Andreas Renz Beten wir alle zum gleichen Gott?

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Inhaltsangabe zu „Beten wir alle zum gleichen Gott?“ von Andreas Renz

Unsere Gesellschaft ist multikulturell und multireligiös geworden. Andreas Renz geht der Frage auf den Grund, die viele Gläubige bewegt: Glauben Juden, Christen und Muslime an den gleichen Gott und können sie gemeinsam beten? Über die konkrete Praxis des Gebets macht er die innere Vielfalt der drei Religionen transparent. Der Glaube der anderen Juden, Christen und Muslime: Was sie trennt, was sie eint Von einem Experten des interreligiösen Dialogs

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  • Rezension zu "Beten wir alle zum gleichen Gott?" von Andreas Renz

    Beten wir alle zum gleichen Gott?

    WinfriedStanzick

    22. June 2011 um 10:36

    Wenn in der Zeit vor dem 11. September 2001 in Gesprächen unter Freunden, an Stammtischen oder auch in der religiösen Unterweisung in Schulen und Gemeinde die Rede auf andere Religionen, insbesondere den Islam zu sprechen kam, hörte man nicht selten die Aussage, dass wir doch alle an den gleichen Gott glauben. Mir ist aufgefallen, dass diese tolerant-ökumenische Haltung seit diesem schrecklichen Anschlag in New York, denen ja noch viele im Namen des Islam begangene Anschläge überall auf der Welt folgten, seltener geworden ist. Debatten um den eigentlichen Charakter des Islam und die Forderung, er müsse sich reformieren und eine Art innerer Aufklärung durchlaufen, sind allenthalben zu hören und zu lesen. In diese teilweise sehr aufgeregt geführten Debatten kommt ein Buch des Münchner Theologen Andreas Renz gerade richtig. „Beten wir alle zum gleichen Gott?“ fragt er provokativ und findet im Gebet eine Antwort. Denn mit der Aussage, dass doch allen an den gleichen Gott glauben, macht man es sich zu einfach. Die Antwort auf das Gemeinsame des Gottesglaubens von Juden, Christen und Muslimen kann und muss differenzierter gegeben werden. Für Andreas Renz ist und bleibt Gott ein Geheimnis, dem man sich aber dennoch nähern kann und soll. Er tut das, indem er sich vertieft in das Innerste aller drei großen Weltreligionen und das ist bei allen das Gebet. Denn dort, im Gebet, seinen Inhalten und unterschiedlichen Formen zeigt sich, wie und als wen die Menschen, die beten, ihren Gott erfahren. Indem er den Leser hineinführt in die Schriften und Traditionen der drei Religionen, zu ihren jeweiligen theologischen Lehren von Gott und vor allem in die mystischen Traditionen, die sie alle drei ausgebildet haben, arbeitet er sorgfältig und anschaulich die Unterschiede heraus und zeigt aber auch, wie Juden, Christen und Muslime auch gemeinsam vor dem einen Gott, den sie als Schöpfer preisen, stehen können. Wer sich auf eine verständlich und theologisch doch anspruchsvolle Weise mit dem Gottesglauben der abrahamitischen Religionen auseinandersetzen möchte, ist mit diesem Buch gut beraten. Viel wird er zudem entdecken von seinen eigenen Glauben, das er noch nicht wusste. Ein Buch, das einen wichtigen und profilierten Beitrag leistet zum interreligiösen Dialog, in dem es Unterschiede herausarbeitet um dann, und erst dann, Gemeinsamkeiten zu entdecken, die tragen und ein friedliches Zusammenleben ermöglichen könnten.

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