Rico, Oskar und die Tieferschatten

von Andreas Steinhöfel 
4,4 Sterne bei344 Bewertungen
Rico, Oskar und die Tieferschatten
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Süßes Jugendbuch!

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Ich fand das Buch sehr LW

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Inhaltsangabe zu "Rico, Oskar und die Tieferschatten"

Eigentlich soll Rico ja nur ein Ferientagebuch führen. Aber für einen, der ständig den Faden verliert, ist das gar nicht so leicht! Als er dann auch noch Oskar mit dem blauen Helm kennenlernt und die beiden dem berüchtigten ALDI-Kidnapper auf die Spur kommen, weiß Rico gar nicht mehr, wo vorne und hinten ist. Wenigstens verlieren mit Oskar die Tieferschatten etwas von ihrem Schrecken - und so entsteht aus dem ganzen Chaos eine wunderbare Freundschaft.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783551310293
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:224 Seiten
Verlag:Carlsen
Erscheinungsdatum:21.03.2011
Das aktuelle Hörbuch ist am 12.02.2008 bei Silberfisch erschienen.

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Rezensionen und Bewertungen

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    Larii-Mausis avatar
    Larii-Mausivor 6 Monaten
    Spannend und lustig

    Rezension meines kleinen Bruders

    Es geht um einen Jungen namens Rico, der auf ein Förderzentrum muss, weil er tiefbegabt ist. Eines Tages, als er einkaufen gehen soll, trifft er einen Jungen namens Oskar und sie gründen eine Freundschaft. In der Stadt treibt sich gerade der mysteriöse Mister 2000 herum, ein Kinderentführer. Als er eines Abends die Nachrichten guckt, wird mal wieder von dem Entführer berichtet. Dort werden auch immer die Bilder von den Opfern gezeigt. Also auch von Oskar, der ebenfalls entführt wurde. Rico macht sich an die Ermittlungen und versucht alles was er kann, um seinen Freund aus den Händen des Mister 2000 zu retten.

    Die Geschichte war am Anfang etwas langweilig, wurde aber mit der Zeit immer spannender.
    Die Bilder haben mir sehr gut gefallen. Nur schade fand ich, dass pro Kapitel nur ein Bild da war.
    Der Schreibstil war gut. Es kamen keine schwierigen Wörter vor und wenn schon, dann habe ich es durch die Erklärungen im Buch verstanden.

    Ich kann das Buch sehr weiterempfehlen!

    Kommentare: 1
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    S
    Spiegelschattenvor 6 Monaten
    Rezension📚

    Rico, Oskar und die Tieferschatten




    Rico ist tiefbegabt. Das heißt, er kann zwar sehr viel denken aber das dauert meistens etwas länger als bei anderen Leuten. Er wohnt zusammen mit seiner Mutter in der Dieffe 93, und obwohl er keine Freunde in seinem Alter hat, versteht er sich mit fast allen Nachbarn im Haus sehr gut. Aber plötzlich lernt er den hochbegabten Oskar kennen und eine außergewöhnliche Freundschaft nimmt ihren Lauf...




    Meine Meinung❤


    Wenn ich dieses Buch nicht für den Deutschunterricht lesen müsste, hätte ich es bestimmt nicht in die Hand genommen, denn es ist nicht wirklich ein Buch, das ich in meinem Alter lesen würde. Es ist zwar ein wirklich schönes Buch über Freundschaft und es steckt auch eine bestimmte Message dahinter, aber dadurch dass das Buch für 10 Jährige ist, hatte es bei mir leider keine Chance. Hätte ich es gelesen, wenn ich noch jünger gewesen wäre, hätte es mir bestimmt viel besser gefallen, aber wegen dieser Sache hatte es leider keine Chance. Es tut mir wirklich leid, denn es ist wirklich ein herziges und tolles Kinderbuch, aber mich hat es nicht ganz überzeugen können. An manchen Stellen hätte man es ein bisschen verdeutlichen können und ab und zu ein paar Situationen kürzen können, aber weil es so ein niedliches Buch ist und der Autor die Botschaft dahinter wirklich gut rübergebracht hat, bekam es dennoch 3 Sterne von mir.❤

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    Bibliomanias avatar
    Bibliomaniavor einem Jahr
    Kurzmeinung: Eine tolle Freundschaft und ein Mut-Mach-Buch!
    Rico für Oskar und Oskar für Rico

    Immer wieder höre ich, dass Andreas Steinhöfel einfach tolle Bücher schreibt. Vor Jahren habe ich einmal "Die Mitte der Welt" gelesen, kann mich aber überhaupt nicht mehr daran erinnern. Nun denke ich, werde ich es unbedingt noch einmal lesen!
    Enrico Donetti ist nicht das klügste Kind und muss auf eine Förderschule gehen. Liebevoll sagt seine Mutter zu ihm, er sei tiefbegabt und alleine das finde ich schon sehr anrührend.
    Rico ist viel allein und auch in der Schule scheint er keine wirklichen Freunde zu haben. Bis er eines Tages Oskar trifft, der das genaue Gegenteil von Rico ist: hochbegabt. Beide sind allein und so freunden sie sich schnell an. In der Stadt geht jedoch ein Kidnapper um, der von den Eltern immer 2000€ Lösegeld fordert. Rico ist trotz allem ein Vieldenker und macht sich auch über den Entführer Gedanken, bis er in eine schwierige Lage gerät.
    Eine wirklich tolle Freundschaftsgeschichte, die Andersartigkeit auf eine wundervolle Art und Weise preist. Kein Wunder, dass dieses Buch den Jugendliteraturpreis bekommen hat.
    Sympathische und unsympathische Charaktere, orthografische Schwierigkeiten und auch ernsthafte Themen, wie Krebs, Alleinerziehende und Entführung werden wunderbar verständlich (auch für 10-Jährige) beschrieben. Ich habe Ricos Gedankengänge gerne verfolgt und freue mich schon auf das zweite Abenteuer von Rico und Oskar!

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    pantaubookss avatar
    pantaubooksvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Witzige und zugleich spannende Geschichte über eine ungewöhnliche Freundschaft
    Witzige und zugleich spannende Geschichte über eine ungewöhnliche Freundschaft

    Ich bin auf Rico, Oskar und die Tieferschatten durch ein Kinder- und Jugendbuch-Seminar an der Uni aufmerksam geworden und war sofort angetan von der Geschichte. Bis ich das Buch dann vollständig gelesen hatte, ist zwar ein bisschen Zeit vergangen, aber nun bin ich umso begeisterter von Andreas Steinhöfel und seinem Talent, mit viel Einfühlungsvermögen die besondere Perspektive eines geistig behinderten Kindes einzufangen.

    Rico hebt sich als Protagonist der Geschichte deutlich von anderen Figuren im Kinder- und Jugendbuchgenre ab. Denn Rico ist tiefbegabt, wie seine Mutter seine Behinderung liebevoll benannt hat. Er ist weder schlau, noch kann er sich Dinge besonders gut merken. Diese angeblichen Fehler sind es, die ihn als Kinderbuchfigur zu etwas Besonderem machen. Rico ist von Beginn an unglaublich sympathisch und witzig. Für ihn spielen kleine Dinge eine große Rolle. So wie die Fundnudel, die er vor seinem Wohnhaus auf der Straße aufliest oder die Filme, die er mit seiner Nachbarin gemütlich gemeinsam auf dem Sofa schaut. Obwohl Rico keine Fremdwörter versteht und er auf eine Förderschule geht, sind seine Gedanken oft sehr weise. Ihnen lauscht man als Leser permanent, denn die Geschichte ist aus der Ich-Perspektive wie eine Tagebuchaufzeichnung geschrieben.

    "Mir fiel ein Unterschied zwischen uns auf: Ich habe fast dauernd gute Laune, weiß aber nicht viel. Oskar wusste jede Menge merkwürdiger Dinge, aber seine Laune war im Keller. Bestimmt ist das so, wenn man sehr schlau war – es fallen einem zu schönen Sachen auch gleich noch ein paar schreckliche ein." (S. 68)

    Oskar ist im Gegensatz zu Rico hochintelligent. Deswegen sieht er an jeder Ecke Gefahren für sein Leib und Leben und trägt zum Schutz zu jeder Tageszeit einen Motorradhelm auf dem Kopf. Als sich Rico und Oskar begegnen, treffen Welten aufeinander. Wahnsinnig witzig ist dabei, dass beide einander aufgrund ihrer unterschiedlichen Bildung oft missverstehen, aber sie trotzdem auf Anhieb befreundet sein möchten. Nicht selten habe ich laut gelacht, wenn Rico und Oskar sich miteinander unterhalten.

    "„Kennst du Miss Marple“, fragte ich. „Nein. Wohnt die auch hier im Haus?“ Ha, das war die Gelegenheit, ihn ein bisschen zu verspotten." (S. 74)

    Abgesehen von Ricos abwechslungsreichem Alltag in seinem Wohnblock in der Diffe, macht die Geschichte um Rico und Oskar auch nachdenklich. Ich fand es gut, dass in einem Kinderbuch die Probleme einer sozial schwachen Familie nicht unangesprochen bleiben. So muss Ricos Mutter für ihren Unterhalt nachts in einer Bar arbeiten und macht sich gerne für die Männer, die ihr dort begegnen, zurecht. Was seine Mutter genau dort macht, weiß Rico nicht und bleibt auch weitestgehend für den Leser im Dunkeln. Trotzdem hat mir das Thema im Buch sehr gut gefallen, denn Kinder in der Mittel- oder Unterschicht der Gesellschaft kennen ähnliche Probleme von zu Hause und können sich mit Rico deswegen gut identifizieren.

    "Ich kann es überhaupt nicht ertragen, wenn Mama weint. Die Welt wird dann so dunkel, als hätte der liebe Gott das Licht ausgeknipst." (S. 100)

    Die Geschichte birgt aber, neben den witzigen und nachdenklich machenden Themen, auch ziemlich viel Spannung! Ein Kindesentführer treibt nämlich seit Monaten in Berlin sein Unwesen und Rico verfolgt gespannt jeden Abend die Neuigkeiten im Fernsehen. Andreas Steinhöfel schafft es die Gefahr dabei in seiner Geschichte nicht zu beschönigen oder abzuschwächen, sondern mutet seinen jungen Lesern genug zu, mit dem Thema Entführung, zurechtzukommen. Selbst für mich war die Geschichte bis zu einem gewissen Grade unvorhersehbar und sehr packend!

    "Aus den dreckigen, feuchten Wänden ringelten sich schleimtriefende Würmer nach draußen, und das Stöhnen gemarterter Seelen aus den Folterkammern unter den tiefen Kellern bohrte sich mit spitzen Krallen in mein Trommelfell." (S. 186)

    Sprachlich ist Andreas Steinhöfel seinem jungen Publikum mehr als gerecht geworden. Ehrlich und einfühlsam beschreibt er Ricos Welt und lässt den Leser mühelos ein Teil von ihr werden. Der Tagebuchstil und die Perspektive des Buches haben mir besonders gut gefallen. Zusätzlich werden die einzelnen Kapitel von Notizen über Fremdwörter von Rico ergänzt, was die Geschichte schön auflockert.

    Fazit & Bewertung

    Rico, Oskar und die Tieferschatten ist ein kleines Meisterwerk des Genres Kinder- und Jugendbuch. Mit unglaublichem Einfühlungsvermögen hat Andreas Steinhöfel die Welt aus der Sicht eines leicht behinderten Kindes geschildert und seine Leser für sie fasziniert. Die Geschichte zeigt, dass es nicht darauf ankommt, wie schlau man ist, sondern wie viel Mut man hat und dass es wichtig ist Freunde zu finden, für die es sich lohnt mutig zu sein. Rico, Oskar und die Tieferschatten ist die witzige und zugleich spannende Geschichte über eine ungewöhnliche Freundschaft, die es zu Lesen lohnt!

    https://pantaubooks.wordpress.com/

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    Lucciolas avatar
    Lucciolavor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ein wunderbares Buch über die Kraft der Freundschaft und darüber, dass alle Menschen wichtig sind, auch wenn sie nicht in Schema F passen
    Lehrreich, liebevoll, spannend und sehr lustig

    Rico ist tiefbegabt. So nennt er es zumindest. Das Gegenteil von hochbegabt. In Ricos Kopf sorgt eine Bingotrommel für großes Durcheinander, denn manchmal fallen die Bingokugeln einfach raus und Rico verliert den roten Faden. Trotz allem ist Rico ein aufgeweckter, neugieriger und mutiger Junge. Wie ein Detektiv will er mysteriöse Umstände aufklären, so wie die der Fundnudel auf dem Gehsteig. Doch all das ist nichts im Vergleich zu dem Abenteuer, das Rico noch bevorsteht! Als er Oskar kennenlernt, einen ziemlich kleinen Jungen mit ziemlich großen Zähnen und noch größerem Sturzhelm, verändert sich alles. Zwischen dem tiefbegabten und dem hochbegabten Jungen entwickelt sich eine unvergleichliche Freundschaft und als Oskar spurlos verschwindet weiß Rico, dass er seinen neuen Freund nicht im Stich lassen kann! Also macht er sich auf die Suche nach Oskar, der von dem berüchtigten Mister 2000 entführt wurde. Dabei überwindet er viele seiner Ängste - sogar die vor den Tieferschatten - und wächst über sich hinaus. 

    „Ich hab ein Orientierungsvermögen wie eine besoffene Brieftaube in einem Schneesturm bei Windstärke 12."S. 30

    Rico, Oskar und die Tieferschatten ist Band 1 der dreiteiligen Reihe und wurde bereits verfilmt. Meine Mum hat sich die Filme für ihre Arbeit besorgt und ich habe daher zuerst die Filme gesehen, ehe ich die Bücher gelesen habe. Das machte dem Lesespaß aber keinen Abbruch! Nachdem ich das Buch jetzt gelesen habe, empfinde ich dieses zwar als (noch) besser, aber ich finde auch, dass die Filme exzellent verfilmt wurden und vor allem sehr nah am Buch! 
    Rico, der Protagonist, ist etwas wirr im Kopf und erklärt sich die Welt auf seine völlig eigene Weise. Und das macht ihn unglaublich sympathisch, witzig und liebenswert. Manchmal staunt man über seinen Mut, dann wieder lacht man über seine Gedankengänge und dann möchte man ihn am liebsten schütteln oder alternativ in den Arm nehmen, weil er sich wieder einmal in Gefahr bringt, ohne an die Konsequenzen zu denken. Die Charaktere sind allesamt - insbesondere natürlich Rico und Oskar - sehr detailliert beschrieben und man schließt sie alle sofort ins Herz. Durch die Ich-Perspektive von Rico ist man ganz nah am Geschehen und auch wenn er vielleicht nicht der Schlauste ist, so ist er großartig darin, zu Beobachten und zu Erzählen. Das macht es einem sehr einfach, die Welt durch seine Augen zu sehen. Die Art und Weise, wie er die Welt sieht und erklärt ist manchmal kindlich naiv und dann wieder unglaublich weise und besser formuliert, als ein Erwachsener es je könnte. Und genau deswegen macht dieses Buch so unglaublich Spaß - für Groß und Klein! 
    „Wie verrückt muss man sein, um einem Gehörlosen seine Geschichte zu erzählen? Und wie verrückt muss man sein, um jemandem zuzuhören, ohne ihn zu hören? Aber weder Felix noch Sven schämten sich dafür. Ihre seltsame Freundschaft war ihnen nicht peinlich. Für sie war sie die normalste Sache der Welt. Das machte, dass ich mich selber gleich viel besser fühlte."
    S. 152
    Das gesamte Buch ist durchzogen mit liebevollen, farbigen Illustrationen von Peter Schössow, die die Geschichte perfekt ergänzen. In einer vorigen Edition des Buches sind die Bilder Schwarz-Weiß, ich würde aber auf jeden Fall zu den farbigen raten! Sie sind einfach wunderschön und passen ideal zur Stimmung der Geschichte. Immer wieder finden sich kleine "Karteikarten" in der Geschichte, auf denen sich Rico Fremdwörter aufschreibt und sich erklärt, z.B. Depression. 
    „Traurige Sachen ziehen alle Kraft aus einem raus und machen einem wackelige Beine. Depression: Das graue Gefühl. Mama hat es mal so genannt, als wir uns über Frau Dahling unterhielten. Eine Depression ist, wenn all deine Gefühle im Rollstuhl sitzen. Sie haben keine Arme mehr und es ist leider auch gerade niemand zum Schieben da. Womöglich sind auch noch die Reifen platt. Macht sehr müde."
    S. 163
    Andreas Steinhöfel schafft es mit sehr viel Witz und Humor ein Buch über Kinder zu schreiben, die nicht "der Norm" entsprechen. Kinder, die Besonders sind und Anders. Und er zeigt damit, dass daran nichts falsches oder schlechtes ist. Mittlerweile gibt es alle drei Bände in einer farbig illustrierten Schuber-Version, die sich auf jeden Fall lohnt! 
    Fazit
    Ein spannendes und witziges Abenteuer mit sehr viel Humor, Witz und liebevollen Erklärungen. Das Buch ist lustig und lehrreich, aber auch spannend - keine Sekunde wird es langweilig! Rico, Oskar und die Tieferschatten handelt von einer wundervollen Freundschaft zwischen zwei sehr unterschiedlichen Kindern und davon, wie man mit Freunden über sich selbst hinauswächst und sich Dinge traut, die man alleine nie geschafft hätte. Lesenswert für Erwachsene genauso wie für Kinder! 
    http://lucciola-test.blogspot.de/2017/08/books-andreas-steinhofel-rico-oskar-und.html

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    cheshirecatannettvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Musste das Buch in der Uni lesen - "Kinder-&Jugendliteratur Seminar" und hätte vom Titel&Cover her nicht gedacht, dass ichs toll finden werd
    Toll geschrieben, super Schullektüre, nicht langweilig - auch noch mit 24 Jahren

    Ich musste das Buch in der Uni lesen für ein "Kinder-&Jugendliteratur Seminar" und hätte vom Titel & Cover her nicht gedacht, dass ich es mögen werden. Aber schon nach einem Kapitel mochte ich den Schreibstil sehr. Rico wurde mir sympathisch &ich musste an vielen Stellen schmunzeln. Ich finde die Lexikoneinträge, die Rico selbst für sich schreibt, als Einschübe immer sehr witzig, da man sich als Erwachsener kaum Gedanken über Wörter macht & man dadurch kindliche Gedanken dazu erfährt, die nicht mal falsch sind! Außerdem mag ich es, dass sich Rico und Oscar so toll ergänzen, & alle beide über sich hinauswachsen: Rico vom Nachdenken her & Oscar in seinem Handeln & Mut. Ich finde für Kinder/Jugendliche hat das Buch dadurch eine sehr schöne Message: Egal ob klein, groß, dick, dünn, schlau, "dumm" - verurteilt nicht, macht keine Witze, sondern helft euch & zusammen schafft ihr große Sachen. Außerdem stelle ich mir das Verbrecherjagdabenteuer für ein Kind noch viel spannender vor beim Lesen als für mich jetzt, ich war eher fasziniert von den "Bingokugeln" in Ricos Kopf. Ich denke aber, dass jeder etwas anderes aus diesem Buch für sich ziehen kann & gerade das finde ich daran so toll. 

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    wunderliteraturs avatar
    wunderliteraturvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Ein Buch, das das Herz am rechten Fleck trägt. Wundervolle Charaktere, die man einfach lieben muss. Rico und Oskar sind unfassbar toll!
    Zwei besondere Jungs haben mein Herz erobert!

    Rico, Oskar und die Tieferschatten dürfte sehr vielen Kindern ein Begriff sein. Ob aus dem Kino durch die gleichnamige Verfilmung oder von witzigen Lesestunden, auf beiden Wegen sorgen die beiden außergewöhnlichen Jungs nach wie vor für leuchtende Kinderaugen und große Begeisterung. Das Buch ist erstmals 2008 im Carlsen Verlag erschienen und hat es bis zur beliebten Lektüre im Schulunterricht geschafft. Zu diesem Zweck gibt es sogar Lernmaterial, welches im Unterricht, vorzugsweise in den Klassenstufen 5 bis 7, eingesetzt werden kann. Eine Internet-Plattform, die sich ausschließlich mit Kinderbüchern befasst, hat es damals kurz nach Erscheinen zum Kinderbuch des Monats gewählt und im darauffolgenden Jahr wurde die Geschichte mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnet. Nachdem ich es nun gelesen habe kann ich mit fester Überzeugung bestätigen, dass all das mehr als verdient ist. Wer spannende Krimis mag und einen scharfsinnigen, einnehmenden Sinn für Sprache zu schätzen weiß, sollte jetzt unbedingt weiterlesen und anschließend die Nase ohne Umschweife in dieses liebenswerte Buch stecken.  

    Rico ist ein besonderer Junge, der es gerade deshalb nicht gerade leicht hat. Ihm selbst ist bewusst, dass er manchmal für Gedankengänge etwas länger braucht oder schnell mal den roten, grünen oder blauen Faden verliert. Er schätzt sich daher selbst als tiefbegabtes Kind ein. Eine Aussage, für die ich ihn am liebsten in den Arm nehmen würde. Seine Mutter ist alleinerziehend und als Bardame tätig. Infolgedessen ist sie vor allem abends oder nachts nicht Zuhause  und tagsüber muss sie ihren Schlaf nachholen. Was nicht bedeutet, dass sie sich nicht um ihn sorgen würde. Sie möchte ihn so gut es geht für unsichere Situationen wappnen, vergisst aber im Alltag viel zu oft, dass er eben noch ein Kind und kein eigenständiger Erwachsener ist. Rico nutzt die freie Zeit häufig, um in dem Mehrfamilienhaus, in dem sie wohnen, umherzustreifen. Stets auf der Suche nach einer Beschäftigung, die die herannahende Langeweile in Luft auflöst. In der Schule fehlt ihm nämlich der Anschluss. Seine Schusseligkeit ist aber auch der Grund dafür, dass er sich nie sehr weit vom gewohnten Umfeld, der Dieffenbachstraße in Berlin, entfernt. Viel zu groß ist die Angst unterwegs rechts mit links zu verwechseln oder in andere Situationen zu schlittern, die ihn aus dem Konzept bringen. Als sein Lehrer ihm für die Ferien die knifflige Aufgabe zuteilt, ein Tagebuch zu führen, springen die Kugeln in seinem Kopf erstmal wild durcheinander.

    Anfangs weiß er gar nicht richtig was er schreiben soll. Es dauert jedoch nicht lange, da trifft Rico auf Oskar, einen ebenso, aber gleichzeitig auf vollkommen andere Weise, besonderen Jungen. Sein Kennzeichen ist nicht nur, dass er hochbegabt ist und über scheinbar unendlich viel Wissen verfügt, sondern auch, dass er das Haus grundsätzlich nicht ohne seinen Schutzhelm verlässt. Obwohl man nun meinen könnte, dass die beiden total gegensätzliche Charaktere sind, haben sie doch Gemeinsamkeiten, die mit der Zeit immer deutlicher zum Vorschein kommen. Beide sind einen Großteil ihrer Zeit auf sich gestellt. Beide schlagen sich tapfer, versuchen sich von ihren Ängsten nicht entmutigen zu lassen. Sie stecken voller Selbstironie und besitzen einen unvergleichlichen, spitzfindigen Humor. Ihren Mut müssen sie schließlich auch beweisen als sie plötzlich mitten in die Suche nach dem so genannten ALDI-Entführer verstrickt sind, der gerade in der Hauptstadt sein Unwesen treibt. Ein Kriminalfall, der sich nicht länger nur im Fernsehen, sondern direkt vor ihrer Haustür abzuspielen scheint.

    Andreas Steinhöfel beweist mit jedem Satz, dass er sich wie kaum ein anderer in die Köpfe von Kindern hineinversetzen kann. Wortwitz, Schlagfertigkeit, Freundschaft und Toleranz wechseln sich ab und sind für mich die ausschlaggebenden Wörter, die im Zusammenhang mit Rico, Oskar und die Tieferschatten fallen müssen. Sie beschreiben, was ich während des Lesens empfunden habe, was ich auch Wochen danach noch mit dieser fabelhaften Geschichte in Verbindung bringe. Wichtig ist nicht, ob man tief- oder hochbegabt ist, sondern viel entscheidender ist das, was uns im Kern ausmacht, wie wir zu uns stehen und wie wir aufeinander zugehen. Nämlich am besten ohne Vorurteile und stattdessen mit ganz viel Toleranz und Offenheit, die die außergewöhnlichsten Freundschaften entstehen lässt. Eine existenzielle Botschaft, die von zwei kleinen, eigenwilligen Helden auf wunderbarste und lustigste Weise verkörpert wird!



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    pardens avatar
    pardenvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Steinhöfel vereint Figurendarstellung und Milieuschilderung zu einem modernen Sozialroman für Kinder - Deutscher Jugendliteraturpreis 2009!
    Tiefbegabt...

    TIEFBEGABT...

    Rico heißt eigentlich Frederico Doretti und lebt mit seiner alleinerziehenden Mutter in der langen und geraden Dieffenbachstraße in Berlin. Diese Straße hat seine Mutter vorsorglich für Rico gewählt, denn es fällt ihm schwer, rechts und links außereinanderzuhalten - und da wo er wohnt, muss er nun meistens einfach nur geradeaus gehen. Denn Rico ist tiefbegabt.


    "Ich sollte an dieser Stelle wohl erklären, dass ich Rico heiße und ein tiefbegabtes Kind bin. Das bedeutet, ich kann zwar sehr viel denken, aber das dauert meistens etwas länger als bei anderen Leuten. An meinem Gehirn liegt es nicht, das ist ganz normal groß. Aber manchmal fallen ein paar Sachen raus, und leider weiß ich vorher nie, an welcher Stelle. Außerdem kann ich mich nicht immer gut konzentrieren, wenn ich etwas erzähle. Meistens verliere ich dann den roten Faden, jedenfalls glaube ich, dass er rot ist, er könnte aber auch grün oder blau sein, und genau das ist das Problem." (S. 11)


    Obwohl Rico ein Förderzentrum besucht, hat sein Lehrer bemerkt, dass der Junge sich gut ausdrücken kann - und nun soll er ein Ferientagebuch führen. Akribisch beginnt Rico die Ereignisse der Ferientage zu notieren - und es werden aufregendere Tage, als er geglaubt hat.

    Als er auf der Straße eine Nudel findet und sich kriminalistisch daran macht herauszufinden, wie diese Nudel dort im Dreck gelandet ist, lernt Rico seinen ersten und einzigen Freund kennen: Oskar. Klein, ängstlich, kaum einmal ohne seinen blauen Schutzhelm unterwegs, bis zum Bersten angefüllt mit Faktenwissen und hochbegabt, ist Oskar das passende Gegenstück zu Rico. Unversehens geraten die beiden dann auch noch auf die Fährte des seit langem gesuchten ALDI-Kidnappers, der erst Kinder entführt und dann für ein erstaunlich geringes, discounterpreisverdächtiges Lösegeld wieder freilässt.


    "Manchmal wacht man morgens auf, öffnet die Augen und es fällt einem sofort etwas Schönes ein. Es ist, als ginge im Bauch eine kleine Sonne auf, die einen innen drin ganz warm und hell macht." (S. 95)


    Ein ungleiches Pärchen sind sie, Rico und Oskar, und doch ergänzen sie sich auf ganz wundersame Weise. Tiefbegabt und frohgemut der eine, hochbegabt und ängstlich verzagt der andere, findet der eine in dem anderen das, was ihm selbst zu fehlen scheint. Doch nicht nur die beiden sind von Andreas Steinhöfel wunderbar skizziert - alle Bewohner des Mietshauses, in deren Wohnungen Rico sich gerne umschaut, sind plastisch gezeichnet, eigen und unverwechselbar. Ein Mietshaus als Mikrokosmos zu wählen, erweist sich hier als gelungener Kunstgriff  – dem Autor gelingt hier eine ganz besondere Milieuschilderung, die weder diskriminierend gegenüber den Figuren, noch überfürsorglich pädagogisierend gegenüber seinen jungen Lesern ist, sondern einfach nur treffend und liebevoll.


    "HORIZONT: Die Stelle auf der Welt ganz hinten, wo die Erde und der Himmel aufeinanderstoßen. Oder das Meer und der Himmel. Erde und Meer geht nicht, außer senkrecht, aber das heißt dann garantiert anders. Zum Beispiel Merizont." (S. 70)


    Die Erzählung beinhaltet eine angenehme Mixtur aus Spannung und Humor. Die Suche nach dem Kindesentführer ist dabei gelungen verwoben mit Ricos unverfälschtem und originellem Blick auf seine Mitmenschen, was zuweilen auch recht berührend sein kann. Ein besonderes Vergnügen war für mich dabei die persönliche Fremdwortsammlung Ricos, in der er sich einige Wörter auf eine sehr eigene Art erklärte. So manches Mal musste ich da beim Lesen laut lachen.

    2009 erhielt dieses Buch den Deutschen Jugendliteraturpreis - 2013 erhielt der Autor den Sonderpreis für sein Gesamtwerk im Bereich der Kinder- und Jugendliteratur. Von Rico und Oskar gibt es bereits drei Bücher, von denen das vorliegende der erste Band ist. Alle drei Erzählungen sind inzwischen auch schon verfilmt worden.

    In der Jurybegründung zur Preisverleihung heißt es u.a.:


    "Steinhöfels Sprache schließlich vereint Figurendarstellung und Milieuschilderung zu einem modernen Sozialroman für Kinder. Um aus der Perspektive Ricos erzählen zu können, schafft er ein umfassendes und sprachschöpferisch ausgeklügeltes Vokabular für dessen Weltwahrnehmung. Ohne Beschönigung taucht Steinhöfel ein in Ricos innere und äußere Welt, eröffnet uns einen neue kinderliterarische Maßstäbe setzenden Kosmos und legt so einen Roman für Kinder vor, der in Figurenzeichnung, Plotgestaltung, sprachlicher Gestaltung und Aussage nichts zu wünschen übrig lässt – eben ein Roman eines ganz und gar nicht tiefbegabten Autors. "


    Ein Buch, das meiner Meinung nach Kinder wie Erwachsene ansprechen kann und Freude am Lesen vermittelt. Empfehlenswert!


    © Parden

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    neenchens avatar
    neenchenvor 2 Jahren
    “Rico, Oskar und die Tieferschatten” von Andreas Steinhöfel (2008)

    Der deutsche Schriftsteller Andreas Steinhöfel (*1962) schreibt seit 1991 Kinder- und Jugendbücher. Doch keines scheint Kindern so aus den Herzen zu sprechen, wie die Figur des Rico in “Rico, Oskar und die Tieferschatten”.

    Frederico “Rico” Doretti, ein tiefbegabter (da behindert einfach falsch klingt) Junge, liebt Kriminalgeschichten. Zwar geht in seinem Kopf manch eine Information mal verloren, aber er versucht stets den Dingen auf den Grund zu gehen. Als er auf den hochbegabten Oskar trifft, glaubt er endlich einen Freund gefunden zu haben und will sich ihm anvertrauen. Rico wird seit Monaten von den Tieferschatten im unbewohnten Hinterhaus verängstigt und möchte das Geheimnis dahinter lüften. Doch gerade als er es Oskar erzählen will, wird dieser von Mister 2000 entführt. Also macht sich Rico allein auf die Suche nach seinem Freund.

    Andreas Steinhöfel hat bisher 22 Kinder- und Jugendbücher veröffentlicht und arbeitet zusätzlich noch als Übersetzer und Drehbuchautor. Dabei erfreuen sich u.a. die Bücher “Paul Vier und die Schröders” (1992) und “Die Mitte der Welt” (1998) großer Beliebtheit. “Rico, Oskar und die Tieferschatten” ist das erste von drei Büchern über Rico und Oskar, die zwischen 2008 und 2011 erschienen sind. Mittlerweile wurden auch alle drei Romane verfilmt. Das Buch kann mit einer schönen Mischung aus Humor und Spannung aufwarten. Zwar kann der geschulte, erwachsene Leser sich schneller als Rico die Ereignisse erschließen, aber es macht trotzdem unheimlich Spaß bis zum Ende zu lesen. So haben an diesem Buch Erwachsene und Kinder ihre helle Freude. Das liegt vor allem daran, dass Ricos Blick auf die Menschen so unverfälscht ist und er Sachen merkwürdig findet, die einfach alltäglich sind. So liefert Steinhöfel einen frischen Blick aus der Sicht eines Kindes. Besonders gelungen ist es bei den zwischenmenschlichen Schilderungen. Die innewohnende Kriminalgeschichte mit dem wirklich unheimlichen Thema der Kindesentführung ist gut eingewoben. Nach und nach ergeben sich Verbindungen, so dass unser Rico zum unfreiwilligen Helden mutiert. Auch im Stil kann Steinhöfels Roman überzeugen. Aus der Sicht Ricos geschrieben, mit Erklärungen von dessen Hand versehen, ist es sprachlich zwar auf Kinder eingestellt, aber nie zu simpel, um Erwachsene zu ermüden. Im Gesamten ist “Rico, Oskar und die Tieferschatten” ein wunderbares Kinderbuch, das seine Leser mit Humor, Herz und Spannung anspricht.

    Doreen Matthei - testkammer.com

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    neenchens avatar
    neenchenvor 2 Jahren
    Buchkritik


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    Rico und Oskar muss man einfach lieben!

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