Andreas P. Pittler

 4.8 Sterne bei 55 Bewertungen
Autor von Serbische Bohnen, Charascho und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Andreas P. Pittler

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Serbische Bohnen

Serbische Bohnen

 (8)
Erschienen am 01.07.2015
Zores

Zores

 (6)
Erschienen am 04.04.2012
Tacheles

Tacheles

 (6)
Erschienen am 10.04.2012
Charascho

Charascho

 (6)
Erschienen am 15.01.2014
Mischpoche

Mischpoche

 (5)
Erschienen am 11.07.2011
Tinnef

Tinnef

 (4)
Erschienen am 10.04.2012
Tod im Hamam

Tod im Hamam

 (4)
Erschienen am 01.02.2016
Ezzes

Ezzes

 (4)
Erschienen am 10.04.2012

Neue Rezensionen zu Andreas P. Pittler

Neu

Rezension zu "Charascho" von Andreas P. Pittler

Wien im Frühjahr und Sommer 1945
efellvor einem Monat

Das erste Kapitel war mir doch zu sehr historisch, etwas langatmig, ich wollte schon das Lesen abbrechen, aber dann wurden die Protagonisten lebendig und so hat mir diese Zeitgeschichteschilderung der letzten Kriegstage und ersten Friedensmonate in Wien doch sehr gut gefallen. Es wurde immer interessanter! Einerseits die Verfolgung der Naziverbrecher, aber besonders die Schilderungen des Alltags in der Bevölkerung - Die Hungersnot, auch der krasse Wassermangel, die Lebensmittelmarken von 1 000 Kalorien, das Hamstern von Lebensmittel einiger Menschen, die katastrophalen Wohnverhältnisse, die Ungeziefer,  das Miteinander beim Beseitigen von Schutt, das langsame Wiedererlangen des gewöhnlichen Alltags, die Hoffnung und der Mut es besser zumachen als 1918... Vieles gelernt.

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Rezension zu "Serbische Bohnen" von Andreas P. Pittler

Wer hat den Schriftsteller Mladen Slovac entführt?
Bellis-Perennisvor einem Jahr


   

Autor Andres Pittler nimmt seine Leser in das Wien von 1991 mit. Der Jugoslawienkrieg ist mit der Auflösung des Staatenbundes vor nicht allzu langer Zeit zu Ende gegangen. Als Nachbarland ist Österreich Auffangbecken von ehemaligen Geheimdienstlern, Flüchtlingen aus allen Provinzen und Klein- bzw. Großkriminellen aus dem ehemaligen Ostblockstaat. Kleiner oder größerer Scharmützel finden unter den Augen der österreichischen Polizei und Nachrichtendienste statt, wobei jedes Mal über mögliche politischen Konsequenzen nachgedacht werden muss, wenn die Polizei eingreift. In vielen Fällen sind den offiziellen Ermittlern die Hände gebunden. Dann schlägt die große Stunde des englisch-stämmigen Privatermittler Henry Drake und seiner Kontakte.

 

Im vorliegenden zweiten Fall für Henry wird er ex-jugoslawische Schriftsteller Mladen Slovac aus seiner Wohnung entführt. Nachdem unklar ist, welche der rivalisierenden Gruppen hinter dem Verbrechen steht, klappert der übergewichtige Drake Vertreter von Serben, Kroaten und Bosniern ab. Unterstützt wird er von der charismatischen Andrina, die mit erotischen Aufnahmen ihren Lebensunterhalt verdient und der Polizistin Grete „Maggie“ Habib. Unerwartete Hilfe erhält er durch den ehemaligen Geheimdienstler Delic, der nach wie vor bestens vernetzt ist.

 

Wer steckt also hinter der Entführung des Schriftstellers, der eigentlich ohne nennenswertes Vermögen ist?

 

Meine Meinung:

 

Ein für mich eher ungewöhnlicher Krimi von Andreas Pittler. Als „Balkan-Krimi“ eingestuft spielt er doch mitten in Wien. Allerdings passt das ganz gut, denn wie jedermann in Österreich weiß, „fängt der Balkan beim Südbahnhof“ an.

 

Markant ist diesmal die derbe Umgangssprache, die aber perfekt zum Milieu passt, in der dieser Krimi angesiedelt ist: So wird herrlich geflucht. Drake raucht wie ein Schlot „Camel“. Die Männer nehmen Hochprozentiges in Form von Whisky und Slibowitz zu sich und sexistisches Verhalten ist stark verbreitet.

Ein wenig erinnert mich der Schreibstil an Raymond Chandler und seinen umtriebigen Privatdetektiv Philipp Marlowe.

 

Wie wir es von Historiker und Autor Andreas Pittler gewöhnt, sind, werden die geschichtlichen Hintergründe geschickt und subtil in die Handlung eingebaut.

 

Fazit:

 

Ein völlig anderer Krimityp von Andreas Pittler, dem ich gerne 4 Sterne gebe.

 

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Rezension zu "Zores" von Andreas P. Pittler

Zores - dieses Buch geht unter die Haut
Bellis-Perennisvor 2 Jahren

„Zores (= Schwierigkeiten) dieser Titel ist für David Bronstein und alle anderen jüdisch-stämmigen Menschen Programm.

Wir schreiben inzwischen März 1938. Die Mitglieder der verbotenen Nationalsozialistischen Partei scheren sich wenig um das Verbot, erwarten sie doch jederzeit den Anschluss Österreich an Nazi-Deutschland. Mit Billigung des Innenministers Arthur Seyß-Inquart üben sie Terror in Wiens Straßen aus, um für die am 13. März 1938 geplante Volksabstimmung Stimmung zu machen.

Just in diesen Tagen wird eine Nazi-Größe in seiner Wohnung ermordet und nackt aufgefunden. Ausgerechnet David Bronstein muss, gemeinsam mit Paul Cerny, den Fall aufklären. Schon bald finden sich Hinweise, dass der Ermordete mit dem tschechischen Namen Suchy seine Finger in allerlei dreckigen Geschäften stecken hatte. Kurz darauf wird ein weiterer Parteigänger und Bewohner des Hauses ebenfalls mit durchschnittener Kehle aufgefunden.

Was verbindet die beiden Mordopfer? Die Neigung zu jungen Knaben oder ist deren Tod eine politische Angelegenheit?

Bronstein und Cerny stochern in allerlei unappetitlichen Geschäften, treffen auf einen Verdächtigen aus einem früheren Fall und müssen mit Schaudern die Veränderung in der Wiener Bevölkerung zur Kenntnis nehmen. Noch immer kann er es nicht glauben, was Andersdenkenden droht.

Erst als er Bundeskanzler Kurt Schuschniggs Rede, die mit den Worten „ich beuge mich der Gewalt. Gott schütze Österreich!“ endet, hört, begreift er, was sich zukünftig in der nunmehrigen Ostmark abspielen wird.
Dass er gerade noch rechtzeitig Österreich verlassen kann, verdankt er Cerny und Jelka, der Kommunistin.


Meine Meinung:

Dem Autor und Historiker Andreas Pittler gelingt es hervorragend die beklemmende Situation in Wien darzustellen. Anfangs ist Bronstein wegen des latenten Antisemitismus und der ewigen Anspielung auf seine jüdische Herkunft nur genervt. Er verweigert in den Vorgängerbüchern ein wenig die Realität. Nun, da er den Terror selbst hautnah erlebt, schwant ihm, dass die Naziparolen nicht nur leere Worte sind. Für mich persönlich ist es erschütternd, wie aus dem standhaften Polizisten ein ängstlicher Mann wird.

Fazit:

Mehr als jeder andere Fall dieser Serie geht vorliegendes Buch unter die Haut. Ich vergebe fünf Sterne und eine Leseempfehlung.

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