Andreas Salcher Der talentierte Schüler und seine Feinde

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Inhaltsangabe zu „Der talentierte Schüler und seine Feinde“ von Andreas Salcher

Pflichtlektüre für Eltern und ErzieherBegabung als Störfall und Schule als „Talentvernichtungsindustrie“? In keinem anderen Bereich unseres Lebens klafft die Lücke zwischen erzieltem wissenschaftlichen Fortschritt und dessen tatsächlicher Nutzung zum Wohl der Menschen so auseinander wie in unseren Schulen. Andreas Salcher deckt die Mängel unseres Schulsystems und des Lehrpersonals auf, das die Begabungen unserer Kinder nicht fördert, sondern sich systematisch auf ihre Defizite konzentriert. Dabei wollen und können Kinder mit Freude und Motivation lernen, wie Salcher mit einem Blick auf die Schulsysteme anderer Länder zeigt.

Sehr aufschlussreich mit vielen Gedanken und Anregungen, die auch ich als Leser hege und teile. Bisweilen jedoch etwas zäh. Empfehlenswert.

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  • "Nie mehr Schule, keine Schule mehr ...."

    Der talentierte Schüler und seine Feinde
    Bellis-Perennis

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    "Nie mehr Schule, keine Schule mehr ...." singt Falco Mit seinem Buch „Der talentierte Schüler und seine Feinde“ löste Andreas Salcher 2008 sowohl einen Sturm der Entrüstung als auch breite Zustimmung aus. Abhängig davon, ob der Leser „Eltern“ oder Lehrkraft ist, tendiert er in die eine oder andere Richtung. In vielen seiner oftmals polarisierenden Statements, prangert Salcher, den ruinösen Umgang mit Steuergeld an, der richtig eingesetzt, eine größere Zahl von gut ausgebildeten jungen Menschen hervor brächte. Er wirft manchmal einen mitleidigen Blick auf die Schüler, die im derzeitigen (österreichischem) Schulsystem nicht zu Recht kommen. Der Ehrlichkeit halber muss gesagt werden, dass viele Unzulänglichkeiten, die Lehrer an Schülern bemerken, der Wahrheit entsprechen. So haben einige Schüler soziale Defizite, die die Schule nicht ausgleichen/aufholen kann. Manches wurde/wird einfach im Elternhaus verabsäumt. Die Gründe hierfür sind vielfältig. Nicht immer bin ich Salchers Meinung, dass „die Schule“ am Misserfolg eines Schülers „schuld“ ist. Nicht immer sind „die Lehrer“ schlecht. Leider gibt es unter den Lehrkräften – wie in jedem Beruf – gute, bessere und schlechte. Das Problem ist nur der Vervielfältigungsfaktor. Ein schlechter Lehrer kann die Laufbahn von 100 oder mehr jungen Menschen auf einmal nachhaltig beschädigen. Leider gibt es für die wenigsten Lehrer Ausstiegsszenarien aus ihrem Beruf. Mein Sohn hatte eine ganz junge Biologielehrerin, die nach sechs Wochen in seiner Klasse (damals 3. Klasse AHS, reine Bubenklasse) das Handtuch geworfen hat und den Lehrerberuf an den Nagel gehängt hat. Sie ist von der Realität des Lehrerdaseins völlig überrumpelt worden. Für ihren Mut, diese Konsequenzen für sich zu ziehen, wurde sie von (neidischen oder frustrierten) Kollegen verlacht.Die Ausbildung in Didaktik und Pädagogik findet auf den Universitäten nicht statt. Die Junglehrer gehen voll Idealismus und mit (theoretischem) Wissen vollgestopft in die Klassen und viele scheitern Aus der Distanz von nahezu sieben Jahren nach Erscheinen des Buches, gibt es nach wie vor viele Baustellen im österreichischen Bildungswesen. Einige Abschnitte des Buches polarisieren. Andreas Salcher hat mit diesem provokanten Buch erreicht, dass mehr und lauter in der Öffentlichkeit über das Bildungssystem diskutiert wird. Jede Änderung = Reise beginnt mit einem kleinen Schritt.

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    Der talentierte Schüler und seine Feinde
    WildRose

    WildRose

    02. November 2014 um 10:00

    "Der talentierte Schüler und seine Feinde" ist wohl eines der bekanntesten Bücher zum Thema Schulsystem/Bildung. Daher hatte ich auch sehr hohe Erwartungen an dieses Buch, welche leider nicht erfüllt wurden. Mir scheint, als habe Salcher sich ein wenig übernommen - anstatt sich auf wenige Themenbereiche zu konzentrieren, scheint er in seinem nicht einmal 250 Seiten langen Buch alles unterbringen zu wollen, vom Problem des Mobbings und vernachlässigter Kinder bis hin zu Unterrichtsmethoden, PISA etc. Ja, natürlich sollten all diese Themen angesprochen werden, aber vielleicht doch lieber nicht in einem einzigen Buch - und wenn, so sollte dieses Buch zumindest ein wenig länger sein. Teilweise fand ich das Buch auch ziemlich unwissenschaftlich: Salcher stellt Behauptungen auf, für die er kaum Belege bringen kann, der Tonfall ist geht immer wieder hinein ins Polemisch-Reißerische, anstatt sachlich zu bleiben. Der Autor hüpft wild zwischen verschiedenen Themengebieten hin und her, mir als Leser war daher nicht immer klar, was denn nun seine Kernaussage zu einem bestimmten Thema ist. Obwohl er viele Probleme anschneidet, bleibt Salcher häufig passende Lösungsvorschläge schuldig oder er vereinfacht sehr stark. Eine seiner Forderungen: "Nur die Besten sollen zum Lehramtsstudium zugelassen werden!" Was aber bedeutet das konkret? Wer sind die "Besten"? Diejenigen, die die überzeugendste Begründung dafür angeben können, warum sie Lehrer werden wollen? Diejenigen, die die besten Noten hatten, obwohl Salcher das Schulsystem als so kaputt hinstellt, dass man sich danach eigentlich nicht mehr richten kann? Natürlich sollten völlig ungeeignete Kandidaten nicht auf Schüler losgelassen werden, aber der perfekte Lehrer ist noch nicht vom Himmel gefallen. Wichtig ist meiner Ansicht nach vor allem eine qualitativ hochwertige Universitätsausbildung, die zukünftige Lehrer optimal auf ihren Beruf vorbereitet und möglichst praxisorientiert ist. Natürlich ist jemand, der  mit achtzehn, neunzehn Jahren sein Lehramtsstudium aufnimmt, noch kein großartiger Pädagoge. Das muss er aber auch nicht sein, solange er Interesse mitbringt, bereit ist, mit Kritik umzugehen, ernsthaft an sich zu arbeiten und viel Zeit ins Studium und die praktische Ausbildung zu absolvieren. Immer wieder stellt Salcher andere Länder als Vorbild hin, vor allem wohl, weil diese beim PISA-Test gut abschneiden. Ich bezweifle aber stark, dass viele österreichische Schüler sich lieber in Korea oder Singapur unterrichten lassen würden als hier in Österreich. Salcher beschreibt leider nicht den Schulalltag in diesen Ländern, sodass hier gar kein Vergleich möglich wird. Auch Finnland wird häufig als vorbildliches Land mit tollem Bildungssystem dargestellt; auch Salcher erwähnt Finnland mehrmals als gutes Beispiel, doch auch hier erfährt man als Leser nicht wirklich viel über das finnische Schulsystem, sondern weiß eigentlich nur: "Okay, Finnland erzielt gute Ergebnisse beim PISA-Test." Das sagt aber noch nicht viel über die Qualität des Bildungswesens dort aus, schließlich handelt es sich bei PISA nur um einen standardisierten Test, der viele wichtige Kompetenzen (insbesondere die sogenannten "Schlüsselkompetenzen") völlig außer Acht lässt. Individuelle Begabungen der Schüler spielen bei PISA keine Rolle. Lustigerweise kritisiert Salcher PISA selbst; daher fand ich das Buch an diesem Punkt etwas widersprüchlich und inkonstistent. Salcher behauptet auch, es käme "nur auf den Lehrer" an. Natürlich gelingt es einem motivierten und engagierten Pädagogen häufig, die Schüler "mitzureißen" und den Unterricht ansprechend zu gestalten. Natürlich kann ein Lehrer viel dazu beitragen, dass die Schüler mit Freude lernen und ihre natürliche Neugierde nicht verlieren. Der Lehrer ist aber meiner Ansicht nach auch nicht zu 100% allein verantwortlich für den Erfolg bzw. Misserfolg seiner Schüler. Hier gibt es zahlreiche andere Faktoren, die ebenfalls mitspielen - kann das Kind zuhause ungestört lernen, hat es einen geeigneten Arbeitsplatz? Ist das Schulklima insgesamt angenehm? Ist das Kind gut in die Klasse integriert? Diese Liste könnte man ewig fortführen. Selbst der noch so engagierte Lehrer kann in manchen Fällen kaum etwas ausrichten, um ein bestimmtes Kind zu begeistern. Zudem spielt hier auch das Alter der Kinder eine große Rolle: Ein Volksschullehrer geht mit den Kindern wohl anders um als ein Lehrer am Gymnasium oder an einer Handelsakademie. Irgendwann müssen die Schüler anfangen, eigenverantwortlich zu arbeiten. Das bedeutet nicht, dass der Lehrer sie nicht weiterhin motivieren, anspornen und den Unterricht abwechslungsreich gestalten soll - ich möchte damit lediglich aufzeigen, dass auch der beste Lehrer keine Wunder vollbringen kann. Was die "schlechten Lehrer" betrifft - die gibt es, ja, aber ich selbst kann nur aus meiner eigenen Schulzeit (Beginn ca. 2001) sagen, dass es viel mehr gute als "schlechte" Lehrer gibt. Manche von ihnen könnten vielleicht auch um einiges besser sein, wenn sie bessere Förderung, mehr Feedback und mehr Möglichkeiten erhielten, den Unterricht nach eigenen Ideen zu gestalten. Meiner Ansicht nach hat Salcher einfach oft keine richtigen Lösungsvorschläge. Diese wirken oft unausgegoren und werden zudem nicht ausführlich erklärt. "Der talentierte Schüler und seiner Feinde" zeigt zwar in etwa auf, was alles falsch läuft, aber wie man es erreichen kann, dass alle Schüler optimal gefördert werden und die Schule zu einem angenehmeren Lernort wird, darauf gibt das Buch leider keine Antwort.

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