Andreas Thomsen

Lebenslauf von Andreas Thomsen

Andreas Thomsen, Jahrgang 1962, studierte Klassische Archäologie, Alte Geschichte, Vor- und Frühgeschichte. Er übersetzt aus dem Englischen und Italienischen, u. a. Stefano Mancuso, Andrea Marcolongo, Josiah Ober, Peter Sagan und Angela Stent.

Quelle: Verlag / vlb

Neue Bücher

Cover des Buches Das Zuhause (ISBN: 9783446274204)

Das Zuhause

Erscheint am 22.08.2022 als Hardcover bei Hanser, Carl.

Alle Bücher von Andreas Thomsen

Cover des Buches Die Pflanzen und ihre Rechte (ISBN: 9783608983227)

Die Pflanzen und ihre Rechte

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Erschienen am 13.02.2021
Cover des Buches Warum Altgriechisch genial ist (ISBN: 9783492242677)

Warum Altgriechisch genial ist

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Erschienen am 01.10.2019
Cover des Buches Das Zuhause (ISBN: 9783446274204)

Das Zuhause

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Erscheint am 22.08.2022
Cover des Buches Was würde Aristoteles sagen? (ISBN: 9783827500977)

Was würde Aristoteles sagen?

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Erschienen am 27.09.2021

Neue Rezensionen zu Andreas Thomsen

Cover des Buches Die Pflanzen und ihre Rechte (ISBN: 9783608983227)T

Rezension zu "Die Pflanzen und ihre Rechte" von Stefano Mancuso

Die Pflanzenwelt gehört geschützt und repektiert, sie bedeutet Lebensraum und Zivilisation
Tausendléxivor einem Jahr

Dieses kleine, feine Sachbuch liest sich schockierender als jeder Psychothriller!

Nicht nur Menschen und Tiere, auch Pflanzen haben Rechte.

Der Botanik – Professor Stefano Mancuso hat hier in seinem Buch acht Artikel über die Pflanzenrechte sehr interessant und anschaulich verfasst. Es plädiert für eine zentrale Pflanzenpolitik und gegen die tierischen Hierarchien. Hier werden die Pflanzen verteidigt und gehuldigt, denn ohne sie wären wir verloren. 

>Ohne Pflanzen gäbe es keine Tiere und wohlmöglich gar kein Leben auf der Erde. Auf jeden Fall jedoch sähe dieses vollkommen anders aus. Nur dank der von Pflanzen betriebenen Fotosynthese gibt es freien Sauerstoff in der Atmosphäre, und sie erzeugen die gesamte chemische Energie, die von uns Lebewesen verbraucht wir. Uns gibt es nur dank der Pflanzen und nur mit ihnen zusammen können wir weiter existieren. Darüber sollten wir uns immer im Klaren sein. < – Seite 13

Die Pflanzenwelt wird von einem großen Miteinander beherrscht, von dem sich Menschen und Tiere orientieren sollten. Die Pflanzen sind es die in unterschiedlichen Atmosphären bestens zurecht kommen. Wie zum Beispiel die Flechten, das ist Symbiose aus Pilzen und Algen, die in heißen Gebieten wie zum Beispiel in der Wüste genauso gut zurecht kommt am Nordpol, oder gar für einige Zeit im Weltraum.

>In den vergangenen fünf Jahren gab es in Florenz – der Stadt, in der ich lebe – jedes Jahr ein oder zwei Tornados, Wirbelstürme oder ähnliche Wetterphänomäne, die man hier bis dahin nicht kannte. Auch sind noch nie so viele Bäume infolge extremer Wetterereignisse in Italien umgestürzt. Und die Olivenbäume blühen inzwischen einen Monat früher, als noch vor Jahrzehnten. <    – Seite 121

Die Pflanzenwelt gehört geschützt und repektiert, sie bedeutet Lebensraum und Zivilisation. Stefano Mancuso schreibt hier fundiert und mit großer Begeisterung. Diese Charta zur Erhaltung unserer Natur,  ist voller Faszination und doch auch sehr erschütternd. Wir Menschen haben es in der Hand dieses schicksalhafte Ruder noch herum zu reißen, doch dies ist nur gemeinsam möglich. Lest dieses Buch und verschenkt es vielmals! Große Leseempfehlung!

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Cover des Buches Die Pflanzen und ihre Rechte (ISBN: 9783608983227)G

Rezension zu "Die Pflanzen und ihre Rechte" von Stefano Mancuso

Pflanzen können ohne den Menschen existieren, aber der Mensch nicht ohne sie.
Gwhynwhyfarvor einem Jahr

Pflanzen entfalten sich seit 2 Milliarden Jahren auf der Erde. Sie haben den Blauen Planeten in eine Grüne Insel umgewandelt. Pflanzen können ohne den Menschen existieren, aber der Mensch nicht ohne sie. Leider vernichtet der Mensch immer mehr Lebensraum der Pflanzen, richtet mit Monokultur Umweltschäden an oder bringt Kurioses (Schädliches) durch Umverpflanzung zustande. Höchste Zeit, den Pflanzen Rechte einzuräumen, denn sie garantieren unser Überleben, sagt Stefano Mancuso. Eine neue geochronologische Epoche ist angebrochen: Anthropozän (aus dem Altgriechischen aus Mensch und neu zusammengesetzt) das Zeitalter, in dem der Mensch zu einem der wichtigsten Einflussfaktoren auf die biologischen, geologischen und atmosphärischen Prozesse auf der Erde geworden ist. Manescus Bruder ist Jurist, hatte ihm geraten, das Buch nicht mit juristischen Artikeln zu besetzen, doch der Autor hielt daran fest, der als begeisterter Botaniker sicher auch gleichzeitig als Philosoph zu sehen ist. Es geht ihm sicher nicht ernsthaft um eine Pflanzenrechtscharta, sondern um einen allumfassenden Blick auf die Natur, die Zusammenhänge zwischen allen Lebewesen auf der Erde, ihren Einfluss auf die Atmosphäre. Es ist ein Plädoyer für das Leben. Wer Bücher von Manescu bereits gelesen hat, weiß, wie mitreißend er schreibt, wie gut verständlich, übergreifend und humorig. Das ist ihm mit diesem Buch wieder gelungen.


«Artikel 2 – Die Nation der Pflanzen garantiert die unveräußerlichen Rechte der natürlichen Gemeinschaften und erkennt sie als Gesellschaften an, die auf den Beziehungen zwischen den Organismen basieren, aus denen sie sich zusammensetzen.»


Jedes Kapitels beginnt mit einem Artikel. Das klingt zunächst einmal ziemlich theoretisch. Die Erklärung dazu ist aber lehrreich, amüsant, obwohl die Thematik sehr ernst ist; es geht um den Eingriff des Menschen in die Natur. Australien ist immer das beste Beispiel, ein Kontinent, auf dem der Mensch mit Einschleppung von Kaninchen und Brombeeren verheerende Einschnitte in die Natur erwirkte. Hier wird als Beispiel das von den Spaniern lang gehütete Geheimnis um das Färben mit Karmesinrot berichtet, das über die Züchtung der Cochenilleschildlaus gewonnen wird, die auf Kakteengewächsen lebt. Über einen Verrat wurde das Geheimnis gelüftet, und so gelangte die Kaktusfeige nach Australien: die Läuse mochten das Klima nicht, starben. Jedoch dem Kaktus gefiel es und er breitete sich wie Unkraut aus, landwirtschaftliche Fläche verdarb. Viel später fand sich zur Bekämpfung die Kaktusmotte, die Abhilfe schaffte, die aber infolge in anderen Teilen der Welt biologisches Chaos anrichtete. Auch wird Mao zedongs Entscheidung in China erwähnt, Spatzen auszurotten, da diese Nutzpflanzen abpickten. Dieser Beschluss führte zu einer Hungersnot «die vermutlich 20 bis 40 Millionen Menschen das Leben kostete», da die Vögel Insekten fraßen; Wanzen und Heuschreckenschwärme sich mangels ihrer Feinde vermehrten; sie ließen sich die Feldfrüchte schmecken.


«Mit etwas herumzuspielen, dessen Funktionsweise man nicht kennt, ist äußerst gefährlich, denn die Folgen sind unvorhersehbar. Die Kraft der ökologischen Gemeinschaften ist ein Motor des Lebens auf der Erde.»


Bereits in seinem Buch «Die unglaubliche Reise der Pflanzen» hat Stefano Manusco beschrieben, wie Pflanzen sich verschiedene Art und Weise fortbewegen, Lebewesen, denen man nachsagt, sie seien sesshaft. Hierzu einiges in Artikel 7, in dem die Erderwärmung erwähnt wird, Wetterphänomene, Olivenbäume, die einen Monat früher blühen als zuvor, Baumarten, die höher gelegene Regionen vordringen, wie Rotbuchen und Steineichen in Katalonien, Pflanzen die aussterben, weil ihnen durch Dürre die Lebensgrundlage entzogen wurde. Neben Darwins Evolutionstheorie, dem Gesetz des Stärkeren, wird auch eine andere These Darwins erwähnt: derDie am besten angepassten Spezies wird überleben.


«Wo eine Pflanze überleben kann, sollte auch eine wachsen.»


Stefano Mancuso stellt die These auf, dass wir den Anstieg der CO2-Konzentration nur dann in den Griff bekommen, wenn wir die Begrünung forcieren: Begrünung von Flächen zwischen Häusern, Dächer, Balkone, Fassaden usw. Pflanzen sind der Moter der Erde und sie sind Teamplayer. Verschiedene Arten bilden Symbiosen, um miteinander zu überleben, Pflanzen und Tiere formen Symbiosen, haben aufeinander Einfluss, bilden Ökosysteme. Dieses Buch ist ein wertvoller Beitrag zur Umweltpolitik, da es in der Thematik allumfassend ist, den Blick auf das Ganze setzt. Und das in dem bekannten Plauderton von Stefano Mancuso, dessen Begeisterung für die Pflanzenwelt auf den Leser umspringt.

 

Stefano Mancuso, geboren 1965, ist Professor für Pflanzenkunde und einer der führenden Autoren des «Nature Writing». Mancuso forscht und lehrt an der Universität Florenz, leitet das Laboratorio Internazionale di Neurobiologia Vegetale. Mit zahlreichen wissenschaftlichen Publikationen gilt er international als der führende Pflanzenforscher. Sein Buch «Die Intelligenz der Pflanzen» stand monatelang auf der Bestsellerliste. 

   https://literaturblog-sabine-ibing.blogspot.com/p/die-pflanzen-und-ihre-rechte-von.html


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Cover des Buches Die Pflanzen und ihre Rechte (ISBN: 9783608983227)H

Rezension zu "Die Pflanzen und ihre Rechte" von Stefano Mancuso

Eine Charta zur Erhaltung unserer Natur
HansDurrervor einem Jahr

Schön gestaltet ist dieses Buch, gut in der Hand liegt es auch, doch der Titel erregt mein Missfallen. Können wir eigentlich nur in Rechten und Pflichten denken? Und überhaupt: Rechte zeichnet aus, dass man sie einklagen kann. Wer  also soll für Pflanzen sprechen? Nach den ersten paar Seiten bin ich jedoch bereits versöhnt und als ich dann noch den Originaltitel nachschlage – La nazione delle piante – ist mir klar, dass hier nicht eine Gruppe selbsternannter Aktivisten einen Lebenssinn sucht und sich wichtig macht, sondern es hier um Grundsätzliches geht.

"In unserer Wahrnehmung sind Pflanzen der anorganischen Welt sehr viel näher als der lebendigen Welt – ein grundlegender Perspektivfehler, der uns teuer zu stehen kommen könnte." Denn ohne Pflanzen gäbe es uns nicht, wir können nur mit ihnen zusammen existieren. Stefano Mancuso stellt sich die Pflanzen gerne als fürsorgliche Eltern vor, die unsere Existenz erst möglich machen. Ein wunderbar hilfreicher Gedanke, wir sollten ihn pflegen.

"Eine Charta zur Erhaltung unserer Natur" nennt der Autor sein Werk im Untertitel. Seine Charta besteht aus acht Artikeln. Artikel 1 benennt den Ausgangspunkt, aus dem sich alles ergibt:  "Die Erde ist die gemeinsame Heimat allen Lebens. Die Macht gehört allen Lebewesen." Bei diesem Gedanken zu verweilen, ihn zu spüren versuchen, ermöglicht uns, uns als Teil des Universums zu fühlen.

An zahlreichen Beispielen zeigt Stefano Mancuso auf, weshalb der Mensch nicht nur schlecht beraten ist, wenn er sich wie der Herrscher des Planeten aufführt, der sich  einfach nimmt, was ihm passt, sondern an seinem eigenen Untergang arbeitet. Das Leben auf dem Planeten Erde ist ein Geschenk, wir sollten entsprechend damit umgehen. Darauf kopf- und rücksichtslos herum zu trampeln ist  keine Option.

Doch leider tun wir genau das, denn wir verkennen, dass die vielen ökologischen Gemeinschaften den Motor des Lebens bilden. Mit anderen Worten: Alles ist miteinander verknüpft. Einzugreifen, ohne die Folgen abschätzen zu können (und das können wir oft deswegen nicht, weil wir nicht wissen, wir die Gesetzmässigkeiten nicht kennen, nach denen Lebensgemeinschaften auf der Erde funktionieren), ist mehr als dumm. Wir tun es trotzdem, denn langfristig zu denken scheint uns nicht gegeben. 

"Wir sind Neuankömmlinge auf dem Planeten und verhalten uns wie Kinder, die gefährlichen Unsinn anstellen, ohne den Wert und die Bedeutung dessen zu erkennen, womit sie herumspielen." Dieses Buch zeigt, dass man am besten Gegensteuer geben kann, indem man respektiert, was man vorfindet und sich nicht einmischt. Die Erde sollte ganz im Sinne der Gaia-Theorie als ein einziges Lebewesen betrachtet werden.

Stefano Mancuso fordert eine radikale Neuausrichtung. Und führt am Beispiel der Hierarchie aus, weshalb diese Form der Organisation die Falschen fördert und überdies krank macht. Dabei nimmt er auch Bezug aufs Peter-Prinzip, die Parkinson'schen Gesetze, Hannah Arendt und Stanley Milgram. Mit anderen Worten: Dieses Buch handelt nicht "nur" von Pflanzen, sondern vom Leben auf dem Planeten Erde, das die Raubtiernatur des Menschen im Begriff ist zu zerstören. Höchste Zeit also, dem angeblich so natürlichen Egoismus den Riegel vorzuschieben und uns für Zusammenarbeit (und gegen den Wettbewerb) zu entscheiden. Die Pflanzen zeigen uns wie das geht.

Fazit: Eine notwendige und überaus hilfreiche Lektüre.

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