Andreas Möhn Corpus Sacrum

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Inhaltsangabe zu „Corpus Sacrum“ von Andreas Möhn

Germania, 140 A. D.: Die junge Sklavin Charis muss zu ihrem Leidwesen nach Aquae Mattiacorum, dem heutigen Wiesbaden umziehen - ein wildes Grenzland zwischen Rhein und Limes. Es ist eine Zeit des Abstiegs. Barbarische Einwanderer dringen von den Rändern in das Imperium ein, in Roms Gesellschaft breitet sich Bildungslosigkeit, Intoleranz, Aberglaube und religiöser Fundamentalismus aus. Besonders gefährlich ist das Corpus Sacrum, die Sekte der orientalischen Göttin Deum Mater, die mitten im Römischen Reich ihren Gottesstaat zu errichten trachtet. Auch Charis gerät in den Bann dieser Sekte – und zwischen die Fronten eines Konflikts, der Germania an die Grenzen eines grausamen Krieges führen kann. Andreas Möhns Roman ist die fesselnde Darstellung einer gewaltsamen Zeit. Römer und Germanen kämpfen um die zukünftige Ordnung Europas – und die junge Sklavin Charis um ihre Liebe.

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  • Rezension zu "Corpus Sacrum" von Andreas Möhn

    Corpus Sacrum

    sabisteb

    27. August 2010 um 14:41

    Aqua Mattiacorum (Wiesbanden) 140 A. D. Eine Zeit des Umbruchs. Vier Jahre zuvor wurde der Aufstand der Iudäer blutig niedergeschlagen und der Limes wird langsam aber sicher von barbarischen Einwanderern überrannt. „lass einen einzigen Germanen nur herein […] seine Kinder werden einen Hof füllen, seine Kindeskinder ein Dorf, seine Urenkel einen Landkreis. (S. 278 )“ Der Bildungsnotstand, Aberglaube und religiöser Fanatismus greifen immer mehr um sich. Genau zu dieser Zeit muss die Sklavin Charis nach dem Tode ihres Herren mit ihrer neuen Besitzerin aus dem warmen Emona (Ljubljana) an den kalten Rhein umziehen. Gleich hinter dem Holzzaun des Limes beginnt das Land der Barbaren, das wilde Germanien und Charis ist bei dem Gedanken nicht ganz wohl in ihrer Haut. Auch eine gefährliche Sekte namens „Corpus Sacrum“ hat sich auf den langen Weg an den Rand der zivilisierten römischen Welt gemacht und versucht in Aqua Mattiacorum einen Gottesstaat zu errichten. Die Priester der „Deum Mater“ des „Corpus Sacrum“ versuchen mit wissenschaftlichen Tricks, Scharlatanerie und Gewalt die ungebildeteren Menschen dieser Randzone des römischen Reiches, ihrer Macht zu unterwerfen. Die Gelegenheit und der perfekte Vorwand für den Befehlshaber der römischen Legionen in Mogontiacum (Mainz) und Aqua Mattiacorum endlich einmal richtig aufzuräumen. Zwischen diesen Fronten steht Caius Restitutus, Gelehrter und Priester der Mondgöttin. Er soll als Opferherr des Drusus verhindern, dass es zur Katastrophe kommt, dabei ist er eher schüchtern und möchte sie lieber seinen Studien widmen. Die Sekte des „Corpus Sacrum“ ist zwar fiktiv, aber damals gab es tatsächlich ein aufflammen der östlichen Mysterienkulte, zu denen nicht zuletzt auch das Christentum gehört. Alle diese Religionen verkündeten das baldige Ende der Welt und versuchten auf ihre art Anhänger an sich zu binden. Der Autor benutzt die Geschichte um das „Corpus Sacrum“ als Vehikel aktueller Sozial und Religionskritik. Religionen und Kulte, die versuchen die Menschen zu verdummen und auszunehmen und sich dabei jedoch selber der neuesten Wissenschaft bedienen sind auch heute noch an der Tagesordnung. Die Praktiken des Corpus Sacrum erinnern mich da stark an moderne Sekten, die sich ähnlicher Methoden bedienen und auch die Familien der Anhönger teilweise mit Gewalt und Kontrolle gefügig machen, zwangsrekrutiert und Aussteiger ermordet und bedrohen. Viele Gegebenheiten, die einem in diesem Buch begegnen ereignen sich in ähnlicher Form gerade wieder. Das Militäraufgebot beim Drususfest erinnert an gewisses präventive Handlungen nach dem 11. September. Angst vor Anschlägen und extremen Religionsgemeinschaften gipfelt in Militärpräsenz und Präventivschlägen. Der Titel "Limesroman" ist ein wenig irreführend. Die Handlung spielt zwar am Limes, doch hat dieser keine tiefere Bedeutung für die Geschichte. Besser wäre "Roman des antiken Wiesbanden", oder etwas ähnliches, gewesen Das Konzept der Geschichte und die Geschichte selbst sind spannend. Die Figuren gut gezeichnet. Die Sprache jedoch gehört gestrafft. Diese teilweise extrem geschwollene Redeweise, die an (schlechte) lateinische Übersetzungen erinnert, wird verhindern, dass das Buch ein breites Publikum erreicht. Guter Stil bedeutet heutzutage nun einmal eine klare (nicht zu verwechseln mit einfacher) Ausrucksform, die hinter die Geschichte zurücktritt. Die Sprache soll die Geschichte transportieren und sie nicht stören und behindern, wie das hier teilweise leider der Fall war. Das Buch ist ausgestattet mit einem sehr umfangreichen Glossar der Figuren, Orte und lateinischen Ausdrücke. Des weiteren einer Zeittafel und einer Chronologie der Ereignisse des Buches. Drei Karten zur Orientierung runden das Ganze ab.

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