Niemals

von Andreas Pflüger 
4,4 Sterne bei99 Bewertungen
Niemals
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Wieder hat der Autor es geschafft, mich mit seiner Figur Jenny Aaron in den Bann zu ziehen.

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Null Spannung, ein totaler Lesekampf und null Ahnung, was ich da eigentlich über Wochen gelesen habe, schade!

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Inhaltsangabe zu "Niemals"

Jenny Aaron ist eine Polizistin mit überragenden Fähigkeiten. Und sie ist blind. Man drängt sie zur Rückkehr in die geheime Sondereinheit, in der sie früher war. Es wäre wieder ein Leben aus purem Adrenalin. Doch will sie das?Als ihre Vergangenheit sie einholt, muss sie sämtliche Zweifel hinter sich lassen. In Marrakesch wartet der gefährlichste Mann der Welt auf sie. Jemand, von dem viele glauben, dass er nur ein Mythos sei. Aaron erfährt, was er ihr angetan hat. Um ihn zu töten, ist sie bereit, alles zu opfern, was ihr je etwas bedeutete.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783518427569
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:475 Seiten
Verlag:Suhrkamp
Erscheinungsdatum:09.10.2017
Das aktuelle Hörbuch ist am 09.10.2017 bei Random House Audio erschienen.

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Rezensionen und Bewertungen

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    AenHens avatar
    AenHenvor 25 Tagen
    Kurzmeinung: Wieder hat der Autor es geschafft, mich mit seiner Figur Jenny Aaron in den Bann zu ziehen.
    Gelungene Fortsetzung

    Seit sie klein war, stand für Jenny Aaron fest, dass sie den Weg ihres Vaters einschlagen wird. Der GSG-9-Mann ist zu ihrem gigantischen Vorbild geworden. Sein konstantes Training, erst als Spiel, immer mit Hintergrund, hat sie zu einer Frau mit außergewöhnlichen Fähigkeiten gemacht, einer Waffe und Teil der geheimsten Abteilung, die die deutsche Polizei aufweist. 40 Männer (+Frauen), die sich nur mit dem Nachnamen ansprechen, funktionieren wie gut geölte Maschinen und ineinandergreifen wie Zahnräder. Bereit zu töten und bereit zu sterben. Fast jeder Einsatz fordert Verluste, aber das ist jedem der Beteiligten bewusst. Manche Einsätze hinterlassen Spuren, an den Körpern und der Seele. Eine solche Spur trägt auch Jenny Aaron, denn sie ist erblindet, geblendet. Doch ihr gestählter Körper und ihr Geist machen sie zu einer Blinden mit herausragenden Fähigkeiten. Nur Teil der Abteilung ist sie zunächst nicht mehr, sondern Verhörspezialistin. Doch dann soll sie zurückkehren, weil man sie zurück haben möchte, weil man um ihre Qualitäten weiß, weil sie blind besser ist als andere mit intakten Augen.

    Aus einem weiten Bogen, Ereignisse, die vor 10 Jahren ihren Anfang nahmen entwickelt sich dann der aktuelle Einsatz, der Fall, an dem Jenny Aaron beteiligt ist. Ein Einsatz, der persönlicher nicht sein könnte und sie direkt wieder in die volle Härte der Abteilung katapultiert und darüber hinaus in die schmerzvollsten und prägendsten Ereignisse ihres Lebens. Bei all dem bemerkt sie plötzlich manchmal Schlieren im Dunkel ihrer Blindheit, dann wieder nicht. Gibt es einen Weg zurück für sie? Und was ist sie bereit, dafür zu tun?

     

    Wieder hat der Autor es geschafft, mich mit seiner Figur Jenny Aaron in den Bann zu ziehen. Ich finde nicht nur ihre Fähigkeiten an sich, sondern auch die Schilderungen ihrer Wahrnehmungen, Gerüche, Geräusche, Temperaturschwankungen unglaublich faszinierend. Selbstverständlich ist auch die Handlung wieder äußerst spannend, oftmals brutal – aber nicht blutrünstig, sondern sehr technisch, würde ich fast sagen, nüchtern, sachlich – das gefällt mir extrem gut und ich habe das Gefühl, immer unglaublich viele Fakten aufzunehmen (bzw. bei Wikipedia nachlesen zu müssen – mich interessiert es dann einfach was ein Hartkerngeschoss ist und was ein Vollmantelgeschoss und wie sich Adrenalin auf die Sinnesorgane auswirkt etc).

    Was für mich die Thriller von Andreas Pflüger aber vor allem ausmacht, ist der absolut unverwechselbare Stil des Autors. Die konsequente Verwendung des Präsens verleiht allem – den Personen, den Ereignissen eine unglaubliche Präsenz, eine spürbare Nähe und Unmittelbarkeit. Bei mir hat dies eine regelrechte Sogwirkung. Auch wenn jetzt in diesem Band viele Fäden der Vergangenheit entwirrt wurden - ich hoffe sehr, dass die Geschichte um Jenny Aaron weitergeht, ihre Entwicklung weiterverfolgt werden darf.

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    walli007s avatar
    walli007vor 2 Monaten
    Marrakesch

    Obwohl sich Jenny Aaron trotz ihrer Blindheit gut in ihrer Umgebung orientieren kann, hat sie sich mit ihrer Behinderung nicht abgefunden. Über eventuelle Behandlungsmöglichkeiten und über  noch einige Themen will sich Jenny während eines Aufenthaltes in Schweden Klarheit verschaffen. Etwas überrascht ist sie von dem Angebot, zur Abteilung zurückzukehren. Zwar würde sich damit ihr sehnlichster Wunsch erfüllen, aber kann sie den Job überhaupt noch ausüben? Natürlich kann Jenny Aaron nicht ablehnen und gemeinsam mit ihren ehemaligen Partner Pavlik übernimmt sie einen Fall, der sie in große Gefahr bringt. 


    In ihrem zweiten Auftritt muss Jenny Aaron abwägen, inwieweit sie ihre Tätigkeit trotz ihrer Sehbehinderung ausüben kann. Gleichzeitig erweist sich der Fall als äußerst knifflig, immer mehr Bezüge zu ihrer Vergangenheit und alten Fällen tauchen auf. Hin und hergerissen zwischen der Sorge um ihre Gesundheit und ihrem Willen, die Ermittlung zum Abschluss zu bringen, schwebt Jenny Aaron häufig in Gefahr, sich zu viel zuzumuten. 


    In diesem intelligent komponierten Thriller wird sachkundig über das Leben mit einer Sehbehinderung geschrieben. Man bewundert Aaron wie sie es gelernt hat, das Sehen mit anderen Sinnen zu ersetzen. Fast wirkt sie wie eine Frau mit Superkräften. Gerade wenn sie als Polizistin sich gegen Verbrecher behaupten muss, erscheint es beinahe unglaublich, wie sie das alles schafft. Gleichzeitig fordert der Fall sie außerordentlich, um ihr hier folgen zu können, wird in die Vergangenheit zurückgeblendet. Mitunter ist man doch etwas erstaunt, welche Befugnisse die Abteilung hat. Heutzutage wundert man sich zwar manchmal über gar nichts mehr, aber man fragt sich schon, ob es nicht doch etwas zu weit geht. Durch die zwar interessante Beschäftigung mit dem Umgang mit der Blindheit und die erläuternden Rückblenden geht allerdings die Spannung ein wenig verloren. Und so kleinteilig der Verlauf der Untersuchung beschrieben wird, so plötzlich und schnell kommt die Auflösung. 


    Dieser kluge Kriminalroman erfordert aufmerksames Lesen und bietet informative Unterhaltung.


    3,5 Sterne

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    Botte05s avatar
    Botte05vor 5 Monaten
    Kurzmeinung: „Niemals“ ist für mich ein solider Thriller, dem die erwartete Spannung leider fehlt; dem weniger Drumherum gut getan hätte.
    Kampf der Superheroes

    „Jenny Aaron ist eine Polizistin mit überragenden Fähigkeiten. Und sie ist blind. Nach einem traumatischen Erlebnis, bei dem sie dem Tod nur knapp entronnen ist, drängt man sie zur Rückkehr in die geheime Sondereinheit, in der sie früher war. Es wäre wieder ein Leben aus purem Adrenalin. Doch will sie das? Als ihre Vergangenheit sie einholt, muss sie sämtliche Zweifel hinter sich lassen. In Marrakesch wartet der gefährlichste Mann der Welt auf sie. Jemand, von dem viele glauben, dass er nur ein Mythos sei. Aaron erfährt, was er ihr angetan hat. Um ihn zu töten, ist sie bereit, alles zu opfern, was ihr je etwas bedeutete.“ – Zitat Buchbeschreibung

    In diesem Buch begleite ich Jenny zunächst in die Vergangenheit, um ein gewisses Verständnis für die Geschehnisse in der Gegenwart zu entwickeln. Holm, der Mann, der ihr das Augenlicht nahm, tritt posthum wieder in ihr Leben und lockt sie gewissermaßen auf eine Art Schnitzeljagd. Nur das dies hier alles Andere als ein Spaß sein wird. Ausgestattet mit Rückendeckung durch die neue Abteilungsleiterin begibt sie sich gemeinsam mit ihrem bewährten Team, an vorderster Front ihr enger Vertrauter Pavlik, auf Spurensuche. Rätsel, Städte / Länder, Verfolgungsjagden, diverse Sackgassen und finale Schlachten. In Rückblicken und neuen Erkenntnissen eröffnet sich Jenny ein umfassendes Bild, welches schwere Wege aus ihrer Vergangenheit in neuem Licht erscheinen lassen, was ihre Absicht, DEN einen Mann zu töten, in Stein meißelt. Diesem Ziel muss sich alles unterordnen, auch die kleine Möglichkeit, eventuell etwas von ihrer Sehkraft zurückgewinnen zu können.

    Nach „Endgültig“, dem ersten Thriller um die blinde Ermittlerin Jenny Aaron, habe ich mich riesig auf das zweite Buch mit ihr gefreut. Leider kann „Niemals“ meine Erwartungen nicht erfüllen. Andreas Pflüger geht wieder erfreulich sachlich mit Jennys Blindheit um, lässt sie m. E. jedoch zur Superheldin reifen, was mir einfach zu viel ist. Es gibt sehr viele Zeitsprünge, die mir einen Einblick in die Art der Beziehung der Protagonisten eröffnen sollen, mich jedoch zeitweilig sehr verwirren. Ebenso die vielen Gegner und ihre Alias- und Klarnamen, da war der Überblick schon mal weg. Hinzu kommen Träume / Flashbacks bei Jenny zum Tragen, die teilweise ins Esoterische abzuwandern scheinen, würde ich sie erklären wollen.

    „Niemals“ kann als einzelnes Buch bestehen. Ich hatte nicht den Eindruck, dass für das Verständnis die Kenntnis von „Endgültig“ erforderlich ist. Vielleicht stellt sich die Qualität der Handlung sowie der Spannungsbogen für nicht „vorbelastete“ Leser positiver dar.
    Das Buch mit seinem schwarzen Cover, dem gelben Schnitt sowie weißem Titel über gelber Brailleschrift ist ein Eyecatcher.

    „Niemals“ ist für mich ein solider Thriller, dem die erwartete Spannung leider fehlt und dem etwas weniger Drumherum und mehr Normalität gut getan hätte.

    Rezension: Andreas Pflüger, Thriller, Suhrkamp Verlag, Gebundene Ausgabe, 473 Seiten, 20,00 €, Erscheinungsdatum: 09.10.2017

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    Cleo15vor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Ein Thriller der besonderen Art- eindeutige Leseempfehlung!
    Ein Thriller der besonderen Art

    Ich hatte das Buch „Niemals“ beim Literatursalon entdeckt und damals auf meine Merkliste gesetzt. Eigentlich bin ich überhaupt kein Fan von Thrillern, doch dieses Buch hatte mich angesprochen, weil die Protagonistin eine blinde Polizistin ist. Das klang zu interessant, um es einfach wegen dem Genre beiseite zu lassen. Dabei ist mir noch ein Fehler unterlaugen: „Niemals“ ist nämlich schon der zweite Teil einer dreiteiligen Serie. Den ersten habe ich nicht gelesen, was mir allerdings erst aufgefallen ist, als ich mich nach dem Lesen noch ein bisschen über das Buch schlau gemacht habe. Ich kann allerdings guten Gewissens behaupten, dass man dieses Buch auch genießen kann, ohne den ersten Band zu kennen.

    Inhalt:

    Jenny Aaron ist eine Polizistin mit überragenden Fähigkeiten. Und sie ist blind. Man drängt sie zur Rückkehr in die geheime Sondereinheit, in der sie früher war. Es wäre wieder ein Leben aus purem Adrenalin. Doch will sie das?
    Als ihre Vergangenheit sie einholt, muss sie sämtliche Zweifel hinter sich lassen. In Marrakesch wartet der gefährlichste Mann der Welt auf sie. Jemand, von dem viele glauben, dass er nur ein Mythos sei. Aaron erfährt, was er ihr angetan hat. Um ihn zu töten, ist sie bereit, alles zu opfern, was ihr je etwas bedeutete.

    Charaktere:

    Jenny ist eine unglaublich starke Frau, die alles für ihre Selbstkontrolle tut, innerlich aber komplett zerfressen und verzweifelt ist. Ich bin froh, dass der Autor Andreas Pflüger sie im Inneren so zerbrechlich dargestellt hat, denn sonst wäre ihre Person doch sehr unglaubwürdig gewesen. Sie führt einen ewigen Kampf gegen ihr Gebrechen, ihre angeblichen Makel, aber auch für ihre Freunde und das Gute. Ich könnte sie mir gut als Vorbild für mich vorstellen. Sie hat einfach dieses Etwas, was man braucht, um mit jeder Situation in der Welt zurecht zu kommen.

    Das Buch ist in kleinen Teilen auch aus der Sicht anderer Personen geschrieben, vorrangig ihrer Kollegen. Man lernt sie nicht so gut kennen wie Aaron, doch bekommt man schnell ein Gefühl dafür, was sie für Menschen sind. In dem Buch werden die Schandtaten gut beleuchtet, doch die Gerechtigkeit  und der Wille, das Gute siegen zu lassen, haben immer Vorrang. Und diese Eigenschaften wurden in ihren Kollegen manifestiert.

    Schreibstil:

    Ich war anfangs ein bisschen verwirrt, weil ich einige zeitliche Zusammenhänge nicht verstanden habe, was wohl daran liegt, dass ich den ersten Teil nicht gelesen habe. Doch das hat sich schnell erübrigt, da alles noch einmal in Rückblenden beleuchtet wurde. Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen. Man konnte sich ohne Probleme in Aaron hineinversetzen, obwohl das bei einer blinden Person sehr schwer ist. Die Spannung war immer da und das Rätselraten, wer denn nun der Broker ist, hat für einige Überraschungen gesorgt.

    Fazit:

    Ich vergebe 4 Sterne für das Buch, welches das zerrissene Leben einer unzerstörbaren Frau auf eine Weise beschreibt, die den Blick auf das eigene Leben erschauern lässt.

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    SusanneSH68s avatar
    SusanneSH68vor 7 Monaten
    Großartiger Thriller

    Es ist der zweite Thriller von Andreas Pflüger mit der Hauptfigur Jenny Aaron. Als Leser muss man sich zunächst auf diese Hauptfigur einlassen, zu ungewöhnlich ist eine blinde Polizistin bei einer Sondereinheit, die eben nicht im Büro sitzt. Aber dafür wird man mit einem großartig geschriebenen Thriller belohnt, der auf jeder Seite Freude bereitet und viel Spannung bietet. Daneben bekommt man noch einen Einblick, wie sich Jenny in der Welt der Sehenden zurechtfindet. Für mich eine echte Entdeckung und absolute Leseempfehlung.   

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    Gulanvor 8 Monaten
    Kurzmeinung: Ein atemloser Thriller über den Kampf gegen ein Handicap und den Drang nach Rache. Überzeugend choreografierte Action.
    Action-Choreo.

    Tausend Lügen gäbe es, sie kennt sie alle: dass Layla ihr bloß sagen muss, wo Varga ist. Dass die Abteilung ihn jagt und zur Strecke bringt. Dass Varga der Prozess gemacht wird. Dass sie die Therapie beginnt und wieder ein neues Leben erfindet. Und noch eine Lüge und noch eine und noch eine.

    Der Bushidō sagt: Rache ist das höchste Gericht.

    Sie will die Hand auf Vargas Brust legen und fühlen, dass sein Herz nicht mehr schlägt. (S.252)


    Die blinde Polizistin Jenny Aaron erhält das Angebot zu ihrer Spezialeinheit zurückzukehren, in der sie schon vor der Erblindung gearbeitet hat. Sie ist sich nicht sicher, ob sie das tun soll, denn sie hat erste Anzeichen für eine mögliche Genesung; sie kann hin und wieder Lichtveränderungen wahrnehmen. Doch dann erhält sie über einen Anwalt die Nachricht, dass ihr Erzfeind Ludger Holm ihr ein ungeheures Vermögen von zwei Milliarden Dollar bei einer Bank in Marrakesch hinterlassen hat. Doch natürlich hat die Sache einen Haken.


    Denn Holms Vater hat das Geld einem Superterroristen namens „Der Broker“ entwendet, dessen Identität durch die Sicherheitsbehörden bislang nicht geklärt werden konnte. Dieser erhebt natürlich weiterhin Anspruch. Holm hetzt Aaron somit wieder einen gefährlichen Gegner auf den Hals. Doch Holm verrät außerdem, dass „der Broker“ Schuld am Tod von Aarons Vater trägt. Somit begibt sich Jenny Aaron mit ihrem besten Freund und Kollegen nach Marokko in die Höhle des Löwen. Dabei begibt sie sich in zweierlei Gefahr: „Der Broker“ wartet bereits auf sie und ihr Arzt hat sie gewarnt, dass die permanente Adrenalinausschüttung ihr Augenlicht irreversibel schädigen könne.


    Der erste Teil der Reihe um die blinde Polizistin Jenny Aaron, "Endgültig“, hatte mich sehr positiv überrascht. Ich war mit geringen Erwartungen an eine Story um eine blinde Superheldin, die einen Superverbrecher jagt, gegangen, und überrascht über die Intensität der Figurendarstellung, insbesondere die Beschreibungen von Situationen und Emotionen aus „Sicht“ der blinden Jenny Aaron. Diese Fertigkeiten stellt Autor Andreas Pflüger auch im zweiten Teil der Reihe sehr versiert unter Beweis. Gerüche, Geräusche und nun auch wieder erste Hell-Dunkel-Schattierungen – diese Wahrnehmungen sind äußerst gekonnt aufs Papier gebracht.


    Darüberhinaus ist Pflüger ein perfekter Choreograf von Actionszenen, auch wenn manchmal die Metaphorik überhand nimmt. Auch ansonsten erweist sich der Autor als pfiffig, etwa wenn die Listen (Zehn Dinge) einfügt oder die Geschlechterrollen konsequent untergräbt, indem er Jenny fortwährend nur mit ihrem Nachnamen schreibt.


    Nun kann man natürlich die Nase rümpfen und den ganzen Plot als unrealistischen Quatsch à la Bond abtun, aber man würde dabei einen wirklich virtuosen Pageturner verpassen, dessen Figuren über erheblich mehr Tiefgang verfügen als im Rest des Genres üblich. Zwar haben mich gegen Ende 1-2 Sachen im Plot gestört (müsste spoilern, um das zu erklären), aber insgesamt war „Niemals“ wieder ein überzeugender Thriller mit Themen wie Freundschaft, Loyalität und Rache.

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    echs avatar
    echvor 8 Monaten
    Kurzmeinung: Würdige und überzeugende Fortsetzung des deutschen Ausnahmethriller "Endgültig"
    Würdige und überzeugende Fortsetzung des deutschen Ausnahmethriller "Endgültig"

    Das Buch "Endgültig" von Andreas Pflüger, der erste Fall mit Jenny Aaron, der blinden Ermittlerin einer geheimen Sondereinheit, gehörte zu meinen absoluten Lesehighlights aus dem Jahr 2016. Um so gespannter war ich, ob der Autor in der Fortsetzung das hohe Niveau des ersten Teiles halten kann.
    Um es kurz zu machen, er kann. Auch hier gelingt dem Autoren wieder ein fulminanter Thriller, der sich hinter dem ersten Band keineswegs verstecken muss.

    Jenny Aaron hat sich in die Einsamkeit zurückgezogen, um sich darüber klar zu werden, ob sie das Angebot, dauerhaft zur Spezialeinheit zurückzukehren annehmen soll. Doch dann führt sie das Erbe ihres großen Widersachers Holm auf die Spur eines äußerst gefährlichen Mannes, mit dem Jenny bereits in der Vergangenheit eine ziemlich unangenehme Begegnung hatte, die sie nur knapp überlebt hat. Und der Mann hat über die Jahre nichts von seiner Gefährlichkeit eingebüßt ...

    Die Geschichte knüpft direkt an die dramatischen Geschehnisse des ersten Bandes an, dennoch kann man das Buch auch ohne Vorkenntnisse problemlos lesen und verstehen. Die erforderlichen Informationen dazu werden gut in die laufende Handlung eingebunden, ohne den Lesefluß zu stören. Dabei werden aber natürlich auch einige der Überraschungen aus dem ersten Buch verraten, so das es sich grundsätzlich schon empfieht, die Bücher in der richtigen Reihenfolge zu lesen.

    Die Geschichte ist wieder extrem tempo- und actionreich, hier bleibt beim Lesen kaum Zeit zum Luftholen. Der perfekte Spannungsbogen trägt die gut aufgebaute Geschichte mit seinen zahlreichen überraschenden Wendungen von der ersten bis zur letzten Seite ohne Durchhänger. Neben vielen schon aus dem ersten Buch bekannten Charakteren treten hier auch einige neue Figuren auf, so das sich ein perfekt aufeinander abgestimmtes Ensemble ergibt, das viel zum absolut überzeugenden Gesamtbild beiträgt. Mit seiner bildhaften Sprache gelingt es dem erfahrenden Drehbuchautoren dabei auch hier wieder ganz hervorragend, das Geschehen vor dem geistigen Auge erscheinen zu lassen und so das Kopfkino mächtig anzukurbeln.

    Da die Geschichte um Jenny Aaron als Trilogie angelegt ist, können wir uns auf mindestens noch ein weiteres Buch mit ihr freuen. Meine Ungeduld wächst schon jetzt wieder ziemlich.

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    WinfriedStanzickvor 8 Monaten
    Ein auch literarisch sehr gelungenes Buch



    Normalerweise bin ich kein Liebhaber von Thrillern. Doch seit dem ersten Band der Trilogie von Andreas Pflüger über Jenny Aaron, eine blinde BKA-Beamtin „Endgültig“, der 2016 erschien, bin ich angefixt. Dieses über 450 Seitenüberaus spannende Buch Pflügers, der als Drehbuchschreiber schon für über dreißig Filme, darunter viele Tatorte verantwortlich zeichnete, hat mich im vergangenen Jahr sofort angesprochen, auch deshalb, weil er bei Suhrkamp erschienen ist, dessen Lektorat für Qualität und literarischen Anspruch steht.

    Auch den hier vorliegenden ebenfalls 470 Seiten starken weiten Bandes mit dem Titel „Niemals“ habe fast ohne Unterbrechung gelesen. Genial konstruiert, arbeitet Pflüger mit zahlreichen Rückblenden, die dem Leser nach und nach die zunächst noch sehr rätselhaften Zusammenhänge erklären. Vor allen werden etliche im ersten Band noch im Dunkel gebliebene Vorgänge aus der Vergangenheit von Jenny Aaron und etlichen ihrer Kollegen geklärt, neue kommen aber dazu, die sicher im abschließenden dritten Band in diesem oder im nächsten Jahr aufgeklärt und zu einem Ende geführt werden.

    Seine Hauptfigur heißt Jenny Aaron. Sie ist die Tochter eines ehemaligen GSG 9 Beamten, der bei dem Einsatz in Mogadischu 1977 sich große Verdiente erwarb, und der seine Tochter ein Leben lang unterstützte und aufbaute. Jenny Aaron wurde schon in jungen Jahren nicht nur, aber auch wegen ihres Namens, das erste weibliche Mitglied einer Eliteeinheit der Polizei, die auch außerhalb Deutschlands undercover operierte.

    Ein solcher Einsatz vor 5 Jahren in Barcelona geht schief und sie erblindet durch einen Schuss. Ihren Kollegen lässt sie in einer Tiefgarage schwer verletzt zurück, eine Hypothek, die sie seitdem belastet. Sie ruht im neuen band nicht, bis sie denjenigen stellen kann, der ihr damals das Augenlicht nahm und auch jenen mysteriösen „Broker“ den sie für den Tod ihres geliebten Vaters verantwortlich macht. Jenny Aaron ist tough. Sie erlernt nicht nur die Blindensprache, sondern bald schon bewegt sie sich durch ihr Leben wie eine Sehende. Sie benutzt dafür unterschiedliche Laute und kann aus deren Echo genau ermessen, was da vor ihr liegt und in welcher Entfernung. Bald schon ist sie wieder im Dienst, nun als gefragte Vernehmungsspezialistin beim BKA in Wiesbaden, wo sie auch wohnt.

    Zu Beginn  des zweiten Bandes hält sich Jenny Aaron in Schweden auf, wo sie darüber nachdenkt, ob sie Angebot annehmen soll, zu jenem Berliner Spezialkommando des BKA zurückzukehren, dem sie als Sehende sechs Jahre angehörte. Der Leser erfährt in etlichen Rückblenden viel Aufhellendes über jene Zeit.

    Sie zögert lange, doch dann holt sie ihre Vergangenheit wieder ein. Sie wird nach Marrakesch fahren, wo der gefährlichsten Mann der Welt, den viele nur für einen Mythos hakten, auf sie wartet. Und Jenny Aaron erfährt, was er ihr angetan hat. Und sie beschließt, alles zu opfern, was ihr je etwas bedeutete, um diesen Mann zu töten. Sie ist sogar zunächst dazu bereit, deutliche Anzeichen einer geringen Wiederkehr ihres Hell/Dunkel – Empfindens zu ignorieren, die ihr möglicherweise, bei entsprechenden Adrenalinarmen Verhaltens das Augenblicht wiederschenken könnte.

    Insbesondere die Blindenthematik ist exzellent recherchiert (Andreas Pflüger gibt darüber in einem Nachwort Auskunft) .Die gleich zu Beginn implementierte Spannung wird bis zur letzten Seite aufrechterhalten und lässt dem Leser keine andere Wahl, als atemlos immer weiter zu lesen.

    Ein auch literarisch sehr gelungenes Buch. Den Abschluss der Trilogie werde ich auf jeden Fall lesen.




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    LadyIceTeas avatar
    LadyIceTeavor 9 Monaten
    Ein ersehnter, gelungener zweiter Teil

    Jenny Aaron ist eine Polizistin mit überragenden Fähigkeiten. Und sie ist blind. Nach einem traumatischen Erlebnis, bei dem sie dem Tod nur knapp entronnen ist, drängt man sie zur Rückkehr in die geheime Sondereinheit, in der sie früher war. Es wäre wieder ein Leben aus purem Adrenalin. Doch will sie das? Als ihre Vergangenheit sie einholt, muss sie sämtliche Zweifel hinter sich lassen. In Marrakesch wartet der gefährlichste Mann der Welt auf sie. Jemand, von dem viele glauben, dass er nur ein Mythos sei. Aaron erfährt, was er ihr angetan hat. Um ihn zu töten, ist sie bereit, alles zu opfern, was ihr je etwas bedeutete.

    Nachdem ich den ersten Band der Reihe um Jenny Aaron verschlungen habe, habe ich sehnlichst auf den zweiten Teil gewartet. Schon die Optik des Buchs hat mir super gefallen, da es perfekt zu Band eins passt und sich die Reihe so nahtlos fortsetzt.
    Schon auf den ersten Seiten wird man direkt vom bekannt rastlosen Schreibstil des Autors empfangen. Dieser Schreibstil ist bestimmt nicht jedermanns Sache aber ich habe mich schnell wieder eingefunden und mein Gefallen daran wiederentdeckt. Denn ich finde, dass diese Atemlosigkeit und Spannung durch seinen Schreibstil sehr gut vermittelt wird. Auch die Beschreibung der Umgebungen sind ausführlich ohne überladen zu sein und haben mich gut an die verschiedenen Orte mitgenommen.
    Das Highlight für mich sind immer wieder die Beschreibungen, wie Aaron mit ihrer Blindheit umgeht und welche Tricks und Kniffe sie dabei anwendet. Zu wissen, dass fast alles davon wirklich bei vielen Menschen im Einsatz ist, macht die Erzählung des Autors für mich noch besser. Auch die Actionszenen gepaart mit ihrem Charakter und ihrer Blindheit sind ein weiteres Highlight für mich. Es hat wirklich Spaß gemacht mitzufiebern und Jenny zu verfolgen.
    Mir hat der zweite Band sehr gut gefallen und ich hoffe, dass bald ein dritter Band folgen wird.

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    claudi-1963s avatar
    claudi-1963vor 9 Monaten
    Kurzmeinung: Bedeutend spannender und interessanter als der Vorgängerband, er konnte mich mehr überzeugen.
    Rache nehmen heißt oft, sich selbst zu opfern!

    "Wie blind, wie schwach wir sind, und glauben doch, so scharf zu sehen und glauben doch, so stark zu sein!" (Emmy von Rothenfels)
    Nach ihrem letzten Fall, bei dem sie ihr Erzrivalen Holm diesen mit seinem Leben bezahlen musste und Pavlik schwer verletzt wurde, erholt sich Ermittlerin Jenny Aaron bei ihrem ehemaligen Vorgesetzten Lissek auf Färöer. Das aufflammende hell dunkel sehen hat Aaron etwas irritiert, kann es sein das sie ihr Augenlicht zurückbekommt? Sie hat Angst sich der Wahrheit zustellen, außerdem muss sie sich über Demircis Frage, ob sie zur Einheit zurückkehrt klar werden. Professor Reimer, der ein Institut für Blinde hat, erklärt Aaron seine Therapieform. Doch bevor sie sich auf diese Therapie einlassen kann, bekommt sie einen Brief von einem Anwalt. Der getötet Holm hat ihr sein Erbe vermacht, dafür muss sie sich jedoch in Marrakesch identifizieren. Aaron ist sich sicher, das dieses Geld gestohlen ist, anderseits könnte man viel Gutes mit dieser Erbschaft bewirken. Zusammen mit Pavlik macht sich Aaron auf den Weg nach Marrakesch, doch nicht ohne genügend Vorkehrungen zu treffen. In Marrakesch entdecken sie schnell, dass sie verfolgt werden, den der ursprüngliche Eigentümer möchte sein Geld wieder haben. Ohne zu ahnen, das der gefährlichste Mann der Welt längst schon auf sie wartet, um ihn zu töten ist Aaron zu allem bereit.

    Meine Meinung:
    Der erste Band mit der blinden Ermittlerin konnte mich noch nicht vollständig überzeugen. Doch dieses Buch hat mir bei weitem besser gefallen, vielleicht weil ich nun die Ermittlerin und ihre Eigenheiten schon besser kannte. Ich würde auch jedem Leser raten, das Buch "Endgültig" vorab zu lesen, den dadurch bekommt man einen besseren Einblick auf Jenny Aaron. Außerdem baut sich dieses Buch anhand des ersten Bandes weiter auf, so das man vieles besser versteht. Natürlich ist der Fall abgeschlossen, doch viele Ereignisse laufen ineinander. Der Schreibstil war am Anfang für mich anfänglich gewöhnungsbedürftig, aber in diesem Buch fand ich es bei weitem besser. Auch das Cover, das an den Vorband anschließt gefällt mir wieder sehr gut. Inzwischen bange ich schon förmlich mit Pavlik und Aaron mit und hoffe, dass den beiden Freunden nicht passiert. Bei den spannenden Actionszenen, habe ich selten so fesselndes erlebt, sodass Seite um Seite nur so dahin fliegt. Inzwischen hat mich Andreas Pflüger wirklich überzeugt und so freue ich mich auch schon auf weitere Abenteuer mit Aaron, Pavlik und ihrem Team. In der Hoffnung das Aaron ihr Augenlicht wenigstens zum Teil zurückbekommt, warte ich auf den nächsten Teil und gebe 4 1/2 von 5 Sterne.

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    Suhrkamp Verlags avatar

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    In »Niemals«, der spektakulären Fortsetzung seines Thrillers »Endgültig«, schickt der Autor Andreas Pflüger seine blinde Heldin Jenny Aaron um die halbe Welt und zwingt sie, sich ihrer größten Angst zu stellen. Wir verlosen 20 Exemplare.

    »Andreas Pflüger lässt die amerikanischen und englischen Stars seiner Generation weit hinter sich.« Joachim Scholl, Deutschlandfunk

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    ###YOUTUBE-ID=WIQqVpWa5JU###

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    Über den Autor: Andreas Pflüger, geboren 1957 in Thüringen, wuchs zunächst im Saarland auf und lebt mittlerweile in Berlin. Er ist einer der bekanntesten deutschen Drehbuchautoren, zu seinen mehrfach ausgezeichneten Arbeiten zählen u. a. »Der neunte Tag« und »Strajk«, in der Regie von Volker Schlöndorff. Zudem schrieb Pflüger das Drehbuch zu über zwanzig Folgen Tatort. »Niemals« ist sein dritter Roman und der zweite Teil seiner Reihe um die Ermittlerin Jenny Aaron.
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