Andreas Pittler

 4.8 Sterne bei 78 Bewertungen
Autor von Goodbye, Der göttliche Plan und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Andreas Pittler

Andreas Pittler, geboren 1964 in Wien, studierte Geschichte und Politikwissenschaften. 1985 erschien sein erstes Buch, dem bislang 57 weitere folgten. Veröffentlichte er anfangs primär historische Sachbücher, so verschob sich sein Schwerpunkt seit dem Jahr 2000 in Richtung Roman und Krimi. Besondere Bekanntheit erlangte er mit der Krimiserie rund um David Bronstein. Seine Werke wurden bisher in sechs Sprachen übersetzt. Er war mehrfach für Literaturpreise nominiert und erhielt 2006 das „Silberne Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich“. 2016 wurde ihm der Berufstitel „Professor“ verliehen. www.andreaspittler.at

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Andreas Pittler

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Buchformat:
Cover des Buches Goodbye (ISBN: 9783903113114)

Goodbye

 (18)
Erschienen am 01.12.2016
Cover des Buches Der göttliche Plan (ISBN: 9783839218211)

Der göttliche Plan

 (14)
Erschienen am 03.02.2016
Cover des Buches Wiener Bagage (ISBN: 9783839216255)

Wiener Bagage

 (9)
Erschienen am 02.07.2014
Cover des Buches Wiener Kreuzweg (ISBN: 9783903113121)

Wiener Kreuzweg

 (5)
Erschienen am 17.01.2017
Cover des Buches Mischpoche (ISBN: 9783839211885)

Mischpoche

 (6)
Erschienen am 11.07.2011
Cover des Buches Das Totenschiff (ISBN: 9783854764946)

Das Totenschiff

 (4)
Erschienen am 16.06.2016
Cover des Buches Der Fluch der Sirte (ISBN: 9783902900432)

Der Fluch der Sirte

 (4)
Erschienen am 01.04.2014
Cover des Buches Wiener Himmelfahrt (ISBN: 9783903113442)

Wiener Himmelfahrt

 (3)
Erschienen am 20.11.2019

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Neue Rezensionen zu Andreas Pittler

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Rezension zu "Wiener Kreuzweg" von Andreas Pittler

Rezension zu "Wiener Kreuzweg" von Andreas Pittler
bookish_autumnvor 9 Monaten

Das Buch "Wiener Kreuzweg" ist der erste Band des Wiener Triptychon. Hierbei begleiten wir die Unternehmerfamilie Glickstein, die kleinbürgerlichen Strechas und die Arbeiterfamilie Bielohlawek durch die Jahre 1900 bis 1938. Die letzten Tage der Monarchie, den ersten Weltkrieg, die Erste Republik und anschließend den Untergang Österreichs - all dies erleben wir durch die Augen der drei Familien. Dreh- und Angelpunkt stellt das Hernalser Bräu dar, welches im Besitz des Baron Glickstein ist. Die beiden Herren Bielolawek und Stecha sind seine Angestellten.

Ich habe sehr lange nach einem Buch gesucht, das wie die Jahrhundert-Saga (Sturz der Titanen, Winter der Welt und Kinder der Freiheit) von Ken Follett aufgebaut ist und deren Handlungsort auf Österreich (vor allem auf Wien) umgemünzt ist. Durch Zufall bin ich in der Buchhandlung auf diese Reihe gestoßen, die gänzlich meinen Wünschen entsprochen hat. Umso mehr hat es mich natürlich gefreut als der Inhalt das gehalten hat, was der Klappentext versprochen hat. 

Besonders gut hat mir der Schreibstil des Autors gefallen. Man kann sich mit den verschiedenen Charakteren identifizieren und ihre Denkweise und Handlungen sind gut nachvollziehbar. Natürlich darf der Wiener Dialekt und Schmäh nicht fehlen, ansonsten wäre das Buch nur halb so gut. Für LeserInnen, die den wienerischen nicht mächtig sind, gibt es einen Glossar. Ein Personenverzeichnis, das in diesem Genre so gut wie immer vorhanden ist, habe ich allerdings schrecklich vermisst. Ich tue mir sichtlich schwer, mir Namen zu merken und den Überblick zu behalten. Anschließend möchte ich noch sagen, dass Vorkenntnisse über diesen Zeitabschnitt unerlässlich sind. Vieles wird nur kurz oder gar nicht erklärt. Um die Geschichte zur Gänze zu verstehen, ist ein wenig Hintergrundwissen vorteilhaft. 

Ideal für Fans der Jahrhundert-Saga von Ken Follett und jene, die Familiengeschichten mögen - eine absolute Leseempfehlung! ♥

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Rezension zu "Schatten aus Stein" von Andreas Pittler

Den Schatten der Vergangenheit entkommt man nicht
Bellis-Perennisvor einem Jahr

Als Gruppeninspektor Paul Zedlnitzky am 29. April 1986 aufsteht, weiß er zwar noch nicht genau, was der Tag so bringen wird. Aber er hat ein mulmiges Gefühl. Zum einem, weil es Gerüchte darüber gibt, dass es in der UdSSR einen Unfall mit einem Kernkraftwerk gegeben hat und zum anderen, weil er gleich in der Früh - also quasi vor dem Frühstück - zu einer Leiche gerufen wird. Der Dentist Walter Dinotti ist in seiner Praxis getötet worden. 

Gemeinsam mit Kollegen Pospischil macht er sich auf den Weg, die üblichen Ermittlungen anzustellen. Die Ehefrau und eventuell vorhandene Kinder befragen, die Patientenkartei durchforsten und nach Brüchen im Lebenslauf des Ermordeten suchen. Freunde und/oder Feinde suchen - all diese kriminalistische Kleinarbeit in Zeiten ohne Computer, Mobiltelefon und sonstigen elektronischen Helferleins. Ja, der Gruppeninspektor muss sogar fremde Leute ersuchen, das Festnetztelefon benützen zu dürfen, weil kein öffentlicher Fernsprecher in der Nähe ist.  

Nebenbei muss er sich mit seinem Vater, einem gestandenen Sozi, der nach der Wahl von Kurt Waldheim zum Bundespräsidenten, die Welt nicht mehr versteht, herumschlagen. Doch genau das bringt ihn, gemeinsam mit der Aussage von Dinottis Freund, dem Anwalt Hirsch, auf einen aberwitzigen Ansatz, der weit hergeholt scheint: Das Motiv muss in der Vergangenheit des Opfers zu suchen sein, denn Dinotti ist zwischen 1939 und 1945 mehrmals im Gefängnis gesessen. Seine Recherchen führen ihn unter anderem in das Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes und fördert Erstaunliches zu Tage. 

Meine Meinung: 

Historiker und Buchautor Andreas Pittler gehört zu meinen Lieblingsautoren. Seine Bücher, ob Krimi, historischer Roman oder Sachbuch, sind immer penibel recherchiert. Meist ist der Schauplatz, wie bei diesem, die Bundeshauptstadt Wien. 

In diesem Krimi ist die Hauptperson Gruppeninspektor Paul Zedlnitzky, der in einem Fall der Krimi-Reihe „Bronstein“ eine winzige Nebenrolle inne hat. 

Pittlers Krimis bestechen durch zeitgeschichtlich interessante Themen. Hier zum einem die Wahl von Kurt Waldheim zum österreichischen Bundespräsidenten, der lange Jahre seine Tätigkeit als Offizier der Wehrmacht zwischen 1941-1944, verschwiegen hat. Zum anderen die Katastrophe von Tschernobyl, die am 26. April 1986 die Welt erschüttert hat. Dies sind so die historischen Rahmenbedingungen in den Paul Zedlnitzky ermitteln muss. 

Obwohl der Zeitraum der Ermittlungen mit nur ein bisschen mehr als einer Woche (29.04.-08.05.) ziemlich kompakt ist, erhält der Leser eine Menge Information über die Tat, die Ermittlungen, die Familie Zedlnitzky und ein gewaltiges Stimmungsbild dieser Zeit. 

Nach und nach erfährt der Leser einiges über die Hintergründe zum Mord an dem Dentisten. Der Ursprung ist als „Massaker von Stein“ in die Geschichte eingegangen sind. Dazu muss man wissen, dass im Kremser Stadtteil Stein, die größte und älteste Strafanstalt Österreichs steht. So erschließt sich auch der Titel des Krimis. Das Cover zeigt auch eine Ansicht der Justizanstalt.

Obwohl dieser Krimi fiktiv ist, ist es doch einigen Kriegsverbrechern wie dem erfundenen Willi Birgler gelungen, in den Wirren der Nachkriegszeit unterzutauchen und anschließend sich eine neue Existenz unter falschem Namen aufzubauen. Man mag sich gar nicht vorstellen, wie vielen so etwas gelungen ist. 

Sehr anschaulich schildert Andreas Pittler die Situation des Jahres 1986. Da wird hemmungslos eine nach anderen geraucht, häufig auch getrunken - im Dienst und zu Hause. Da werden sexistische Sprüche geklopft und herrlich politisch unkorrekt parliert. Es ist aber auch das Jahr, in dem einiges in Umbruch gerät: Endlich beginnt ein Umdenken im Umgang mit den nationalsozialistischen Vergangenheit Österreichs. 

Wie wir es von Andreas Pittler gewöhnt sind, bedient er sich des Wiener Dialekts. Für diejenigen, die hier ein wenig Nachhilfe brauchen, sind die wichtigsten Phrasen am Ende übersetzt.  

Fazit: 

Ein fesselnder zeitgeschichtlicher Krimi, der hoffentlich seine Fortsetzung finden wird. Gerne gebe ich hier 5 Sterne und eine Leseempfehlung. 

Hier der link zum "Massaker von Stein"

https://www.bmi.gv.at/magazinfiles/2015/05_06/files/zeitgeschichte.pdf

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Rezension zu "Wiener Himmelfahrt" von Andreas Pittler

Ein würdiger Abschluss der Trilogie rund um drei Wiener Familien
Bellis-Perennisvor einem Jahr

Im dritten und letzten Teil des "Wiener Triptychons" begleiten wir die Mitglieder der Familien Glickstein, Strecha und Bielohlawek auf ihrem Weg ins 21. Jahrhundert.  

Nach den Jahren des Wirtschaftsaufschwungs und der Vollbeschäftigung samt ihren sozialen Errungenschaften, werfen die Jahre nach der Jahrtausendwende ihre Schatten auf die Menschen. Die Finanz-Krise bläst so manch einem, der sich für saturiert hält, rau und unerwartet ins Gesicht.  

Die neue Generation der drei Familien muss sich längst vergangen geglaubten Problemen herumschlagen. Das Gespenst der Suche nach einem Schuldigen hebt seinen Kopf aus dem Grab und so bleiben ewig-gestrige Rülpser nicht aus.  

Doch auch damals tagespolitisch aktuelle Themen wie die Besetzung der Hainburger Au, um ein Kraftwerk zu verhindern oder die Otto-Mühl-Kommune werden hier rund um die drei Familien verwoben. 

Meine Meinung: 

Für mich als Wienerin und 1960 Geborene liest sich dieses Buch wie das „Who ist Who“ dieser Zeit. Von Bundeskanzler Kreisky und anderen echten wie vermeintlichen Größen der österreichischen Politik über gesellschaftspolitische Veränderungen bis hin zur aktuellen Situation erstreckt sich der Bogen. Immer wieder sind die Familienmitglieder der Glicksteins, der Strechas und Bielohlawek der rote Faden durch das Werk. 

Diesmal sind die einzelnen Szenen kürzer und kaleidoskopartig angeordnet, so dass man aufpassen muss, bei welchem Familienmitglied und in welchen Zeitraum man sich befindet. Die entsprechende Jahreszahl und das Familienmitglied, das in dieser Sequenz quasi die Hauptrolle spielt, ist aus den Überschriften ersichtlich.  Was zu Beginn des 20. Jahrhunderts mit einer gewissen Behäbigkeit begonnen hat, ist nun im Strudel der Schnelllebigkeit beinahe verschollen. Ein bisschen fehlt mir diesmal die Leichtigkeit, mit der die beiden Vorgänger „Wiener Kreuzweg“ und „Wiener Auferstehung“ geschrieben sind, obwohl diese beiden von Kriegen und Nazi-Terror dominiert werden. 

Dennoch ist Historiker und Autor Andreas Pittler, der auch durch seinen Krimi-Reihe rund um David Bronstein bekannt ist, ein großartiger Chronist der österreichischen Geschichte. Und wer sagt, dass eine Chronik leicht zu lesen sein muss? 

Fazit: 

Andreas Pittler ist mit diesem Buch ein würdiger Abschluss des Wiener Triptychons gelungen, dem ich gerne wieder 5 Sterne gebe.

 

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