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Magellan_Verlag

vor 3 Monaten

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Am Morgen wachte ich zu früh auf, weil ich in der Nacht vergessen hatte, das Rollo runterzulassen. In meinem Zimmer war es hell und heiß. Ich hatte die schrecklichsten Kopfschmerzen meines Lebens und einen Geschmack im Mund, als hätte eine Katze hineingepisst.

Ich stand auf, unsicher, ob ich mich auf meine Beine verlassen konnte, ging zum Fenster, schloss es und ließ das Rollo herunter, bis auch die letzten Schlitze zu und das Zimmer endlich stockdunkel war. Meine Augen tränten unaufhörlich.

Ich drehte mein Kissen um, in der Hoffnung, die andere Seite wäre etwas kühler, und drückte die schmerzhafte Stirn tief hinein. Ich wollte nicht über den gestrigen Abend nachdenken. Nicht darüber, wie meine Eltern im Türrahmen gestanden hatten, als ich mich über die Kloschüssel beugte. Nicht darüber, was mit Ferdi passiert war. Einzelne Bilder stiegen auf, Gesprächsfetzen, Musik, Lichter, Gelächter, mein eigenes, das der anderen, wie ich getaumelt und gewankt bin , wie ich versucht hatte, vom Gelände zu kommen, weil ich so dringend heimwollte, nur heim und es kaum schaffte, das Tor zu treffen und nicht gegen den Zaun zu donnern.

Und ein vertrautes Gesicht tauchte auf. Ein Schnurrbart, der mich in die Arme geschlossen und gegrinst, mir eine Zigarette angezündet und gesagt hatte, dass das helfen würde, der Ferdi einen Klaps auf den Hinterkopf gegeben und gefragt hatte, ob wir uns denn gar nicht freuen, in wiederzusehen.
Wir kleinen Verräterschweine.

Mitch war wieder da.

Und das war alles. Mehr wusste ich nicht mehr.

Als ich ins Bad ging, um zu pinkeln und mir ausgiebig kaltes Wasser ins Gesicht zu klatschen, sah ich, dass meine Hände ganz schwarz waren vor Ruß.

Fuck.


Andi und Ferdi sind ganz normale Jungs, keine Helden, nix Besonderes. Vor ihnen liegt ein Sommer wie jeder andere. Dachten sie. Aber dann ist Mitch plötzlich wieder da. Mitch, der mal so was wie ein Freund war für die beiden. Bis er Scheiße gebaut hat. So große Scheiße, dass er ein Jahr lang im Knast gelandet ist. Mitch bringt Schuld und Vorwürfe mit sich. Das kann Andi gerade gar nicht gebrauchen, denn er hat es sich zur Aufgabe gemacht, die hübsche Lea vor ihren superchristlichen Eltern zu retten. Also fassen Andi und Ferdi einen Plan: Abhauen. Leider haben sie das nicht ganz zu Ende gedacht …


Andreas Thamm, geboren 1990 in Bamberg, schrieb zuerst heimlich nachts im Kinderzimmer. Heute lieber nur bis 18 Uhr, dann ist Feierabend. Er studierte in Hildesheim bis 2014 Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus. Und arbeitet heute vor allem als Journalist und Werbetexter. Heldenhaft ist sein erster veröffentlichter Roman.


Hier könnt ihr 10 Exemplare von Heldenhaft gewinnen und an der Leserunde teilnehmen. Um in den Lostopf zu hüpfen, beantwortet uns einfach bis zum 04. April folgende Frage:

Andis und Ferdis früherer Kumpel Mitch taucht nach seiner einjährigen Gefängnisstrafe wieder bei den beiden auf. Er verlangt eine gewisse Entschädigung, denn Andi und Ferdi haben damals gegen ihn ausgesagt. Wie würdest du an Andis Stelle reagieren/handeln?


Wir wünschen euch viel Spaß beim Mitmachen!
Euer Magellan-Team

Autor: Andreas Thamm
Buch: Heldenhaft

Asayuki

vor 3 Monaten

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Ich würde mich niemals mit Mitch alleine treffen oder alleine irgendwo aufhalten bevor dieser auf dumme Ideen kommt. Polizei auf die Kurzwahltaste und ruhig auf diesen einreden.

Kleine_Raupe82

vor 3 Monaten

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Wenn ich mich entschlossen hätte, gegen jemanden auszusagen, bezweifle ich sehr, dass die Freundschaft danach weiterbestehen würde. Also würde ich den „Freund“ dafür natürlich auch nicht entschädigen, sondern nochmal klarmachen, dass die Freundschaft für mich beendet ist. Wenn derjenige mich daraufhin bedroht würde ich zur Polizei gehen.

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FrauSchafski

vor 2 Monaten

4. Leseabschnitt: S.194-254

Gestern habe ich das Buch beendet und muss sagen, dass ich das Ende überraschend hart fand. Dass für Lea die einzige Lösung war, ihren Vater so zu provozieren, dass er sie misshandelt und dadurch den Jugendschutz einzuschalten, kam sehr überraschend. Da hätte ich mir doch eine andere Lösung gewünscht, denn es wurde ja nicht einmal versucht, mit ihm zu sprechen. So steht er nun als der große Bösewicht da, der aber die meiste Zeit keine zentrale Rolle gespielt hat.
Ferdi habe ich zum Ende als merkwürdige Staffage empfunden. Er ist der Looser, dem nichts gelingt und dem nur Mist passiert - da ist es schade um die Figur.
Und welche Lehre sollen wir aus Mitch ziehen? Dass es okay ist, Verbrechen zu begehen, solange man aus schwierigen Familienverhältnissen kommt und eigentlich doch ein ganz netter Kerl ist?

Andreas_Thamm

vor 2 Monaten

Fragen an den Autor
@Gelinde

Hallo Gelinde,

jetzt hab ichs auch endlich mal geschafft, mich hier anzumelden. Vielleicht musst du deine Frage aber noch konkreter machen. Du meinst die Problematik zwischen Lea und ihren Eltern, nehme ich an. Es gibt für mich keine konkreten Vorbilder für die Figuren. Ich habe mich in den vergangenen Jahren aber immer wieder mit Sekten, Freikirchen, usw. beschäftigt, v.a. in meiner journalistischen Arbeit und auch privat. Daraus ist das Interesse für diese Art von Konflikt entstanden.

liesmal50

vor 2 Monaten

4. Leseabschnitt: S.194-254

FrauSchafski schreibt:
Gestern habe ich das Buch beendet und muss sagen, dass ich das Ende überraschend hart fand. Dass für Lea die einzige Lösung war, ihren Vater so zu provozieren, dass er sie misshandelt und dadurch den Jugendschutz einzuschalten, kam sehr überraschend. Da hätte ich mir doch eine andere Lösung gewünscht, denn es wurde ja nicht einmal versucht, mit ihm zu sprechen. So steht er nun als der große Bösewicht da, der aber die meiste Zeit keine zentrale Rolle gespielt hat.

Meinst Du mit dem unversuchten Gespräch, dass Lea mit ihrem Vater hätte sprechen sollen?
Ich finde es zwar auch hart, aber trotzdem kann ich Lea verstehen, denn Menschen, die so religiös sind wie ihre Eltern, gehen von ihrer Meinung wohl kaum ab. Man könnte manchmal glauben, dass sie in ihrem Wahn wie gefangen sind und gar keinen Bezug mehr zur Realität haben.

liesmal50

vor 2 Monaten

Fazit: Wie hat Euch das Buch gefallen?

Ein tolles Jugendbuch - sehr authentisch geschrieben. Mit hat es sehr gut gefallen, sodass ich meine Rezension neben LovelyBooks auch auf amazon, buch7, buecher.de, hugendubel, jokers, Lesejury, Thalia, tyrolia.at und Weltbild veröffentliche.
Hier der Link: https://www.lovelybooks.de/autor/Andreas-Thamm/Heldenhaft-1899010172-w/rezension/2032810880/
Ich freue mich auf weitere Geschichten von Andreas Thamm.

FrauSchafski

vor 2 Monaten

Fazit: Wie hat Euch das Buch gefallen?

Hier ist meine Rezension, mich konnte das Buch zum Ende hin leider nicht überzeugen:
https://www.lovelybooks.de/autor/Andreas-Thamm/Heldenhaft-1899010172-w/rezension/2034719528/

Sie erscheint demnächst auch auf diversen Plattformen sowie Instagram, Facebook und meinem Blog.

Herzlichen Dank für das Rezensionsexemplar!

Diana182

vor 2 Monaten

Fazit: Wie hat Euch das Buch gefallen?

Hallo=)

ich hatte das Buch mit im Osterurlaub und komme leider erst jetzt zum schreiben...da ich nicht in den falschen abschnitten Spoilern möchte, habe ich direkt eine Rezension verfasst- ich hoffe, dass ist okay!?

https://www.lovelybooks.de/autor/Andreas-Thamm/Heldenhaft-1899010172-w/rezension/2035630934/

liebe Grüß

MissErfolg

vor 1 Monat

Fazit: Wie hat Euch das Buch gefallen?

Entschuldigt die Verspätung - da ich kürzlich zum ersten Mal Mama geworden bin, hat sich mein Lese-Rhythmus leider komplett verändert. Dafür gibt es aber eine 5 Sterne Bewertung für ein unfassbar cooles Debüt!
Viele Grüße aus Nürnberg ;-)

https://www.lovelybooks.de/autor/Andreas-Thamm/Heldenhaft-1899010172-w/rezension/2040298001/

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