Das Ocean Race gilt als der härteste Teamwettbewerb der Sportwelt. Boris Herrmann und sein Team haben sich mit ihrer Imoca Malizia Seaexplorer diesem Abenteuer gestellt. In dem Buch "Abenteuer Ocean Race" lassen Boris Herrmann und Andreas Wolfers den Leser an diesem Abenteuer teilhaben. Dies gelingt ihnen ganz wundervoll. Hat man hier doch das Gefühl, man wäre mit an Bord, erlebt Glück und Niedergeschlagenheit hautnah mit. Jedes Teammitglied wird in einem Steckbrief mit Bild vorgestellt. Dadurch werden sie zu Vertrauten, man hat nicht nur den Namen, sondern bekommt das Gefühl des "kennens". Dies wird durch die Abschitte im Buch verstärkt, in denen sie selbst zu Wort kommen. Hier bekommt man tiefe Einblicke in ihre Gefühlswelt, erlebt verschiedene Situationen aus ihrem Blickwinkel. Der Text wird dadurch lebendig und abwechslungsreich, man kann einfach nur Sympathie für jeden einzelnen empfinden. Man erlebt Segelsport in all seinen Facetten. Vom Triumph eines Etappensieges, über gebrochene Masten und Karambolagen ist hier alles dabei. Gesegelt wird in Sturm und Flaute, wo die Mannschaft um den kleinsten Windzug kämpft, man friert mit ihnen im Südpolarmeer und schwitzt im Atlantik. Was hier deutlich hervorgeht ist der Teamgeist. Malizia ist nicht Boris Herrmann allein, auch wenn man automatisch ihn vor Augen hat, wenn das Wort Malizia fällt. Nein, Malizia ist ein Team, bei dem jeder auf Augenhöhe des anderen ist. Niemand wird bevorzugt. Auch der Zusammenhalt der eigentlich konkurrierenden Teams wird hier deutlich. Man hilft sich, wo auch immer gerade Not ist. Denn ihnen allen ist bewusst, wie gefährlich ihr Sport sein kann - und jeder für den anderen zum Lebensretter werden kann. Das Buch ist auf ganz lockere Art geschrieben und liest sich sehr gut. Man muß hier kein Segelexperte sein, um alles zu verstehen. Falls doch einmal ein Begriff unklar ist, findet sich am Ende des Buches sowohl ein Glossar der Segelsprache, als auch Illustrationen zur "Malizia", bei denen man die genaue Lage jedes wichtigen Bauteiles nachsehen kann. Und auch für diejenigen, die die Route des Ocean Race vor Augen haben möchten, ist gesorgt. Als erstes befindet sich im Buchdeckel eine Karte mit der Regattaroute! Mich hat auch dieses Buch rund um Malizia wieder vollends begeistert!
Andreas Wolfers
Lebenslauf
Quelle: Verlag / vlb
Alle Bücher von Andreas Wolfers
Allein zwischen Himmel und Meer
Abenteuer Ocean Race
Allein zwischen Himmel und Meer
Neue Rezensionen zu Andreas Wolfers
Obwohl ich zuvor weder das Segelrennen Vandee Globe kannte, noch viel über den Segelsport wusste, war ich von dieser Geschichte eines unglaublichen Abenteuers absolut gepackt. Nicht nur die Einblicke in das "Einhandsegeln" sondern auch die emotionale Reise der Sportler haben es zu einem interessanten und spannenden Lesegenuss gemacht.
Boris Herrmann ist momentan der bekannteste deutsche Segelsportler. Er nahm an der Vendée Globe 2020/2021 teil und hatte als erster Nicht-Franzose sogar die Chance zu gewinnen. Seine Erlebnisse übermittelte er tägliche per Sprachnachricht an Andreas Wolfers. Daraus entstand das Buch "Allein zwischen Himmel und Meer". Mit diesem Buch nimmt Boris Herrmann den Leser mit bei der Verwirklichung seines Lebenstraumes - einmal am härtesten Segelrennen der Welt teilzunehmen. Und er hat mich wirklich mitgenommen. Ich fühlte mich mit an Bord, erlebte den Start, die Fahrt durch das Südpolarmeer, Kap Hoorn und nicht zuletzt die verzweifelte Suche nach Kevin Escoffier, dessen Schiff auseinanderbrach und auf einer Rettungsinsel im Südpolarmeer trieb. Diese Passage war wirklich spannend und beeindruckend. In zeitlicher Reihenfolge erlebt man die Rettungsaktion aus verschiedenen Blickwinkeln. Mal ist man bei Boris auf der "Seaexplorer", mal an Land, dann wieder mit den anderen an der Suche beteiligten Seglern an Bord. Beeindruckend hier der Zusammenhalt, der erkennen läßt, daß sich jeder der Teilnehmer der Gefahren bewusst ist und die Segler eine eingeschworene Gemeinschaft bilden. Boris Herrmann schreibt hier nicht nur über sich selbst - er stellt auch seine "Konkurrenten" vor, schildert ihre Erlebnisse, Pannen und Schäden an ihren Yachten. Dies ganz ohne Häme, sondern voller Mitgefühl - denn auch nur dies ist angebracht. Automatisch bekommt man vor jedem von ihnen noch mehr Hochachtung, als man ohnehin schon hat. Er vermittelt die Härte dieses Rennens schonungslos, vergisst aber auch nicht die schönen Seiten. Fast poetisch beschreibt er die Faszination, wenn die Yacht auf ihren Foils dahin gleitet, die Schönheit der See und die Begegnung mit einem Albatros. Fast nebenbei erfährt man über die Inseln, an denen er vorbeifährt, die Klimazonen und die Tücken des Windes. Aber Boris Herrmann hat auch eine Mission: Er setzt sich für den Schutz seines "Arbeitsplatzes" ein, setzt Bojen aus, die in der Strömung Daten sammeln und übermitteln. Dies alles und noch so viel mehr beschreibt Boris Herrmann auf leicht verständliche Sprache, so daß wirklich jeder an diesem Buch Freude haben wird. Highlights sind die Farbfotos, die er während des Rennens gemacht hat. Diese habe ich sehr bewundert, sind sie doch faszinierend und lassen gedanklich das Rennen noch intensiver zu Leben erwachen. Am Ende des Buches wird jeder der Teilnehmer mit einem offiziellen Starterfoto vorgestellt, was ich sehr sympathisch finde. Ebenso finden sich anschließend zwei Pläne der "Seaexplorer" mit technischen Daten und Lage der wichtigsten Bauteile sowie ein Glossar der Segelsprache.
"Allein zwischen Himmel und Meer" ist spannend und lohnend - auch wenn man wie bei "Titanic" weiß, wie es endet.
Übrigens pflanzen die Autoren für jedes verkaufte Buch im "Malizia Mangrove Park eine Mangrove!
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