Andreas Pittler Goodbye

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Inhaltsangabe zu „Goodbye“ von Andreas Pittler

Wien 1955. Ein eiskalter Jännerabend. In der Schwarzenberg-Allee liegt eine Leiche. Und der Tote ist nicht irgendwer, sondern ein hochrangiger Polizeioffizier, der im Verhältnis der alliierten Besatzungsmächte eine besondere Rolle spielte. Schnell wird klar, dass der Fall – so kurz vor dem lange erhofften Abschluss des Staatsvertrags – mehr als heikel ist. Die Exekutive will sich die Finger nicht verbrennen und untersagt dem zuständigen Beamten jedwede Ermittlung. Der aber wendet sich vertrauensvoll an den pensionierten Polizeioberst David Bronstein, dem im Ruhestand ohnehin schon viel zu langweilig war. Wie in seinen besten Tagen begibt er sich auf Mörderjagd und sticht dabei in ein wahres Wespennest aus Spionen, Schmugglern und anderen zwielichtigen Figuren. Dabei freilich erhält er von unerwarteter Seite Hilfe.

Tolles Stimmungsbild!

— andrina1997
andrina1997

So spannend kann Geschichte sein!

— vanessa2000
vanessa2000

Das fängt das alte Wien ein!

— petrat67
petrat67

Ein Abschied von liebgewonnen Figuren und einer Zeit, in der nicht alles rosig war. Ein furioses Finale!

— J-B-Wind
J-B-Wind

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Spectrum

manchmal sind die harten Jungs zu nah am Wasser gebaut. Und manche Stellen ergeben für mich keinen Sinn. Deswegen keine volle Punktzahl.

MellieJo

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Nach Einstiegsschwierigkeiten wurde es spannend

SillyT

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Leider geht der Spannungsbogen durch die Vielzahl der Handlungsstränge etwas unter, für Fans der Reihe aber auf jeden Fall ein Muss.

SalanderLisbeth

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Packend, voller Wendungen mit einem Ermittler, der keineswegs der Norm entspricht - sehr lesenswert!

EvelynM

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sprachlich schön, inhaltlich zu wenig Krimi

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Fesselnde Story, aber wenig Thriller, mehr Vergangenheitsbewältigung!

Fanti2412

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    Goodbye
    petrat67

    petrat67

    03. November 2015 um 13:30

    Fulminanter Abschluss einer fulminanten Serie. Die Bronstein-Saga ist ein Muss für alle, die Wien mögen!

  • A Reblaus mecht i sein

    Goodbye
    J-B-Wind

    J-B-Wind

    23. September 2015 um 14:12

    Was vor sieben Jahren mit „Tacheles“ begann, findet mit dem vorliegenden Buch seinen krönenden Abschluss. In „Goodbye“ löst Inspektor (mittlerweile Polizeioberst) David Bronstein seinen letzten Fall, obwohl er bereits pensioniert ist. Wir schreiben das Jahr 1955: Der Winter zieht durchs Land. Österreich befindet sich im Umbruch. Noch ist Wien in vier Besatzungszonen eingeteilt. Doch der Staatsvertrag steht kurz vor seinem Abschluss. Da wird in der Schwarzenberg-Allee der hochrangiger Polizeioffizier und Ex-Polizeichef Vinzenz Seiser tot aufgefunden. Ein glatter Herzschuss, offenbar aus nächster Nähe abgefeuert. Man geht von einem Selbstmord aus. Ohne Obduktion wird der Leichnam sofort begraben. Alois Zedlnitzky glaubt nicht an diese Version. Schnell wird klar, dass der Tote aus Favoriten eine besondere Rolle im Verhältnis der alliierten Besatzungsmächte spielte und der KPÖ nahestand. Gefunden wird er allerdings in der amerikanischen Zone, was nicht zusammenpasst. Da der Fall heikel und brisant ist, und das kurz vor der Unterzeichnung des wichtigen Vertrags, untersagt die Exekutive dem zuständigen Beamten Gruppeninspektor Alois Zedlnitzky jedwede Ermittlung. Dieser wendet sich also vertrauensvoll an Bronstein, der es auf der Mörderjagd mit zwielichtigen Gestalten wie Schmugglern und Spionen zu tun bekommt. Ein schwarzer Gräf & Stift bringt die Ermittler auf eine Spur. Und dann erhält David Bronstein unerwartet Hilfe. Soweit der Fall. Das Buch ist in zwei Abschnitte gegliedert: Winter 1955 und Frühling 1955. Warum es eine längere Pause gibt, wird an dieser Stelle nicht verraten. Der letzte Band der Bronstein Reihe schmeckt nach Abschied. Das merkt man auch an der düsteren und etwas traurigen Grundstimmung des Romans. Der Hauptperson wird in diesem Buch viel Raum gegeben, was sie auch verdient und stimmig ist. David Bronstein ist gealtert und hadert damit. Die müden Knochen wollen nicht mehr so wie früher, sein Geist ist allerdings wach wie eh und je. Weil er bereits pensioniert ist, und keine Familie hat, schleicht sich Langeweile in sein Leben. Wie ein samtgrauer Schleier umhüllt sie Bronstein, der sich fragt, was er mit den letzten Tagen anfangen soll. Seine einzigen Freuden sind die Haschee Nudeln bei seinem Lieblingswirt, Zigaretten und ein Stamperl Obstler. Sein einziger Freund der Vogel Burli. Den Höhepunkt der Resignation erlebt der Leser als Bronstein in einem Nostalgie-Anflug den Reblaus Song in Hans Moser Manier anstimmt. So kann es nicht weiter gehen. Flugs schreibt er sich in einen Literaturkurs ein. Die Einsamkeit, das Gefühl nicht mehr gebraucht zu werden, dieses Altern und Hadern mit dem Leben, dem Körper und dem baldigen Sterben wird im vorliegenden Roman sehr gut beschrieben. Man leidet mit Bronstein mit, wenn er sich kritisch vor dem Spiegel beäugt. Oder wenn er in der Vergangenheit schwelgt und über seine Fehler sinniert, wie dass er nie mit Jelka eine ernsthafte Beziehung eingegangen ist. In „Goodbye“ ist den Leser/innen Bronstein sehr nahe, er entblößt sich und öffnet sich. Im Kontrast dazu steht Alois Zedlnitzky, der in der Blüte seines Lebens und mitten im Berufsleben steht. Beide Charaktere und die Beziehungen untereinander werden von Pittler wundervoll gezeichnet und authentisch beschrieben. Auch für die Nebenfiguren schafft der Autor ausreichend Raum zur Entfaltung. Sehr skurril ist der Cameo-Auftritt des Elektrikers Edmund Sackbauer, stilgerecht in der Hasengasse angesiedelt, kopfwackelnde Watschen-Androhungen inklusive. „Mundl“ Fans werden ihre Freude haben. Der Ausschnitt sorgt auch bei den Lesungen des Autors regelmäßig für Lachsalven. Der gewohnte pittlereske Humor kommt also auch in „Goodbye“ nicht zu kurz. Die österreichische Geschichte rund um den Staatsvertrag und das Ende der Besatzungszeit wird dem Leser in feinen Häppchen zwischendurch serviert. Top recherchiert und literarisch aufbereitet erlebt der Leser Vergangenes so explizit, als wäre er selbst dabei gewesen. Hervorzuheben sind dabei die Passagen im Belvedere. Die Szenerie ist derart hervorragend beschrieben, dass der Leser das Gefühl hat, direkt bei der Unterzeichnung des Staatsvertrags dabei gewesen zu sein. Meisterhaft konstruiert Pittler einen fulminanten Show-Down im Marmorsaal zwischen Figl und Kreisky. Im Gehirn manifestiert sich ein Bild, das wie eine verschwommene Erinnerung an längst vergangene Zeiten und sehr real wirkt. Noch nie hat Geschichtsunterricht derart viel Spaß gemacht. Deshalb wären Pittlers Bücher auch als Schullektüre sehr zu empfehlen. Nicht umsonst nennt man ihn auch dem Dietmar Grieser für Deviante. Pittler schreibt nicht nur, er will die Leser/innen auch bilden, selbst wenn er damit oft nur ausgesuchte (Rand)gruppen erreicht. Doch hier ist sicher noch nicht das Ende der Fahnenstange erreicht. „Goodbye“ ist nicht nur krönender Abschluss einer historisch-kriminellen Saga, sondern auch ein Abschied von einem der interessantesten österreichischen Protagonisten. Das Buch klappt man deshalb mit einem lachenden und einem weinenden Auge zu. Es mag der letzte Fall für David Bronstein gewesen sein, aber sicher nicht das letzte Buch von Andreas Pittler, der bitte nie aufhören soll, österreichisches Kulturgut vom Feinsten zu produzieren. Und wer weiß, vielleicht findet Bronstein die eine oder andere Möglichkeit für einen (Kurz)auftritt in einem der nächsten Bücher aus der Feder des Wiener Schriftstellers der Extraklasse. Fazit: „Goodbye“ ist einer der schönsten und spannendsten Serienabschlüsse in der Geschichte der österreichischen Literatur. Ein Abschied von liebgewonnen Figuren und einer Zeit, in der nicht alles rosig war. Ein furioses Finale, das man jeder/m Leser/in ans Herz legen kann und muss. Andreas Pittler ist nicht nur für Historienfans eine Goldgrube, sondern auch für Krimileser, die das Besondere suchen.

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