Andreas Vonderach Völkerpsychologie

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Inhaltsangabe zu „Völkerpsychologie“ von Andreas Vonderach

Die Völkerpsychologie ist einer jener Wissenschaftszweige, die kein Renommee haben, aber hinter den Kulissen ununterbrochen auf ihre anwendbaren Ergebnisse hin ausgewertet werden: Kein weltweit agierender Konzern kann auf eine Völkercharakterologie verzichten, wenn er Werbekampagnen plant und Produkte plazieren will. Und so nimmt die Beantwortung der Frage, warum wir sind, wie wir sind, in der PR-Branche einen breiten Raum ein.Das vorliegende Buch gibt einen Überblick über die Entwicklung des komplexen Forschungsgebiets der Völkerpsychologie seit der Antike und mündet in die Beschreibung der charakterlichen Eigenschaften der Völker.

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    Völkerpsychologie
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    21. April 2014 um 19:54

    Das neueste Buch von Andreas Vonderach ist überwältigend. Jeder, der sich für die Wissenschaften vom Menschen interessiert, sei es Anthropologie, Psychologie, Völkerkunde, Linguistik, Geschichte, Genetik usw. usw. findet hier hervorragend recherchiertes und aufbereitetes Material. Der Autor beginnt damit, dass er umschreibt, warum es durchaus Sinn macht, von Volkscharakteren zu sprechen. Eine heute modische Meinung besagt ja, dass Völker lediglich "soziale Konstrukte" seien, ohne echte Realität. Aber ich denke, jeder moderne Mensch, der schon einmal fremde Länder und Kulturen besucht hat (also heute wohl jeder) kann nachvollziehen, dass selbst innerhalb von Europa schon einiges an Unterschieden besteht - das Temperament, das Lebensgefühl, teilweise das Wertesystem sind selbst in Italien schon etwas anders als in sagen wir mal Dänemark. A. Vonderach baut das Buch historisch-chronologisch auf. Dieses Verfahren ist sehr gut geeignet, um auch die interessanten Konstanten in der Beschreibung von Völkern durch ganz unterschiedliche Beobachter in verschiedenen Zeiten sichtbar zu machen. Den Anfang bilden, wie könnte es anders sein, die ethnographischen Beschreibungen, die Griechen und Römer von den sie umgebenden Nachbarvölkern hinterlassen haben. Da werden beispielsweise Iberer, Kelten, Germanen, Skythen, Perser und Nordafrikaner vor unseren Augen lebendig. Die völkerkundlichen Beschreibungen des Mittelalters folgen. Diese sind nicht ganz so ergiebig, weil die Menschen dieser Zeit offenbar eingeschränktere Gesichtskreise als ihre antiken Vorläufer hatten. Aber schon bald begannen mit Humanismus, Aufklärung, mit der Entdeckung anderer Erdteile, mit den Kolonialreichen und mit wissenschaftlichen Expeditionen aller Art neue Erkenntnisse zu wachsen. Andreas Vonderach folgt hier dem Zeitverlauf, auch in der Beschreibung der verschiedenen Theorien oder Hypothesen, die zu völkerpsychologischen Fragen vorgelegt wurden. Die Gedankengänge Herders, Wilhelm von Humbolds, die Religionssozialogie Max Webers und die Einschätzung der Mentalität der "Primitiven" von Lévy-Bruhl kommen zur Sprache. Nebenbei fast werden die "Charakterlandschaften" Europas klar skizziert. Erkenntnisse der alten "Rassenpsychologie", die heute natürlich so nicht mehr genannt wird, werden diskutiert - was seitens des Autors natürlich auch einen anerkennenswerten Mut erfordert. Zu seinen Gunsten möchte ich hier auch gleich anführen, dass diese rassenpsychologischen Ergebnisse auch weitgehend von der schweizerisch-jüdischen Autorin Salzia Landmann übernommen wurden. Auch die grundlegenden Temperaments- und Charaktereigenschaften der außereuropäischen Völker werden vorgestellt. Für mich als Hobby-Linguisten war besonders interessant, was A. Vonderach über die Zusammenhänge von Volkscharakter und den Eigenschaften der Einzelsprachen berichtet. Hier wurde ich  auf von mir bisher nicht weiter beachtete Autoren, nämlich Karl Vossler und Friedrich Kainz, aufmerksam gemacht. A. Vonderach hat diese beiden Autoren und deren grundsätzliche Arbeitsweise und teilweise Ergebnisse so gut beschrieben, dass ich aus meiner eigenen Erfahrung sofort zustimmen musste. Die ausführliche Aufzählung aller Theorien, aller Forschungskomponenten würde für den Leser dieser Rezension wohl zu langweilig geraten. Deshalb jetzt etwas schneller - was mich weiter besonders beeindruckt hat: Hofstedes Kulturdimensionen, Daniel Freedmans Untersuchungen an Neugeborenen, die kulturvergleichende Piaget-Forschung, die Forschungen zu Inelligenzunterschieden zwischen Völkern (auch dies ein sehr heikles Thema), die Weltverteilung der Big Five (grundlegende individuelle Persönlichkeitseigenschaften) sowie unterschieliche Werte-Architekturen in verschiedenen Kulturen und die aktuelsten Erkenntnisse der Verhaltensgenetik. Wie immer gibt Andreas Vonderach ausführliche Quellenangaben und stellt eine kommentierte Bibliographie zur Verfügung. Soweit mir möglich, habe ich einige der Quellenangaben überprüft und für korrekt befunden - für mich keine Überraschung, da ich den Autor für intellektuell redlich halte. Sicherlich wird man zu der einen oder anderen Fragestellung, etwa wie aggressiv die Yanomami-Indianer sind (oder auch nicht) in der Fachliteratur auch abweichende Meinungen finden. Aber immer ist der von Andreas Vonderach beschriebene Volkscharakter derjenige, der in der ernst zu nehmenden Literatur dominiert. Bei den Yanomami ist zum Beispiel Eibl-Eibesfeld die wichtigste (aber nicht einzige) Quelle. Wer das Buch liest, bekommt aus der Fülle von Meinungen, Einzelerkennt-nissen, aus sich meist eher ergänzenden als widersprechenden Wissenskomponenten, einen schönen Einblick in das Feld der Völkerpsychologie. Genetische Veranlagung und Umwelt ergänzen einander - die Kulturen sind selbst auch Teil der jeweiligen Umwelt und wirken stark mit an der  Ausleserichtung für das Genom. Wer neue Anregungen bekommen möchte, muss dieses Buch lesen.

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