Andreas Schlieper

 3.7 Sterne bei 11 Bewertungen
Autor von Tractatus Satanicus, Rufus, der Katzenphilosoph und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Andreas Schlieper

Tractatus Satanicus

Tractatus Satanicus

 (7)
Erschienen am 20.08.2003
Rufus, der Katzenphilosoph

Rufus, der Katzenphilosoph

 (2)
Erschienen am 10.03.2011
Bibel für Ungläubige

Bibel für Ungläubige

 (1)
Erschienen am 01.02.2008

Neue Rezensionen zu Andreas Schlieper

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Rezension zu "Was darf Religion?: Ein Essay zur aktuellen Beschneidungsdebatte" von Andreas Schlieper

Macht Appetit auf mehr - sättigt aber nicht wirklich
rumble-beevor 5 Jahren

Darf man dieses Schriftstück überhaupt als "Buch" bezeichnen? Ich war skeptisch, zumal es ja als "Essay" betitelt ist. Ich hatte mich auf eine handfeste Polemik eingestellt. Mehr war in der Kürze nicht zu haben, dachte ich. Doch so war es nun wieder nicht.

Wie der Autor selber zugibt, entzündet sich seine kleine, recht gut unterfütterte Streitschrift eher zufällig an der Beschneidungsdebatte, die uns im Sommer 2012 heimsuchte. In einleitenden Kapiteln wird der Verlauf der Debatte nachgezeichnet, sowie der Hintergrund erläutert - was nämlich die Beschneidung sowohl für Juden als auch Muslime bedeutet, und wie sie praktiziert wird.

Man erfährt schon so einiges Wissenswertes - dass man als religiöser "Beschneider" keine spezielle Ausbildung braucht. Welche gesundheitlichen Bedenken es gibt. Welche Techniken. Und welche Differenzierungen innerhalb des Judentums.

Hier setzt allerdings schon mein erster Kritikpunkt an. Das Büchlein handelt zuvorderst von der jüdischen Beschneidung, obwohl sich die juristische Debatte an einem Fall einer muslimischen Beschneidung eines kleinen Jungen in Köln entzündet hatte. Die Muslime kommen im Buch nur sehr am Rande vor. Hat dieser Aspekt den Autor weniger interessiert? Waren die Quellen schwerer zugänglich? Oder waren die Juden damals einfach nur lautstärker in ihrem Protest, als das erste Urteil des Landgerichts Köln verlautbart wurde?

Der Verlauf des "Essays" war allerdings schon recht spannend in seinen Schlussfolgerungen. Der Autor entfernt sich nämlich von der Ausgangsdebatte, um in groben, aber doch fundierten Zügen aufzuzeigen, was berühmte Denker zu Staat und Religion zu sagen hatten. Allerlei Philosophen kommen zu Wort, der Autor hat seine Hausaufgaben wohl gemacht: sowohl Hobbes als auch Locke, Kant, sowie die berühmten jüdischen Denker Moses Mendelssohn und Moses Maimonides werden zitiert.

Er bietet keine Lösung an, zeigt aber sehr wohl auf, wie vielschichtig die Lage ist. Ist Religion Privatsache, oder in einem Rechtsstaat verhandelbar? Wenn man sich auf eine juristische Komponente der Religion einigen könnte, was müsste dann noch alles verhandelt werden - zum Beispiel Feiertage und Bestattungsriten, um nur zwei zu nennen? Und vor allem - wer wäre den jeweiligen Religionen gegenüber überhaupt weisungsbefugt? Gerade bei den Juden scheint dies ausgesprochen schwierig zu sein.

Ich mag letzten Endes aber nur drei Sterne geben. (Mit einem gedachten "Plus".) Dies hat mehrere Gründe. Zuerst einmal wird mir die persönliche Position des Autors nicht deutlich genug. Im Klappentext wird er lediglich als "bekennender und praktizierender Rheinländer" bezeichnet. Das ist mir persönlich zu wenig, auch wenn die Formulierung natürlich witzig ist. Ich möchte wissen, aus welcher Haltung heraus ein Autor von Sachbüchern argumentiert, sonst kann ich ihn nur schwer einordnen. Im Text hält er sich jedenfalls persönlich weitestgehend zurück.

Zufällig habe ich gerade erst Richard Dawkins gelesen, und finde, dass es gewisse Parallelen in der Argumentation gibt. Überdeutliche Parallelen. Nur - es gibt keinerlei Literaturverzeichnis, ja, noch nicht einmal Fußnoten oder Anmerkungen. Gerade bei einem solch wichtigen Thema wäre das für mich unabdingbar gewesen! Ich möchte wissen, auf welche Quellen sich jemand bezieht.

Und zu guter Letzt habe ich so manches Mal ob der Sprache und Ausdrucksweise die Stirn gerunzelt. Die Sätze sind oft eher verschachtelt, manche Beschreibungen hart am Rande des Sarkasmus. Etliche Ausdrücke fallen aus dem alltäglichen Sprachregister heraus, wie "eilfertig", "letzthinnig" (sic!!) oder "Mosleme" - was meiner Meinung nach sowieso falsch ist. Es müsste "Muslime" heißen.

Mein Fazit bleibt jedoch - eingeschränkt - positiv. Dieses Essay richtet sich sicherlich nicht an einen Durchschnittsleser ohne Vorkenntnisse. Eher an einen geübten Konsumenten von Feuilletons und Glossen. Und an einen Menschen mit Verstand, der fähig ist, der teils verschachtelten Argumentation zu folgen.

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Rezension zu "Rufus, der Katzenphilosoph" von Andreas Schlieper

Rezension zu "Rufus, der Katzenphilosoph" von Andreas Schlieper
Ein LovelyBooks-Nutzervor 8 Jahren

Es war ein besonderer Abend als Rufus von Katernberg beschloss das heilige "Silentium et Reticentia Cattorum" zu brechen. Wer könnte besser als sein neuer "Diener" Andreas Schlieper seine Gedanken um die Menschheit aufschreiben? Keiner. Darum musste Andreas Schlieper an die Tastatur und durfte als erster Erfahren, wie man als Mensch glücklich werden kann. Durch Miezitation und anderen Geschenken bereichert Rufus uns nun mit seiner Weisheit. Und am Ende sollte wohl allen klar sein, die glücklichsten Wesen auf Erden sind eben doch die Katzen...

Was verbirgt sich nun also hinter diesem liebevoll gestalteten Buch? Durch sieben Kapiteln wird der Leser nach und nach in die kluge Denkweise der Katzen eingeführt. Praktischerweise hat Rufus seine Lebens auch schon so vorgetragen, dass man sie ganz einfach in ein menschliches Leben übertragen kann. Dabei sagt er eigentlich nicht so viel neues, die Hektik des Alltags, hat es uns nur vergessen lassen.

Rufus, dessen wirklicher Name eh keiner aussprechen kann, erzählt mit viel Witz, Sorgfalt und auf eine liebevolle Art. Aus der Sicht der Katze wird vieles anders, einfacher und irgendwie richtig klar. Die Zeichnungen die am Anfang jeder Lektion zu finden sind, sind teils lustig, aber auch besonders. Dieser Farbklecks ist praktisch die Marmelade, die das ganze noch schöner Macht.

Anders als bei anderen Katzenbücher, ich denke da z.B. an "Alles für die Katz", ist dieses Buch nicht einfach nur der Versuch eine besondere Katze zu huldigen, sondern es ist ein Buch, dass dem Leser schon weiterhelfen kann - ohne zu anstrengend zu sein, ohne zu viel zu fordern und vor allem, ohne 14,99 Euro für niedliche Geschichten rund um Puschel und Co zahlen zu müssen! Sicher, der Hype um Tier-Geschichten nimmt immer noch nicht ab und wer von Marley (den ich dann schon als Vorreiter sehe) bis Luna keine Vierbeiner mehr sehen kann, sollte dem guten Rufus vielleicht doch die ein oder andere Chance geben.

Der felinische Lebensweg hat mich auf jeden Fall überzeugt! Und wer am Ende gar nicht mehr ohne Rufus leben kann, kann hier seinen Blog besuchen.

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Rezension zu "Bibel für Ungläubige" von Andreas Schlieper

Rezension zu "Bibel für Ungläubige" von Andreas Schlieper
Ferrantevor 9 Jahren

Ich fand diese sehr schön ausgestattete Ausgabe zufällig in einem Buchladen als Restexemplar und der Titel sprach mich sofort an. Schlieper deutet die biblischen Erzählungen erfrischend und überraschend modern wie praktisch, so geht es beispielsweise beim Turmbau zu Babel um Projektmanagement, bei der Vertreibung aus dem Paradies um das Erwachsenwerden und bei Sodom und Gomorrha um Schubladendenken und vorschnelle Schlüsse. Prägnant, aber locker werden die Geschichten gedeutet und mit Merksätzen und Merkkästchen zusammengefasst. Potentiell kontroverse Stellen scheint Schlieper aber zu meiden, so wird die Beziehung zwischen David und Jonathan überhaupt nicht erwähnt und bei Sodom und Gomorrha fragte ich mich, ob nicht eigentlich die Sünde der Stadt die verletzte Gastfreundschaft sei, wie es in anderen Deutungen gesehen wird. Auch die Leibfeindlichkeit des Christentums wird zwar versuchsweise erklärt, aber zu wenig kritisiert für meinen Geschmack, auch wenn man Schlieper sicherlich nicht als spießig bezeichnen kann.

Nachdem das Alte Testament so toll ausgelegt wurde - auch wenn Schlieper nicht verhindern kann, dass dessen Gott zum Teil relativ unsympathisch erscheint - war das Neue Testemant aber an manchen Stellen enttäuschend. Erstens wird Jesus teilweise als engstirniger Fanatiker gezeichnet (z.B., als der den jungen Mann davon abhält, seinen Vater zu begraben, nur damit er Jesus folgt), dem es aber unbedingt zu folgen gilt. Zweitens wird plötzlich der Tonfall evangelikal und das Christentum bewerbend, denn in den Merkkästen finden sich plötzlich so krasse Sätze wie "Niemand kann Sie zu Ihrem Glück zwingen. Jesus zwingt die Menschen nicht, an ihn zu glauben, obwohl nicht an ihn zu glauben bedeutet, in die Hölle zu kommen statt in den Himmel." (S. 302) und "[Jesus] bietet [den Menschen] an, ihn nach dem Tod im Himmel zu treffen und dort mit ihm ewig zu leben. Einzige Voraussetzung ist der Glaube an Gott in Jesus Christus." (S. 331). Hier rutscht Schlieper in die tiefsten Tiefen bornierter Fundamentalisten ab, was ich sehr befremdlich fand. Skeptiker zu überzeugen, wie es der Klappentext verspricht, schafft man so sicherlich nicht, im Gegenteil wird einem hier Pontius Pilatus sympathisch, der, wie Schlieper ausführt, dem sich selbst als die Wahrheit anmaßenden Jesus nur philosophisch fragt, was denn Wahrheit überhaupt sei. Hier wird Schlieper aber auch wieder sehr offen und mahnt Toleranz und das Zulassen mehrer "Wahrheiten" an. Welcher Teufel ihn bei den obig zitierten Textstellen geritten hat, bleibt für mich unklar.

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