Andreas Rödder

 4.5 Sterne bei 4 Bewertungen
Autor von 21.0, Geschichte der deutschen Wiedervereinigung und weiteren Büchern.
Andreas Rödder

Lebenslauf von Andreas Rödder

Andreas Rödder, wurde 1967 iin Wissen (Sieg) geboren. Er studierte Geschichte und Germanistik in Bonn und Tübingen und hat 1995 promoviert. Seit 2001 als Hochschuldozent an der Universität Stuttgart, wo er 2001 habilitierte. Seit dem Sommersemester 2005 ist Andreas Rödder Professor für Neueste Geschichte mit dem Schwerpunkt Internationale Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts an der Johannes Gutenberg-Universität. Er hat zahlreiche Sachbücher über Deutsche Geschichte veröffentlicht.

Neue Bücher

Wer hat Angst vor Deutschland?

Neu erschienen am 26.09.2018 als Hardcover bei S. FISCHER.

Alle Bücher von Andreas Rödder

21.0

21.0

 (2)
Erschienen am 21.07.2017
Deutschland einig Vaterland

Deutschland einig Vaterland

 (1)
Erschienen am 16.02.2009
Geschichte der deutschen Wiedervereinigung

Geschichte der deutschen Wiedervereinigung

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Erschienen am 15.07.2011
Wer hat Angst vor Deutschland?

Wer hat Angst vor Deutschland?

 (0)
Erschienen am 26.09.2018
21.0: Eine kurze Geschichte der Gegenwart

21.0: Eine kurze Geschichte der Gegenwart

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Erschienen am 15.10.2015
Wertewandel und Postmoderne

Wertewandel und Postmoderne

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Erschienen am 19.03.2004
Die Bundesrepublik Deutschland 1969-1990

Die Bundesrepublik Deutschland 1969-1990

 (0)
Erschienen am 12.11.2003
Konservativ 21.0

Konservativ 21.0

 (0)
Erschienen am 21.03.2019

Neue Rezensionen zu Andreas Rödder

Neu
M

Rezension zu "21.0" von Andreas Rödder

Überragende Momentaufnahme und Erklärung der gesellschaftlichen Entwicklungen
michael_lehmann-papevor 3 Jahren

Überragende Momentaufnahme und Erklärung der gesellschaftlichen Entwicklungen

Natürlich stellt Rödder deutlich mehr als eine reine „Momentaufnahme“ dar (und das faszinierend, überzeugend, fundiert und, zudem noch, sehr gut lesbar). Aber er selbst ist es ja, dem es gelingt, die zunehmende und teils kaum mehr konkret zu fassende Geschwindigkeit der Entwicklungen in der modernen Zeit des 21. Jahrhunderts zu benennen (und zudem die „Atmosphäre“, die aus diesen rasanten Entwicklungen heraus entspringt fassbar dazustellen).

So ist die Geschichte also seit der Erstellung des Buches bereits weiter geeilt. Und dennoch legt Rödder in ganz anderer als wissenschaftlich gewohnter Form, quasi „rasant“ , einen durchaus so zu nennenden „Meilensteint“ der jüngeren Geschichtswerke vor.

Die digitale Revolution mit ihrer „vernetzten Wirklichkeit“ und dem, was daraus folgt. Die globale Wirtschaft in erster und zweiter Instanz mitsamt dem „großen Knall“. Die Erschöpfung der Ressourcen des Planeten („Die Welt ist nicht genug“). Die Neuordnung der „Dinge“ nach den Auflösungen alter Blockideologien, die „Übernahme der Macht“ durch den Marktradikalismus, der Verlust an Kraft (und Macht) der westlichen Religionssystem und der Blick auf neuerstarkte Religionen wie den Islam. Genderfrage und der Mensch als Konsument, die Schere zwischen arm und reich und die zunehmende Problematik der Migration . Die sich wandelnde Rolle des Staates (aber einer, der „immer noch da“ ist, „Totgesagte leben länger“, wie Rödder es formuliert). Die aktuelle Verfasstheit und Befindlichkeit des „neuen Europa“ auf der (auch gedanklichen) „Erde“ des „alten Europa“. Der Wandel der „Regierungsmacht“ in der Welt von 1990 bis zur Gegenwart und ein souveränes, interessantes, mit vielfachen Impulsen zurücklassendes Resümee.

In diesem Buch findet sich jedes der tatsächlich „weltbewegenden“ Themen der Moderne, der Gegenwart, der letzten zwei Jahrzehnte. Beschrieben, strukturiert dargestellt, wo nötig mit Statistiken unterfüttert. Und das jederzeit eben ohne den Faden zu verlieren, ohne sich in einzelne Nebenlinien zu verirren (und diese Gefahr ist groß bei den vielfachen Themen, die Rödder aufnimmt). Jederzeit fokussiert und souverän auf seiner Hauptlinie verbleibend und durchaus leger im Ton, Rödder hat ein Buch vorgelegt, dass tatsächlich in der Form unterhaltsam zu lesen ist und im Inhalt durchgehend ebenso fundiert informiert, wie es eine Meinungsbildung beim Leser, ein „Mitdenken bei der Lektüre“ beständig anreizt.

Was ist seit 1990 aus dem Westen geworden? Was konkret hat die Digitalisierung und Globalisierung an Auswirkungen auf Denken und Kultur mit sich gebracht? Ist der Kapitalismus Chance oder Bedrohung oder beides? Welche Tendenzen für die nahe Zukunft lassen sich ablesen? Wie ist die Bilanz der europäischen Integration?

Wichtige Fragen, die im Buch Antworten finden und nicht polemisch späterhin ins Leere verlaufen.

Getreu der Erkenntnis, die Rödder im Resümee voranstellt: „Was der Mensch auch tut, es schafft unvorhergesehene Folgen“. Nicht immer sind es beherrschbare Folgen, auch das steht als Risiko dieses ständigen „Trial and Error“ im Raum.

„Wir wissen so viel, wie nie zuvor und verstehen die Welt doch nicht“.

Wirklich eindeutige Lehren und damit gesicherter Boden für einen Blick in die Zukunft gibt es nicht. Aber Annäherungen an solche Lehren und Gesetzmäßigkeiten, von denen Rödder selbst eine der aktuell besten in diesem Buch liefert.

Mit seinen fünf Mustern, die er herausarbeitet, denen er fünf „Neuigkeiten“ der Moderne zur Seite stellt kommt er abschließend zur Formulierung dreier Tendenzen, dem „Entschwinden des 20. Jahrhunderts“, das weder Nostalgie noch Alarmismus verhindern werden, benennt eine Verschiebung des Rahmens hin zu einer Freiheit durch und in Inklusion (Gleichstellung statt Gleichberechtigung) und eines mehr und mehr geforderten und erforderlichen „Umgangs mit der Ungewissheit“.

„Anders als die Gegenwart und anders als gedacht“, diese Erkenntnis gegen das Bemühen um „geschlossene Ordnungsentwürfe“ argumentiert Rödder durchweg überzeugend und bietet damit ein Werk an, das ohne Abstriche rundweg gelesen werden sollte, ja müsste.

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Matzbachs avatar

Rezension zu "Deutschland einig Vaterland" von Andreas Rödder

Hilfreiche Gesamtdarstellung der Wiedervereinigung
Matzbachvor 4 Jahren

Das Buch beschreibt die Geschichte der Wiedervereinigung, beginnend mit den Umwälzungen in der ehemaligen UdSSR unter Gorbatschow, endend mit den Problemen im geeinten Deutschland der 90er. Wer sich mit dieser Thematik beschäftigen möchte, wird an dieser Darstellung nicht vorbeikommen.

Als Kind der Bonner Republik und aufgewachsen in der sicheren Überzeugung der dauerhaften Zweistaatlichkeit habe ich damals staunend bis fassungslos die Vorgänge in der DDR mit großer Sympathie für die Bürgerrechtsbewegung verfolgt. Dieser kam zweifelsohne eine große Bedeutung beim Sturz des SED-Regimes zu, allerdings wurde sie schnell im Sog der Einheitsbestrebungen von der Geschichte überholt.

Als Mensch, der sich dem linken Lager zugehörig fühlt, hatte ich damals große Sympathien für die Vorstellung einer reformierten, demokratischen DDR als Vorbild für ein besseres Deutschland, wie es die dortige Bürgerrechtsbewegung anstrebte. Genau so selbstverständlich zählte ich zu den Gegner des "Dicken". Aber rückschauend muss man konzedieren, dass alle idealistischen Gegenentürfe zur Wiedervereinigung/zur besseren DDR wohl unrealistisch waren. Dies hat auch Kohl erkannt und sich als treibende Kraft derjenigen entpuppt, deren Slogan zu "Wir sind ein Volk" wurde. Damit hat sich letzlich die Mehrheit klar geoutet. Hätte die DDR irgendwie weiterexistiert, wäre sie bestenfalls eine Versuchsstation für humanistisch angehauchte Idealisten gewesen, die aber angesichts der wirtschaftlichen Probleme nicht lebensfähig gewesen wäre. Die Arbeit und Wohlstand suchende Bevölkerung wäre weiter in den Westen abgewandert, den Bundesbürgern hätte man kaum deutlich machen können, warum sie das Kunstprodukt finanziell in einem exorbitantem Ausmaß hätten unterstützen sollen. Letztendlich war es der Zwang der ökonomischen Verhältnisse und der Wunsch der DDR-Bürger nach westlichem Lebensstandard, die die Wiedervereinigung unumgänglich machten. Dass dabei dennoch, fast unvermeidlich, Fehler gemacht wurden, ist unbestritten, vor allem der, dass die damalige Bundesregierung für beide Seiten uneinlösbare Versprechen machte, "Blühende Landschaften" dort,  keine höheren Belastungen hier. Vielleicht wäre mehr Offenheit besser gewesen, sie hätte zwar Kohl vermutlich die Wiederwahl gekostet, hätte aber dem Konflikt zwischen angeblichen "Besserwessies" und angeblichen "Jammerosssis" vermeiden helfen.

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Andreas Rödder wurde am 10. Juli 1967 in Wissen (Deutschland) geboren.

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