Andreas Thomsen

 3,6 Sterne bei 79 Bewertungen

Lebenslauf

Andreas Thomsen, Jahrgang 1962, studierte Klassische Archäologie, Alte Geschichte, Vor- und Frühgeschichte. Er übersetzt aus dem Englischen und Italienischen, u. a. Stefano Mancuso, Andrea Marcolongo, Josiah Ober, Peter Sagan und Angela Stent.

Quelle: Verlag / vlb

Neue Bücher

Cover des Buches Schöpfer der Albträume (ISBN: 9783312014088)

Schöpfer der Albträume

Neu erschienen am 23.12.2025 als Gebundenes Buch bei Nagel & Kimche.

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Neue Rezensionen zu Andreas Thomsen

Cover des Buches Die Welt. Eine Familiengeschichte der Menschheit (ISBN: 9783608989113)
M

Rezension zu "Die Welt. Eine Familiengeschichte der Menschheit" von Simon Montefiore

M.Lehmann-Pape
Familien als Keimzelle und Entwicklungsorgan der Menschheit

Aus insgesamt zwei Bänden (und nicht zu knappe Bände von je ca. 800 Seiten) besteht diese „andere Form“ der Weltgeschichte, die Simon Montefiore fundiert, detailliert und mit Verve vor die Augen von Lesern und Leserinnen führt.

 

Gestaltet durchgehend als „Familiengeschichte(n)“.

 

Die Familie, konkreter die „erste Familie“ der Menschheit steht dabei zu Beginn (bei den Neandertalern) und von da an erzählt Montefiore rasant, unterhaltsam, mit Schwung und tiefen Einblicken in Verbindungen, Strukturen, Verbindungen, strategischen Bündnissen, Zerwürfnissen, Liebe und Hass und allem, was dazugehört, die gesamte Geschichte der Menschheit eben als das, was sie ist: Viel eher die Geschichte von Familiengruppen und, oder Clans als von einzelnen Individuen, Denn diese stammen ja immer aus konkreten Bezügen, aus Familien vielfacher Couleur, sind geprägt von ihren Familien, von den Vorteilen und Nachteilen, der Fülle und dem Mangel, den Bestätigungen und den Ablehnungen in den Familien. So dass, am Ende, Montefiore, ohne zu „psychologisieren“, wie ein kundiger, systemischer Familientherapeut Seite für Seite die Augen dafür öffnet, dass jedes Individuum immer, ohne Ausnahme, Teil eines lebendigen Systems war, ist und sein wird.

 

Und diese „Familien“ die Weltgeschichte im Großen und Kleinen geprägt hat, ausmacht.

 

Und das ist ein komplett neuer, frischer, anderer Angang an all das, was in der Geschichte passiert ist, als bisher vorgelegt. Gemeinsam mit der sehr prägnanten, flüssigen und stilsicheren Form seines Stils ergibt sich dabei ein packendes Leseerlebnis, dass in Teilen fast wie ein Thriller, in anderen wie Romantik und wieder in anderen Aspekten wie eine „verkorkste Familie“ daherkommt, immer aber eines ist: Bestens zu lesen.

 

Durch alle „Weltreiche“ der Geschichte hindurch, von der Antike bis zum Beginn der Neuzeit in diesem ersten Band. Durch das Entstehen von „Mächten“ und „Reichen“, die nicht die bekannten Fakten verändern, wohl aber tiefgründig den Blick „hinter die Kulissen“ wirft und dabei Seite für Seite auch die unangenehmen Seiten dieser Geschichte fundiert aufzuweisen und zu erläutern versteht. Dass die Geschichte der Menschheit und darin die Geschichte der „Familien“ von Machthunger, Gewalt, Herrschsucht strotzt. Die offenkundig eben auch mit „Mängeln“ dessen zu tun hat, was die hervorstechenden Personen in ihrer Prägung erlebt haben, wie Menschen durchgehend von den „inneren Erben“ ihrer Familien teils durch Generationen hinweg „konditioniert“ worden sind.

 

Was im Übrigen, je weiter die Lektüre fortschreitet, immer wieder auch Parallelen zur Gegenwart samt heutzutage „herrschendem Personal“ vor den inneren Augen entstehen lässt.

 

Der Beginn der Menschheit, die uralten Reiche Ägyptens, Persiens, Assyriens über die Babylonier, die alten Griechen hin zu Rom, den Maya über Makedonien mit Alexander dem Großen, aber auch mit Blick auf Mohammed, Dschingis Khan die Khmer, die mittlelalterlichen bis hochmittelalterlichen Königsdynastien der Welt, den Borgias und vielem, vielem mehr werden vor Augen geführt. Wobei es geschickt verbunden wird, hochbekannte Epochen der Geschichte mit den damit verbundenen prominenten Persönlichkeiten aufzugreifen.

 

Das gibt Lesern und Leserinnen durchweg ein Gefühl der Vertrautheit mit den Ereignissen und lässt doch im Hintergrund auch mitschwingen, dass darin immer nur die Spitze des Eisbergs oberhalb von Millionen anderer Familien-Geschichten, zeitbedingt ähnlich geprägt, mit in den Raum tritt.

 

Eine Lektüre, die in der Form und Stil ein Erlebnis ist und am Ende tatsächlich andere Einblicke ermöglicht. Und damit die Perspektive zu ändern versteht und einen anderen Blick auf all das, was passiert ist im Lauf der Jahrtausende implementiert.

Cover des Buches Die Welt. Eine Familiengeschichte der Menschheit (ISBN: 9783608989120)
M

Rezension zu "Die Welt. Eine Familiengeschichte der Menschheit" von Simon Montefiore

M.Lehmann-Pape
Familien als Keimzelle und Entwicklungsorgan der Menschheit

Aus insgesamt zwei Bänden (und nicht zu knappe Bände von je ca. 800 Seiten) besteht diese „andere Form“ der Weltgeschichte, die Simon Montefiore fundiert, detailliert und mit Verve vor die Augen von Lesern und Leserinnen führt.

 

Gestaltet durchgehend als „Familiengeschichte(n)“.

 

Wie schon im ersten Band stehen somit nicht nur bekannte Persönlichkeiten aus Geschichte und Gegenwart mit ihrem Tun und Denken (das einem mal klar vor Augen liegt und bei andere eine Menge Rätsel erstmal aufgibt) im Mittelpunkt der Darstellung. Die aber eben durch ihre Einsortierung in ein konkretes, über Generationen teils verlaufendes Familiengeschehen, einen deutlich weiteren Rahmen erhalten.

 

Der nicht nur zum einen die individuelle Persönlichkeit und die Motive des Handelns aus der Prägung ihrer Persönlichkeit durch das „Familiensystem“ flüssig erzählt und sehr verständlich und nachvollziehbar vor die Augen von Lesern und Leserinnen legt, sondern in den konkreten Prägungen immer auch, zumindest indirekt, Werte, Normen, kulturelle Grundlegungen ihrer Zeit (und der Zeiten davor) im Verständnis bei Lesern und Leserinnen mit erschließen.

 

Und das ist auch in diesem zweiten Band ein komplett neuer, frischer, anderer Angang an all das, was in der Geschichte passiert ist, als bisher vorgelegt. 

 

„Wenn ein Königreich eine große Familie darstellt, so ist andererseits auch die Familie ein kleines Königreich, zerrissen durch Parteien und Empörungen ausgesetzt“.

Was alles Spuren in den Persönlichkeiten gerade jener hinterlässt, die in solche kleine Königreiche frisch hereingeboren werden.

 

Und das vom Stil her in sehr prägnanter, flüssiger und stilsicheren Form vorgetragen, ergibt einfach ein in packendes Leseerlebnis.

Das in Teilen fast wie ein Thriller, in anderen wie ein psychologischer Roman und wieder in anderen Aspekten wie „Abenteuerromane“ daherkommt. 

 

Im positiven zunächst, was einen Mann wie Napoleon Bonaparte angeht, der zwar aus verarmtem Adel stammt, aber nicht in Armut aufwachsen musste und, vor allem, mit seinen sieben Geschwistern, nicht in emotionaler Armut geprägt wurde, sondern durch „hingebungsvolle Liebe“, „die ihm ein unbesiegbares Selbstvertrauen mit auf den Weg gegeben hat“. Im Folgenden werden die Grundalgen für Roosevelts Zähigkeit ebenso erläutert, wie die „Großfamilie“, die sich die „reinen Machtmenschen“ Hitler und Stalin als „Wahlverwandtschaften“ erbauten und damit einen in sich geschlossenen Kreis ständiger Selbstbestätigung erschufen. Was durchaus notwendig für ihren „Stil“ des Lebens sich aufzeigte.

 

In komprimierter Form und mit wechselnden Perspektiven erzeugt Montefiore damit einen Rahmen, in dem er die Ereignisse der Epochen um die handelnden Personen herum in einem Flus mitfließen lässt.

 

Ein interessanter, anderer und zur Lektüre zu empfehlender Ansatz.

Eine Waffe, die überall ist – und alles verändert

Taxi, Cola, Kalaschnikow – drei Wörter, die sich anfühlen wie ein Schlag in die Magengrube. Domenico Quirico nimmt genau diesen Reflex auseinander und legt ihn auf den Tisch. Keine Technikverliebtheit, kein Heldengeschwätz, sondern nackte Realität, erzählt von jemandem, der zu oft zu nah dran war. Beim Lesen wird schnell klar: Diese Waffe ist kein Objekt, sie ist ein Dauerzustand.


Quirico schreibt mit der Ruhe eines Mannes, der das Chaos kennt. Zwischen den Lebenslinien des Erfinders Michail Kalaschnikow und den eigenen Erinnerungen aus Mosambik, Gaza oder Syrien spannt sich ein düsterer Bogen. Orte wechseln, Gesichter wechseln, die Kalaschnikow bleibt. Und genau das tut weh. Jeder Absatz trägt Staub, Angst und dieses leise Klicken im Kopf, das sagt: Schon wieder dieselbe Geschichte.


Besonders stark ist der Moment, wenn klar wird, wie banal das Grauen geworden ist. Die AK-47 taucht auf wie ein Alltagsgegenstand – zuverlässig, billig, tödlich. Kein Pathos, kein moralischer Zeigefinger. Stattdessen diese unbequeme Nähe, die einen beim Kaffee plötzlich verstummen lässt.


Humor blitzt nur selten auf, und wenn, dann bitter. Genau richtig für ein Buch, das nicht unterhalten will, sondern wachrüttelt. Quirico glorifiziert nichts. Er seziert. Und dabei trifft er einen Nerv, weil er zeigt, wie sehr diese Waffe unser Denken über Konflikte geprägt hat.


Zurück bleibt ein mulmiges Gefühl und die Erkenntnis, dass Fortschritt manchmal nur ein anderes Wort für effizientere Gewalt ist. Kein leichtes Buch, aber ein wichtiges. Eines, das man nicht weglegt und vergisst, sondern mit sich herumträgt – lange.

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