Erstaunlich und beeindruckend
Das Menschen mit dem Fahrrad zumindest die halbe Welt umrunden, das wäre nichts neues, wenn auch immer interessant zu sehen. Dass behinderte Menschen an sportlichen Wettkämpfen auf Top-Niveau teilnehmen, auch das ist bekannt.
Wenn man aber beides verbindet und mit dem „Rolli“ (natürlich nicht einer in der klassischen Form ) 6000 KM durch China auf sich nimmt, das ist schon eine besondere Herausforderung und für den Leser hoch interessant, dem zu Folgen (auch wenn, wenn man ehrlich ist, am Ende eine „Fahrradtour durch China, nur mit der Hand gekurbelt, vorliegt).
Zudem schreibt Pröve mit leichter Hand und sehr flüssig zu lesen in den Textteilen des Reiseberichtes, ein Stil, dem auch der nötige trockene Humor nicht abgeht.
Was schon mit dem deutlichen Übergepäck beim Flug beginnt. Handbike, jede Menge medizinisches Material und ein „normaler“ Rollstuhl dazu, der auch als Toilette zu dienen hat (in China ist die Ausrichtung auf Behinderte nicht unbedingt flächendeckend oder auch nur breit verbreitet). Da das Handbike auch motorisiert wird, kann man sich leicht vorstellen, mit welche umfassenden Equipment Pröve den Flieger nach Shanghai bestiegen hat.
Dass Pröve, trotz optimistischer Grundhalten, was die Hilfsbereitschaft der Chinesen angeht, direkt am ersten Abend „abgezockt“ wird.
Dann aber geht’s los, von Shanghai nach Huang Shan, durch den Zhangjialie Nationalpark, mit der Bahn nach Chengdu bis hin nach „Shangri LA“, dann hinüber zum Jangtse und auf Kreuzfahrt über den beeindruckenden Fluss, wobei auch das tibetische Hochland am Ende nicht ausgelassen worden ist und natürlich die chinesische Mauer einen Abstrecher benötigt.
„Feuchtware Wälder rauschen an mir vorbei. Es wird wieder bergig“.
Was am Reisebericht auffällt, gerade weil er bei National Geographic erschienen ist, ist doch die eher mindere Anzahl fotografischer Illustrationen der Reise. Zwar finden sich durchaus vielfache Fotografien von Land und Leuten, von Herausforderungen mit dem „Rolli“ (die auch formaler Natur sein werden, was die Regeln in China und deren Vertreter angeht), doch überwiegend ist dieses Buch ein textorientierter Reisebericht .
In dem es Pröve auf jeden Fall bestens versteht, die Atmosphäre des Landes und seine Besonderheiten, Herausforderungen und persönliche Haltungen dem Leser zu vermitteln.
So verbleibt am Ende ein bunter Eindruck einer durchaus gewagten Reise, in dem deutlich wird, dass eine Behinderung einen nicht von seinen Erlebnis-Plänen abbringen sollte und ein Blick auf die Vielfalt Chinas aus ganz besonderer Perspektive heraus.









