacht und findet schließlich eine passende Patrone bei Friedel im Zimmer des verstorbenen Manfred. Allmachtsgefühle machen sich in ihm breit und er wünscht sich jemanden treffen zu können, der es mit ihm aufnehmen kann. Er will mehr über die Gewehre wissen und macht sich auf die Suche nach dem Männer und findet dabei Blacky. Blacky ist die Schwester von einem der beiden Männer, die er im Wald gesehen und zudem die Person, in die er sich verliebt und gerät in eine Sache, bei der er sich wünscht, niemals einen Gegner heraufbeschwören zu haben. "Ohne Ziel" ist ein Roman über das Heranreifens eines Jungen zu einem Mann und die Veränderung des Körpers wie dem Trieb nach Selbstverwirklichung und Sexualität wie über Gewalt und die wechselnden Verhältnisse zwischen Opfern und Tätern. Simon will wie jeder anderer Sechszehnjähriger eine Freundin und Sex, schaut jedem weiblichen Geschöpf gedankenabschweifend hinterher und ist genervt von seiner Großmutter wie seinen Großonkel Friedel, da sie ihn immer noch behandeln als wäre er noch ein „Bub“. Mit seinem Umfeld und momentanen Lage kann er sich nicht Zufrieden geben und er fühlt sich als Versager und Loser der Gesellschaft. Mit der Waffe glaubt er, er wäre Jemand, denn niemand sonst weiß von dem Gewehr und mit der Patrone kann er das Schicksal bestimmen. Die Verzweiflung wie Veränderung des jugendlichen Protagonisten stellt Andreas Kurz realistisch, wenn auch zeitweise ordinär, da und macht aus Simon einen interessanten und identifiktationsfähigen Charakter und setzt ihn in ein tragisches Setting. Er beschreibt die Gewaltspirale, die sich im familiären Gefüge abspielt, wie die einzelnen Beteiligten sich jeweils fühlen. Das Opfer, das zukünftig immer wieder Opfer wird, weil ihm nie geholfen wird wie auch denen, die wissen was geschehen, aber wegsehen und aus Angst nicht helfen. Die Ohnmacht, Verzweiflung wie das zerrüttete Verhältnis innerhalb der Familie bringt der Autor zum Ausdruck und wie sich das Verhalten durch weitere Generationen ziehen kann, wenn man den Zyklus nicht durchbricht. Andreas Kurz schreibt von Opfern, die ausgesetzt ihrer Pein, bei ihren Tätern aus Zwang bleiben wie auch über die Kraftlosigkeit dieser sich gegen ihre Peiniger zu erheben und von denen die sich erheben und wie ein in die Ecke getriebenes Tier zur Wehr setzen und das in einem einfachen Schreibstil, der zwar mit kurzen Hauptsätzen arbeitet nicht anspruchsvoll zu lesen, aber keineswegs anspruchslos ist. Bei der Wortwahl muss man sich auf Vulgärsprache gefasst machen, die aber passend und emotionsunterstreichend genutzt wird. Die Figurenkonstellationen wie auch die Charaktere selbst sind authentisch und machen das Lesen des Romans, aufgrund der erdruckenden Umstände, zu keiner Leichtigkeit und wie auch lässt das Ende einen Schlucken. „Ohne Ziel“ entwickelt sich auf die letzten Zeilen hin immer mehr zu einen spannungsgeladenen Drama, dessen Schluss sich nahtlos in das Gesamtgebilde einfügt, auch wenn es eher vorhersehbar ist, rundet den gesamten Roman ab und lässt Platz für Lebensphilosophie und Moral. Denn „Unschuld verliert man nicht. Sie hört einfach irgendwann auf.“ Fazit „Ohne Ziel“ ist ein spannender und tragischer Roman über Gewalt und die dadurch wechselnden Machtverhältnisse, Ohnmachtsgefühle wie Hilflosigkeit von Tätern und Opfern. Ein lesenswerter Roman mit Moral und Nachdenkpotenzial.

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