Andreas Rödder 21.0

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Inhaltsangabe zu „21.0“ von Andreas Rödder

Von Big Data über Gleichstellung und Klimawandel bis zum Euro – die Welt ist in Bewegung, und sie dreht sich, so scheint es, immer schneller. Seit den siebziger und achtziger Jahren des 20. Jahrhunderts ist eine Dynamik in Gang, die nur ein historisches Vorbild kennt: die Zeit vor 1914. Damals wie heute gilt: Der moderne Mensch ist in der Lage, enorme Kräfte zu entfesseln – und er hat alle Hände voll zu tun, sie wieder einzufangen.
21.0 ist ein historischer Crashkurs durch die Grundprobleme der Gegenwart: Wie sind sie entstanden und woher kommen sie? Was ist wirklich neu – und was sind die Muster, die wir aus der Geschichte kennen? Was sind die wichtigsten Entwicklungen der Gegenwart, und welche Richtungen zeichnen sich für die Zukunft ab? Andreas Rödder zieht die großen Linien und eröffnet immer wieder überraschende Perspektiven auf Deutschland im beschleunigten Wandel der Welt. Wer die Gegenwart verstehen will, sollte diese Geschichte gelesen haben.

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  • Überragende Momentaufnahme und Erklärung der gesellschaftlichen Entwicklungen

    21.0

    michael_lehmann-pape

    20. October 2015 um 10:38

    Überragende Momentaufnahme und Erklärung der gesellschaftlichen Entwicklungen Natürlich stellt Rödder deutlich mehr als eine reine „Momentaufnahme“ dar (und das faszinierend, überzeugend, fundiert und, zudem noch, sehr gut lesbar). Aber er selbst ist es ja, dem es gelingt, die zunehmende und teils kaum mehr konkret zu fassende Geschwindigkeit der Entwicklungen in der modernen Zeit des 21. Jahrhunderts zu benennen (und zudem die „Atmosphäre“, die aus diesen rasanten Entwicklungen heraus entspringt fassbar dazustellen). So ist die Geschichte also seit der Erstellung des Buches bereits weiter geeilt. Und dennoch legt Rödder in ganz anderer als wissenschaftlich gewohnter Form, quasi „rasant“ , einen durchaus so zu nennenden „Meilensteint“ der jüngeren Geschichtswerke vor. Die digitale Revolution mit ihrer „vernetzten Wirklichkeit“ und dem, was daraus folgt. Die globale Wirtschaft in erster und zweiter Instanz mitsamt dem „großen Knall“. Die Erschöpfung der Ressourcen des Planeten („Die Welt ist nicht genug“). Die Neuordnung der „Dinge“ nach den Auflösungen alter Blockideologien, die „Übernahme der Macht“ durch den Marktradikalismus, der Verlust an Kraft (und Macht) der westlichen Religionssystem und der Blick auf neuerstarkte Religionen wie den Islam. Genderfrage und der Mensch als Konsument, die Schere zwischen arm und reich und die zunehmende Problematik der Migration . Die sich wandelnde Rolle des Staates (aber einer, der „immer noch da“ ist, „Totgesagte leben länger“, wie Rödder es formuliert). Die aktuelle Verfasstheit und Befindlichkeit des „neuen Europa“ auf der (auch gedanklichen) „Erde“ des „alten Europa“. Der Wandel der „Regierungsmacht“ in der Welt von 1990 bis zur Gegenwart und ein souveränes, interessantes, mit vielfachen Impulsen zurücklassendes Resümee. In diesem Buch findet sich jedes der tatsächlich „weltbewegenden“ Themen der Moderne, der Gegenwart, der letzten zwei Jahrzehnte. Beschrieben, strukturiert dargestellt, wo nötig mit Statistiken unterfüttert. Und das jederzeit eben ohne den Faden zu verlieren, ohne sich in einzelne Nebenlinien zu verirren (und diese Gefahr ist groß bei den vielfachen Themen, die Rödder aufnimmt). Jederzeit fokussiert und souverän auf seiner Hauptlinie verbleibend und durchaus leger im Ton, Rödder hat ein Buch vorgelegt, dass tatsächlich in der Form unterhaltsam zu lesen ist und im Inhalt durchgehend ebenso fundiert informiert, wie es eine Meinungsbildung beim Leser, ein „Mitdenken bei der Lektüre“ beständig anreizt. Was ist seit 1990 aus dem Westen geworden? Was konkret hat die Digitalisierung und Globalisierung an Auswirkungen auf Denken und Kultur mit sich gebracht? Ist der Kapitalismus Chance oder Bedrohung oder beides? Welche Tendenzen für die nahe Zukunft lassen sich ablesen? Wie ist die Bilanz der europäischen Integration? Wichtige Fragen, die im Buch Antworten finden und nicht polemisch späterhin ins Leere verlaufen. Getreu der Erkenntnis, die Rödder im Resümee voranstellt: „Was der Mensch auch tut, es schafft unvorhergesehene Folgen“. Nicht immer sind es beherrschbare Folgen, auch das steht als Risiko dieses ständigen „Trial and Error“ im Raum. „Wir wissen so viel, wie nie zuvor und verstehen die Welt doch nicht“. Wirklich eindeutige Lehren und damit gesicherter Boden für einen Blick in die Zukunft gibt es nicht. Aber Annäherungen an solche Lehren und Gesetzmäßigkeiten, von denen Rödder selbst eine der aktuell besten in diesem Buch liefert. Mit seinen fünf Mustern, die er herausarbeitet, denen er fünf „Neuigkeiten“ der Moderne zur Seite stellt kommt er abschließend zur Formulierung dreier Tendenzen, dem „Entschwinden des 20. Jahrhunderts“, das weder Nostalgie noch Alarmismus verhindern werden, benennt eine Verschiebung des Rahmens hin zu einer Freiheit durch und in Inklusion (Gleichstellung statt Gleichberechtigung) und eines mehr und mehr geforderten und erforderlichen „Umgangs mit der Ungewissheit“. „Anders als die Gegenwart und anders als gedacht“, diese Erkenntnis gegen das Bemühen um „geschlossene Ordnungsentwürfe“ argumentiert Rödder durchweg überzeugend und bietet damit ein Werk an, das ohne Abstriche rundweg gelesen werden sollte, ja müsste.

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