“...Ich rutschte eine Stück nach hinten und nahm ihn genau in Augenschein. Die blutunterlaufenen Streifen an seinem Hals und der starre, glanzlose Blick ließen mich schlucken. Einige Sekunden brauchte es, bis ich mich der Wahrheit stellte…“
Zoe wacht in einer fremden Wohnung auf, findet einen Toten neben sich im Bett und hat einen kompletten Filmriss. Jetzt gilt es, Schadensbegrenzung zu betreiben. Dazu gehört, dass sie alles akribisch fotografiert.
Der Autor hat einen fesselnden Krimi geschrieben. Der Schriftstil sorgt für den hohen Spannungsbogen. Die Geschichte wird von Zoe selbst erzählt. Gleichzeitig gibt es ab und an Rückblenden in die Vergangenheit der Protagonisten.
Zoe beschließt, den Fall selbst in die Hand zu nehmen. Ich mag ihren trockenen Humor.
„...Aber blieb mir denn eine Wahl? Zu Hause sitzen, Däumchen drehen und abwarten bis die Herren in Blau an meiner Tür klingelten, war als Alternative nicht gerade verlockend…“
Sie wendet sich an Marlies, eine ehemalige Freundin und Rechtsmedizinerin. Hier wird sanft angedeutet, dass es in Zoes Leben vor drei Jahren ein Ereignis gegeben haben muss, das sie auf der sozialen Leiter ziemlich nach unten gestoßen hat. Seitdem arbeitet sie in einem Callcenter.
Als es dort ebenfalls zwei Tote gibt, wird es für Zoe eng. Dabei weiß der ermittelnde Kommissar noch gar nicht, dass sie auch in den ersten Fall involviert war.
„...Zwar wusste ich nicht, ob ich bei Fortuna einen Stein im Brett hatte, aber vielleicht gelang es mir, den wahren Täter aufzuspüren, um als Unschuldslamm aus dieser fatalen Angelegenheit hervorzugehen…“
Bei Zoes Ermittlungen lerne ich einige Gegenden von Dresden ziemlich gut kennen. Zoe sucht Angehörige der Toten und stößt dabei auf deren Vergangenheit. Die lässt eine Menge an Fragen offen. Zoe verfügt über ein gutes Gespür beim Umgang mit Menschen. Das führt dazu, dass sich ihr die Interviewpartner schnell öffnen. Auch mit einer Polizistin weiß sie umzugehen.
„...Hätte ich jeden Typ umgelegt, der mich irgendwann mal blöd von der Seite angemacht hat, müssten die im Krematorium Sonderschichten schieben. Ich glaube, Sie haben ähnliche Erfahrungen sammeln müssen…“
Zoe trifft auf die Welt der Glücksspieler und ermittelt zu Schutzgelderpressung. Dabei gerät sie ins Visier von Leuten, denen man tunlichst aus dem Weg gehen sollte. Es wird haarig.
Es dauert seine Zeit, bis Zoe alle Puzzleteile an ihrem Platz hat und erkennt, dass eine bittere Überraschung auf sie wartet.
Der Krimi hat mir ausgezeichnet gefallen. Das liegt nicht zuletzt an der taffen Ermittlerin und versteckten sozialkritischen Aspekten der Geschichte.






















