Andreas Weber Lebendigkeit

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Inhaltsangabe zu „Lebendigkeit“ von Andreas Weber

Nach seinem Erfolgstitel »Alles fühlt« stellt der Biologe und Philosoph Andreas Weber in seinem neuen Buch eine brisante These auf: Kann es sein, dass unser Planet derzeit weniger an einer Umwelt- oder Finanzkrise leidet, sondern an einem Mangel an Liebe seiner Bewohner? Liebe und Erotik nicht verstanden als kitschiges Gefühl, sondern als unbändige Kraft der Fülle und schöpferischen Energie. Klug und überraschend, auf philosophische wie auf ganz alltagspraktische Weise geht Weber der Frage nach, wie wir die Welt berühren und uns von der Welt berühren lassen. Nur die Liebe kann uns retten Der Mensch, die Natur und die Biologie der Liebe Vom Autor des Bestsellers „Alles fühlt”

Gewagt, so unsere Lebendigkeit zu beschreiben. Möge es die Wissenschaft inspirieren, poetischer zu werden.

— ChristophQuarch
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  • Plädoyer für eine Haltung der verbindenden Liebe

    Lebendigkeit
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    20. November 2014 um 11:18

    Plädoyer für eine Haltung der verbindenden Liebe Wenn Weber sein Buch mit „Eine erotische Ökologie“ untertitelt, dann verweist er damit nicht auf ein eng verstandenes Verständnis der Erotik rein im Sinne sexueller Leidenschaft, sondern nutzt den Begriff im Verweis auf die „unbändige Kraft der Fülle und schöpferischer Energie“, welche in der umfassend verstandenen Erotik freigesetzt werden. „Ohne Bindung kein Leben“, diesen Grundsatz des Lebens stellt er seinen Ausführungen voraus. Alle Vorgänge in der Biosphäre sind Vorgänge in Beziehungen, die Art und Weise der Beziehungen, die Werte, die der einzelne seinen Beziehungen gibt und die Weise, in der er diese dann praktisch gestaltet prägen das Leben (nicht nur das eigene). Weber öffnet diesen, in der Gegenwart mehr und mehr als rein „privat“ verstandenen Beziehungsbegriff damit in die Weite des biologischen Raumes und führt den Leser in eine beziehungsorientierte „Schubkraft zur Weltbeschreibung und Welterfahrung“. Die „Liebende Praxis“ ist für ihn ein „Erkenntnisinstrument“, genau jene Art und Weise, „hineingebend“ die Welt zu verstehen, die aktuell zu sehr abgespalten, zu abstrakt betrachtet wird. Wovon bereits die Sprache mit ihren ständig biologisch-technischen Begrifflichkeiten zur Weltbeschreibung schon beredt Zeugnis ablegt. Sich selbst als Teil des große Ganzen nicht nur rational zu begreifen, sondern auch emotional zu verstehen und damit dem Drang zu sich selbst und zur Fülle, zur Individuation und zur Verbindung zu vereinen, das ist Webers Ziel. Dem er sehr verständlich, teils poetisch, aber durchgehend „lebensnah“ im Buch nachgeht. „Leben in intensiver Form ist immer eine Praxis der Liebe“. Eine Form der Verbindung mit allem Lebendigem, dass dem Inneren des Menschen deutlich mehr entspricht als die Aufteilung der Natur, der Ressourcen, ja auch der menschlichen Bindungen in funktionale Raster. In der Praxis führt Weber dabei mitten hinein in „Liebesgeschichten“ mit den Elementen der Natur, mit der Luft (und ihrer Tragfähigkeit), mit dem Wasser und seinen sanften Berührungen (Berührungen sind ja eines der Kernelemente jeder Erotik) und vielen anderen natürlichen Elementen mehr. Wobei in allen Hinführungen und konkreten Beispielen Weber die Auffassung des Lebens „als eines zusammenhängenden Netzes von Beziehungen“ betont und mannigfaltig beschreibt. Verbunden mit dem (inneren wie äußeren) „Lachen“ als „Stimme des Glücks“. Sicher ist die Sprache des Buches, gerade für eher nüchtern veranlagte Leser, gewöhnungsbedürftig und wirkt an manchen Stellen schwülstig bis kitschig oder ein stückweit zu esoterisch „bewusst“ angehaucht. Aber es lohnt sich, sich auf die dahinter liegenden Gedankengänge einzulassen, denn der mitschwingenden Verweis auf die zunehmende Bindungslosigkeit und Isolierung des Menschen (zumindest in den modernen industriellen Gesellschaften), die nicht nur das Erleben der Natur betrifft, sondern mehr und mehr auch tief im zwischenmenschlichen Beziehungsgeflecht seine (trennenden) Spuren hinterlässt, benennt präzise eine Entwicklung, die offenkundig keine sonderlich konstruktiven Folgen nach sich zieht (betrachtet man allein nur die zunehmende, allgemein Gewalttätigkeit oder die Etikettierung so ziemlich jeden Lebensbereiches vor allem mit Preisschildern). Eine interessante Lektüre, auch wenn man Weber nicht in allen „äußeren“ Beispielen „innerlich“ folgen möchte.

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