Andreas Nölke

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Autor von Linkspopulär.

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Linkspopulär

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Erschienen am 01.02.2018

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Rezension zu "Linkspopulär" von Andreas Nölke

Vorwärts handeln statt rückwärts denken
Sikalvor einem Jahr

„Die soziale Frage ist zurück auf der politischen Agenda“ - lautet einer der ersten Sätze von Andreas Nölke, einem Autor, der sich als Professor der Politikwissenschaft schon von Berufs wegen täglich mit diesem Thema auseinander setzen muss.

Und genau diese „soziale Frage“ beleuchtet der Autor aus unterschiedlichsten Perspektiven. Wie steht die Bevölkerung diese Frage gegenüber – welche Ängste beschäftigen den kleinen Mann, welche Ängste hat die Mittelschicht, wie stehen die besser situierten Menschen dieser Frage gegenüber.

 

Wirtschaftskrisen, Flüchtlingspolitik und Umgang der Parteien mit- und untereinander – alles Themen, die hier angesprochen werden. Alles Themen für die Andreas Nölke versucht Lösungen zu finden. Von der Gefährdung der Demokratie über die Entwicklung wirtschaftspolitischer Alternativen bis hin zu einer neuen Sicherheitspolitik kommt alles vor in diesem Buch.

 

Die Ansätze des Autors möchte ich hier nicht kleinreden – vieles ist nicht von der Hand zu weisen, anderes wiederum schwer nachzuvollziehen. So zum Beispiel der Vorschlag, die linken Parteien sollten den Rechten ihre Agenden entziehen und  selbst in Flüchtlings- und Sicherheitsfragen mehr Populismus (rechte Politik?) betreiben (das Volk will es ja so). Als Österreicherin kann ich hierzu nur zu gut ein Lied singen wie dieses Szenario endet – mehr Parteien schwören sich auf eine solche Politik ein, bis genau diese Politik Usus wird und im Gedankengut der Bevölkerung mehr und mehr verankert ist. Die rechten Parteien brauchen nur immer wieder ein wenig nachzulegen und alle anderen biegen langsam auf deren Kurs ein.

 

Dass es wirtschaftlich neue Regelungen braucht, um der Mittelschicht ihre Zukunftsängste zu nehmen und den ärmsten Schichten wieder neue Perspektiven zu geben, darüber braucht nicht diskutiert zu werden.  Dass diese Wende nur auf politischer Ebene herbeigeführt werden kann, zeigt sich auch verstärkt und genau hier bringt der Autor seine volle Kompetenz ein.

 

Eine ausbalancierte Wirtschaft, höhere Löhne, Abkehr von prekären Arbeitsverhältnissen, eine neue Fiskalpolitik um nur einige zu nennen, sind die Ansätze, die vorgebracht werden. Durch die Fülle der möglichen Ideen bleibt es jedoch nur bei oberflächlichen Erklärungen auf welche Weise man diese umsetzen könnte, und der Leser wird am Ende mit dem schalen Gefühl zurückgelassen, es geht hier vor allem darum, die Politiker wachzurütteln. Wenn das gelingen sollte, wäre ein großer Schritt in eine vorwärts gerichtete Gesellschaft gelungen – leider aber haben gerade Politiker oft eine starke eigene Überzeugung und lassen sich nur schwer davon abbringen.

 

Viele gute, nachvollziehbare Grundgedanken werden aufgezählt und kurz ausgeführt, lassen den Leser aber in einem Gefühl der Ohnmacht zurück – somit leider nur 3 Sterne.

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