Goodbye

von Andreas Pittler 
5,0 Sterne bei18 Bewertungen
Goodbye
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Bronstein als Pensionist - kaum vorstellbar. Kurz vor Unterzeichnung des Staatsvertrages haben Agenten Hochsaison.

A

Tolles Stimmungsbild!

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Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783903113114
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:336 Seiten
Verlag:echomedia buchverlag
Erscheinungsdatum:01.12.2016

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    Bellis-Perenniss avatar
    Bellis-Perennisvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Bronstein als Pensionist - kaum vorstellbar. Kurz vor Unterzeichnung des Staatsvertrages haben Agenten Hochsaison.
    "Österreich ist frei" ein Krimi vor der Kulisse des Staatsvertrages 1955

    In seinem nunmehr letzten Band müssen wir Leser Abschied von David Bronstein als Ermittler nehmen.

    Man schreibt das Jahr 1955, Österreich ist durch die vier Besatzungsmächte in vier Zonen geteilt. In der Hauptstadt Wien teilen sich die alliierten die einzelnen Bezirke untereinander auf. Das wichtigste Requisit dieser Tage ist der viersprachige Ausweis. Die Gerüchte, dass die Besatzungsmächte die Republik wieder verlassen wollen, machen die Runde und rufen allerlei lichtscheues Gesindel auf den Plan.

    Zu allem Überfluss wird in der Schwarzenbergallee die Leiche des Polizeioffiziers und ehemals hochrangigen Kommunisten Vinzenz Seisers gefunden: Ein glatter Herzschuss, offenbar aus nächster Nähe abgefeuert. Obwohl Alois Zedlnitzky, der zuständige Polizist, an der Selbstmord-Theorie zweifelt, wird das Opfer ohne Obduktion Leichnam sofort begraben. Recht bald wird klar, dass der Tote aus Favoriten eine besondere Rolle im Verhältnis der alliierten Besatzungsmächte spielte. Dass der Tote in der amerikanischen Zone gefunden wird, macht den Fall heikel und brisant.

    Alois Zedlnitzky wird vom Fall abgezogen, von den eigenen Kollegen beschattet und, weil er auf eigene Faust weiter recherchiert, vorerst nach Kärnten und dann in das Wiener Verkehrsamt strafversetzt. Dort trifft er auf  "die Pokorny", die Nichte des legendären Pokorny, der David Bronstein in seinen Anfängen bei der Polizei, begleitet hat. Frau Pokorny bringt Alois Zedlnitzky und Bronstein, der sich, nun siebzigjährig, einsam und unnötig vorkommt zusammen.

    David Bronstein läuft wieder zur Hochform auf. Ein schwarzer Gräf & Stift bringt den alten Oberst auf die richtige Spur.

    Meine Meinung:

    Andreas Pittler ist wieder ein unglaublich realistisches Bild der Zeit gelungen. Das „Who is Who“ der damaligen österreichischen Innenpolitik gibt sich ein kürzeres oder längeres Stell-dich-ein, Adolf Schärf, Karl Renner, Leopold Figl und Bruno Kreisky. Manchmal sind die Beziehungen zwischen den alten und neuen Parteifreunden oder Parteifeinden fließend. Der Leser könnte mitunter den Eindruck haben, es werde gemauschelt, was das Zeug hält. Aber, wir sind ja in Österreich und hier herrscht der Spruch „a bisserl was, geht immer“.


    Gekonnt flicht er den Kriminalfall in die historischen Ereignisse rund um den Staatsvertrag ein. Die ehrwürdige Balkonszene im Wiener Belvedere, in der die berühmten Worte "Österreich ist frei" fallen ist, ist Kulisse für den Auftritt von Cerny und Bronstein wie in alten Zeiten. 

    Herrlich der Kurzauftritt von Edmund Sackbauer, jenes legendären Elektrikers, der in der TV-Serie „Ein echter Wiener geht nicht unter“ Kultstatus erreichte.

    Allerdings bin ich ein wenig wehmütig, dass ich mich nun von David Bronstein verabschieden muss. Doch gerne gönne ich einige ruhige Jahre mit seiner Jelka, die nun ebenfalls pensioniert und nach Wien zurückgekehrt ist.

    Gut gelungen ist die Darstellung des alternden Bronstein. Außer dem Kanarienvogel „Burli“ und der Schnapsflasche ist ihm wenig geblieben. Egon Erwin Kisch, der rasende Reporterfreund, ist lange schon verstorben. Ein Lichtblick ist die Rückkehr des jungen Herrn Duft, des einzigen Überlebenden der jüdischen Familie Duft, der wieder ein Textilgeschäft in der Walfischgasse eröffnet.

    Fazit:

    Wieder ein kolossaler historischer Krimi, der sich 5 Sterne und eine Leseempfehlung verdient


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    P
    petrat67vor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Das fängt das alte Wien ein!
    Wien authentisch

    Fulminanter Abschluss einer fulminanten Serie. Die Bronstein-Saga ist ein Muss für alle, die Wien mögen!

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    J-B-Winds avatar
    J-B-Windvor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Ein Abschied von liebgewonnen Figuren und einer Zeit, in der nicht alles rosig war. Ein furioses Finale!
    A Reblaus mecht i sein

    Was vor sieben Jahren mit „Tacheles“ begann, findet mit dem vorliegenden Buch seinen krönenden Abschluss. In „Goodbye“ löst Inspektor (mittlerweile Polizeioberst) David Bronstein seinen letzten Fall, obwohl er bereits pensioniert ist.

    Wir schreiben das Jahr 1955: Der Winter zieht durchs Land. Österreich befindet sich im Umbruch. Noch ist Wien in vier Besatzungszonen eingeteilt. Doch der Staatsvertrag steht kurz vor seinem Abschluss. Da wird in der Schwarzenberg-Allee der hochrangiger Polizeioffizier und Ex-Polizeichef Vinzenz Seiser tot aufgefunden. Ein glatter Herzschuss, offenbar aus nächster Nähe abgefeuert. Man geht von einem Selbstmord aus. Ohne Obduktion wird der Leichnam sofort begraben. Alois Zedlnitzky glaubt nicht an diese Version. Schnell wird klar, dass der Tote aus Favoriten eine besondere Rolle im Verhältnis der alliierten Besatzungsmächte spielte und der KPÖ nahestand. Gefunden wird er allerdings in der amerikanischen Zone, was nicht zusammenpasst. Da der Fall heikel und brisant ist, und das kurz vor der Unterzeichnung des wichtigen Vertrags, untersagt die Exekutive dem zuständigen Beamten Gruppeninspektor Alois Zedlnitzky jedwede Ermittlung. Dieser wendet sich also vertrauensvoll an Bronstein, der es auf der Mörderjagd mit zwielichtigen Gestalten wie Schmugglern und Spionen zu tun bekommt. Ein schwarzer Gräf & Stift bringt die Ermittler auf eine Spur. Und dann erhält David Bronstein unerwartet Hilfe. Soweit der Fall.

    Das Buch ist in zwei Abschnitte gegliedert: Winter 1955 und Frühling 1955. Warum es eine längere Pause gibt, wird an dieser Stelle nicht verraten.

    Der letzte Band der Bronstein Reihe schmeckt nach Abschied. Das merkt man auch an der düsteren und etwas traurigen Grundstimmung des Romans. Der Hauptperson wird in diesem Buch viel Raum gegeben, was sie auch verdient und stimmig ist. David Bronstein ist gealtert und hadert damit. Die müden Knochen wollen nicht mehr so wie früher, sein Geist ist allerdings wach wie eh und je. Weil er bereits pensioniert ist, und keine Familie hat, schleicht sich Langeweile in sein Leben. Wie ein samtgrauer Schleier umhüllt sie Bronstein, der sich fragt, was er mit den letzten Tagen anfangen soll. Seine einzigen Freuden sind die Haschee Nudeln bei seinem Lieblingswirt, Zigaretten und ein Stamperl Obstler. Sein einziger Freund der Vogel Burli.

    Den Höhepunkt der Resignation erlebt der Leser als Bronstein in einem Nostalgie-Anflug den Reblaus Song in Hans Moser Manier anstimmt. So kann es nicht weiter gehen. Flugs schreibt er sich in einen Literaturkurs ein. Die Einsamkeit, das Gefühl nicht mehr gebraucht zu werden, dieses Altern und Hadern mit dem Leben, dem Körper und dem baldigen Sterben wird im vorliegenden Roman sehr gut beschrieben. Man leidet mit Bronstein mit, wenn er sich kritisch vor dem Spiegel beäugt. Oder wenn er in der Vergangenheit schwelgt und über seine Fehler sinniert, wie dass er nie mit Jelka eine ernsthafte Beziehung eingegangen ist. In „Goodbye“ ist den Leser/innen Bronstein sehr nahe, er entblößt sich und öffnet sich.

    Im Kontrast dazu steht Alois Zedlnitzky, der in der Blüte seines Lebens und mitten im Berufsleben steht. Beide Charaktere und die Beziehungen untereinander werden von Pittler wundervoll gezeichnet und authentisch beschrieben.

    Auch für die Nebenfiguren schafft der Autor ausreichend Raum zur Entfaltung. Sehr skurril ist der Cameo-Auftritt des Elektrikers Edmund Sackbauer, stilgerecht in der Hasengasse angesiedelt, kopfwackelnde Watschen-Androhungen inklusive. „Mundl“ Fans werden ihre Freude haben. Der Ausschnitt sorgt auch bei den Lesungen des Autors regelmäßig für Lachsalven. Der gewohnte pittlereske Humor kommt also auch in „Goodbye“ nicht zu kurz.

    Die österreichische Geschichte rund um den Staatsvertrag und das Ende der Besatzungszeit wird dem Leser in feinen Häppchen zwischendurch serviert. Top recherchiert und literarisch aufbereitet erlebt der Leser Vergangenes so explizit, als wäre er selbst dabei gewesen. Hervorzuheben sind dabei die Passagen im Belvedere. Die Szenerie ist derart hervorragend beschrieben, dass der Leser das Gefühl hat, direkt bei der Unterzeichnung des Staatsvertrags dabei gewesen zu sein. Meisterhaft konstruiert Pittler einen fulminanten Show-Down im Marmorsaal zwischen Figl und Kreisky. Im Gehirn manifestiert sich ein Bild, das wie eine verschwommene Erinnerung an längst vergangene Zeiten und sehr real wirkt.

    Noch nie hat Geschichtsunterricht derart viel Spaß gemacht. Deshalb wären Pittlers Bücher auch als Schullektüre sehr zu empfehlen. Nicht umsonst nennt man ihn auch dem Dietmar Grieser für Deviante. Pittler schreibt nicht nur, er will die Leser/innen auch bilden, selbst wenn er damit oft nur ausgesuchte (Rand)gruppen erreicht. Doch hier ist sicher noch nicht das Ende der Fahnenstange erreicht.

    „Goodbye“ ist nicht nur krönender Abschluss einer historisch-kriminellen Saga, sondern auch ein Abschied von einem der interessantesten österreichischen Protagonisten. Das Buch klappt man deshalb mit einem lachenden und einem weinenden Auge zu. Es mag der letzte Fall für David Bronstein gewesen sein, aber sicher nicht das letzte Buch von Andreas Pittler, der bitte nie aufhören soll, österreichisches Kulturgut vom Feinsten zu produzieren. Und wer weiß, vielleicht findet Bronstein die eine oder andere Möglichkeit für einen (Kurz)auftritt in einem der nächsten Bücher aus der Feder des Wiener Schriftstellers der Extraklasse.

    Fazit: „Goodbye“ ist einer der schönsten und spannendsten Serienabschlüsse in der Geschichte der österreichischen Literatur. Ein Abschied von liebgewonnen Figuren und einer Zeit, in der nicht alles rosig war. Ein furioses Finale, das man jeder/m Leser/in ans Herz legen kann und muss. Andreas Pittler ist nicht nur für Historienfans eine Goldgrube, sondern auch für Krimileser, die das Besondere suchen.

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    A
    andrina1997vor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Tolles Stimmungsbild!
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    V
    vanessa2000vor 3 Jahren
    Kurzmeinung: So spannend kann Geschichte sein!
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    N
    naima9vor 3 Jahren
    N
    naima7vor 3 Jahren
    N
    naima6vor 3 Jahren
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    naima5vor 3 Jahren
    W
    wolfgangpvor 3 Jahren

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