Andreas Münzner Stehle

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Inhaltsangabe zu „Stehle“ von Andreas Münzner

Als Robert und seine Mitbewohner einen Raum in ihrer WG vermieten wollen, kommt der bescheidene Einzelgänger Stehle auf den ersten Blick gerade recht. Er ist hilfsbereit, ordentlich, ein wenig seltsam vielleicht, aber liebenswert. Doch mit Stehle hält unmerklich noch etwas anderes Einzug, etwas subtil Bedrohliches, eine stille Zerstörungskraft. Erst verschwinden Kleidungsstücke, dann erfolgen Übergriffe auf Roberts Computer, und manchmal machen es sich wildfremde Besucher in der Wohnung bequem. Langsam bemächtigt sich Stehle des Alltags der anderen mit scheinbar unbekümmerten, aber immer dreisteren Grenzüberschreitungen. Roberts schön geordnetes Leben löst sich mehr und mehr in Chaos auf: die Wohngemeinschaft zerbricht, sein Arbeitsplatz geht verloren und schließlich verbündet sich auch noch die Freundin mit Stehle. Mit einem meisterhaften Sprachsog der Beiläufigkeit beschwört Andreas Münzner die Geschichte einer grotesken Eskalation. Er liefert den Leser an eine aberwitzige literarische Figur aus, einen Fabulierkünstler, Hochstapler und schillernden Sonderling, den man einfach gernhaben muss – solange er nicht vor der eigenen Wohnungstür steht.

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  • Rezension zu "Stehle" von Andreas Münzner

    Stehle
    Clari

    Clari

    19. June 2008 um 11:04

    Andreas Münzner Stehle liebeskind ISBN 3935890559 Über die Abgründe des Menschen am Beispiel eines Sonderlings. Robert, der Icherzähler dieses Romans, hat es geschafft: mit einem Freund und zwei Frauen bewohnt er eine WG. Er ist Programmierer, verdient am meisten und ist der Hauptmieter. In der WG der Freunde erscheint eines Tages ein sonderbarer Mensch: er hat nichts, braucht nichts und will doch gleich in die kleine Kammer neben der Tür einziehen, die für die WG bisher nur Ballast beherbergt hat. Trotz der Einwände eines Freundes wollen es die Mitglieder mit Stehle, so heißt der Neue, versuchen. Stehle bezieht eine Kammer, die voll gemüllt war, und als alternativer Zeitgenosse ist ihm das Zimmerchen gerade recht. Er bringt einen Anorak und eine Zahnbürste mit. Alles Weitere ergibt sich! Sehr subtil und unscheinbar erkennen die anderen, dass da in der Tat ein Sonderling neu eingezogen ist. Jeans und Pullover der anderen sind häufiger einfach verschwunden, oder sie haben in der Waschmaschine ihre Form verloren. An Roberts Computer hat sich jemand zu schaffen gemacht, und auf einer Party verlustiert sich Stehle mit der polnischen Küchenhilfe. Dann zerbricht die ganze WG und Robert findet eine Wohnung für sich, klein, überschaubar und ganz auf seine Bedürfnisse zugeschnitten. Als Robert zufällig Stehle in einem Supermarkt trifft, lässt er sich erneut mit ihm ein, und die Geschichte geht erst richtig los. Die Eskapaden von Stehle weiten sich aus und führen zu unvorhergesehenen Absurditäten. Andreas Münzner beschreibt mit schwarzem Humor ein Stück Psychogeschichte. In ihr mischt sich Wahrheit und Fiktion, und in ihr findet man den ganz normalen Alltagswahnsinn auf die Spitze getrieben. Die Aussteigermentalität und das tägliche zu beobachtende Stalking spiegeln unseren Alltag treffend wider. Die Verrücktheiten unseres Alltags mit ihren unterschiedlichen Gesichtern finden sich hier zusammen gedrängt, skurril, witzig und zuweilen unheimlich. Robert kann sich den Verrücktheiten nicht entziehen, hat sogar zuweilen selber Spaß am Mitspielen, und pendelt doch zwischen seiner Welt der Normalität und jener der Absurdität hin und her. Ein hoch aktueller Roman, teils Science - Fiktion, teils der Realität abgeschaut, auf jeden Fall amüsant und ein wenig schauerlich zu lesen.

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