Neue Bücher

Cover des Buches Dämmerstunde (ISBN: 9783958903050)

Dämmerstunde

Erscheint am 28.07.2022 als Hardcover bei Europa Verlage.

Alle Bücher von Andreas Schirmer

Neue Rezensionen zu Andreas Schirmer

Cover des Buches Vertraute Welt (ISBN: 9783958903036)S

Rezension zu "Vertraute Welt" von Hwang Sok-yong

Leben in einer Parallelgesellschaft
Schnuppevor 7 Monaten

Der Autor beschreibt das Leben des 14 jährigen Glubschaug  in den 80er Jahren in Korea. Er zieht mit seiner Mutter zu deren neuen Freund und dessen Sohn auf die Blumeninsel in der Peripherie Seouls. Hinter diesem schönen Namen verbirgt sich kein blühender Vorort, sondern die Mülldeponie der Stadt. Auf dieser lebt eine Vielzahl von Müllsammler, die die Wertstoffe aus dem permanent eintreffenden Müll zur Wiederverwertung händisch heraussuchen. Diese Gemeinschaft hat eine klare Hierarchie, die Jedem seinen Platz zuweist.

 
Das Leben in dieser Parallelgesellschaft wird durch die Augen der Kinder beschrieben. Es wird schnell zur Normalität für Glubschaug, dass Alles, was sie zum Leben benötigen, aus dem Müllberg kommt. Besonders bei der Nahrungsmittelbeschaffung schüttelte es mich. Die Lebensbedingungen dort werden anschaulich geschildert.
Das vorhandene Bildungsangebot wird kaum wahrgenommen, aber die gelegentlichen Essenspenden für Kinder werden gerne angenommen. Die reichen Damen, die hier helfen, dokumentieren ihr Engagement mit reichlich Fotos, bei denen die Kinder wie Marionetten benutzt werden, nachdem sie mit Deosprays „aushaltbar“ gemacht wurden.
Die Kinder führen ihr Leben teils neben den Erwachsenen und haben gemeinsam Spaß. Durch seinen neuen Bruder lernt Glubschaug neue Menschen kennen und es gibt auch einige mysteriöse Erscheinungen und Ereignisse, die wohl der koreanischen Kultur entspringen. 

Das Leben auf dem Müllberg hält auch große Gefahren bereit, die hier drastisch beschrieben werden. Wie so oft muss es erst zur Katastrophe kommen, bevor Missstände verändert werden. Heute gibt es die Blumeninsel in dieser Form nicht mehr und Korea ist im Umgang mit Müll ein Vorzeigeland geworden.

Der Autor erzählt direkt und ungeschönt, so wird die Lektüre aufrüttelnd und berührend. Man hinterfragt unwillkürlich sein eigenes Konsumverhalten, den Umgang mit Müll, insbesondere Lebensmitteln. Auch der Umgang mit an den Rand gedrängten Menschen kommt hier auf den Prüfstand.
Glubschaug zeigt uns seine vertraute Welt, die in Korea der Vergangenheit angehört, anderorts aber noch in ähnlicher Form existieren mag. Ein Buch, dass an unser Verantwortungsgefühl appelliert und das ich gerne weiter empfehle.  

Kommentare: 1
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Cover des Buches Vertraute Welt (ISBN: 9783958903036)Z

Rezension zu "Vertraute Welt" von Hwang Sok-yong

Weggeworfen...
Zanzarahvor 7 Monaten

Es ist ein Roman, geschrieben in einer nüchternen Sprache. Die Thematik handelt von der modernen Wegwerfgesellschaft und einem eher unbekannterem Stadtteil von Seoul. 

Der Schreibstil ist sehr nüchtern und bringt kaum Emotionen rüber. Gleichfalls wird der 14-jährige Protagonist nur mit seinem Spitznamen genannt. Im ganzen Roman werden Charaktere mit Spitznamen benannt. Dabei hätte ich es realistischer und authentischer empfunden, wenn die Personen koreanische Namen getragen hätten. Ein Punkt der gleichfalls aufgefallen ist, ist dass wenig von der südkoreanischen Kultur wiedergegeben wurde. Das Setting war zwar Seoul, jedoch hätte es auch überall auf der Welt sein können. 

Es gab auch ein paar mysteriöse Aspekte, die es nicht gebraucht hätten.

Rundum ist es eine sehr ehrliche Geschichte, die Gesellschaftskritik übt und auf die eher uncharmanten Charakterzüge von Menschen setzt. Mir haben ein wenig die kulturellen und emotionalen Aspekte gefehlt. Es ist dennoch lesenswert und bringt eine neue Sichtweise ein.


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Cover des Buches Vertraute Welt (ISBN: 9783958903036)B

Rezension zu "Vertraute Welt" von Hwang Sok-yong

Vertraute Welt von Hwang Sok-yong
BlueLeovor 7 Monaten

Die Blumeninsel ist eine Müllhalde in der südkoreanischen Metropole Seoul und die neue Heimat von „Glupschaug“ und seiner Mutter. Zusammen mit weiteren Ausgestoßenen bietet ihnen die Müllhalde Wohnraum und Lebensgrundlage. Dass sich ein im Rang höherstehender Bewohner für seine Mutter interessiert, gefällt „Glupschaug“ nicht und so verbringt er seine Zeit immer häufiger mit dem Sohn des Mannes. „Glatzfleck“ zeigt ihm alles was es über das Leben auf der Deponie zu wissen gibt.

Dieses Buch zu bewerten, fällt mir wirklich nicht leicht und ich hoffe ich kann euch meinen Zwiespalt mit dieser Rezension näherbringen. Das Thema, welches der Autor in seinem Buch behandelt, ist unglaublich wichtig. Er begibt sich abseits aller sauberen und schillernden Pfade und schaut hinter die Kulissen einer Stadt. Er schaut dorthin, wo der Müll einer ganzen Großstadt landet und wo Menschen mit dem Müll anderer ihren Lebensunterhalt verdienen müssen. Und dieses Leben ist wahrlich kein leichtes, wie uns der Protagonist des Buches deutlich vor Augen führt. Faszinierend ist, dass der Autor uns diese Welt mit einer gewissen Würde und Aufrichtigkeit zeigt, wie ich es bisher in noch keinem anderen vergleichbaren Buch gelesen habe. Die Kritik des Autors an der Gesellschaft wird auf jeder Seite deutlich und mit jedem gelesen Kapitel wurde seine Stimme lauter.

Umso schwerer fällt es mir zu sagen, dass ich beim Lesen des Buches meine Probleme hatte. Zum einen fand ich die Schreibweise sehr schwierig. Sie wirkt etwas unpassend, zum Teil wie aus einer längst vergangenen Zeit. Ob dies mit der Übersetzung zusammenhängt oder andere Gründe hat kann ich leider nicht sagen. Das weitaus größere Problem hatte ich in Teilen jedoch mit einigen inhaltlichen Elementen. Ich bin mir bis jetzt nicht sicher, ob es mir hier an kulturellem Wissen fehlt, oder ob mich einige surreale Elemente einfach zu sehr verwirrt haben und ich ihnen mehr Bedeutung beimessen möchte als nötig. Das führte dann so oder so leider dazu, dass ich beim Lesen häufig das Gefühl hatte, das Buch nicht in Gänze zu erfassen und zu verstehen, was ich unglaublich schade fand. Ich hätte an vielen Stellen gern genauer nachgehakt, ob es einen tieferen Sinn hinter einigen Szenen gab. So bleibe ich am Ende des Buches ein wenig ratlos zurück obwohl ich das Thema wirklich wichtig die Annäherung daran im Großen und Ganzen sehr gelungen fand. 

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Gespräche aus der Community

"Glupschaug" und seine Mutter leben in einer riesigen Müllhalde am Rande Seouls. Wie kam es dazu? Was machen sie, um zu überleben? In seinem fulminanten Roman "Vertraute Welt" beschreibt der koreanische Autor Hwang Sok-yong das harte Leben von Ausgegrenzten und Unterprivilegierten und hält der Gesellschaft einen Spiegel vor: den von deren Mitgliedern selbst produziertem Müll.

"Glupschaug hörte nicht auf, die Fliegen zu verscheuchen, aber irgendwann passierte es trotzdem: Er verschluckte versehentlich eine Fliege, die wohl zuvor in der Suppe ertrunken war."

Möchtet ihr Glupschaug und seine Mutter kennenlernen? Wollt ihr wissen, wie das Leben in dieser großen Müllhalde ist?

Dann bewerbt euch* für eins von 25 Exemplaren von "Vertraute Welt", die wir zusammen mit Europa Verlag für eine Leserunde verlosen.

Antwortet auf folgende Frage, wenn ihr euch mit anderen über dieses höchst interessante Buch austauschen und im Anschluss eine Rezension schreiben wollt:

Der Müll als Spiegel der Gesellschaft: Wie versteht ihr diesen Satz?

Ich bin schon jetzt sehr neugierig auf eure Antworten und wünsche euch viel Glück!

*Bitte beachtet vor eurer Bewerbung unsere Richtlinien für Buchverlosungen und Leserunden.

1131 BeiträgeVerlosung beendet
E
Letzter Beitrag von  EijiKojirovor 6 Monaten

Mir haben die beiden letzten Kapitel am besten gefallen. Vorallem weil es sich hauptsächlich in der tatsächlichen Welt abspielt und die spirituellenl im Hintergrund steht. Auch was die Kinder mit dem Geld angestellt ahebn halte ich für sehr realistisch und könnte ich Kir gut virstellen das Kinder so handeln würden. Das Highlight war natürlich der riesige Brand am Ende der zumindest für mich unerwartet kam auch der Tod von glatzfleck habe ich nicht erwartet aber ich fand es gut das das Buch kocht ein komplettes happy end hatte.

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